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23.04.-18.05.25
Nach siebenmonatigem Aufenthalt in der Schweiz kehren wir wieder zurück nach Teotihuacán/Mexiko, um den letzten Abschnitt unserer Reise durch die Amerikas in Angriff zu nehmen. Doch bevor es losgeht, gibt es noch einiges zu tun am Camper.
Leider hat sich unser Mechaniker Erick nicht an unsere Abmachung gehalten und während unserer Abwesenheit weder Stossdämpfer noch Handbremskabel repariert. Da er sich auch weigert ans Telefon zu gehen, überraschen wir ihn - nach dem zweiten Anlauf - bei ihm zuhause. Nach vielen Ausflüchten und halbpatzigen Erklärungen willigt er ein - unter Aufsicht von Röbä - die Arbeiten am Camper zu beenden, was für uns um einiges einfacher ist, als einen neuen Mechaniker zu suchen.
Nach vier Tagen sind zwei neue Stossdämpfer sowie die alten Handbremskabel montiert - Halleluja !
Auch brauchen wir noch eine neue Windschutzscheibe. Die alte ist einem kanadischen Kieselstein zum Opfer gefallen und mit diesem Riss schaffen wir die im Herbst in der Schweiz anstehende Motorfahrzeugkontrolle nicht.
Die sieben Monate Camper-Stillstand haben auch der Starter-Batterie nicht gut getan. Wir gehen auf Nummer sicher und ersetzen sie mit einer neuen.
Und da wir schon dabei sind bekommt der Camper auch eine neue Aussen-Dekoration. Vom Kleber-'Spezialisten' Henry lassen wir uns beraten. Er meint: "Mach ich, kein Problem, in 2 Tagen ist alles erledigt!" Das hören wir gerne - wenn wir doch nur nicht in Mexiko wären ;o)
Als wir am Samstag vorfahren hat er nur 2 von den 4 benötigten Klebe-Folien organisiert. Am Sonntag stehen wir wieder vor seinem Geschäft, er muss jedoch unbedingt seine Tochter ins Spital bringen. Am Dienstag ist es dann soweit - er nimmt Mass.
Bis die Arbeiten jedoch abgeschlossen sind - mit tatkräftiger Unterstützung durch uns - dauert es aber noch 3 Tage und 2 Nächte :o/
Übers Wochenende erneuert Erick noch den Unterboden-Anstrich am Camper und montiert die neu lackierte Motorhaube.
Dazwischen vertreiben wir uns die Zeit mit Laufen, Biken, Einkaufen, Camper putzen und krank sein. Die mexikanischen Bakterien und Viren legen uns nach zu langer Abwesenheit gleich zweimal hintereinander mit Fieber, Husten, Schnupfen, Magen- und Darm-Koliken flach.
Aber - Unkraut vergeht nicht! - und so bleiben uns doch noch einige Tage, um uns wieder langsam ans typische Alltagsleben in Mexiko zu gewöhnen.
Nach all den mexikanischen Gerichten bin ich froh, dass wir wieder etwas zu feiern haben. Im Restaurant Sonora Grill in Mexiko City zelebrieren wir bei einem zarten saftigen Steak Röbäs 68. Geburtstag :o))
HAPPY BIRTHDAY
19.-21.05.2025
Endlich, nach 29 Tagen in Teotihuacán und unzähligen Stunden warten, dass die Unterhalts-Arbeiten an Camper erledigt werden, brechen wir auf zu unserer letzten Reise-Etappe durch die Amerikas.
Wir verlassen die angenehme Kühle - 2'200müM - und fahren hinunter an den Golf von Mexiko. Die 450 km durch die Bundesstaaten Hidalgo und Veracruz sind unspektakulär. Karibische 42°C und schweisstreibende Schwüle empfangen uns. Die erste Nacht verbringen wir - mangels anderen Optionen - auf einem Truck Stop. Es bleibt auch in der Nacht heiss-schwül und die knatternden Lastwagen lassen uns kaum schlafen.
Tamaulipas ist der letzte Bundesstaat in Mexiko, den wir noch nicht bereist haben. Die 450 km Durchfahrt bis zur USA-Grenze sind aber auch alles andere als interessant. Zuerst fahren wir vorbei an riesigen Zwiebelfeldern, diese werden abgelöst von Orangen-und Quinoa-Plantagen, soweit das Auge reicht.
Wir kommen todmüde in Matamoros an und steuern einen möglichen Übernachtungsplatz an. Leider ist dies auch ein Truck Stop und vermüllt.
Morgen geht es an den Grenzübertritt in die USA. Mal schauen, ob sie uns reinlassen ;o))
Das Land Mexiko mit seinen 32 Bundesstaaten ist flächenmässig 47 Mal grösser als die Schweiz. Wir haben in den 459 Tagen alle Bundesstaaten bereist.
Von kargen Wüstenlandschaften zu grünen Regenwäldern, von tosenden Wasserfällen zu schneebedeckten Vulkanen, von feinsandigen Stränden zu tiefen felsigen Schluchten, von modernen Grossstädten zu farbenfrohen Pueblos Magicos/gepflegte Dörfer – hier kommt jeder auf seine Rechnung!
Mexiko hat die höchste Dichte an UNESCO Kulturerbestätten weltweit.
