MITTELAMERIKA 2020 und 2021

Blau 2021  Grün 2020  Rot - 2008

Wir kommen per Flugzeug bzw. per Schiff (Camper) von Cartagena/Kolumbien

Panamá (28. Januar - 14. Februar 2020)

Grün 2020  Rot - 2008

Panamá

28.-31.01.2020

Nach unserem heutigen Flug nach Panamá beginnt unsere Reise durch Mittelamerika.

Etwas angespannt fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen von Cartagena. Bei all diesen Pleiten und Pannen der letzten Zeit trauen wir der ganzen Sache noch nicht so ganz. Aber alles klappt, das Flugzeug landet zur angegebenen Zeit und wir können Carmen - die Mutter unseres Schwiegersohnes - endlich in die Arme schliessen.

 

Zwei Tage später bekommen wir die Meldung, dass unser Camper in Colón zum Abholen bereit steht. 

Mit der Hilfe von Carmen und Dicky - ihrem Neffen - wickeln wir den Papierkram in Panamá City und Colón um einiges schneller ab und schon sind wir wieder im Besitz unseres mobilen Heims. Der Camper selbst hat die Fahrt - zum Glück - unbeschadet überstanden :o))

Darién – Anfang und Ende der Panamericana in Mittelamerika

03.-06.02.2020

Wenige Panameniós, sofern sie nicht selber im Grenzgebiet Darién wohnen, haben dieses Gebiet je betreten. Bis heute geistern Horror-Geschichten in deren Köpfen herum. Im Darién sei es gefährlich, da Schmuggler und Drogenhändler sowie Widerstandskämpfer die staatliche Ordnung und daher die persönliche Sicherheit weitgehend ausgeschaltet haben sollen.

 

Röbä möchte die Lage vor Ort selber auskundschaften und so begeben wir uns als erstes mit unserem Camper in das östlichste Gebiet von Panamá.

Der ehemals höchste Polizeichef Panamás und Nachbar von Carmen lässt seine Beziehungen spielen und will so sicherstellen, dass wir von dort auch wieder unbeschadet zurückkommen (siehe dazu auch unseren ersten Besuch in Colón im 2008).

 

Ein Teil der Strasse - bis an die Grenze zum Darién - ist übersät mit Löchern und so ruckelts ganz schön im Camper, anschliessend befahren wir perfekten Asphalt.

 

Zu unserer Überraschung säumen viele kleine Dörfer, grosse Rinder-Farmen und Teak-Plantagen die Strasse. Wir haben dichten Regenwald und wenig Zivilisation erwartet. 

 

Schnell bemerken wir, dass jeder Militärkontrollposten schon auf uns wartet. Per Funk werden wir weiter angekündigt und in Metetí bittet uns der wachhabende Soldat auf’s Militärgelände zu fahren. Jetzt steht uns eine längere Kontrolle bevor – befürchten wir!

Weit gefehlt, wir werden schon erwartet und vom ranghöchsten Militär im Darién persönlich begrüsst und eingeladen, die Nacht auf dem sicheren Kasernen-Gelände zu verbringen. Wow, wir sind beeindruckt!

Zuerst wollen wir aber noch nach Yaviza, dem Dorf am Ende und am Anfang der Panamericana im nördlichen Amerika.

Yaviza, ein kleines Dorf am Rande des Darién-Dschungels, - eingerahmt vom Río Chucunaque - ist Anfang und Ende der Panamericana im nördlichen Teil Amerikas. Bis zur Grenze Kolumbiens wären es noch ca. 80km Luftlinie durch die undurchdringliche Darién-Lücke.

Auf unserem Rundgang durch das Dorf werden wir interessiert beobachtet und immer freundlich gegrüsst. In der hintersten Ecke des Dorfes entdecken wir die Ruine des Fort San Gerónimo, das im 18 Jh. erbaut wurde und die spanischen Soldaten vor den Angriffen der Indianer und Piraten schützen sollte.

Zum Mittagessen kaufen wir uns ein Brathähnchen und machen uns auf den Rückweg ins Nachtlager auf dem Militärstützpunkt von Metetí.

Auf der Rückfahrt Richtung Panamá City biegen wir ab zum Camping am grossen Stausee Lago Bayano, wo wir ganz alleine auf einer Landzunge die friedliche Stille, das Singen und Zwitschern der Vögel und das Brüllen der Heuleraffen geniessen. So stellen wir uns das Paradies vor!

