ANREISE NACH SÜDAMERIKA

Mit dem Camper zum Hochseehafen in Hamburg - 1'475km

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Umzug in den Camper

Nachdem unsere zwei Zuhause in Knonau und Bad Ragaz geräumt und alles eingelagert, verschenkt oder entsorgt ist, müssen noch die letzten Utensilien im Camper verstaut werden.

 

Jetzt geht das Camperleben los! Wie lange werden wir wohl unterwegs sein?

 

Da Roby noch eine Woche arbeitet, ist unsere erste Station der Campingplatz in Triesen/Liechtenstein. Beim Einleben merken wir rasch, dass unsere "Einrichterei“ mit den neun Kisten in der Garage noch nicht optimal ist. Also alles wieder raus! Bei einer Auslegeordnung entscheiden wir uns nochmals gegen weitere Kleider, Schuhe und Kleinkram - also raus damit.

 

Schliesslich wollen wir mit unserem Camper noch auf die Waage und hoffen, er hat jetzt genug "Speck" weg, so dass wir möglichst wenig Übergewicht haben bzw. mit allem Drum und Dran nicht über 3'500kg wiegen. 

1. August in Liechtenstein

Der Tag auf dem Camping Mittagspitze in Triesen/Liechenstein beginnt wolkenverhangen und regnerisch. In Liechtenstein wird am CH-Nationalfeiertag gearbeitet, also bringe ich Roby nach Balzers, gehe in einer Regenpause joggen und mache mich anschliessend ans Tageswerk. Ich will unbedingt ein gutes Stück Fleisch für den Grill einkaufen. In einer Metzgerei in Schaan werde ich fündig. Ein für sechs Wochen am Knochen gereiftes CH-Steak wird Roby heute Abend sicher freuen! ;o))

 

Wo werden wir wohl nächstes Jahr 1. August feiern??

 

Am Nachmittag verkaufe ich noch meinen EOS :o(( Mein Herz schmerzt – aber für die grosse Reise muss dieses Opfer sein!

 

Wieder einmal ist unsere Frachtschiffreise nach hinten verschoben worden – mühsam! Mittlerweile soll es der 1. Oktober sein. Entweder können wir jetzt (schon zum zweiten Mal) umbuchen, oder wir müssen unsere Reiseroute ändern und fahren zuerst nach Brasilien und erst nächstes Jahr nach Ushuaia.

 

Nach einem Telefongespräch mit unserem Reisebüro haben wir ein neues Datum und ein neues Schiff. Also von der Grande Atlantico zur Grande Brasile zur Grande Angola. Neues Abreise-Datum ist nun der 8. September. Schaumermal!!

Abschiedsfest in Abtwil

Der Tag erwacht, die Sonne scheint - für uns ein ganz spezieller Tag.

Die Festvorbereitungen für unser Abschiedsfest sind in vollem Gange und um 15.30h treffen die ersten Gäste auf dem Hof Waldegg oberhalb von Abtwil ein. Bei gemütlichem Apéro und anschliessendem Grill werden Ferienerfahrungen ausgetauscht, erhalten wir noch letzte Tipps für unsere lange Reise und es fliessen auch immer wieder ein paar Abschiedstränen.

Die Überraschung ist gross, als eine neunköpfige 'mexikanische' Lehrerband uns ein Ständchen bringt - der Inhalt des Liedes ist zwar alles andere als mexikanisch! ;o))

Dafür versetzt uns das 'Duo Mariachi Flores' mit seiner Darbietung in echte Reiselaune und somit in unsere neue Welt. Damit uns auf unserer Reise auch nichts passieren kann, trägt uns Ernst zum Schluss noch den Alpsegen vor. Zum Abschluss des Abends werden wir von allen unseren Familien und Freunden mit einem riesigen 'Reisezustupf' überrascht. Allen nochmals ein herzliches Dankeschön für alles. Es war ein toller Abschied und wir werden euch alle in unserem Herz in die weite Welt mitnehmen.

 

Diesem 'offiziellem' Abschiedsfest sind andere geschäftliche oder private Verabschiedungen vorausgegangen oder werden diesem Fest noch folgen. Die Organisatoren oder Gastgeber machen uns den Abschied nicht leicht - das Weh ist gross, der Tag der Abreise nach Hamburg kommt unweigerlich näher (24. August).

Mexikanische Lehrerband

Campen im Heuli in Abtwil/Aargau

Vom 5. - 24. August gewähren uns Anita, Simon, Gian und Zoe Gastrecht in Abtwil. Hier haben wir nochmals Zeit unseren Camper optimal auf die Reise vorzubereiten.

Auch unser Tagesablauf soll eine gewisse Struktur erhalten - bis neun Uhr schlafen ;o)) - Sport machen :o/ - unsere Enkel geniessen - Ausflüge mit der Familie......

 

Es war eine wunderschöne Zeit und wir haben jede Minute ausführlich genossen. Herzlichen Dank ihr Lieben für alles!

 

Am Mittwoch geht es nun endlich in Richtung Hamburg los, wo unser Container-Schiff voraussichtlich am 12.09.2016 in See stechen wird.

Reise nach Hamburg - 1. Teil

24. - 26.08.2016

Am 24. August ist es nun soweit. Der Abschied in Abtwil fällt sehr schwer und nachdem wir Gregory vom Kindergarten abgeholt haben gibt es nochmals einen tränenreichen Abschied in Knonau.

 

Jetzt geht's aber nordwärts. Wegen unserer Überlast fahren wir durch Frankreich (die Franzosen kontrollieren ev. nicht so genau) und machen unseren ersten Halt in Strassburg. Wir spazieren durch die Altstadt und geniessen nochmals die französische Küche.

 

Am anderen Tag wechseln wir die Rheinseite, besichtigen Speyer (eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen) und fahren noch bis Frankfurt weiter. Die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz erweist sich als schwierig und so geben wir uns mit dem Parkplatz am Südfriedhof zufrieden.

Die sehenswerte Innenstadt besichtigen wir mit der U-Bahn und auf 'Schusters Rappen'. Am späteren Nachmittag geht's weiter über Kassel (gähn) nach Marburg.

Reise nach Hamburg - 2. Teil

26. - 29.08.2016

Marburg, eine Universitäts-Stadt auf einem Hügel, begrüsst uns schon von weitem. Wir schwingen uns auf unsere Bikes und fahren zur Altstadt hoch - ein ganz schöner 'Chrampf' :o(

Die schönen, gut erhaltenen Fachwerkhäuser und das Schloss ganz oben entschädigen uns aber für die Mühe.

 

Beim nächsten Ziel - Göttingen - machen wir Bekanntschaft mit der berühmten Gänseliesel. Sie soll das meistgeküsste Mädchen der Welt sein. Alle neuen Doktoranden drücken ihr nach bestandener Prüfung zum

Dank einen Kuss auf die Wange.

Der Abend beschert uns dann ein heftiges Gewitter und Hagel. Das Wasser steht knöcheltief und von den Bäumen brechen grosse Äste ab. Jetzt heisst es aufräumen. Alle helfen einander die Äste von den Camper-Dächern zu holen und wieder alles trocken zu legen (das Schlafzimmer wird zum Trockenraum).