In den 459 Tagen in Mexiko haben wir festgestellt, dass….
Jedoch - alles in allem - ein buntes, gemütliches Land mit liebenswerten Menschen!
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21.05.2025
Der Wecker klingelt um 7:30 Uhr. Wir holen uns einen Kaffee im 7eleven und stellen fest, dass man 1. diesen Kaffee nicht trinken kann und 2., dass wir irgendwo eine Stunde dazugewonnen haben - es ist erst 6:30 Uhr!
Vor der US-Grenze fahren wir noch schnell zum Supermarkt um die letzten Pesos in etwas Trinkbares umzuwandeln. An der Kasse werden wir belehrt - Alkohol darf erst ab 10:00 Uhr gekauft werden. Wir lassen den Einkauf stehen und beglücken die zahlreichen Strassenhändler mit unseren letzten Pesos.
Von den Mexikanischen Grenz-Beamten merken wir nichts und schon stehen wir in Brownsville an der Grenze zur USA. Mit unserem B2-Visum hoffen wir, schnell passieren zu können. Weit gefehlt!
Freundlich aber bestimmt werden wir gebeten auf der Seite zu parkieren, alle Türen und Klappen zu öffnen und die Fahrzeugschlüssel abzugeben. Ein Beamter eskortiert uns in ein Gebäude. Hier müssen wir alles, was wir auf uns tragen, abgeben, uns mit gespreizten Armen und Beinen an die Wand stellen und einem Body Check unterziehen lassen. Wir haben Glück, denn wir dürfen - unter Beobachtung - vor den drei Arrestzellen auf einer Bank warten. Andere 'Verdächtige' müssen die Schuhe ausziehen und werden In den Zellen eingesperrt.
Wir werden solange festgehalten, bis unser Camper gründlich durchsucht ist und auch der Röntgen-Scanner im Camper nichts Auffälliges ans Tageslicht gebracht hat!
21.-22.05.2025
Obwohl das Strandleben nicht zu unseren Favoriten zählt, wollen wir - nach all diesem Stress - ein paar Tage auf South Padre Island ausruhen.
Da der Camping jetzt in der Nebensaison geschlossen ist, suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen am Ende der Strasse, direkt am Strand. Der Himmel ist bedeckt, dafür ist die Temperatur - zusammen mit dem Wind - gut auszuhalten.
Nachts um 22 Uhr werden wir von dröhnender BUM-BUM-Musik neben uns geweckt. Da der Fahrer keine Anstalten macht, die Lautstärke zurückzudrehen, packen wir zusammen und fliehen auf einen Parkplatz. Morgens um 1 Uhr weckt uns die Polizei: " Sie dürfen hier nicht übernachten!" Röbä: "Aber es gibt kein Schild, das darauf hinweist!" Polizist: "Macht nichts, ich sage es!", meint der Polizist und schickt uns zum Walmart.
Tschüss Padre Island, wir haben genug von diesem freundlichen Empfang in den USA!!
22.-26.05.2025
Nach 300km Fahrt erreichen wir Lagarto am Lake Corpus Cristi.
Etwas oberhalb des ziemlich ausgetrockneten Sees liegt der einsame Camping. Wir sind momentan die einzigen Gäste und werden von Todd sehr herzlich empfangen. Hier können wir uns in der Abgeschiedenheit und der Ruhe vom Stress der letzten Wochen erholen. Die einzigen negativen Geräusche sind die 24/7 laufenden Air-Conditioner der unbewohnten Wohnwagen. Wir hören dem Gezwitscher der verschiedenen Vögel und dem Klopfen des Texas-Spechts zu, der hier die Strommasten bearbeitet ;o) und kühlen uns bei 37°C mit einem Bier.
Sandy - unsere 2-malige Gastgeberin aus San Angelo – lebt inzwischen in einem Altersheim in Georgetown - in der Nähe von Austin. Natürlich statten wir ihr und ihrer Tochter Karen einen Besuch ab. Bei geräuchertem Fleisch, Gemüse und einigen Flaschen Rotwein tauschen wir Erinnerung aus und lauschen hausgemachter Country Music.
Dear Sandy, dear Shelly – we wish you both good health and quick settling-in at your new home.
Dear Karen, Mark & Pancho – thanks for your hospitality, continue to enjoy life.
Wir unterbrechen unsere Fahrt nach Corsicana in Waco und begeben uns zum Magnolia Market. Der Markt wird überragt von den zwei riesigen - heute leerstehenden - Silos. Das Areal - früher Lagerhallen - wurden zu Shops umgebaut und ist heute ein Einkaufsparadies, wo man alles findet, was man nicht unbedingt braucht ;o)
Waco ist einerseits bekannt für die 1870 eröffnete Suspension-Bridge. Mit einer Spannweite von 145m war sie zu jener Zeit eine der längsten Hängebrücken der USA und so breit, dass zwei Kutschen leicht kreuzen konnten.
Andererseits bleibt uns Waco als Gefechts-Ort zwischen einer bewaffneten Sekte und dem FBI in Erinnerung (über 90 Tote), der als Auslöser eines späteren Bombenanschlags in Oklahoma City gilt (168 Tote).