Panama City

Die Stadt – mit ihren 820‘000 Einwohnern - grenzt im Süden an den Pazifik und im Westen an den Panama-Kanal. Seit unserem letzten Besuch vor genau 12 Jahren hat sich einiges verändert.

Es sind viele zusätzliche Wolkenkratzer aus dem Boden geschossen, Panamá besitzt jetzt eine Metrolinie, das Casco Viejo/Altstadt ist praktisch vollständig restauriert - aber leider sind die typischen bunten ‚Diablo Rojo‘-Busse aus dem Stadtbild verschwunden.

Es bleiben uns noch einige Tage bis zu unserem Ferienflug in die Schweiz und Carmens Haus - im Zentrum der Stadt - ist für uns ein guter Ausgangspunkt für ein paar Ausflüge.

Wir laufen durch’s Casco Viejo und bestaunen die unglaubliche Veränderung. Es gibt nur noch ganz wenige Ruinen – alles ist fein rausgeputzt.

Um der brütenden Hitze zu entfliehen wandern wir mit Franklin, Ileana und Laura durch den Parque Natural Metropolitano und hoch bis zum Aussichtspunkt Cerro Cedro – was auch nicht ganz ohne schwitzen möglich ist!!

Mit Carmen geht es heute per Katamaran auf die Pazifikinsel Taboga. Sie liegt gerade einmal 20 km von Panama City  entfernt und von den etwas über 700 Einwohnern spürt man nicht viel. Da wir leider unsere Badeanzüge zu Hause gelassen haben, gehen wir etwas Feines essen, schlendern die einzige Strasse rauf und runter und - das war's dann schon!

Mit dem Flugzeug geht's für einen Heimaturlaub in die Schweiz

 

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Mit dem Flugzeug kommen wir während der Corona-Pandemie zurück aus der Schweiz

Panamá (04. März - xx.xx.2021)

Blau 2021  Grün 2020  Rot - 2008

Rückreise nach Panamá

02.-04.03.2021

Wer hätte jemals gedacht, dass sich unser 6-wöchiger Heimaturlaub in der Schweiz auf 13 Monate ausdehnen würde!

 

Nachdem wir am Dienstagabend, 02. März, PCR-Tests mit Husten und Würgen hinter uns gebracht haben, bleiben uns noch 48 Std. bis zur Einreise in Panamá. Ansonsten müssten wir nochmals antraben und uns dort testen lassen.

Mittwochmittag treffen die Testresultate 'negativ' per Mail ein und entlocken uns ein kleines Juhee!

 

Unsere Zwischenlandung in Amsterdam erfordert vor dem Abflug in Zürich – obwohl nur Transit in Holland – zusätzlich einen Antigen-Schnelltest, der bis zum Abflug nicht älter als vier Stunden sein darf. Röbä kann nach längerem Surfen und Telefonieren einen Schnell-Test für 05.00 Uhr früh am Flughafen online reservieren.

 

Am Donnerstag - frühmorgens - fährt uns Guillermo nach Kloten, das Wettrennen gegen die Zeit kann beginnen.

 

Bei der Ankunft am Flughafen stellt sich nach einem Schalter-Marathon heraus, dass es inzwischen drei Orte gibt, wo in dieser Herrgottsfrühe Schnelltests durchgeführt werden – nur wir werden zum falschen Test-Center geschickt. Unser Test-Center hat man hinter den Sicherheits-Checks in einer gut versteckten Lounge im hintersten Winkel der Abflughallen eingerichtet! Damit  man diese Dienstleistung sicher nicht findet, ist sie natürlich auch nicht ausgeschildert!!

Aber auch das Einchecken ist etwas komplizierter als sonst. Am Schalter stehend müssen wir noch das Contact-Tracing-Formular für Panama online ausfüllen. Leider können wir unser Geburtsdatum dort nicht direkt  einschreiben sondern müssen für jeden Monat rückwärts einmal den Pfeil-Knopf drücken, was bei unserem Alter doch einige Zeit beansprucht ;o)

Verschwitzt und etwas ausser Puste kommen wir dann aber doch noch rechtzeitig zum Boarding!

Bei der Ankunft in Panamá sind die 48 Std. bereits seit 6 Std. abgelaufen, doch Zeitverschiebung sei dank. Auf unserem Schweizer PCR-Testzertifikat steht 16.55 Uhr und wir landen um 16.45 Uhr Lokalzeit in Panamá. Niemand merkts und somit kommen wir um einen nochmaligen Covid-Test herum - uns solls recht sein.

