PORTUGAL

Portugal (02. - 05. April 2013)

Lissabon

Am Dienstag in der 1. Osterwoche gönnen wir uns einen Städteflug und besuchen für 4 Tage die Hauptstadt von Portugal, Lisboa/Lissabon.

 

Wir bewundern die gepflegten Plätze, die mit Symbolen und grafischen Mustern aus kleinen Kopfsteinen gepflastert sind. Viele Häuser sind mit aufwändigen farbigen Kacheln verziert. Leider fristen aber viele der stattlichen Paläste ein klägliches Dasein und schreien nach Renovation.

 

Portugiesisch können wir nicht und Englisch scheint noch kein grosses Thema zu sein. So schlagen wir uns mit Händen und Füssen durchs Stadtleben  - und wie immer - es funktioniert.

Mit den Aufzügen/Elavadores oder den gelben 'Trämli' die sich wie flinke kleine Käfer durch jede Ritze zwängen, bewegen wir uns kreuz und quer durch die lebhafte Stadt.

Am Donnerstag geht es mit der Metro nach Belém.

Belém ist portugiesisch für Bethlehem und liegt westlich von Lissabon am Fluss Tejo. Einige der Sehenswürdigkeiten in diesem Stadtteil sind ein Muss für jeden Lissabon-Besucher.

Obwohl sich das Wetter von der nass-kühlen Seite zeigt, bewundern wir die kunstvoll geschmückten Bauwerke und Denkmäler.

Der Christo Rei liegt auf der anderen Flussseite von Lissabon und ist eine 28m hohe Nachbildung des Cristo Redentor von Rio de Janeiro/Brasilien. Da in diesem Stadtteil auch das letzte segelnde portugiesische Kriegs- und Passagierschiff vor Anker liegt, unternehmen wir am Freitag einen Fährausflug über den Fluss Tejo.

Während eines Nachtessens in einem Quartier-Restaurant - gebratener Fisch, leider in viel Öl liegend - werden wir von zwei Musikern unterhalten.

Ein Einheimischer am Nachbartisch erklärt uns, das diese Musik eine verspielte Variante von Fado sei und nimmt uns anschliessend mit in ein traditionelles Fado-Lokal im Stadtteil Alfama.

 

Bei einer Flasche Portwein lauschen wir dem Fado do Lisboa. Dieser tieftraurige, melancholische, opernhafte Gesang ist leider nicht nach unserem Geschmack und so erinnern wir uns gerne zurück an die leichtere Musik-Kost beim Nachtessen.

Per Flugzeug aus der Schweiz kommend

Portugal (19. August - 02. September 2020)

Blau - 2020   Braun - frühere Reisen  

Porto

Unser Sitzleder ist weiterhin etwas dünn. Panama hat die Grenzen wegen der Corona-Pandemie immer noch geschlossen. Also packen wir unsere sieben Sachen und peilen als nächstes Ziel das noch nicht zu stark verseuchte Portugal an. 

 

Eigentlich war Spanien geplant, aber das Land ist vor Kurzem auf die Quarantäneliste der Schweiz gerutscht :o/ 

 

19.8.-02.09.2020

 

Bei herrlich warmen 28°C schleppe ich meinen 15 kg schweren Rucksack zum Bahnhof Knonau. Röbä hat sich - seinem Rücken zuliebe - für einen Rollkoffer entschieden.

Auf dem Flughafen tummeln sich nur wenige Reisende. Viele Restaurants und Läden sind geschlossen und so kommen wir ohne grosses Anstehen durch die Abfertigung.

 

Kühles Regenwetter empfängt uns in Porto - so haben wir uns das aber nicht vorgestellt :o( Zusätzlich liegt Porto an einem Hang. Das heisst für mich - Rucksack raufschleppen zu unserer airbnb-Wohnung - während Röbä gemütlich vor sich herträllert:“ I’m singing in the rain…."!

 

Wir richten uns gemütlich in unserer kleinen aber feinen Wohnung ein. Zum Nachtessen lassen wir uns in einer typischen portugiesischen 'Beiz' frittierte Sardinen, gegrillter Bacalhau und eine Flasche Hauswein schmecken. Anschliessend fallen wir todmüde ins Bett.

Porto – die zweitgrösste Stadt Portugals mit ca. 215'000 Einwohnern – blickt von ihren Hängen auf den gemächlich dahinfliessenden Douro und auf die gegenüberliegende Stadt Vila Nova de Gaia mit ihren zahlreichen Portwein-Kellern.

