PERU

Peru 2018

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.... von Bolivien/Copacabana kommend ....

Titicacasee

11.-13.12.2018

Um die schwimmenden Schilfinseln – Islas de Uros – zu besuchen, müssen wir nach Peru einreisen.

Nach den sehr unfreundlichen bolivianischen Grenz-Beamten freuen wir uns über die freundliche Begrüssung in Peru umso mehr.

 

Immer entlang des Titicacasees führt uns die Strasse nach Puno. Kaum angekommen, laufen uns schon die ersten Cuy/Meerschweinchen über den Weg.

Von Puno aus lassen wir uns von Nanci und ihrer Tochter Dorita mit einem kleinen Boot auf ihre private Uros-Schilfinsel fahren.

Durch einen engen Wasserweg gleiten wir -  am hohen Totora-Schilf vorbei - hinaus in den See. Dieses Schilf benutzen die Uru zum Bau ihrer Inseln, für die Hütten, für Kunsthandwerk und zum Essen. Zwischen den grossen Touristen-Schilfbooten hindurch - die Uru nennen sie Merzedes-Benz – und zahlreichen kleineren und grösseren Inseln, kommen wir auf Wiñay Uta an. 

Die Insel besteht aus vielen Schilf-Schichten und ist weich und elastisch.

Dorita zeigt uns ihre kleine Insel und erklärt, wie eine solche gebaut wird. Dass man sich mit einer Säge auch wieder vom unliebsamen Nachbarn freisägen kann, finden wir äusserst amüsant ;o)) 

Zum Schluss unseres Ausflugs besuchen wir die Schule der Uros-Inseln.

Die Kinder haben gerade Pause und sind am Herumtollen und Schwimmen. Die Mädchen spielen mit wenigen Puppen und Spielsachen im Klassenzimmer. Sie haben nicht viel - aber sie sind glücklich!

Meinen 62. Geburtstag feiern wir in Puno.

Nach einem Spaziergang durch die Stadt stärken wir uns mit einem Cuy/Meerschweinchen-Nachtessen und geniessen einen peruanischen Folklore-Abend.

Fahrt nach Desaguadero – Grenze Bolivien

14.-15.12.2018

Die Ferien von Ramon gehen langsam zu Ende und wir machen uns auf den Rückweg nach Bolivien.

 

Kurz nach Puno steht der Inka Uyu Tempel/Fruchtbarkeitstempel. Der staubige Boden ist mit 87 grossen steinernen Phalli übersät, auf die sich die jungen Frauen setzen, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

 

 

Im kleinen Dorf Pomata steht der grosse Templo de Santiago de Apóstolo. Diese 1700 erbaute Kirche ist für ihre Fenster aus Alabaster und die aufwendigen Steinmetzarbeiten bekannt.

Die Reise geht in Bolivien weiter .....

.....

von wo wir auch wieder einreisen

Fahrt durch die 'Schöne Wüste' nach Arequipa

21.-23.12.2018 

Wieder sind wir in Peru.

Peru ist Fruchtfliegen-frei und deshalb dürfen keine Früchte und - je nach Laune der Zollbeamten - auch kein Gemüse über die Grenze genommen werden. Die Grenzabfertigung läuft zügig und ausser einem vergessenen 'Rüebli‘ kann der Zollbeamte nichts beschlagnahmen ;o)

 

Auf der Fahrt ins Landesinnere kommen uns schwer beladene Busse entgegen. Es scheint, dass viele Bolivianer mit Weihnachts-Geschenken zurück in ihre Heimat reisen.

 

Ein Gewitter zieht auf und wir suchen uns schnell ein Plätzchen für die Nacht.

07.30 Uhr – Wir werden von einem Klopfen geweckt. Draussen steht ein lokaler Polizist und möchte kontrollieren, ob alles in Ordnung ist – so sagt er zumindest :o/

Nach langem hin und her stellt sich aber heraus, dass er seine Kontrolle bezahlt haben möchte. Wir geben ihm etwas Kleingeld und suchen anschliessend das Weite.

 

Auf der Weiterfahrt fallen uns bei jedem kleineren und grösseren Gebäude die neu erstellten WC-Häuschen auf. Wir vermuten, dass es sich um ein staatlich unterstütztes Klär-Projekt handelt, denn die Kläranlagen sind auch nicht allzu weit weg.

Langsam ändert sich die Landschaft, die Vegetation wird immer karger. Wir durchfahren die nördlichsten Ausläufer der Atacama-Wüste, eine der trockensten Wüsten der Welt. Obwohl es hier praktisch nie regnet, treffen wir trotzdem auf Lagunen mit grossen Flamingo-Schwärmen. Das Wasser kommt aus den Anden und  - falls es nicht bereits vorher versickert - speist es diese Tier-Paradiese.