 

Wir sind wieder in PANAMÁ!

Panama City

04.-23.03.2021

Corona-Prevention ist allgegenwärtig. Maskentragepflicht ausser Haus, Temperatur messen beim Betreten von Läden oder Ämtern, Abstand halten und überall literweise Desinfektions-Spray für die Hände, Kleider, Taschen.... 

In der Altstadt – Casco Viejo – beziehen wir für die ersten zwei Wochen eine airbnb-Wohnung.

 

Bei 30° C draussen sitzen, ein kühles Bier, ein feines Essen im Gartenrestaurant, durch die vielen Gassen schlendern, Neues entdecken – wir geniessen das intensiv. 

Heute, 10.03.2021, geht’s zum Ancon Hill, der höchsten natürlichen Erhebung von Panama City - 199m hoch.

Mit Uber lassen wir uns bis zum Eingang chauffieren. Ab jetzt läuft man in 20 Minuten hoch - wir lassen uns eine Stunde Zeit, entdecken dafür das eine oder andere. Total verschwitzt - Luftfeuchtigkeit gefühlte 100% - kommen wir oben an und geniessen den Ausblick über die Stadt.

Der Hügel und das Gebiet um den Panama-Kanal war bis 1977 Hoheitsgebiet der USA. 

Runter geht’s schneller! Am Fusse des Ancon Hill liegt das Miniheimatmuseum Mi Pueblito. Neben einem alten Dorf aus der Spanienzeit und farbenfrohen Häusern von der afro-amerikanischen Atlantikküste Panamás kann man traditionelle Trachten in einem Museum bewundern. Wir sind die einzigen Besucher.

Da noch einige Unterhaltsarbeiten und Reparaturen an Camper und Bikes anstehen, verlängern wir unseren Aufenthalt in Panama City um einige Tage.

Wir ziehen vom gemütlichen Casco Vejo ins pulsierende Bankenviertel mit den vielen Wolkenkratzern. Im Bayfront Tower beziehen wir im 19. Stock eine Wohnung mit herrlicher Aussicht, Fitnessraum und Swimming Pool. 

Heute Samstag Nachmittag besuchen wir das Biomuseum, das vom Architekten Frank Gehry entworfen wurde.

Die bunten Dachplatten leuchten uns schon von weitem entgegen.

 

Das Museum befasst sich mit der Naturgeschichte Panamas, dessen Landenge erst vor 2.7 Mio. Jahren geschlossen wurde. Nach der Entstehung der Landverbindung fand ein grosser Austausch von Säugetieren zwischen Nord- und Südamerika statt.

Wir haben ihn wieder, aber...

08.- 23.03.2021

Gut erholt und ausgeruht machen wir uns heute Montag früh auf den Weg - voller Erwartung und auf das Schlimmste vorbereitet - unseren lange vermissten Camper beim Zollamt im Süden der Stadt freizubekommen und anschliessend beim Zollfreilager abzuholen.

 

Die nette Dame am Zoll will erst nichts wissen von einem Fahrzeug, das bei ihnen vor 13 Monaten abgegeben wurde. Okay, ist ja auch eine lange Zeit, unser Spanisch etwas eingerostet und die Kommunikation deshalb nicht so einfach ;o)

Da wir unseren Camper länger als ein Jahr in Panamá zurückgelassen haben, meint sie, könnte es auch noch  Schwierigkeiten geben. Doch mit einem handschriftlich abgefassten Brief und der Erklärung, dass eine frühere Rückreise wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, wollen wir die Obrigkeit milde stimmen. Nach zwei Stunden haben wir diese erste Hürde genommen!

 

Anschliessend geht’s zu einer Versicherungs-Agentur, wo wir eine obligatorische Auto-Haftpflichtversicherung für $25/Monat lösen. Da es mittlerweile schon Nachmittag ist, verschieben wir das Abholen des Campers auf den nächsten Tag.

 

Heute Dienstagmorgen fahren wir mit der Metro in den nördlichen Teil von Panama City zum dort befindlichen Zollfreilager - und hier steht er - unser Camper, unser Heim!!