 

Regen war gestern - heute lacht die Sonne und wir machen uns auf, die Stadt zu Fuss zu erkunden.

Vorbei am Rathaus steuern wir als erstes den Bahnhof São Bento - erbaut 1900 - an. Die hohen Wände der Eingangshalle sind mit 20‘000 blau-weissen Kacheln/Azulejos geschmückt.

 

Die nächsten Tage geht's kreuz und quer durch die Stadt. Mal rauf mal runter - über Treppen, mit dem Lift oder mit der Standseilbahn - und meistens landen wir wieder irgendwo in der Altstadt am Douro mit der berühmten Stahl-Brücke Ponte de Dom Luís I.

Hier geniessen wir den wunderschönen Ausblick auf den Fluss bei einer Käseplatte und einem Gläschen Portwein oder einem Porto Tónico.

Kilometer um Kilometer schlendern wir von Kirche zu Kirche.... 

....und machen aber auch Halt an der ehemaligen Börse. 

 

1842 wurde der imposante Palácio da Bolsa von der lokalen Handelskammer als Börse errichtet um potenzielle europäische Anleger zu beeindrucken. Bis 1990 war auch das Handelsgericht hier ansässig, bevor es nach Lissabon verlegt wurde. 

Heute Sonntag entfliehen wir der Hitze in der Stadt und fahren mit dem alten ruckeligen Tram zur Douro-Einmündung in den Atlantik.

Aus Angst vor einer spanischen Invasion wurde hier im 16. Jh. das Fort São João da Foz do Douro als einfache Bastion errichtet, welche im 17. Jh. weiter ausgebaut wurde.

Vila Nova de Gaia

Heute überqueren wir die Brücke über den Douro, welche die beiden Städte Porto und Vila Nova de Gaia verbindet. Die Brücke - erbaut 1886, Höhe 385m - besitzt zwei Fahrbahnebenen - unten Strassenverkehr und Fussgänger, oben Eisenbahn und Fussgänger.

 

Vila Nova de Gaia ist das Zentrum der Portweinproduktion und entsprechend gross ist die Auswahl an Portweinkellern.

Doch bevor wir uns ins Abenteuer 'Portwein' stürzen, geniessen wir die tolle Aussicht auf Porto. 

Und nun zum Portwein. Die Qual der Wahl ist gross - sie sind alle hier - die grossen und kleinen Hersteller dieses Getränks.

Bei Cálem lassen wir uns die Herstellung von Portwein genau erklären (siehe Dies & Das). Von der Kostprobe am Ende der Führung aber eher enttäuscht, wollen wir herausfinden, ob da nicht auch noch bessere Tröpfchen in den vielen Flaschen ruhen.

 

Bei Kopke geniessen wir anschliessend eine exklusive Degustation der besseren Portweine.

Fazit der Degustationen – die roten Portweine sind uns zu süss, die weissen Ports schmecken uns eher.

Jetzt brauchen wir einen Ausnüchterungsspaziergang!!  ;o))

 

Mit der Teleferico geht es hoch zur Brücke und in gemütlichem Schritt zurück nach Hause.

Fahrt ins Douro-Tal

Der Duoro ist mit 897 km der dritt-längste Fluss der iberischen Halbinsel. Er entspringt in der spanischen Provinz Soria, fliesst durch Nordspanien und Nordportugal und mündet bei Porto in den Atlantischen Ozean.

 

Alto Douro - eines der ältesten Weinanbaugebiete der Welt - gehört seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Auf Terrassen - gestützt durch Trockenmauern - wachsen die Trauben, die später von den zahlreichen Quintas/Weinkellern zu Portwein oder Weinbrand verarbeitet werden. 

 

Wir verlassen Porto mit unserem Mietauto und erreichen in gut einer Stunde Peso da Régua - das touristische Zentrum des Tals - welches wir nach einem kurzen Spaziergang gerne wieder verlassen :o/

 

Von hier aus geht es dem Douro entlang weiter nach Osten bis zu einer Staumauer. Zu unserem Erstaunen gibt es hier sogar eine Schleuse für die grossen Fluss-Kreuzfahrt-Schiffe.