30.05.-03.06.2025
Wir verlassen Texas mit etwas Verwunderung, denn hier - in einem sehr republikanischen Staat - haben wir nach den Präsidenten-Wahlen noch mehr Pro-Trump-Fahnen - und -Schilder erwartet .... gefunden haben wir keine mehr. Ein mutiger Texaner tut aber seinem Unmut ob der Trump-Präsidentschaft sogar öffentlich kund.
Arkansas ist der nächste Staat, den wir auf unserer Reise in den Norden ansteuern.
Hot Springs mit seinen 60°C heissen Quellen zieht schon seit Jahrhunderten Menschen wegen ihren heilenden Eigenschaften an. Uns genügt ein Spaziergang der historischen Bathhouse Row entlang. Wir tippen unsere Finger kurz in das heisse Wasser und informieren uns im Fordyce Bathhouse Visitor Center über die Bade-Gepflogenheiten der damaligen Zeit.
Wir folgen einer hochgepriesenen Panoramastrasse zu den Ozark Mountains in der Hoffnung auf viele interessante Fahr-Kilometer. Doch alles was wir zu sehen bekommen - rechts und links des grauen Strassenbelags - sind hohe Bäume, die uns die Sicht auf die Umgebung versperren.
In Altus machen wir einen Abstecher zum ältesten Weinanbaugebiet in Arkansas - die Wiederkehr Winery.
Johann und Katharina Wiederkehr emigrierten 1880 aus dem Kanton Aargau hierher und pflanzten die ersten Reben. Trotz der Prohibition 1920-1933 konnten sie für ihren ersten Grosskunden - die katholische Kirche - weiterhin Messwein herstellen. Seither wird das Weinanbaugebiet in der 5. Generation erfolgreich geführt.
Nach der Degustation - die Weine waren uns etwas zu süss - geniessen wir im Chalet Suisse ein feines Steak und beschliessen den Abend bei einem Country-Music Gig.
Nach weiteren 150 kurvenreichen Kilometern durch den Ozark National Forest erreichen wir - steil eingebettet in den Ozark Mountains - Eureka Springs.
Über 300 viktorianische Häuser - gebaut vor 1910 - schmücken diesen 'alpinen' Ort mit 2000 Einwohner. Im Dorf-Zentrum ist heute einiges los! Musik- und Bierfestival laden zum Verweilen ein.
Das Wochenende verbringen wir auf dem Camping Wanderlust - und haben Lust auf eine ausgedehnte Wanderung um die Christus-Statue auf dem Mount Oberammergau. Nach dem Sonnenuntergang geniessen wir die kühlen Abende bei einem wärmenden Lagerfeuer.
Um nebst dem Wald auch etwas von der hügeligen Ozark-Umgebung mitzubekommen, lassen wir diesmal die 'Panorama'-Strasse links liegen und nehmen die Autobahn nach Missouri. Diese windet sich durch die sanften Hügel und lässt uns endlich etwas in die Ferne blicken.
In Springfield, dem Heimatort von Brad Pitt, werden wir für die kommende Übernachtung von Mitarbeitern der Mother's Brewing Company erwartet. Das Bier-Tasting beginnt jedoch erst am späteren Nachmittag, so dass wir uns ausnahmsweise wieder einmal einen Hamburger servieren lassen - Fleisch, Brot, Speck, Saucen und Pommes sind vom Feinsten, doch das reicht nun wieder für einige Wochen.
Am nächsten Tag fahren wir - weiterhin im Regen - über die Interstate 44 nach Cuba, einem verschlafenen Nest an der langsam zerfallenden, historischen Route 66.
Um wenigstens noch einzelne Touristen ins Dorf zu locken, haben die Verantwortlichen einige Wandgemälde in Auftrag gegeben. Mangels anderer Sehenswürdigkeiten sehen wir uns diese Kunstwerke näher an - die wenigen Cubaner, die wir treffen, freut es!
Um die Mittagszeit beginnt sich ein heftiges Gewitter über unserer Fahrstrecke zu entleeren und macht das Weiterkommen zu einem Abenteuer. Einige verunfallte Autos am Strassenrand rufen eine von uns beinahe vergessene Gefahr wieder in Erinnerung - Aquaplaning.
Bis zum Eindunkeln dauert die prasselnde Sintflut an, so dass ein grosser Teil unseres nächsten Übernachtungsortes - Meramec State Park - bei unserer Ankunft bereits unter Wasser steht. Aus Gründen der Sicherheit lassen wir uns einen Platz 10 m oberhalb des Flusses geben. Um 01 Uhr morgens müssen die anderen Camper evakuiert werden - der Meramec-Fluss ist über seine Ufer getreten.
05.-07. Juni 2025
Den Regen immer noch im Rücken umfahren wir die Stadt St. Louis um etwas nördlich mit einer Fähre nach Illinois/Graften überzusetzen. Vorbei an Ackerland und eleganten Anwesen stehen wir am Zusammenfluss der mächtigen Flüsse Illinois und Mississippi. Leider ist die Fähre nur am Wochenende in Betrieb und wir - und einige andere - haben den Umweg umsonst gemacht.
Glücklicherweise überquert ein paar Kilometer südlich eine Brücke den Mississippi und so fahren wir gezwungenermassen per Strasse in Illinois/Alton ein.