 

Am anderen Morgen ist alles wieder ganz friedlich und zum Glück gibt's keine Schäden. Nun stehen zwei dringende Erledigungen auf dem Programm. Roby muss den Marderbiss am Schlauch der Scheibenwaschanlage flicken und ich die in Deutschland offensichtlich unbeliebten 500 €-Scheine auf einer Bank in kleinere umzutauschen. Ich hab schnell gemerkt, dass ich den weitaus schwierigeren Job gefasst habe. Keine Bank will wechseln, es könnte ja Drogengeld sein. ;o) Nach Langem kann ich meine Aufgabe auf der Landeszentralbank erledigen, uff!

 

Auf der Weiterfahrt nach Hannover legen wir noch einen Zwischenhalt in Hildesheim (nur kurzer Spaziergang) ein.

 

In Hannover beziehen wir einen Parkplatz am Maschsee, unweit der Innenstadt. Selbstverständlich, wenn Roby einen solchen See sieht, heisst es sofort – den umrunden wir!!

Gesagt getan, es führt kein Weg daran vorbei – früh am nächsten Morgen geht's joggend um das Gewässer!

Reise nach Hamburg - 3. Teil

Auf der Weiterreise bemerken wir langsam, dass es flach und flacher wird und wir nun wirklich im Norden von Deutschland angekommen sind. Celle, eine kleines und bezauberndes Städtchen mit vielen Reihen von Fachwerkhäusern gefällt uns sehr und so schlendern wir durch die Gassen, trinken ein Hefeweizen und schauen den Menschen beim Schoppen zu – wir dürfen ja nicht mitmachen (sind 220kg zu schwer).

 

Am Abend treffen wir uns mir Claudia und Thorsten. Sie übergeben uns eine Spurstange und zwei Klappsessel, die wir für Reto (Schweizer Camper in Uruguay) nach Südamerika mitnehmen. Später führen sie uns zu einem wunderschönen Übernachtungsplatz inmitten der Natur, über uns ein Windrad. Wir sitzen ein Weilchen zusammen und lassen uns Tipps von diesen beiden ehemaligen Südamerika-Reisenden geben. Spät am anderen Morgen, als Claudia ihren Hund Atze Gassi führt, findet sie uns noch immer auf diesem friedlichen Platz vor.

 

Uns gefällt es hier super, vor allem stehen aber auch noch verschiedene Hausarbeiten an (Haare schneiden, Camper putzen, Keller aufräumen) - auch das gehört dazu.

 

Am Nachmittag fahren wir weiter nach Bremen. Auf einer Weserinsel stellen wir unseren Camper ab und fahren mit den Bikes in die Stadt. Wir besichtigen zuerst den Marktplatz mit dem wunderschönen Rathaus und dem Dom und suchen und suchen und suchen…. und finden dann doch noch ‚Die Bremer Stadtmusikanten‘!

Nach einer Altstadtumrundung per Bike schlendern wir durch die engen Gassen des Schnoorviertels und lassen uns zum Nachtessen Matjes (roher Fisch) mit Bratkartoffeln im 'Kleiner Olymp' schmecken. Das muss natürlich wieder abtrainiert werden und so ist am Morgen wieder joggen angesagt. Nachdem ich micht in Marburg schon so total verlaufen habe, passiert es mir hier auch wieder. Ist doch nur eine kleine Insel, aber ich habe das Gefühl schon irgendwo in der Pampa Südamerikas zu stecken – Hilfe!

 

Neben Celle gefällt uns auch Lüneburg sehr. Die Fachwerkhäuser hier haben aber wieder einen anderen Stil. Das Besteigen des Wasserturms lohnt sich, hat man doch eine schöne Aussicht über die ganze Stadt.

 

Die Besichtigung des nahegelegenen Schiffshebewerks in Scharnebeck bietet ein sehenswertes technisches Schauspiel. Dieses bietet modernen Frachtschiffen die Möglichkeit eine Höhe von 38 Metern zu überwinden (siehe Video dazu).

Deutschland/Scharnebeck/Nähe Lüneburg - Schiffshebewerk

Die Besichtigung des Schiffshebewerks in Scharnebeck bietet ein sehenswertes technisches Schauspiel. Dieses moderne Bauwerk bietet Schiffen die Möglichkeit eine Höhe von 38 Metern zu überwinden.

Reise nach Hamburg - 4. Teil

03.09. - 06.09.2016

Das Wetter verschlechtert sich, wärmere Kleider sind gefragt – ausgerechnet jetzt, wo wir doch die Heide sehen möchten. Trotzdem setzen wir unsere Reise fort nach Undeloh in der Lüneburger Heide. Roby kann mich sogar bei diesem nass-kalten Wetter noch zu einer Heide-Bike-Tour

überreden. Petrus muss ein Biker gewesen sein – kaum auf dem Sattel lichten sich die Wolken und es wird schön.

Es ist herrlich durch die ruhige und blühende Heide zu biken. Wir kommen an Scharen von Gänsen vorbei aber leider sehen wir keine Heidschnucken (Schafe, die wie Wild zu essen sein sollen). In Wilsede, einem schnuckligen kleine Ort mit Riet-Gras gedeckten Bauernhäusern lassen wir uns das Salzsieden erklären. Und wie das so ist - die Welt ist klein – einer dieser Sieder berichtet uns aus seiner Zeit, als er vor 55 Jahren in die Schweiz ausgewandert und in Altdorf bei der Dätwyler AG in Altdorf/Uri (Nachbarort, wo wir aufwuchsen) Arbeit gefunden hat.

 

Auf unserem Stellplatz in Undeloh machen wir die Camper-Bekanntschaft von Irene und Gerd aus Bremen. Bei Weisswein und gemeinsamen Nachtessen (Bratkartoffeln und Fisch) tauschen wir unsere Reise-Erfahrungen aus. Gemütlich sitzen wir noch bis in die Nacht hinein zusammen und teilen am nächsten Morgen auch unsere Frühstücke.

 

Bei trübem Wetter geht’s weiter über Buxtehude (nett) nach Stade, eine schmucke Kleinstadt. Dort ist alles auf den Beinen, der etwas vom Flohmarkt günstig ergattern möchte.

 

Da es schon bald zu regnen beginnt fahren wir weiter zum Camping Krautsand am Elbstrand.

Hier wollen wir wieder einmal zwei Nächte bleiben, etwas ausruhen, Blog schreiben und haushalten. Am Morgen ist joggen auf dem Elbe-Deich angesagt. Langsam verabschieden sich auch die Schweizer Lebensmittel. Keinen Kaffeerahm mehr, Käse, Milch und Butter aufgebraucht, letzte Flasche Rotwein aus unserem Keller getrunken. Was uns noch bleibt – Fondue, Aromat, Mayo und Senf ;o))

Am Nachmittag sitzen wir gemütlich in einem Strandkorb an der Elbe, geniessen ein kühles Bier und sind beeindruckt über die gewaltigen Ausmasse nahe ans uns vorbeiziehender Container-schiffe. In ca. einer Woche werden wir auf einem ähnlichen in die entgegengesetzte Richtung hier wieder vorbeifahren.

 

Ein kleiner Eindruck von der Elbe bekommen wir, als wir in Wischhafen die Fähre über die Elbe Richtung Hamburg nehmen. Gegen Abend erreichen wir – zwar nur langsam, da viel Stau - unseren super Stellplatz 'Am grünen Deich' nahe des Hafens, wo wir bis Montag auf unser Containerschiff warten.