 

Nachdem wir 2'700 US$ Parkgebühr bezahlt haben - mit 200 US$ Pandemierabatt ;o) - können wir einen ersten Blick auf unser schmutziges Vehikel werfen. Ausser dass die Abdeckungen der Scheinwerfer milchig geworden sind und Luft in den Reifen fehlt, scheint aussen alles in Ordnung zu sein. Das Innere des Fahrzeugs empfängt uns mit Dreck und Modergeruch. Alles ist mit Staub, Russ, Rost und Schimmel überzogen - Betten, Tisch, Boden, Vorhänge, Schuhe, Kleider, etc. Zum Glück haben wir eine Waschmaschine in unserer Wohnung!

 

Die freundlichen Herren vom Zollfreilager helfen Röbä die Räder aufzupumpen und schon geht’s los - direkt in eine Autowerkstatt.

Bei Servicios Carlos lassen wir den Zahnriemen, die vorderen Bremsscheiben und die verrostete Hupe ersetzen. 

 

Zwei Tage später geht’s ans grosse Saubermachen. Wir parkieren unseren Camper bei Carmen und die nächsten Tage nutzen wir, um den Camper wieder auf Vordermann zu bringen. Dieser hat in den 13 Monaten durch die Hitze, Tropenregen und hohe Feuchtigkeit um Jahre gealtert.

 

Die Wohnkabine schreit nach einer gründlichen Reinigung. Schimmlige Schuhe, Taschen, Kleider, Vorhänge, Bettwäsche müssen gewaschen werden. Viele Gummi- und Plastikteile haben sich zersetzt, oder sind spröde geworden. 

Elektrische/elektronischen Verbindungs-Stellen sind grün oxidiert, Batterien sind ausgelaufen, viele Kleingeräte funktionieren nicht mehr oder brauchen dringend Pflege. 

In den Küchen-Kästchen liegen tote Reismehlkäfer und winzige Ameisen defilieren an meinen Augen vorbei – zum Glück keine Spur von Mäusen und Ratten!!

 

Hinzu kommt, dass wir in den 13 Monaten vergessen haben, wo was wie eingerichtet war, welches Kabel zu welchem Gerät führt und in welcher Ecke welche Wertsachen versteckt sind :o/

Auch stottert der Kühlschrank und die Klima-Anlage ist schon seit Kolumbien tot, als Röbä sie mit 400V zum Schweigen brachte. Die Hoffnung mit einem mitgebrachten Ersatzteil diese wieder zum Leben zu erwecken, hat sich leider nicht erfüllt.

Also fahren wir zu einem Dometic-Vertreter und hoffen, dass sie ihre Geräte reparieren können. Leider weit gefehlt. Für die Klima-Anlage versuchen sie Ersatzteile irgendwo auf der Welt aufzutreiben und den Kühlschrank stecken sie nach einiger Zeit mit Reinigungs-Spray in Brand.

Zum Glück schaut Röbä den 'Spezialisten' wie immer über die Schultern und kann geistesgegenwärtig den Brand mit unserem Feuerlöscher ausmachen - nichts passiert, aber auch nichts geflickt!

 

Auch unsere Bikes haben gelitten. Luftleere Reifen, gebrochene Speichen, klemmende Bremsen, knarrende Tretlager….ein Fall für einen gründlichen Service bei einem Venezolanischen Fachmann. 

Es gibt noch einiges zu erledigen, trotzdem - UNSERE REISE KANN WIEDER BEGINNEN!!

Coronado

23.-29.03.2021

Wir können es noch nicht richtig fassen, aber wir sind wieder auf Achse. Wir fahren 90km nach Westen in Richtung Costa Rica. In Coronado finden wir glücklicherweise einen offenen Camping. Da wir die einzigen Gäste sind, haben wir viel Platz um unseren Camper neu einzuräumen, die verschimmelte Sonnenstore zu reinigen und einige weitere Unterhalts- und Reparaturarbeiten zu erledigen. Eine Biketour an den Pazifik lockert unseren Arbeitsalltag etwas auf.

Die umliegenden Mango-Bäume lassen immer wieder reife Früchte fallen, in die wir zum Frühstück herzhaft beissen können.

El Valle de Antón

29.03.-02.04.2021

Auf der geschäftigen Panamericana fahren wir weiter Richtung Westen - unser Ziel El Valle de Antón in der Provinz Coclé.

Der Ort liegt im grössten besiedelten Vulkankrater der Erde auf 600müM. Die Hänge sind teilweise bedeckt mit dichtem Regenwald.

Wir haben etwas Schwierigkeiten einen Übernachtungsplatz zu finden, denn wegen Covid ist noch vieles geschlossen. Dafür ist das Klima hier in der Höhe um einiges angenehmer. 