Alton profitierte früher von seiner Lage am Mississippi. Die Stadt war ein wichtiger Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte und Industriegüter. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Alton zu einer wohlhabenden Stadt mit prächtigen viktorianischen Häusern. Doch mit den Wirtschaftskrisen und dem Niedergang der Flussschifffahrt verlor Alton zunehmend an Bedeutung. Heute lässt sich der ehemalige Glanz der Stadt nur noch an einigen baufälligen Gebäuden und den mit Ziegeln gepflasterten Strassen erahnen.
1858 fand hier eine öffentliche Debatte zwischen Abraham Lincoln (gegen Sklaverei) und Stephen Douglas (für Sklaverei) um den Sitz im US-Senat statt. Lincoln wurde dabei von seinem Kontrahenten auch zu einem Duell herausgeforderte und durfte daher die Waffe wählen. Als dieser - 2 Köpfe grösser als Douglas - sich für das Breitschwert entschied, machte Douglas einen Rückzieher. Douglas wurde anschliessend in den Senat, Lincoln jedoch 2 Jahre später zum 16. Präsidenten der noch jungen USA gewählt.
Robert Wadlow - Alton’s Gentle Giant/sanfter Riese - wurde 1918 mit einer Drüsenstörung geboren, welche zur Folge hatte, dass er sehr schnell wuchs. Mit 8 Jahren war er bereits 1.8 m gross und wog 88 kg. Mit 18 Jahren war er der grösste Mann der Welt. 1940 starb Robert Wadlow im Alter von 22 Jahren an einer Infektion. Er war 2.71 m gross und wog 199 kg.
In Illinois/East St. Louis im Casino Queen RV Park mieten wir uns für 2 Tage ein. Von hier haben wir einen schönen Blick nach Missouri/St. Louis und sein Wahrzeichen - den Gateway Arch.
Zu Fuss machen wir uns kurz nach der Ankunft über eine Mississippi-Brücke in den Nachbar-Staat auf. Wie die meisten amerikanischen Städte ist auch St. Louis kaum fussläufig zu besichtigen und praktisch menschenleer. Auch hier nagt der Zahn der Zeit an den kunstvoll verzierten Hochhäusern aus den Anfängen des letzen Jahrhunderts. Viele sind seit längerem unbewohnt und mit Brettern vernagelt.
Nach einem kurzen Stopp in einem Pub gehts daher bald darauf mit der Metro wieder zurück nach Illinois/East St. Louis.
Cahokia Mounts State Historic Site - ein UNESCO-Weltkulturerbe etwas ausserhalb von St. Louis - war mit 15 Quadratkilometern die grösste präkolumbianische Stadt nördlich von Mexiko und wurde etwa 700 n. Ch. gegründet.
Die Obrigkeit der Stadt liess sich ihre Häuser auf Erdhügel bauen, von denen der Monks Mount mit einer Höhe von 30 m und einer Grundfläche von über 5 Hektaren der grösste war. Die Hügel bestehen hauptsächlich aus Erde und Sandsteinen, die von der Bevölkerung in Millionen von Körben zur Baustelle transportiert werden mussten. Nach 1200 begann der Niedergang Cahokias. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.
07.-11.06.2025
Wir verlassen St. Louis im grauen Hochnebel und fahren die nächsten 385 km durch eintönig flache Ackerlandschaft nach Indiana.
Die einzigen Unterbrechungen sind die stündlichen Fahrerwechsel und die Grenzüberfahrt in den Bundesstaat Indiana. Diesmal verpassen wir auch die einstündige Zeitverschiebung nicht ;o)
Indianapolis ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Indiana. Im Gegensatz zur eher ausgestorbenen Innenstadt von St. Louis ist Indianapolis belebt. Es gibt kaum Wolkenkratzer, einige schöne Parks mit Obdachlosen und viele Strassenkaffees mit Einheimischen und Touristen.
Wir schlendern durchs Zentrum, informieren uns über die geschichtsträchtigen Gebäuden anhand der Infotafeln und lassen die speziellen Wandgemälde auf uns wirken.
Etwas ausserhalb der Stadt - im Mounds State Park in Anderson - richten wir uns für die nächsten paar Tage ein. Hier wollen wir wieder einmal Pause machen, etwas wandern und sonst nichts tun.
Mit Ann und Brian - den vielgereisten Hosts des Campings - verbringen wir einen gemütlichen Abend und tauschen uns über die erlebten Abenteuer aus.
Indianapolis ist vor allem bekannt wegen seiner ovalen, 4 km langen Motorsport-Rennstrecke Indianapolis Motor Speedway und den dort alljährlich durchgeführten Autorennen Indy 500, Brickyard 400, NASCAR und Formel 1.
Obwohl das nächste Rennen erst wieder in 2 Wochen stattfindet, machen wir hier einen kurzen Stopp und schauen uns den Speedway mit seiner eindrücklichen Kapazität von 300'000 Zuschauern etwas näher an.
Das innerhalb der weltweit ältesten aktiven Rennstrecke liegende Museum enthält sowohl historische wie auch moderne Renn-Fahrzeuge und -Utensilien und zeigt auf mehreren Stockwerken die spektakulärsten Renn-Ereignisse in interessanter Art und Weis auf.