 

Hamburg

06.09. -12.09.2016

Einen Camper-Stellplatz 'Am grünen Deich' stelle ich mir zwar etwas anders vor. Wie Sardinen gequetscht in der Büchse stehen wir Camper an Camper (1989 haben wir noch im Hotel Atlantic Kempinski übernachtet ;0))

Aber was soll’s, wir sind nahe zum Hafen, denn wir müssen noch mit unserer 'neuen' Autonummer dorthin fahren!

 

Unseren ersten Abend in Hamburg feiern wir mit Grill und gutem Wein.

 

Am nächsten Tag, bei einer Stadtrundfahrt mit dem Touristenbus, verschaffen wir uns einen guten Überblick, den wir noch zu Fuss, S-Bahn, Bike und joggend vertiefen.

 

Für die vier Wochen auf See ist nun nochmals Packen angesagt. Auch Blog und Newsletter wollen nochmals aktualisiert werden. Dafür besuchen wir McDonalds (hat WLAN - aber nur seeehr langsam) und gönnen uns dort ein Eis.

 

Zu einer Bike-Tour nach Blankenese hat's auch noch gereicht. Dabei haben noch zwei Rad-Speichen den Geist aufgegeben, die wir glücklicherweise noch vor dem Wochenende austauschen konnten.

Mit dem Containerschiff GRANDE ANGOLA nach Südamerika

GRANDE ANGOLA von Grimaldi Line

Gebaut 2008

Länge 211 m

Breite 32.25 m

Höchstgeschwindigkeit 19 Knoten/35 kmh

 

Lademöglichkeit: 3890 Autos und 1'360 Container.

 

6 Kabinen ohne Fenster für je 2 Passagiere, Dusche/WC, kleiner Aufenthalts- und Fitnessraum.

 

Gegessen wird in der Offiziersmesse mit dem ‚Comandante‘ und den Offizieren. Der ‚Comandante‘ begrüsst uns am Mittag immer mit „Gut morning, gut apetait!“ – was so viel heisst wie: „Guten Morgen und guten Appetit!“ Jeder Passagier hat pro Tag drei Getränke zur Verfügung (1.5l Wasser, 2dl Rot- oder Weisswein, 3dl Cola oder Orangina). (Brasilianisches) Bier oder Red Label kosten zusätzlich  separat – 1 bzw. 25 Euro.

 

Das Schiff wird von einem Verbrennungs-Motor mittels einer 4m grossen Schraube angetrieben. Drei Stockwerke hoch, mit acht Zylindern (Kolben-Hub 3m) ausgestattet, verbraucht das laute Ungetüm ca. 2 Tonnen Treibstoff pro Stunde (bei 17 Knoten oder 31km/h). 2000 Tonnen davon (schwefelarmer Schiffsdiesel für die europäischen Strecken, dickes schwarzes Schweröl für die restliche Strecke) liegen seit Hamburg im Bug des Schiffes.

Das Schweröl wird in einer Zentrifuge vom Schlamm befreit, auf ca. 200 Grad aufgeheizt und dann in den Motor eingespritzt. Der Öl-Schlamm wird heute nicht mehr im Meer entsorgt. Die Hafenbehörden erwarten, dass für

jedes getankte Kilo Schweröl eine entsprechende Menge Schlamm zurückgebracht wird. Auch werden, mindestens in Europa, Abgasmessungen stichprobenweise durch Helikopter oder Drohnen durchgeführt.

Zwei grosse Kühler mit Meerwasser kühlen den motor-seitigen Wasserkreislauf. Ein siebenköpfiges Team ist für alles Technische auf dem Schiff verantwortlich (08.00-17.00 Uhr). Meerwasser wird entsalzt, gereinigt und für Duschen und WC-Spülung verwendet.

 

Zum zentimetergenauen Manövrieren im Hafen stehen elektrisch betriebene Seiten-Schrauben zur Verfügung.

Einmal im Tag werden die mächtigen Turbolader vom Russ gereinigt. Dabei wird bei Volldampf eine Chemikalie eingespritzt und mit der damit entstehenden Hitze aller Dreck zum Kamin rausgestossen – dicker schwarzer

Rauch ist das Resultat.

 

Auch auf einem Riesenfrachter wie der Grande Angola ist Seekrankheit ein Thema. Auf der Reise nach Dakar schwankt das Schiff von links nach rechts, was uns mit unseren quer zur Fahrtrichtung stehenden Betten zugutekommt. Man kann sich entweder mit den Zehen oder den Fingern oben an der Matratze, respektive unten, festklammern und rutscht dadurch nicht umher.

Bei der Atlantiküberquerung von Freetown nach Victoria schwankt das Schiff hingegen längs zur Fahrrichtung – eine unangenehme Schaukel-Bewegung, die man aber durch unterlegen von Kissen etwas mildern kann.

Hamburg - Tilbury

12.09.2016

So, endlich geht’s los – oder doch nicht!?
Der Agent der Reederei informiert uns, dass wir um 16.00 Uhr auf’s Schiff können und da wir noch etwas vom Hafen-Feeling mitkriegen wollen, sind wir schon um 14 Uhr da. Doch wo müssen wir uns nun melden, oder können wir einfach zum Schuppen 48 durchfahren?  Roby fährt mal auf die Schranke zu, wird aber sehr schnell und unfreundlich zurückgepfiffen.

 

Aus 16.00 wird 18.00 Uhr. Unsere Mitreisenden Michaela und Tobias (Alter 36/40, reisen mit einem Landrover Defender 110) treffen auch schon ein und so machen wir uns im Schatten unseres Campers mit Blick auf die Hafeneinfahrt gemütlich und stellen uns einmal mehr auf‘s Warten ein.

Leute kommen und gehen, schauen uns etwas fragend an bis dann einer auf uns zusteuert und uns mitteilt, dass wir nun doch erst um 21.00 Uhr aufs Schiff dürfen, die Autos aber erst morgen einfahren können.

Kurzum bestellen wir Pizza und das Warten geht weiter. Um 20.45 Uhr können wir endlich das Administrative abwickeln und mit einem Begleitfahrzeug bis zur Grande Angola vorfahren; ein mächtiger, eindrücklicher Kahn. Nach der Begrüssung durch den Kapitän räumen wir unsere sieben Sachen in unsere einfache aber saubere Kajüte ein und legen uns schon bald in die Kojen.

 

13.09.2016

Oh, war das eine Nacht! Harte Betten mit überstehendem Rahmen - das man nicht rausfällt, wenn’s mal schaukelt - eiskalte Kabine und noch dazu etwas Nervosität….!

Nach dem Frühstück - Focaccia mit Tomatensauce, frisch gebackene, Butter, Konfitüre, Coppa, Cornflakes, Kaffee, Tee - setzen wir uns auf‘s Dach der Brücke und schauen für die nächsten drei Stunden dem Ent- und Beladen des Schiffes zu.

Wir sind überwältigt von der Präzisionsarbeit des Kranführers. Auf den Zentimeter genau senkt er sein Greifwerkzeug, packt einen Container und setzt ihn im Bug des Schiffes ab. Im Heck werden Occasionsautos für Afrika eingeladen. Unsere eigenen zwei Fahrzeuge stehen noch neben dem Schiff und warten auf die Einfahrt.

Mittlerweile haben wir ein leckeres italienisches Mittagessen genossen - 1. Gang Spaghetti, 2. Gang Fisch, 3. Gang Fleisch mit Salat, 4. Gang eine Orange und einen Espresso.

 

Als wir unseren 3. Offizier Roberto fragen, wann das Schiff ablegt, meint er um 16.00 Uhr, wir würden es ja aber dann schon merken. He, und unsere Fahrzeuge!!! Er schaut ganz verdutzt aus der Röhre und meint: “ Ach ja, die Campers … die müssen auch noch rein, aber zuletzt!? Uff!