Noch sitzen wir unten im Krater und schauen hoch zur La India Dormida/Die schlafende Indianerin – einer der vielen Kraterspitzen um uns herum. Es sind ja nur 350 Höhenmeter, die machen wir noch schnell vor dem Mittagessen ;o)

 

Nachdem wir je 3 US$ Parkeintritt bezahlt haben, geht es gemütlich bis zum Piedra Pintada/Bemalten Stein – einem grossen Stein mit Petroglyphen.

Der Weg ab jetzt hat es aber in sich. Steil - manchmal sogar fast senkrecht - über hohe Stufen klettern wir schnaubend und ächzend vorbei an ein paar kleinen Wasserfällen. Ein- oder zweimal kann ich das Schimpfen nicht ganz verkneifen - aber nützt ja nichts. Kurz vor dem Gipfel setzt Nieselregen ein und Nebelschwaden ziehen über den Kraterrand. Trotzdem haben wir von hier oben einen wunderbaren Blick auf das unter uns liegende El Valle.

Runter geht's immer und auch einfacher! Genau so kommt es mir vor - man läuft oder man rollt :o( 

Schnurgerade geht's bergab über Fels und Geröll. Da freuen wir uns jetzt schon auf den morgigen Muskelkater!!

Das Osterwochenende steht vor der Türe und der Camping füllt sich langsam mit Partywilligen. Wie immer an Wochenenden werden nun grosse Lautsprecher in Betrieb genommen und es wird schmerzhaft laut.

 

Wir haben keine Lust auf drei schlaflose Nächte in Musik geschwängerter Höhenluft und machen uns wieder auf ins Tal, ins kleine stille Pocrí.

Pocrí

02.-08.04.2021

Zweimal die gleiche Strasse fahren ist nicht unser Ding, also wählen wir eine andere Strasse zurück zur Panamericana. Doch nach zehn Minuten müssen wir leider wieder umdrehen, denn die Strasse - obwohl geteert - ist so steil, dass unsere Räder durchdrehen - schade! Also dann halt auf der gleichen Strecke wieder zurück ins Tal.

 

In Pocrí dürfen wir unseren Camper in den Garten von Virlinda und Fernando stellen. Die beiden sind ein Teil unserer grossen Familie in Panamá. Hier teilen wir die Mango-, Tamarinden- und Ciruela-Bäume mit einem flinken Eichhörnchenpaar und geniessen die ruhigen Ostertage. 

Matito - ein alter Freund der Familie - steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Er zeigt uns die Umgebung, fährt mit Röbä zum 40km entfernten Zoll, um das Camper-Visum nochmals um 30 Tage zu verlängern und stellt uns seinen - über ganz Pocrí verstreuten - Familien-Mitgliedern vor.

Abends sitzen wir mit ihm bei unserem Camper und lauschen bei einem Bierchen seinen Geschichten aus seinem bewegten Leben. 

Traditionelle Masken von der Peninsula Azuero

In Parita schauen wir dem bekanntesten Maskenhersteller Panamas über die Schultern.

Ton, Papierfetzen verschiedener Qualität, Kleister, Farbe und Lack sind die Zutaten, mit denen Dario López diese farbenfrohen teufelsähnlichen Masken herstellt.

Die Masken sehen je nach Dorf anders aus und tragen andere Merkmale. Kleine Details wie die Position der Zunge, die Anzahl der Hörner oder die Länge der Ohren haben eine Bedeutung und müssen genau stimmen. Zum Schluss werden die Kunstwerke mit mehreren Schichten Farbe und Lack bemalt. 

Fronleichnam und Karneval finden traditionelle Umzüge statt, bei denen rot-schwarz gekleidete Teufel mit ihren demonenhaften Pappmaché-Masken zur traditionellen Musik tanzen und mit einem Stock im Takt auf eine Tierblase schlagen.

Guánico

08.-19.04.2021 

Die Península de Azuero ist bekannt für die vielen Surf-Strände und natürlich auch für ihren Karneval. Für Letzteren sind wir zu spät, haben ihn aber schon bei unserem ersten Panamá-Besuch 2008 ausgiebig genossen.

 

Unsere Fahrt führt uns heute direkt in den südlichsten Punkt der Halbinsel. Die ersten zwei Campingplätze, die wir ansteuern, müssen wir wegen zu hohen Regenwasser-Gräben und den zu steilen, sandigen Zufahrten links liegenlassen. Der Himmel bedeckt sich und die ersten Regentropfen fallen. So landen wir am späteren Nachmittag ungeplant an der Playa Guánico - bei Nico einem Schweizer - direkt am grauverhangenen Pazifik.