11.-13.06.2025
Bei der Vorbereitung dieses Streckenabschnitts hatte ich Zweifel, ob wir 'Ungläubigen' diesen idyllischen Flecken Erde besuchen sollten oder ob wir eher ein Störfaktor darstellen würden. Ich habe eine - von der Zivilisation abgeschottete - ländliche Gegend erwartet, die mit sich und ihrer Welt im Einklang steht.
Umso überraschter sind wir, als wir in Shipshewana - im Herzen vom Amisch-Land - auf einem riesigen und fast voll besetzten modernen Camping ankommen.
Überall sind Touristen und mittendrin die Amischen, die man an Kleidung und an ihren Fortbewegungsmitteln erkennt. Mit ihrer Welt scheinen sie jedoch immer noch zufrieden zu sein. Freundlich winkend fahren sie mit der Pferde-Kutsche an uns vorbei. Wie sie aber mit dem gesamten Rummel um sich herum zurechtkommen bleibt uns verborgen.
Wir besuchen das sehr interessante und informative Menno-Hof Museum und lassen uns im Restaurant Blue Gate kulinarisch von der Amischen Küche verwöhnen.
Im US Amerikanischen Bundesstaat Indiana liegende Shipshewana - mit einer grossen Anzahl Amischer Einwohner - besuchen wir das Museum Menno-Hof und lernen bei einem interessanten Rundgang die Ursprünge der Anababtisten kennen.
Die Anababtisten-Bewegung begann 1525 in Zürich, als dort die Reformation unter Huldrych Zwingli in vollem Gange war. Da die Anababtisten (Wiedertäufer) - zusätzlich zur angestrebten Reformation der katholischen Kirche - auch für die Trennung von Kirche und Staat, für die freiwillige Taufe von Erwachsenen anstelle der Kindertaufe, sowie für den Pazifismus eintraten, wurden sie sowohl von reformierten wie auch von katholischen Behörden wegen Häresie und Verrat unerbittlich verfolgt, gefoltert und zu Hunderten hingerichtet.
Nach anfänglicher Auswanderungen in die Ukraine, nach Südtirol, Holland und Russland emigrierten infolge politischem Druck tausende von Anababtisten - inzwischen wegen Differenzen aufgesplittert in Hutterer, Mennoniten und Amische - in die Amerikas.
Die Hutterer - benannt nach ihrem einflussreichsten Tschechischen Führer Jacob Hutter - sind die älteste Gruppe der Anababtisten und leben heute hauptsächlich in Kanada, USA und Japan. Sie praktizieren neben den ursprünglichen Anababtisten-Grundsätzen das gemeinschaftliche Leben inkl. gemeinsames Eigentum von Hab und Gut.
Die Mennoniten - benannt nach ihrem einflussreichsten Holländischen Führer Menno Simons - sind die grösste Gruppe der Anababtisten und leben heute auf allen Kontinenten der Erde.
Die Amischen - benannt nach ihrem einflussreichsten Schweizer Führer Jacob Ammann - trennten sich bereits früh von den Mennoniten, denen sie eine zu geringe spirituelle Disziplin vorwarfen. Sie brechen den Kontakt zu ausgetretenen (Familien)Mitgliedern auch heute noch kategorisch ab.
Die Amischen sind heute hauptsächlich in Kanada und USA (ca. 300'000) ansässig und versuchen ihr Leben möglichst ohne moderne Annehmlichkeiten als Selbstversorger zu gestalten.
13.-15.06.2025
Wir verlassen das Gebiet der Amischen und fahren nach Michigan City an den Lake Michigan.
Das Wetter ist heute wieder trüb, trotzdem sind alle Campingplätze voll. So begnügen wir uns mit einem Strandspaziergang zum Leuchtturm bevor wir uns im Regen nach Chicago aufmachen.
Chicago liegt direkt am Lake Michigan und ist mit ca. 3 Mio. Einwohnern die drittgrösste Stadt in den USA. Nachdem wir unser Nachtlager - einen Parkplatz mitten in der Stadt unterhalb der L-Bahn/Hochbahn bezogen haben, machen wir uns im Nieselregen auf zu einer ersten Erkundungstour. Zu unserer Überraschung stellen wir fest, dass nicht nur wir zu Fuss unterwegs sind - die Stadt lebt!
Wer nicht laufen will, benutzt die L-Bahn. In Chicago heisst sie so, weil das 'L' für elevated/erhöht steht. Die Hochbahn verläuft zwischen den Gebäuden auf Geleisen über den Strassen.
Den Freitagabend-Apéro lassen wir uns an der Bar des historischen Palmer House Hotels servieren; ein Haus, dass mit seiner eleganten Innenarchitektur viele Touristen anlockt.
Weniger begeistert sind wir vom Steak, das wir anschliessend im Restaurant Weber Grill serviert bekommen. Da Wochenende ist, wird auf die Rechnung - zusätzlich zum erwarteten Trinkgeld - nochmals 18% aufgeschlagen :o(
Wir schlendern zurück zu unserem 'Bahnhof' und geniessen unterwegs noch einen Schlummertrunk auf einer Roof Top Bar.