 

Um 15.00 Uhr geht’s dann plötzlich schnell. Rückwärts fahren wir aufs Schiff und zurren die Fahrzeuge am Boden fest. Pünktlich um 16.00 Uhr legen wir in Hamburg ab.

Ein unbeschreibliches Gefühl, wie dieser Koloss so ruhig und leise sich Zentimeter für Zentimeter vom Kai entfernt und in die Elbe einmündet.

Als wir den ‚Welcome Point‘ bei Werde passieren, werden wir sogar noch mit der italienischen Nationalhymne verabschiedet – welch ein Gefühl! Lange bleiben wir noch auf dem Deck sitzen und geniessen einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

14. 09.2016

Wir überqueren die Nordsee Richtung Tilbury/England.

Was für ein Start in den Tag! Nach dem Joggen auf Deck - Roby schwitzt unten im Fitnessraum, umgeben von altersschwachen Geräten - stehe ich an der Reling, um mich herum blaues Wasser und schäumende Wellen. Die Sonne glänzt auf der Wasseroberfläche und aus meinem iPot ertönt 'What a wonderful world' von Louis Armstrong.

 

Heute stehen noch ‚Safety-Procedures‘ auf dem Programm. Roby freut sich schon auf die ‚Actions‘ mit Schwimmweste, Rettungsboot, Mann über Bord, etc... ! Doch leider - für ihn - entpuppt sich das Ganze als trockene Information im Gemeinschaftsraum :o( Punkt für Punkt wird besprochen und auf einer Liste abgehakt. Aye, aye, Sir - alles verstanden!

 

16.09.2016

Im Gegensatz zur Eigner-Kabine und den Aussenkabinen - dort hat sich die Crew eingenistet - besitzt unsere Innenkabine kein Fenster. Um etwas Sonne zu tanken zieht es uns daher noch vor dem Frühstück aufs Deck. Doch heute kommen uns die Strahlen in Tropfen entgegen – es regnet. Wir sind in England und da muss das wohl so sein ;o)

 

Um 09.00 Uhr wird uns mitgeteilt, dass die Abflussrohre der Toiletten verstopft sind und wir bis auf weiteres diese nicht benutzen dürfen. Ok, ein Weilchen halten wir das schon aus! Als wir uns um 13.00 Uhr nach dem Stand der Dinge erkundigen, wird uns mit einem Lächeln und einem Schulterzucken verkündet, dass um 16.00 Uhr wieder alles ok sein müsste!!

 

Da heute schlechtes Wetter ist, schalten wir einen Waschtag ein. So weit so gut – nur der Tumbler funktioniert nicht so wie er müsste und Wäscheleinen gibt es nicht. Mit Absperrband spannen wir in unserer Kajüte, zwischen Vorhang und Schrank, eine Aufhänge-Möglichkeit – traraaa, funktioniert!

 

Mik (Alter 68, reist mit Motorrad und Zelt) und Mike (Alter 52,reist mit Mercedes Sprinter 4x4), zwei neue Mitreisende nach Südamerika, treffen ein.

 

Fahrzeit Hamburg - Tilbury/Grossbritannien 26 Stunden. 

Hamburg - Einfahrt auf unseren Frachter

Hamburg - Beladen

Tilbury - Antwerpen

16. - 20.09.2016 

Überquerung Ärmelkanal Richtung Antwerpen. 

Wir erwachen mit einem sanften Schaukeln. Oho, da scheint ja draussen was los zu sein! Doch als wir dann oben stehen, sind wir erstaunt, dass nicht höherer Wellengang herrscht. Da ich in dieser Hinsicht nicht sehr seetauglich bin, lässt das Rebellieren meines Magens auch nicht lange auf sich warten. Aber dank Sandra und Guillermo sind wir medizintechnisch bestens ausgerüstet.

Leider entschliesst sich unser Koch ausgerechnet heute einen stark riechenden Fisch zuzubereiten :o(

Während alle am Tisch auf diesen Gang verzichten, scheint Roby keine Probleme zu haben und geniesst diese Mahlzeit offensichtlich.

 

In der Einmündung Westerschelde Richtung Antwerpen wird das Wasser zum Glück wieder ruhiger und so auch mein Magen. Kurz vor dem Hafen passieren wir eine Schleuse und es fühlt sich ‚fast‘ schon an wie unsere Fahrt durch den Panamakanal ;o)

 

In Antwerpen bleiben wir bis Montagabend. Langsam füllt sich nun auch unser Aufenthaltsdeck mit zahllosen Fahrzeugen. Unsere Bewegungsfreiheit wird mehr und mehr eingeschränkt. Am Schluss bleibt uns nur noch der ‚Helikopter‘-Landeplatz.

 

18.09.2016

Am Sonntag fahren Michaela, Tobias und wir mit dem Taxi nach Antwerpen rein. Wir haben Glück, denn es ist autofreier Sonntag und ein kleines Volksfest im Gange. Nach einer Woche italienischer Küche (Menüplan unverändert) geniessen wir die äusserst leckeren Moules und Frites und dazu ein kühles ‚Hoegarden‘.
Wir schlendern durch die Altstadt und schauen dem bunten Treiben der Leute zu. Später begeben wir uns mit Michaela und Tobias zum Seafarers’ Centre ‚Stella Maris‘, wo wir noch etwas am Blog arbeiten und auf den Bus zum Schiff warten.

In jedem Hafen gibt es offensichtlich ein solches Seelsorge-Zentrum, das den See-Fahrern eine Aufenthaltsmöglichkeit mit Gratis-Transport vom/zum Schiff organisiert.

 

19.09.2016

Am Montag herrscht Aufbruch-Stimmung in verschiedenster Weise! Der Kapitän und der Koch werden abgelöst. Nach 5-monatigem Einsatz haben sie ihre Ferien redlich verdient. Der neue ‚Comandante‘ - höherer Rang als Kapitän - fährt schon seit drei Tagen auf dem Frachter mit und ist nicht zu überhören. Ein voluminöser lauter Italiener, der ohne Punkt und Komma spricht :o( Beim Mittagessen fast unerträglich.
 

Der neue Koch soll fantastisch kochen, schwärmt die Crew – und Recht haben sie. Rocco hat zwar die gleichen Zutaten wie der früher Koch und auch den gleichen Speiseplan, kocht aber etwas raffinierter.


Die vier letzten Passagiere kommen an Bord – Theresa und Pierre (Alter 67/69, unterwegs mit einem selbstgebauten Toyota Pickup-Camper) sowie Marie Christine und Philipp (Alter 59/59, unterwegs mit einem Sprinter-Camper), alle aus Frankreich. Theres und Pierre haben diese Frachtschiffreise schon elfmal gemacht. So interessant die Reise auch ist, dies kann man sich nur schwer vorstellen!

 

Überfahrt Tilbury - Antwerpen 18 Stunden.

Antwerpen - Dakar

21.09.2016

Golf von Biskaya

Es wurde uns schon prophezeit – und ist jetzt auch eingetroffen – die See ist wieder rauer als im Kanal. Diesmal erwischt es Röbä. Schon früh morgens versucht er seinen Magen mit einem Schluck Whisky zu besänftigen, muss dann aber später doch noch zu einer Tablette greifen.