 

Viele kleine Stroh- und Backsteinhütten säumen die Strasse, aber es ist keine Menschenseele zu sehen.

Wie wir später erfahren, werden diese Hütten aufgestellt und ein Terrain mit Steinen abgesteckt, damit dieses Stück Land nach einigen Jahren in den Besitz des Landnehmers übergeht - die Nachkommen werden es zu schätzen wissen ;o))

Weiter geht die Fahrt nach Süd-Westen.

Zu unserer Verwunderung müssen wir auf dieser Hochebene auch noch den Paso Abra Huaytire von 4800 müM überqueren.

Die schöne Wüstenlandschaft mit ihren zauberhaften Farben fasziniert uns und begleitet uns hinunter nach Arequipa auf 2350 müM.

Die zweitgrösste Stadt Perus - die weisse Stadt Arequipa - gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. 

Zahlreiche Gebäude der Stadt sind aus weissem Sillar errrichtet, einem Stein aus den Steinbrüchen nahe der  Vulkane, die die Stadt bewachen - Pichu Pichu 5664 müM, Misti 5822 müM und Chachani 6070 müM.

Arequipa ist eine der kulinarischen Hochburgen von Peru und so feiern wir Weihnachten mit einem guten Nachtessen.

Vulkan Chachani - Unser 1. Sechstausender

27./28.12.2018

Röbäs lang gehegter Wunsch einen Sechstausender zu besteigen wird in Arequipa Wirklichkeit.

Er will den 6070m hohen Vulkan Chachani besteigen und ich begleite ihn bis ins Basislager.

  

Unser Fahrer bringt uns - zusammen mit unserem Bergführer Dario - in zwei Stunden über steile sandige Pisten  

auf 5000müM.

War unten noch strahlender Sonnenschein, so empfängt uns hier ein kalter Graupelschauer und der Wind pfeift uns um die Ohren. Warm eingepackt marschieren wir im Schneckentempo dem Kraterrand entlang zum Basislager (5190müM), vorbei an grossen Yareta-Pflanzen. Diese steinharten Pflanzen gedeihen nur in diesen Höhenlagen und können - bei einem Wachstum von 1.5mm/Jahr - bis zu 3000 Jahre alt werden.  

Das Basislager auf 5195müM besteht aus unserem Zelt mit Schlafsack und hauchdünnen 'Mätteli‘, einem Zelt für Dario und einem 'Plumsklo'. Wasser gibt es hier oben keines, das mussten wir selber hochtragen. Es ist kalt und windig. 

Nach dem 'Zimmerbezug‘ kocht Dario für uns eine feine Gemüsesuppe zum Aufwärmen. Die süssen Spaghetti – Dario mag sie lieber gezuckert als gesalzen – und die Thon-Sauce sind nicht gerade ein kulinarisches Highlight, aber füllen unsere Bäuche trotzdem.

 

Beim Abendessen werde ich von den beiden Herren zur Gipfelbesteigung überredet. Also - wenn einer zieht und der andere stösst – mache ich mit ;o))

 

Der Nebel liegt tief, es schneit und die eisige Kälte kriecht langsam in unsere Knochen. Um 17 Uhr ist Nachtruhe angesagt und wir versuchen es uns im Zelt bequem zu machen, aber auf diesem harten Boden ist an Schlaf nicht zu denken. Zusätzlich wird Röbä von Kopf- und Zahnweh geplagt. Atmen wird für mich zu einem bewussten Vorgang. Ein kurzes Abdriften in einen Schlummer lässt mich japsend wieder aufwachen - Luft, Luft... Offensichtlich ist unsere bolivianische Höhen-Akklimatisierung bereits wieder verloren gegangen :o((

Nach einer durchwachten, eiskalten Nacht – mit schmerzenden Knochen wegen den dünnen Matten – dürfen wir endlich um 02.30 Uhr aus den Federn. Es schneit immer noch und es ist eiskalt. Dario kocht zum Aufwärmen einen Coca-Tee.

 

Wir lassen alles im Zelt zurück, nehmen einen Snack und Wasser mit und schon geht der steile Aufstieg los. Dario rechnet mit fünf bis sieben Stunden bis zum Gipfel.