 

Am anderen Morgen strahlt die Sonne wieder mit geballter Kraft, die Temperaturen kraxeln auf 33°C und wir schwitzen vor uns hin.  

Ausser einer Handvoll Surfern ist der Strand hier menschenleer. 

Wandern, Biken, Lesen, Sudoku lösen, den Pelikanen beim Fischen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen sowie Nichtstun sind für 10 Tage unsere Lebensinhalte hier.

Gehen die Mangos, Papayas oder Maracujas aus, schwingen wir uns auf die Bikes und sammeln die köstlichen Früchte auf den Feldwegen vom Boden auf.

 

Ab und zu prasselt ein kühlender Tropen-Regen auf uns nieder, der jedoch bald wieder von Sonnenschein abgelöst wird.

Die Nächte sind meistens schwül-warm. Glücklicherweise hat uns Röbä mit zwei Ventilatoren eine Ersatz-Klimaanlage gebastelt, so dass wir unseren wohlverdienten Schönheitsschlaf trotzdem geniessen können.

Heute Donnerstag scheinen Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Hochzeitstag aufeinander zu fallen. Vor unserem Camping hält ein Lastwagen, beladen mit grauen Plastiksäcken. „Ah, die Kehrichtabfuhr ist da!", sage ich zu Röbä.

Doch weit gefehlt. Dies ist die Corona-bedingte staatliche Lebensmittelversorgung für Menschen auf dem Lande. Zu unserer Verwunderung und trotz unserer anfänglichen Ablehnung werden auch uns zwei dieser Säcke in die Hand gedrückt.

Der Inhalt:

 

9kg Reis, 2kg Spaghetti, 1kg Salz, 1kg Mehl, 2 lt Oel, 1,7kg Maispulver, 2kg Linsen, 1kg Kaffee, 1kg Rohzucker,

4 Büchsen Ton, 2 Büchsen Tomatenpaste, 4 Suppenbeutel, 2 Tomatensaucen

  

HERZLICHEN DANK PANAMÁ!!

Da wir nicht so grosse Esser sind, werden wir einiges davon weiter verschenken :o)

Laguna La Yeguada

20.-25.04.2021

Nach schwül-heissen Tagen – Beine und Arme zerstochen von winzigen 1mm kleinen Fliegenbiestern – suchen wir Abwechslung in den kühlen Bergen. Auf einem Flickenteppich aus Teer schaukeln wir über Ocú nach Santiago de Veraguas. Hier nisten wir uns auf einem Rastplatz zwischen den grossen Lastwagen für die Nacht ein.

Am anderen Morgen fahren wir nach San Francisco zur offensichtlich zweitältesten Kirche Panamás - 1630 erbaut. Leider ist sie wegen Covit geschlossen.

Noch sind es 50km und 500Hm bis zur Laguna La Yeguada. Bis hierher hat es der Teerwagen leider noch nicht geschafft. Grosse, tiefe Löcher ziehen sich quer über die Fahrbahn.

Nach zwei Stunden ist der Spuck vorbei – wir sind oben. Dem Himmel sei Dank, die Wolken entleeren sich erst als wir bei einem gemütlichen Apéro sitzen :o)

Eine Biketour rund um die Lagune entpuppt sich als steile Berg- und Talfahrt über vom Regen aufgeweichte Natursträsschen durch dichten Wald, wo wir nach halber Strecke im tiefen Schlamm stecken bleiben. Für heute reicht es!

Am andern Morgen, zweiter Versuch, neues Abenteuer!

Diesmal wollen wir die halbleere Laguna entlang ihrer Ufer umwandern. Da es kaum offizielle Pfade gibt, sind Pfadfinder Röbä zusammen mit der Camping-Hündin Gina verantwortlich für die sichere - ca. 6 km lange - Umrundung. Immer wieder müssen wir die steilen, sandig-rutschigen Uferwände der Laguna-Zuflüsse auf allen Vieren bezwingen. Gina nimmt‘s gelassen, schaut uns – wahrscheinlich lächelnd – zu und denkt sich: „Ach, diese Touristen!“

Für den letzten Teil quetschen wir uns durch das Unterholz des dichten Waldes und folgen der Hündin durch ein hohes Schilffeld. Sie hat anscheinend gemerkt, dass wir etwas ratlos Ausschau nach einem Ausgang halten ;o))