Fisch zum Mittagessen scheint an solchen Tagen nicht sehr beliebt zu sein. Ausser Mike verzichten alle, obwohl er diesmal nicht so unangenehm riecht!

Wir verbringen den Tag fast ausschliesslich liegend in der Kajüte.

 

Küste Portugal

Kaum ist die Biskaya hinter uns, wird die See wieder ruhiger und der Wind schwächt ab. Wir haben uns mittlerweile an das konstante Wiegen des Schiffes gewöhnt. Rings um uns nur blaues Wasser, blauer Himmel und manchmal ein paar Wolken. Jetzt müsste eigentlich die Langeweile einsetzen - aber dem ist nicht so. Jeder geht irgendwelchen Beschäftigungen nach, sei es auf dem Oberdeck ‚relaxen‘, auf dem Meer Ausschau nach Walen halten, Spanisch lernen, musizieren, Fitness machen oder etwas schlafen.

Diese Tage werden meistens nur unterbrochen von den drei sehr üppigen Mahlzeiten plus unserem abendlichen GADC-Treffen (Grande Angola Drinking Cub). Die absolute Erholung :o))

 

22.09.2016

Am Donnerstag, 14.00 Uhr, heisst es Malariaprophylaxe schlucken – freiwillig - als Vorbereitung für den Landgang in Dakar und Freetown. Anschliessend dürfen wir dem Kapitän auf der Brücke über die Schulter schauen. Wir kriegen diverse Logbücher - Fracht, Navigation, Sicherheit, … - zu sehen und erhalten eine kurze Einführung in die Bedienung der Steuerpulte. Das Schiff fährt mit Autopilot und ist meistens mit 14 Knoten unterwegs. Man stelle sich vor, wir fahren mit 25 km/h nach Südamerika!!

Der ‚Look-Out‘ sitzt hier nicht mehr im Mastkorb, sondern muss inzwischen von der Brücke aus 4 Stunden den Horizont auf mögliche Gefahren absuchen. In einer Ecke der Brücke unterweisst der 1. Offizier zwei Offiziers-Kadetten in der Anwendung von Theodoliten.

 

Küste Marokko

Am Nachmittag, vis-a-vis von Casablanca, hören wir ein klatschendes Geräusch. Wir springen zur Reling – vielleicht erweist uns ein Wal wieder mal die Ehre. Wir beobachten, wie die Crew einen grossen weissen Gegenstand über die Reling ins Meer kippt. Etwas später nochmals dasselbe Geräusch. Es spricht sich rasch herum, dass dies die zwei defekten Waschmaschinen waren, die man auf diese Weise elegant entsorgt hat – ganz legal, wie die aushängende Anweisung zur Müllentsorgung zeigt!

 

24.09.2016

Küste Lanzarote und Fuerteventura

Früh um 05.30 Uhr stehen wir an der Reling und lassen die Lichter von Lanzarote an uns vorbeiziehen. Im April 2015, während unseren Ferien auf der Insel beobachteten wir die vorbeifahrenden Containerschiffe mit dem Gedanken, dass wir in ca. einem Jahr genau auf einem solchen sein würden. Und jetzt ist es soweit!

Da wir nahe an Land vorbeifahren, haben wir auch wieder einmal Verbindung ins Mobil-Netz und können schnell mit der Aussenwelt in Kontakt treten.

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26.09.2016 

Schon von weitem erhebt sich das riesige 'Monument de la Renaissance Africain' von Dakar. Der Lotse kommt an Bord. Langsam umfahren wir die ‚Ille de Gorée‘ und legen im Hafen an. Vor uns breitet sich Dakar mit all seinen Aktivitäten, Gerüchen und Stimmen aus. Der Hafen liegt direkt am Rande der Stadt und so verbringen wir die Zeit, bis alle Zollformalitäten erledigt sind, mit Erspähen von interessanten Ecken, welche wir unbedingt erkunden möchten.

Um 17 Uhr erhalten wir - Michaela, Tobias, Mike, Röbä und ich - unsere Passierscheine, melden uns bei Sonny – unserem Steward - fürs Abendessen ab, schlüpfen in die gelben Warnwesten und los geht die Tour.

 

Doch schon der Ausgang aus dem Hafen zu finden entpuppt sich als kleines Abenteuer. Wir müssen ca. 500 Meter der Hafenmauer entlang laufen, vorbei an hupenden und mit Reis und Zwiebeln schwer beladenen

Lastwagen und Acht geben, dass wir nicht überfahren werden. Endlich draussen, eine total andere Welt, stürzen sich schon die ersten Möchte-Gern-Guides auf uns und wollen uns die Stadt zeigen. Aber das bewältigen wir heute lieber selber und so schütteln wir sie ab und laufen los.

Männer und Frauen in farbigen traditionellen Kleidern kommen uns entgegen, viele transportieren ihre Ware auf dem Kopf. Einzelne neue und viele kaputte, verrostete Autos - Grande Angola entlädt auch noch gerade ein paar hundert - verstopfen die Strassen und wir suchen uns einen Weg hindurch. Im Zentrum hat es zahllose kleine Händler, die ihre Ware anbieten. Es ist schwül und stickig, wir sind hungrig, durstig und einen ersten Eindruck haben wir gewonnen.

Im Hotel ‚Fleur de Lys‘ möchten wir uns stärken, müssen aber zuerst am Eingang einen Metall-Detektor-Check über uns ergehen lassen. Wir haben Glück und per Zufall eines der höheren Hotels mit Bar und Restaurant im 12. Stock ausgewählt. Die Aussicht über die Stadt ist fantastisch und der Muezzin, der zum Gebet ruft, gibt dem Ganzen noch eine extra Portion Exotik. So geniessen wir das feine Abendessen - einmal keine Pasta - und stossen mit einem Glas Sekt auf 44 Jahre Ursi und Röbä an.

In der Dunkelheit machen wir uns auf den Rückweg zum Hafen. Am Eingang werden wir mit Helmen ausgestattet, da das Begehen des Hafengeländes ohne nicht gestattet ist - beim Rausgehen war dies noch kein Problem!! Der Hafen-Kontrolleur meint dann noch zum Schluss, wenn wir beim Schiff angekommen sind, soll einer die Helme dann wieder zurückbringen – hm, wie soll das denn gehen?!!

 

27.09.2016

Heute wollen Röbä und ich die Stadt noch etwas genauer erkunden. Gestern hiess es, wir würden heute erst gegen Abend auslaufen. Doch beim Frühstück sieht alles wieder anders aus – typisch! Wir haben genau noch zwei Stunden Zeit. Um 11 Uhr kommt der Zoll und da müssen wir an Bord sein.

Gleiches Prozedere wie gestern und schon sind wir draussen. Wir suchen uns den kürzesten Weg zum Markt und lassen uns dann auch irgendwann einmal von einem Guide begleiten. Ich werde mehrmals unfreundlich darauf hingewiesen, dass fotografieren nicht erlaubt sei, was unser Begleiter aber immer wieder verneint – ‚Pas de probleme, Madame'!