 

Sehr langsam, Schritt für Schritt, steigen wir in der Dunkelheit dem Gipfel entgegen. Die Luft wird immer dünner und das Atmen immer schwieriger. Der lose Lava-Sand - vermischt mit dem Schnee - ist rutschig und macht das Laufen mühsam. 3 Schritte vor, 1 Schritt zurück. Nach zweieinhalb Stunden wird es langsam hell, aber der Gipfel ist immer noch nicht zu sehen. Also weiter!

70 Höhenmeter vor dem Gipfel will ich nicht mehr. Ich bin auf 6000müM - das reicht!

Da sind Röbä und Dario aber anderer Meinung. Ein paar aufmunternde Worte von den beiden, eine letzte Anstrengung von einer gefühlten Unendlichkeit und wir haben es geschafft!!

 

Nach viereinhalb Stunden stehen wir bereits auf dem Gipfel des 6070müM hohen Vulkan Chachani.

Zurück zum Basislager geht's um einiges schneller. Hüpfend springen wir die steilen Sand-Hänge hinunter und liegen nach einer Stunde bereits wieder im Zelt - erschöpft und auch ein bisschen stolz.

 

Den Silvester feiern wir in Arequipa auf dem Camping mit einem Glässchen Sekt und um 22.00 Uhr geht's ab in's Bett! :o))

Peru 2019

Braun 2019   Blau - 2018

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Cañon del Colca - Von Arequipa nach El Alto

01.-04.01.2019

Am Neujahrstag machen wir uns auf zum Cañon del Colca - eine der tiefsten Schluchten der Welt.

 

Doch zuerst müssen wir uns die Aussicht in den Cañon verdienen, denn vor uns liegt der 4910m hohe Paso de Patopampa. Auf Grund fehlender Alternativen suchen wir uns einen ebenen Platz und bleiben für die Nacht auf dieser Höhe.

Kaum eingenistet, beginnt es zu schneien. Ob wir da morgen wieder rauskommen? Auch macht mich die Höhe wieder schwindlig, ich bin kurzatmig und Röbä hat leichte Kopfschmerzen. Trotz Coca-Tee wird es nicht besser und auch an Schlaf ist kaum zu denken.

 

Am Morgen liegt fünf Zentimeter Schnee – der zum Glück an der Sonne schnell schmilzt – aber wir stehen etwas eingesunken auf eingeweichtem Boden. Da hilft nur noch - 'Mit voller Kraft voraus!' :o) 

Wieder auf Asphalt geht es runter nach Chivay auf 3630müM, wo wir uns im Mercado Central mit allem eindecken, was wir für die Fahrt durch das Colca-Tal brauchen.

 

Ein Bummel durch den Ort zeigt uns rasch, dass Chivay eine Karnevals-Hochburg ist. Auf Säulen sind viele ihrer Karnevals-Figuren lebensecht dargestellt.

Ab Chivay gräbt sich der Río Colca immer tiefer in den Boden und der Cañon wird rasch tiefer. Die Strasse schlängelt sich zwischen Terrassenfelder dem Abhang entlang, vorbei an kleinen traditionellen Siedlungen.

 

In Lari steht die grösste und schönste Kirche des Cañons. Sie wurde aber beim letzten Erdbeben 2001 schwer beschädigt und ist leider noch nicht wieder geflickt. 

50 Kilometer nach Chivay erreichen wir den eigentlichen Höhepunkt des Cañons. Hier, beim Cruz del Condor hat sich eine Gruppe Anden-Kondore niedergelassen. Bei gutem Wetter lassen sie sich jeden Morgen von der aufsteigenden Thermik treiben und kreisen lautlos über der Schlucht.

 

Wir übernachten auf dem Parkplatz – ganz alleine!

Auch am anderen Morgen, als wir 07.15 Uhr jäh von der Ticketfrau aus dem Schlaf gerissen werden, haben wir den Platz immer noch für uns. Aber an Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken und so machen wir uns auf zum Aussichtspunkt, wo die 'Flugschau' um 08.00 Uhr beginnen soll.

Mittlerweile haben sich auch noch andere Touristen eingefunden. Und tatsächlich – fast pünktlich schwebt ein Kondor über uns hinweg. Der Rest der Gruppe gibt leider nur eine kurze Vorstellung und gemeinsam biegen sie ab in höhere Gefilde. 

Als einzige fahren wir dem Cañon entlang weiter. Für alle andern heisst es wieder umdrehen. In Cabanaconde erreichen wir die tiefste Stelle des Cañon de Colca.