Gegen unseren (Lärm) Befürchtungen haben wir gut geschlafen und es regnet nicht mehr. Der Hochnebel schleicht zwar noch um die oberen Stockwerke der Wolkenkratzer und der berühmte Chicago-Wind zieht um die Häuserecken. Plötzlich stehen wir vor zwei Schneepflügen mit Strassensalz beladen. Hat sich der Wetterbericht dermassen geirrt? Auf die Frage ob wir Schnee erwarten, meint der eine Fahrer lachend: „Nein, nein, wir sind nur da um diese Strassen abzusperren. Heute findet hier eine von über 2000 landesweiten Demonstrationen - unter dem Titel No King - gegen Donald Trump statt!“
Nach der Demonstration laufen wir zum Millennium Park und besichtigen das Wahrzeichen von Chicago - The Bean. Eigentlich heisst die Skulptur Cloud Gate aber weil sie aussieht wie eine Bohne, bekam sie den Spitznamen - Die Bohne. Die faszinierenden Spiegelungen in der Edelstahl-Skulptur verleiten zu unzähligen Fotos.
Gleich daneben steht der Jay Pritzker Musik-Pavillon von Frank Gehry. Heute findet das 'Konzert' draussen statt - Aerobic fürs Volk ist angesagt ;o)
Dem Riverwalk des Chicago Rivers entlang laufen wir zum ein Kilometer langen Navy Pier, das in den Lake Michigan ragt. Von hier aus hat man einen schönen Panoramablick auf die Stadt und den See.
Wir verlassen Chicago mit dem Ziel New Glarus. Unsere Wetter-Recherche zeigt aber, dass die Temperaturen im nördlichen Wisconsin kühl sind und dass es dort zurzeit regnet. So entscheiden wir uns für eine 3-tägige Wartezeit etwas westlich von Chicago - in Aurora.
Über schmale Hintertür-Strässchen nähern wir uns Wisconsin. Wo normalerweise eine Tafel auf den neuen Bundesstaat aufmerksam macht, wechselt nur gerade das Wetter.
Dunkelgraue Gewitterwolken ziehen auf und bei der Einfahrt in New Glarus giesst es in Strömen. Auf dem Parkplatz der Touristeninformation sind wir die einzigen Parkierer und warten den Platzregen ab. Etwas verwundert sehen wir zu, als eine Dame aus dem Info Center im grössten 'Huddelwetter' noch rasch eine Tafel an einen Pfosten schraubt. Kurze Zeit später - es 'tröpfelt' nur noch - lesen wir - Übernachten verboten!
Die Dame am Schalter meint auf meinen Hinweis, dass das nicht gerade ein netter Empfang sei: "Das ist nicht so gemeint, wir haben eben schon lange auf diese Tafel gewartet!“ - ja, genau!!
Wir gehen als erstes für eine Besichtigung und Degustation zur lokalen Bierbrauerei - New Glarus Brewery. Die beiden Lieblingsbiere der Lokalen - The Spotted Cow und Totally Naked - sind auch unsere Favoriten. Im Puempel’s Old Tavern bestelle ich mir später aber ein Deutsches Weizenbier - sorry!
Etwas ausserhalb wollen wir uns im Woods State Park für zwei Nächte einquartieren. Übers Internet wird unsere Schweizer Kreditkarte nicht akzeptiert - ist dies die Retourkutsche für meinen Biergeschmack? ;o))
Röbä greift daher zum gelben Schnurtelefon am Park-Häuschen und versucht auf diesem Kommunikations-Weg einen Platz zu buchen. Die Dame an der Strippe ist sehr hilfsbereit, aber es dauert dann doch noch 30 Minuten, bis wir einen Übernachtungsplatz bekommen.
Im Swiss Historical Village führt uns Dave durch die sehr interessante Ausstellung. Mit viel Liebe haben die Neu-Glarner allerlei Historisches zusammengetragen.
Das heutige 2300-Seelen-Dorf New Glarus wurde 1845 von 150 Immigranten aus dem Kanton Glarus gegründet. Neben der Urnerboden- und der Tells-Geschichte weiss Dave auch viel über das heutige Dorf zu berichten, das jedes Jahr mit zahlreichen 'Schweizer' Anlässen - Jassturnier, Oktoberfest, Bundesfeier, Wilhelm Tell Festival, Erntedank-Fest, Jodel- und Männer-Chor-Festival - unzählige Touristen anlockt.
Nach dem fast 3-stündigen Museumsbesuch brauchen wir zuerst eine Abkühlung, bevor wir uns unter der sengenden Sonne das Zentrum von New Glarus genauer anschauen.
Die Chalet-artigen Häuser sind geschmückt mit Schweizer Kantonswappen. Auf den Balkonen blühen Geranien und bemalte Kühe stehen in den Gärten - ein kleines Touristenparadies. Das Schweizerische ist nach neun Generationen etwas verwässert und vermischt mit Deutschem und Österreichischem Kulturgut - trotzdem, uns hat New Glarus gefallen!
Die nördliche Hälfte von Wisconsin ist mit Wald bedeckt. Im Moment - auf dem Weg zur Hauptstadt - fahren wir aber immer noch durch sanftes hügeliges Ackerland, wo hauptsächlich Mais angepflanzt wird und die Bauernhöfe weit voneinander entfernt liegen.
Madison - Hauptstadt von Wisconsin - liegt auf einer Landenge zwischen dem Lake Mendota und dem Lake Monona.1837 ließen sich die ersten Siedler nieder, von denen viele aus Deutschland, Irland und Norwegen emigrierten.