Die alte Markt-Ruine ist heute nur noch zu einem kleinen Teil begehbar mit wenigen Verkaufsständen. Alle anderen Geschäfte befinden sich aussen um die Markthalle herum. Durch weitere interessante Gassen lassen wir uns zur Kathedrale und zum Präsidentenpalast führen. Da ich dort dem Drang, ein Foto zu machen, nicht

widerstehen kann - warum sollte man kein Foto von einem Präsidentenpalast machen dürfen? - werde ich von einem Polizisten auf die andere Strassenseite beordert. Unser Guide versucht zu beschwichtigen und ich nütze die Zeit, falls er mich doch sehen will, die richtige Foto – Kathedrale - bereit zu halten. Es nützt nichts, ich muss rüber. Hoffentlich werde ich jetzt nicht verhaftet und Röbä fährt alleine nach Südamerika ;o(

Ich zeige ihm das Foto von der Kathedrale und versichere ihm, dass ich keines vom Präsidentenpalast gemacht habe und dass ich niiiiie im Sinn hatte eines zu machen ;o)

Es ist Zeit für die Rückkehr. Noch schnell einen Whisky im Supermarkt für unsere abendlichen Meetings kaufen und unseren Guide bezahlen. Er möchte gerne 20 kg Reis als Bezahlung, wir einigen uns auf 10 kg!

 

Zurück auf dem Schiff, noch keine Zollbeamten. Abfahrt ist offensichtlich erst um 17.00 Uhr und wir haben so gestresst! 

 

Fahrzeit Antwerpen - Dakar 5 ½ Tage

Dakar - Freetown

Entlang der Küste von Senegal, Guinea-Bissau, Guinea bis nach Sierra Leone/Freetown ist das Wetter trüb und es regnet immer wieder.

 

29.09.3026

Nachts um 03.00 Uhr erreichen wir den Warteraum (Anchorage) von Freetown. Hier bleiben wir für die nächsten 12 Stunden. Ein ‚Helms-Man‘ schiebt Wache auf Deck und erzählt uns, dass er Ausschau nach Piraten halten muss, da es hier immer wieder zu Überfällen kommt. Trotzdem möchten wir uns Freetown anschauen gehen.

 

Bei der Einfahrt in den Hafen lichten sich die Nebelschwaden und wir sehen Freetown zum ersten Mal. Unser Landgang-Vorhaben schmilzt wie Schnee an der Sonne, denn was wir zu sehen bekommen, erschreckt uns doch etwas.

Da wo sich in anderen Länder Sonnenhungrige an der Beach bräunen, sehen wir nur Slum-Siedlungen. Dicht gedrängt, Hütte an Hütte, aus Holz-, Blech- und Plastikteilen zusammengenagelt. Um die Wellen abzuhalten, Holzstäbe längs und quer ineinander geflochten und mit Stofffetzen, Plastik und Müll abgedichtet. Überall Schweine, die nach etwas fressbarem suchen und mittendrinn Kinder die spielen. Die Stadt ist eingehüllt in Rauchschwaden der vielen Feuerstellen - es riecht nach geräuchertem Fisch und Fleisch. Und es regnet in Strömen.

 

Am nächsten Morgen – noch während dem Frühstück - legen wir leider schon wieder ab. So mussten wir selber keine Entscheidung treffen, ob wir einen Landgang wagen oder nicht.

 

Fahrzeit Dakar - Freetown 36 Stunden

Freetown - Vitória

Beim Abendessen stellen wir fest, dass wir nun schon 17 Tage an Bord dieses Schiffes sind und dass wir ev. noch nicht einmal die Hälfte der Reise hinter uns haben. Für Einzelne ist dies eine eher erschreckende Erkenntnis, da ihnen die Ideen zur Tagesbeschäftigung langsam ausgehen.

 

Unser Tagesablauf:

08.00 Uhr aufstehen und Frühstück

09.30 Uhr Fitness/musizieren

11.00 Uhr lesen/Spanisch lernen

12.30 Uhr Mittagessen mit dem ‚Comandante‘ und den Offizieren

13.30 Uhr Siesta

15.00 Uhr lesen/Spanisch lernen/musizieren/aufs Meer starren/ Wale und Delphine suchen

18.00 Uhr Abendessen mit dem ‚Comandante‘ und den Offizieren

19.30 Uhr GADC-Meeting auf Deck 12

21.00 Uhr schlafen

 

Am 02. Oktober, 01.40 Uhr überqueren wir den Äquator und haben somit von der nördlichen in die südliche Hemisphäre und vom Herbst in den Frühling gewechselt. Die Sonne steht jetzt nicht mehr im Süden sondern im Norden und das Wasser im Lavabo dreht sich beim Abfliessen in die entgegengesetzte Richtung!

 

Am Abend feiern Crew und Passagiere die Überquerung mit einem grossen Grillfest. Auf Deck 11 ist weiss gedeckt, die grosse Tafel überquillt mit Köstlichkeiten - Paella, Riesen-Krevetten, Lamm, Poulet, Würste, Fruchtsalat, Gebäck. Eine TV-/Karaoke-Anlage plärrt brasilianische Musik-Shows dazu, die Matrosen sind begeistert von der spärlichen Bekleidung der Tänzerinnen.

Im Verlaufe des Abends werden uns vom Kommandanten Rafaele Minotauro Zertifikate überreicht, die unsere

Äquator-Überquerung dokumentieren.

 

An einem sonnigen Nachmittag hastet der 3. Offizier an unserem Sitzplatz vorbei und wirft einen rot-weissen Kanister über Bord; rasch verschwindet er aus unserem Blickfeld. Nur mit Mühe kann man dem Kunststoff-Gefäss mit blossem Auge noch folgen - ein Alarm schrillt durch das Schiff – Mann über Bord! Erstaunlich rasch dreht sich nun unser Schiff. Die Mannschaft eilt, mit Helm und Schwimmweste ausgerüstet, zu den Rettungsbooten und hält sich für einen Einsatz bereit. Inzwischen hat sich der Frachter in einer engen Gegenbewegung auf die andere Seite gedreht und fährt dem ‚Schwimmer‘ entgegen. Nur noch mit Feldstecher erkennt man das auf den Wellen reitende Objekt. Unglaublich schnell sind wir wieder auf gleicher Höhe. Offensichtlich ist damit die Übung abgeschlossen. Der Frachter dreht sich nochmals um 180 Grad und stampft anschliessend wieder Südamerika entgegen.

 

Am 5. Tag der Atlantiküberquerung sehen wir das erste Frachtschiff und die ersten Vögel (Gannets), die uns begleiten und nach fliegenden Fischen tauchen. Jetzt haben wir es bald geschafft! Die tägliche Routine wird durch einen Waschtag unterbrochen.

 

06.10.2016

Endlich, der Wecker klingelt 05.45 Uhr, wir haben nach 6. Tagen Vitória in Südamerika erreicht! Schnell aus den Federn und auf Deck. Röbä schläft unbeeindruckt weiter. Doch welche Enttäuschung. Anstatt blaues Wasser und Sonnenschein erwartet mich Regen, graues Wasser und graue Aussicht - Röbä muss das gespürt haben.

Trotzdem lasse ich mich nicht entmutigen, setze mich auf meinen Campingstuhl und beobachte das an mir vorbeiziehende Ufer.

He, da war doch was! Tatsächlich sehe ich drei Wale, die fröhlich im Meer planschen und mir zur Begrüssung zuwinken. Wir müssen uns noch ein paar Stunden gedulden bis wir das OK zur Einfahrt in den Kanal nach Vitória erhalten. Und immer wieder heftiger Wind und starke Regengüsse.