Nun verlassen wir den Río Colca und fahren – immer über 4000müM – durch eine einsame Hügellandschaft, überwachsen von gelbem Steppengras. Die Strasse ist nicht mehr asphaltiert und wir müssen unsere Reisegeschwindigkeit drosseln. Es begegnet uns keine Menschenseele mehr. Irgendwo im tiefer gelegenen Niemandsland machen wir Halt für die Nacht. 

 

Heute Freitag fahren wir die letzten 60 Rüttel-Kilometer durch die einsame Sand-Landschaft zum peruanischen El Alto. 

Petroglyphen von Toro Muerto

4./5.01.2019

Wir finden keinen Übernachtungsplatz in El Alto und die Petroglyphen von Toro Muerto 'gluschten‘ uns eigentlich auch nicht. Wir sind immer etwas skeptisch, was die Echtheit solcher 'Kunstwerke' angeht.

 

Trotzdem machen wir uns auf ins Valle de Majes.

Kilometerlang rechts und links der Strasse nur Sand und Dünen, sonst nichts. Wir biegen um eine Kurve und wir können es beinahe nicht glauben – eine Fatamorgana? Vor uns breitet sich das wunderschöne Valle de Majes aus. So etwas hätten wir hier nie und nimmer erwartet! Eine riesige grüne Fläche - Reisfelder und Pisco-Trauben - inmitten einer Sand-Wüste, eingekesselt von hohen Bergen. 

Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt ein grosses Lavastein-Feld, auf denen sich ca. 2500 Petroglyphen befinden – eingravierte geometrische Figuren, Tiere, Menschen, Reptilien. Sie wurden offensichtlich vor ca. 1500 Jahren zu rituellen Zwecken in das Gestein geritzt.

 

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz machen wir uns auf, um uns einige dieser Kunstwerke anzuschauen. 

Das Nationalgetränk der Peruaner wie der Chilenen ist der Pisco.

Den chilenischen Brandwein kennen und schätzen wir schon und so nehmen wir die Gelegenheit wahr und besuchen eine der Pisco-Brennereien in diesem Tal.

 

Die Bodega Cepas de Loro wird von einem jungen Peruaner geführt, der in Italien Oenologie studiert hat. Im Gegensatz zum chilenischen Pisco wird der peruanische nicht im Fass ausgebaut. Dafür brennen die Peruaner artenreine Piscos aus bis zu acht verschiedenen Trauben.

Von Camaná nach Tacna

08.-11.01.2019

Wir sind nach gut 14 Monaten wieder zurück am Pazifik und warten in Camaná auf die Dakar Rallye. Doch weder im Internet noch bei der Polizei können wir die genaue Fahr-Strecke ausfindig machen. 

So entschliessen wir uns in den Süden nach Tacna zu fahren, wo die Dakar Rallye wieder nach Lima - im Norden von Peru - umdrehen soll.

 

Die 400km lange Strecke führt uns durch die Atacama-Wüste, immer dem Meer entlang. Ab und zu durchqueren wir ein grünes Fluss-Tal, wo Gemüse und Früchte angebaut werden.

In Ilo lassen wir uns eine Ceviche-Fischplatte schmecken und schauen anschliessend den Pelikanen und Seelöwen zu. Sie werden mit Fischresten vom nahen Markt gefüttert.

Immer noch keine Spur von der Rallye. Es erscheint uns, als seien die Organisatoren nicht wirklich erpicht auf Publikum, denn auch hier nur Schulterzucken. Also geht die Suche nach der Nadel im Heuhaufen bzw. der Rallye-Strecke im bis zu 100km breiten Wüstenstreifen weiter.

In Tacna erfahren wir dann den genauen Teilnehmer-Rastplatz für die Nacht. Wir möchten aber die Fahrzeuge nicht brav parkiert sehen sondern in 'Action‘.

 

Zum Mittagessen parkieren wir einen Häuser-Block entfernt vom Restaurant, geniessen eine Pizza und kehren zum Camper zurück.

Aber - oh Schreck - Fensterscheibe eingeschlagen, Sicherungs-Spannset der beiden Fahrzeugtüren durchtrennt und im Schnellgang Camper durchsucht.

Es fehlen Röbäs Akkordeon :o(( und unser Fotodrucker. Die restlichen Wertsachen hat der Einbrecher nicht gefunden. Wir hatten Glück!

 

Jetzt ist die Rallye Dakar eh gelaufen, denn die nächsten fünf Stunden verbringen wir bei der Polizei!!

Der Kühlschrank ist inzwischen leer, die meisten Büchsen und Teigwaren sind aufgebraucht und so hält uns momentan nichts mehr in Peru - auf nach Chile!

Die Reise geht in Chile weiter

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Von wo wir auch wieder einreisen