Zwischen 1907 und 1917 wurde auf dem höchsten Punkt der Landenge das heutige State Capitol/Regierungssitz von Wisconsin mit der 86 m hohen Kuppel errichtet.
Wir schliessen uns einer interessanten 1-stündigen Führung an. Auffallend ist die Materialvielfalt.
43 Gesteinsarten aus verschiedenen Teilen der USA aber auch aus Italien, Griechenland und Norwegen, sowie viel Gold bringen Farbe und Abwechslung ins Politikerleben.
Anschliessend an die Führung schlendern wir durch die Innenstadt. Viele Geschäfte sind geschlossen und überall sitzen und liegen die Obdachlosen.
Harvest Host, unsere App für Gratis-Übernachtungen auf Bauernhöfen, bei Brauereien oder Winzern führt uns zur Edwin Brix Winery in Juneau, nordöstlich von Madison. Natürlich wird erwartet, dass man beim jeweiligen Gastgeber als Gegenleistung für den Übernachtungsplatz etwas konsumiert. Wir entscheiden uns für eine Degustation ihrer Weiss- und Rotweine - diesmal ein Erlebnis der speziellen Art.
Seit unserer ersten Weindegustation 1996 haben wir zahlreiche Weine in vielen Ländern probiert, jedoch noch nie so unprofessionell vinifizierte Säfte. Alle Weine - auch die jungen Jahrgänge - sind braun oxidiert und sauer wie Zitronensaft. Spätlesen und Dessert-Weine sind massiv mit Zucker und Fruchtsäften aufgemotzt. Dass alle Weine in französischen Eichenfässern gelagert wurden macht die Sache für uns auch nicht besser :o(
Die Sicht von unserem Übernachtungsplatz auf den Weinberg und den Sonnenuntergang ist hingegen makellos.
24./25.06.2025
Nach drei Tagen Rast in Townsend fahren wir 300 km durch Wald bis zum Lake Superior. Irgendwo in der Mitte der Strecke überqueren wir die Grenze zum Bundesstaat Michigan. Die damit einhergehende Zeitverschiebung bemerken wir aber erst im Verlauf des Tages.
Am Nachmittag erreichen wir die ca. 105 km lange Keweenaw Peninsula, die wie ein leicht gebeugter Zeigefinger in den Lake Superior ragt, dem zweitgrössten See der Erde.
Wir schlendern gemächlich durch Houghton, dem grössten Ort auf der Peninsula. Im 19. Jahrhundert kamen dem boomenden Kupferabbau wegen hauptsächlich Einwanderer aus Finnland und Cornwall hierher. Heute ist die Stadt aber - wie die meisten amerikanischen Städte - beinahe menschenleer. In der bekannten Keweenaw Brauerei finden wir dann aber doch noch einige der Einwohner ;o)
1860 grub man in Houghton einen 30 m breiten und 6.5 m tiefen Kanal von Ost nach West und trennte damit den halben 'Finger' vom Festland ab. Der Kanal ermöglichte es, einfacher das Kupfererz aus den Minen zu verschiffen und gleichzeitig Waren und Materialien für die Bergbauindustrie und die Bevölkerung in die Region zu transportieren.
Der Portage Kanal wird heute von einer Lift-Brücke überspannt. Der mittlere Teil kann für die Durchfahrt von grossen Schiffen angehoben werden. Seit dem Bau des Kanals heisst der nördliche Teil der Halbinsel Copper Island.
25.-27.06.2025
Die ansässigen Indianer bauten auf der Copper Island bereits seit mehr als 7000 Jahren Kupfer ab, als 1845 - vor dem bekannteren Gold-Rausch in Alaska und Nordwest-Kanada - der US-Amerikanische Kupfer-Rausch begann.
Wie sonst nirgends auf der Welt war der Boden mit reichhaltigen Kupfer-Erzen und Kupfer-Klumpen durchzogen, was Schatzsuchende in Scharen - hauptsächlich Immigranten aus Europa - und später grosse Industrie-Organisationen anlockte.
Der kostspielige - bis zu 3000 m tiefe - Untertag-Abbau auf der Copper Island ist gegenüber den heutigen riesigen Tagbau-Minen in Chile oder Australien inzwischen nicht mehr konkurrenzfähig. Wir besuchen eine der stillgelegten Abbaustätten in der Nähe von Houghton - die Quincy Mines.
Der Zahn der Zeit nagt nun unerbittlich an den Industrieanlagen, den ehemals lukrativen Minen und den
schmucken Dörfern.
Calumet - zwischen Houghton und Copper Harbor gelegen - ist eines dieser Dörfer und war 1866 die bedeutendste Stadt auf der Copper Island. Schon bald gab es unzählige Läden, Kneipen, Kirchen und Schulen. Der Reichtum aus dem Kupferbergbau führte zum Bau zahlreicher repräsentativer Gebäude. Als der rasch gewachsene Bedarf an Kupfer zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg abrupt nachliess, begann auch das langsame Sterben von Calumet. Inzwischen ist der Ort - trotz einiger Touristen - leider nur noch ein zerfallendes Relikte aus einer besseren Zeit.