Das Mittagessen nehmen wir hastig ein, denn wir wollen uns ja dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Langsam fahren wir unter der ‚Ponte Deputado Darcy Castello de Mendonca‘ in den engen Kanal ein. Rechts und links mit Palmen überwachsene Felsen, dazwischen bunte Favelas. Hier soll es anscheinend von Pavianen nur so wimmeln – aber bei diesem Regen bleiben die wohl lieber unter einem schützenden Palmwedel ;o)

Nach der Ankunft müssen wir uns wieder gedulden, bis die 'Immigration' unsere Papiere stempelt und wir an Land dürfen. Schlussendlich bekommen wir gerade einmal vier Stunden ‚Freigang‘!

 

Zu viert nehmen wir ein Taxi, lassen uns in ein Shopping-Center fahren, wo wir uns mit Schoggi, Whisky, Früchten und einer Telefonkarte eindecken. Während der ganzen Atlantiküberquerung war das Essen immer wieder ein Thema. Jeder/jede hat sich ausgemalt, was er/sie dann als erstes essen möchte, wenn es dann soweit ist. Wir haben uns sooo auf ein saftiges zartes Bife de Lomo und eine Flasche guten Rotwein gefreut. Nicht mehr diese dünnen Rinds-Schnitzel, mal so und mal so zubereitet, kein rotgefärbtes Wasser in grünen Rotwein-Flaschen. Was wir am Ende bekommen, ist ein rundes, etwa zwei Zentimeter dickes gehacktes Rindfleisch mit Zwiebeln, Käse und Ketchup, eingeklemmt in Brot. Dazu eine Cola und Fries. Das machen wir nächstes Mal besser!!

 

Atlantiküberquerung 6 Tage

Vitória - Río de Janeiro - Santos

06. - 09.10.2016

Die Reise geht weiter. Während wir Passagiere alle im Tiefschlaf sind – ausser Mik, der geistert nachts irgendwo auf dem Deck rum – verlässt das Schiff den Hafen und der Autopilot fährt uns Richtung Río de Janeiro.

Nach 21 Stunden Fahrzeit treffen wir in der Dunkelheit ein. Wir bekommen einen First-Class Warteraum direkt vor der der Copacabana und der Ipanema-Beach mit Sicht auf den Corcovado und den Zuckerhut. Wow!

Die schlechte Nachricht – die Anlegestelle im Hafen ist besetzt und wir bleiben für die nächsten 2 1/2 Tage hier im Warteraum. Río zum Greifen nahe und doch so fern :o(

 

Aber es wird einiges zur Unterhaltung geboten. Ich sitze auf Deck und lese, als ich ein mir schon bekanntes Aufplatschen auf dem Wasser vernehme. Das darf doch nicht wahr sein – jetzt schmeissen die schon wieder

eine Waschmaschine über Bord und dies vor der Copacabana. Zu meiner Überraschung entpuppt es sich als eine Schule von acht Delphinen, die sich direkt unten am Schiff vergnügen und mit ihren Hinterflossen aufs Meer schlagen. Sie bleiben uns auch die restliche Zeit treu und besuchen uns in den folgenden Tagen regelmässig.

 

Des Weiteren findet eine Rettungsboot-Aktion statt. Das erste Rettungsboot wird ins Meer gelassen und wieder raufgeholt. Ein paar kleinere Schäden, Rest ok. Das zweite Boot soll nun bemannt runtergelassen werden.

Der Security-Officer und die ‚Helmsmen‘ müssen daran glauben. Alle sind etwas nervös – für uns eher unverständlich, würde doch Röbä sofort partizipieren, wenn er dürfte. Da das Meer etwas unruhig ist, muss noch auf das OK des ‚Comandante‘ gewartet werden.

In der Zwischenzeit drehen Röbä und ich unsere Joggingrunden auf der Meerseite der Copacabana.

Endlich geht es los. Die Crew besteigt mit weichen Knien das Rettungsboot - einer bittet Röbä noch seiner Frau auszurichten, dass er sie liebt – schwups, sind sie unten. Doch jetzt beginnt das grosse Debakel. Der vordere Aufhängehacken löst sich überraschend und das Boot baumelt am hinteren Hacken - halb in der Luft, halb im Wasser. Über eine Stunde versucht die Mannschaft das Rettungsboot, das sich immer mehr in seinen Aufhängeseilen verheddert, zu retten. Schlussfazit der Rettungsaktion – einer hat sich im Boot übergeben, einer wollte sterben, einer war in Panik und der Security-Officer (Philippino) will den Job wechseln, weil er die ignorante Art und Weise der italienischen Crew nicht mehr erträgt.

 

Zu guter Letzt heisst es – offizielle Version - unser Koch Rocco sei krank und in ein Spital gebracht worden – inoffizielle Version – er hätte das Schiff nach einem Streit verlassen! Das kann ja noch heiter werden!!

Gekocht wird jetzt von unserem italienischen Steward Nello und dem italienischen First Officer Primo.

 

Erstes Abendessen – sehr gut – wurde noch von Rocco vorbereitet.

Erstes Frühstück – oh, da stehen Joghurt auf dem Tisch und die Brötchen sehen auch ganz anders aus! Es entpuppt sich, dass die Brötchen kaum essbar sind, da zu lange gebacken und deshalb hart :o(

Wir vermuten, die Joghurt sind eine kleine Entschuldigung.

Erstes Mittagessen - 1. Gang: Kalter Teller mit Melone, Schinken, Essiggurken, Oliven und französischem

Baguette – wo haben die jetzt das wohl her? Leider schmeckt es nach Fisch und ist kaum geniessbar.

2. Gang: Teigwaren mit Zucchetti schmecken gut. 3. Gang: Gekochte Rindsplätzli ohne Sauce, ist ungeniessbar.

 

Dem ‚Comandante‘ fehlen zum ersten Mal die Worte – es herrscht fast Totenstille im Speiseraum. Es heisst nicht umsonst, der Koch ist die wichtigste Person an Bord! Doch dies ändert sich schlagartig. Die Koch-Crew bekommt vom ‚Comandante‘ sein italienisches Brotrezept und die Brötchen sind ab jetzt ein Traum – fast schon wie Brot aus der Schweiz :o))

Alle geben sich Mühe und beraten die Köche mit verschiedenen Rezepten und die Jungs machen das wirklich sehr gut. So kommt jetzt etwas Abwechslung in den Speiseplan!

 

10.10.2016

Endlich ist es soweit und wir fahren morgens um 05.00 Uhr - vorbei am Zuckerhut - in den Hafen von Río ein. Leider bleibt uns nur wenig Zeit für einen Landgang und so beschliessen Michaela, Tobias, Röbä und ich zur

Copacabana zu fahren, Caipirinhas zu trinken und dann wieder zurück.

Zum Glück waren Röbä und ich schon in Río, sonst würde es mich schon etwas ärgern hier zu sein und doch nicht viel zu sehen. So geniessen wir zwei gemütliche Stunden am Strand, nehmen schnell Kontakt mit zuhause auf, saugen die Atmosphäre der Copacabana auf und lassen uns ein paar Caipirinhas schmecken. Einfach herrlich!!

 

Über Nacht geht die Fahrt weiter nach Santos, dem Hafen von Sao Paulo. Leider bleibt hier keine Zeit zum Rausgehen. Wir zwängen uns schnell unter Deck zwischen Lastwagen zu unserem Camper durch, um ein paar Sachen auszutauschen.

 

11.10.2016

Unser Steward Sonny verlässt uns heute. Wir sind etwas traurig, da er seinen Job exzellent gemacht hat, freuen uns aber auch für ihn, da er seine beiden Kinder (2/9) seit acht Monaten nicht mehr gesehen hat. Das Dreamteam – Michaela, Tobias, Mike, Röbä und ich – stehen auf Deck 12 Spalier und winken im nochmals zum Abschied zu.