Röbä und ich hätten einen Arm gewettet, dass hier kein so grosses Schiff durchpasst - zum Glück haben wir es gelassen!! ;o)) 

Auch das nächste Touristen-Örtchen - Pinhão - kann uns nicht in Verzücken versetzten und nach dem Mittagessen fahren wir die Weinberge hoch nach Sabrosa. Die Aussicht von hier oben runter zum Douro gefällt uns um einiges besser!

 

In Sabrosa besuchen wir das Geburtshaus von Ferdinand Magellan - geboren 1480 - Seefahrer, Erforscher und Namensgeber einer Meeresstrasse in Südamerika. 

Auf der Heimfahrt machen wir einen kurzen Zwischenhalt in der Stadt Almarante.

Das Kloster São Gonçalo und die Brücke aus dem 13.Jh. sind besonders sehenswert. Die Brücke steht als Symbol für den heroischen Widerstand der Bevölkerung gegen die Streitkräfte Napoleons zu Beginn des 19. Jahrhunderts.  

Braga und Guimarães

Um dem sonntäglichen Besucherandrang zuvorzukommen, steuern wir kurz entschlossen um 10 Uhr nicht wie geplant zuerst Braga an, sondern eine der schönsten Wallfahrtskirchen Portugals - Bom Jesus do Monte mit ihrem 17 Stockwerke umfassenden Treppenaufgang. 

Ausser einer deutschen Rentner-Reisegruppe teilen wir die 581 Stufen hoch zur Kirche nur noch mit der Sport treibenden Bevölkerung, die sich nach dem drei-Kilometer-Marsch zum Hügel die Treppen als krönenden Abschluss gönnen. 

Die Treppen hochzulaufen muss reichen. Runter nehmen wir die älteste Drahtseilbahn der iberischen Halbinsel und eine der wenigen noch funktionstüchtigen Wasserballast-Bahnen der Welt. Sie überwindet die Höhendifferenz mit Hilfe von Wasserkraft in nur 3 Minuten! 

In Braga - drittgrösste Stadt Portugals - steht die älteste Kathedrale des Landes. Heute Sonntag wollen alle Portugiesen diese Kirche auch besuchen - so kommt es uns zumindest vor. Es heisst anstehen in einer langen Kolonne. Das tun wir uns nicht an und leisten dafür Busse bei einem kühlen Bier ;o)

Nach dem Mittagessen geht die Fahrt weiter nach Guimarães. Die Stadt gehört seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Da der erste König Portugals -  Alfons I. - 1111 n.Chr. hier geboren wurde, war Guimarães die erste Hauptstadt des Landes und gilt daher als die „Wiege der Nation“. 

 

Zuerst laufen wir hoch zum Palace Duques de Bragança/Palast der Herzöge von Braganza. Dieser wurde im 15. Jahrhundert auf Initiative von Alfons I. erbaut.

1933 wurde der Palast zur offiziellen Residenz der portugiesischen Präsidenten umgebaut, was der Eindrücklichkeit der sehr grossen Räume nicht geschadet hat.

Auf einem kleinen Hügel oberhalb des Palastes steht die Burg von Guimarães, die um 968 von der Gräfin von Galizien erbaut wurde, um die Bevölkerung vor den Angriffen der Wikinger und Mauren zu schützen.

Aveiro

Heute Dienstag fahren wir von Porto der Atlantikküste und der Laguna de Aveiro entlang gegen Süden. Bevor wir in São Jacinto die  Fähre zum Überqueren der Lagune nehmen, schnuppern wir noch etwas Atlantikluft in Furadouro.

Der frühere Seehafen von Aveiro kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Schon im 1. Jh.n.Chr. wurde rings um Aveiro Salz abgebaut. Zusammen mit der Kabeljau-Fischerei vor dem 3'850km (!) entfernten Neufundland und dem für die Transport-Konservierung benötigten Salz kam die Stadt zu Reichtum. Im 16. Jh. verschlammte aber der Hafen und der Wohlstand der Aveiraños nahm rapide ab.

Heute ist die gepflegte Altstadt mit den Kanälen und den farbenfrohen Booten, den prächtigen Jugendstilhäusern und den zahlreichen Stein-Mosaiken auf den Plätzen und Fussgängerzonen eine Augenweide, die Touristen in Scharen anzieht.

Mit dem Mietauto von Porto nach A Guarda in Galicien/Spanien

 

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Mit dem Mietauto von Salamance/Spanien wieder retour nach Porto/Portugal