Lago General Carrera/Chile

An der Grenzabfertigung in Chile haben wir wieder einmal Glück. Die Autos vor und hinter uns werden total auseinander genommen. Bei uns liebäugelt er mit meinem warmen Schaffell. Als ich ihm aber erkläre, dass wir es in Chile gekauft hätten ;o) und dass es ein Geschenk meiner Kinder sei, darf es mit über die Grenze. Uff!

 

Das beflaggte Chile Chico begrüsst uns schon von weitem und vom Mirador aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Kleinstadt und den tiefblauen Lago General Carrera.

 

Ab jetzt heisst es 124 km enge Naturstrasse - mit abenteuerlichen Kurven am Steilufer des Sees entlang - zu bewältigen. Wir haben einen herrlichen Blick auf die blaugrünen Buchten und die südlichen Ausläufer der Anden. Zum Glück sind wir uns steile Abhänge von der Schweiz her gewohnt und so kann immer einer von uns – Fahrerwechsel alle 30 Min. – die Aussicht geniessen.

 

Dann am Ende des Sees die Einfahrt in die berühmte Carretera Austral. Noch einmal 50 km Naturstrasse. Aber, oh Sch…reck! Ab jetzt geht es so richtig los. Waschbrett, Löcher, Steine, Staub machen dem Fahrer und unseren Rädern das Leben schwer. Auf unserer ganzen Reise hatten wir noch nie eine solch schlechte Strasse zu bewältigen :o((

Endlich geschafft, wir sind in Puerto Río Tranquilo. Von hier aus starten Boote zu den Capillas de Mármol – Marmorkapellen - extravagante Felsformationen aus hellem Marmor. 

Die Nacht verbringen wir an einem kleinen idyllischen Flecken in Bahia Murta am Ufer des See.

 

Neu gestärkt nehmen wir am Sonntag die nächsten miserablen 130 km in Angriff. Unser letztes Ziel am See sind die Los Manos de Cerro Castillo - ca. 3000 Jahre alte Handabdrücke an Felsen. Die Fahrt führt vom See weg ins Landesinnere. Nach kaum 5 km, oh Schreck! Da liegt ein Fahrzeug im Graben und die zwei jungen Leute sind vom Schock noch ganz verdattert. Wir helfen ihnen so gut es geht, müssen sie dann aber ihrem Schicksal überlassen. Es wird Stunden dauern bis der Abschleppwagen eintrifft!
Generell ist diese Strasse sehr gefährlich, da sie sehr eng ist und seitlich abfällt. Man muss höllisch aufpassen, nicht zuweit nach rechts abzudriften, sonst überschlägt man sich und rutscht den Abhang hinunter.

 

Wir kommen in feuchteres Gebiet und die Vegetation wird üppiger. Hier wachsen lange Schilfgräser und grosse Rhabarber-Sträucher. Aber wir treffen auch auf ein Gebiet, das 1991 vom Vulkan Hudson mit Asche zugedeckt wurde und bis heute sind noch keine Bäume nachgewachsen.

 

In Cerro Castillo steigen wir zu den Felshöhlen und besichtigen die 'Los Manos' - na ja!

 

Das letzte Stück Strasse bis Coyhaique - oh wie herrlich - ist asphaltiert! :o))))