Fahrt nach Puno

24./25.05.2019

Der Zollübertritt von Chile nach Perú ist ein Alptraum! Lange Warteschlangen und dann die Geschichte mit diesen ominösen Fruchtfliegen.

Da Chile alle Früchte und alles Gemüse an der Grenze konfisziert, macht Perú das natürlich auch. Unser gesamter Einkauf in Arica fällt somit in die Hände der Grenzbeamten und wird ohne Wimperzucken abtransportiert :o((

Ich brauche mindestens einen grossen Schnaps, um meine Nerven wieder zu beruhigen – grrrr!! 

Kaum ein paar hundert Meter entfernt, die ersten peruanischen Fruchtplantagen und Gemüsegärten.

 

Wir fahren die 240km gemütlich nach Moquegua zu unserem alten Übernachtungsplatz. Der Camper hat die ersten 1250 Höhenmeter tiptop gemeistert. 

Heute muss der Camper zum ersten Mal unter Beweis stellen, was er mit dem neuen Motor alles leisten kann. Um nach Puno zu gelangen müssen wir zwei Pässe von über 4600m Höhe überqueren. Wir fahren durch die wunderschöne und einsame Bergwelt und können es kaum fassen – wir haben die Pässe geschafft und alles ist okay!

 

Auf der Weiterfahrt nehmen wir eine alte Peruanerin mit. Die Süssigkeit, die ich ihr anbiete, nimmt sie ohne Worte und Lächeln entgegen - das Papier landet unter dem Tisch! Tja, andere Länder, andere Sitten ;o))

Kurz vor Puno passieren wir einen Geysir. Das Wasser spritzt heiss aus drei grossen Fontäne aus dem Erdinneren und es riecht stark nach Schwefel.

Heute Samstagnachmittag müssen wir uns noch durch das dichte Markttreiben von Puno zwängen und schon stehen wir auf dem Parkplatz im Hotel /Camping Sonesta. Geschafft! Oder etwa doch nicht?

 

Unsere Hoffnung löst sich rasch in Rauch auf :o(( 

Unter dem Motor liegt eine Lache Oel und der Motor ist mit Motorenöl verschmiert. Ich könnte weinen! Was nun?

 

Die Rettung kommt einmal mehr aus der Schweiz. Tiziano Tormen von der Fiat Camper Assistenz  - Garage Hammer, Emmenbrücke - und Röbä nehmen mit Hilfe von WhatsApp-Video den Motor unter die Lupe. Tiziano fällt rasch auf, dass ein Schraubverschluss am Nockenwellen-Gehäuse fehlt und dort das Motorenöl rausgepumpt wird. Das Glück ist uns holt und wir finden die Schraube in der Tiefe des Motorraumes, juhuiii! 

 

Röbä schraubt das Ganze wieder zusammen und lässt den Motor abspritzen. Nach einer weiteren Testfahrt - wir haben mit dem Zählen aufgehört - sieht immer noch alles trocken aus.

 

Danke Tiziano, du hast uns sehr geholfen.

 

Leider hüllt sich die Fiat Garage in Antofagasta auch noch nach drei Tagen nach unserem Hilfeschrei in Schweigen - ist es Scham, Desinteresse oder einfach Inkompetenz ?

Es ist Dienstag und der Camper ist immer noch trocken. Unsere Nerven beruhigen sich langsam wieder und wir beginnen die schöne Umgebung des Hotels - direkt am Titicacasee - zu geniessen.

Wir schauen den unzähligen Cuys/Meerschweinchen im Hotelgarten zu und ich darf sogar das Alpaka-Baby Iuraj 'schöppelen'.

 

Anne Marie und Heinz aus Frauenkappelen gesellen sich zu uns und zusammen haben wir uns viel zu erzählen.