Santos - Zárate - Montevideo

11.10.-21.10.2016

Nun schaukeln wir schon wieder seit zwei Tagen in Richtung Zaraté/Argentinien. Richtig gelesen - haben wir auch erst kürzlich erfahren – wir machen noch eine kleine Zusatzschlaufe bevor wir dann endlich Montevideo ansteuern. Bis auf ein paar Aussetzer des Schiffmotors und einen totalen Stromausfall gibt es keine Highlights.

Da wir auch noch keinen neuen Koch bekommen haben und dem 'Ersatzkoch' Nello langsam die Ideen ausgehen, sinkt aber langsam unsere Stimmung.

 

Gestern Abend, 12. September, haben wir beim GADC- Meeting unser ‚Ein-Monat-auf-Schiff‘ gefeiert.

 

Neue Hiobsbotschaft – wir müssen südöstlich von Uruguay zur Einfahrt in die Meerenge des Río de la Plata, zwei Tage auf den Lotsen warten :o(( Die Ankunft in Montevideo verschiebt sich immer mehr nach hinten! Das

Wetter verschlechtert sich auch zusehends und wir hocken im Moment im dichtesten Nebel.

Auch das Essen wird immer schlechter – verkohltes Brot zum Frühstück, grüne Tomaten mit Cornedbeef zum Mittagessen. Das Tischgespräch dreht sich praktisch nur noch um unsere kulinarischen Wünsche und dazwischen immer wieder die aufmunternden Worte von Röbä: „No, we won’t crack!!“

 

Gerüchte und Geschichten verbreiten sich auf unserem engen Raum extrem schnell. Mittlerweile weiss ich, weshalb wir im dichtesten Nebel vor Uruguay ohne Licht geankert haben. Wir haben uns versteckt :o)) Der ‚Comandante‘ wollte Warteraumkosten sparen. Wir wurden von der uruguayischen Küstenwache auch erst entdeckt, als der Nebel sich zu lichteten begann. So mussten wir weiter südlich doch noch einen offiziellen Warteraum vor Montevideo ansteuern und hier auf die Weiterreise nach Zaraté warten.

 

In dieser Zeit findet auf Deck 11 auch das erste Fussball Länderspiel Deutschland – Schweiz auf der Grande Angola. Die Schweiz gewinnt 29:24 ! Die beiden Torschützen heissen Röbä und Tobias.

 

16. 10.2016

Am Sonntag, 17.00 Uhr, geht es endlich los! Der Lotse steuert die Grande Angola auf der engen Fahrstrasse des Río de la Plata in Richtung Buenos Aires. Bevor wir aber in den Río Paraná einbiegen, gibt es noch Abendessen. Welche Farbe wird die Pasta heute Abend haben?? Schnell verdrücken wir ein paar Tomaten-Farfalle und eilen wieder auf Deck. Und was wir da zu sehen bekommen, verschlägt uns fast die Sprache! Der riesige Vollmond erhebt sich blutrot aus dem Horizont. Wow, so etwas haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht gesehen. Am folgenden Tag lesen wir in der e-Zeitung, dass der Vollmond die kürzeste Distanz zur Erde hatte und daher 14% grösser erschien als normal.

 

Im Dunkeln gleitet unser Schiff in den engen Río Paraná ein. Nur schemenhaft können wir die Natur erahnen. Ab und zu ein schwaches Licht. Etwas unheimlich! Mir kommt das Buch ‚Heart of Darkness‘ von Joseph Conrad in den Sinn. Darin beschreibt er, wie eine Gruppe Abenteurer den Kongo-Fluss in Afrika zum ersten Mal befährt und umkommt -  wir kommen aber wieder zurück – hoffentlich!

 

Den Landgang in Zaraté benutzen wir, um wieder einmal etwas anderes zu essen, als Pasta und mit der Aussenwelt – Familie und Freunde – Kontakt aufzunehmen. Am späteren Nachmittag spazieren wir zurück zum Schiff – gerade rechtzeitig für die Tomaten-Rigatoni!

Da heute unser letzter Abend auf dem Schiff sein könnte, gibt es am GADC-Meeting die Premiere des Grande

Angola-Abschieds-Song (für Text siehe 'Dies und Das').

 

Mike kommt mit einer neuen Hiobsbotschaft. Er hat vernommen, dass wir nochmals vor Montevideo zwei Tage im Warteraum liegen, bevor wir endlich entlassen werden :o((

 

Miserables Wetter empfängt uns zurück im Río de la Plata. Es stürmt, Regen fläzt auf uns runter es ist kalt und der Wind fegt uns fast von Deck. Vielleicht doch besser dieses miserable Wetter noch im Warteraum zu verbringen ;o)

 

21.10.2016

Endlich! Am Freitag fahren wir nach 39 Tagen (und 78 Pasta-Gerichten) in den Hafen von Montevideo/Uruguay ein. Rasch packen wir alles zusammen und verlassen den Frachter Richtung Zollabfertigung.

 

Reisezeit Santos - Montevideo 10 Tage

 

Fazit

Alles in allem war es eine sehr interessante Reise. Wir haben auf dem Schiff und an Land viel gesehen und erlebt. Wir möchten nichts missen, jedoch würden wir eine solch lange Schiffsreise – ausser es besteht keine andere Möglichkeit – nicht noch einmal machen. Die insgesamt sieben Tage in Warteräumen– vor Río de Janeiro/Brasilien, vor La Paloma/Uruguay, vor La Plata/Argentinien – haben unser Durchhaltevermögen doch arg strapaziert!

 

Anhang

Während all dieser vielen amüsanten stundenlangen Gespräche haben wir viel gelacht und dabei entstanden ein paar neue Wörter und Namen, die wir, GA-Insider, benutzten und die wir gerne in Erinnerung behalten möchten.

  • Open-Flappen -> Nachdem Oxtail an Tomatensauce zum Abendessen serviert wurde. Alle Klappen werden ab jetzt so benannt.
  • Pinguini (shredded Penguin)-> Linguini, die unser Steward versehentlich als Pinguini serviert hat
  • Lola -> die weibliche Hälfte von Mike, die er mit hoher Stimme an den Meetings mitmachen liess
  • Scheisste -> Kraftausdruck von Mike. Wir mussten ihn aufklären, dass er das Wort falsch ausspricht und in Deutsch Sch…. heisst! Je länger die Reise dauerte, umso öfter wurde dieser neue Ausdruck auch von anderen Passagieren benutzt!!
  • Der Grieche -> Der ‚Comandante‘
  • Helium-Boy -> 3. Offizier, 25 J., 1.60m gross, hohe Stimme
  • Google -> Französische Mitreisende, die immer über alles bestens Bescheid wusste
  • Rote Zora -> Französische Mitreisende mit roten Haaren, die stundenlang das Laufband besetzte
  • Hampelmann -> Französischer Mitreisender mit entsprechenden Lauf-Bewegungen, der beim Fitness die Gewichte immer fallen liess und Kampfschreie von sich gab, wenn er diese hob, was bis in die Kabinen zu hören war. Die Kampfschreie wurden auch nach mehrmaligem Hinweis nicht leiser :o(
  • French Quarter -> Schiffsecke, wo sich gewisse französische Passagiere zum halbnackt ‚Sünnele‘ trafen.
  • Dead Flies -> Rosinen im Studentenfutter