Copper Harbor liegt an der äussersten Spitze der Keweenaw Peninsula. Lange Zeit war der Ort der wichtigste Versorgungshafen für die Menschen auf Copper Island. Heute ist Copper Harbor vor allem für seine malerische Lage und sein umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten bekannt.
Wir erwachen bei 10°C und nass-grauem Wetter. Wir sind froh um jeden Sonnenstrahl, denn vom Lake Superior her weht ein steifer Wind. Eine wärmende Wanderung zum Hunter's Point geben wir auf halber Strecke auf, denn bis zum Ende führt der Weg nun nur noch über grosse, wackelige Kieselsteine. Wir geniessen dafür die Sicht auf die ehemalige Wanderstrecke und genehmigen uns einen Kaffee mit Muffins an der See-Bäckerei.
Um die auf Copper Island ansässigen Ojibwe-Indianer von ihrem Land und ihren Kupfer-Minen zu vertreiben sowie Recht und Ordnung zwischen den einwandernden Minen-Arbeitern aufrecht zu erhalten, entsandte die Bundesregierung Militäreinheiten nach Copper Harbor mit dem Auftrag, hier einen befestigten Stützpunkt - Fort Wilkins - zu errichten.
Die 100+ Soldaten und Offiziere - teilweise mit Frau und Kindern - wurden in den eisfreien Monaten über den Lake Superior mit Schiffen von Detroit aus mit dem Notwendigsten versorgt. Dazwischen waren sie sich selbst überlassen. Bereits zwei Jahre später wurde das Fort wieder aufgegeben und die Soldaten in den Krieg zwischen Mexiko und USA abkommandiert.
28.06.-01.07.2025
Heute Morgen ist es kalt-nass und ein steifer Wind blässt über den bleigrauen Lake Superior. Die am Rückweg liegenden Sehenswürdigkeiten sind vom Nebel verschleiert und so verlassen wir die Copper Island wieder Richtung Houghton.
Wir bewegen uns auf den US-Nationalfeiertag zu - den 4. Juli. Die meisten Campingplätze, die wir anfahren, sind beinahe ausgebucht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die nächste Reise-Woche zu planen und die entsprechenden Übernachtungsplätze zu reservieren.
Marquette ist mit etwas über 20‘000 Einwohnern die grösste Stadt im nördlichen Michigan und ein wichtiger Binnenhafen am Lake Superior für die Forstindustrie und die Eisenerz-Verschiffung.
Über das sehr gut ausgebaute Radnetz erkunden wir auf unseren Bikes die Umgebung von Marquette. Die Umrundung des Presque Isle Park geben wir allerdings auf halbem Wege auf. Nicht etwa weil die Tour zu streng wäre, aber die zahllosen schwarzen Stechfliegen bringen uns beinahe um den Verstand! Wir drehen um und radeln dem Lake Superior entlang ins Stadtzentrum.
Eine Wanderung um den Dead River Stausee am nächsten Tag macht um einiges mehr Spass als die gestrige Bike-Tour. Ausser ein paar Stechmücken begegnet uns hier keine einzige Stechfliege - Glück gehabt!
Bevor wir wieder in den warmen Süden fahren, geniessen wir noch etwas die angenehm kühlen Gegenden an den Ufern des Lake Superior.
Nahe an der Grenze zu Kanada strömt der Tahquamenon River inmitten von riesigen Waldgebieten über zwei Wasserfälle - Upper und Lower Tahquamenon Falls - dem Lake Superior entgegen. Das Wasser ist stellenweise braun gefärbt. Gemäss dem Park-Prospekt rührt die bernstein-artige Färbung von Tanninen her, die die unzähligen Zedern und Fichten in die Sümpfe abgeben, die wiederum vom durchquerenden Flusswasser aufgenommen werden. Das Tannin wird ausgeschwemmt und bräunt strähnenweise das Wasser.
Während wir hier in Saint Ignace auf dem Tiki Camping den Nationalfeiertag abwarten, versucht Röbä noch einmal sein altes Bike wieder in Schuss zu bringen. Leider ohne Erfolg und so muss er sich schweren Herzens von seinem langjährigen, treuen Begleiter verabschieden. Es steht jetzt neben der Mülltonne :o(
Um ihn etwas von der Trennung abzulenken, machen wir einen Bootsausflug zur Mackinac Insel.
Mackinac Island ist eine 5 x 3 km kleine Insel im Lake Huron. Mit einem Boot fahren wir in 15 Minuten auf die autofreie Insel.
Bevor im 17. Jahrhundert europäische Entdecker auf die Insel kamen, war sie von Odawa-Indianern besiedelt. Die Insel hatte eine strategisch wichtige Lage für den Pelzhandel im Gebiet der Great Lakes. Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges eroberten die Briten 1812 die Insel zusammen mit dem amerikanischen Fort Mackinac.
Ende des 19. Jahrhunderts begann die Eroberung der Insel durch die Touristen und diese hält bis heute an! Wir laufen einmal die Hauptstrasse rauf und runter, staunen über die gut erhaltenen Viktorianischen Häuser und müssen dabei aufpassen, dass wir weder von Pferdekutschen noch von Fahrrädern überfahren werden.
Wir verlassen die Hektik der Geschäftsstrassen und machen uns zu Fuss auf den Weg durch den kühlen Wald zum Arch Rock - ein natürlicher 4000 Jahre alter Kalksteinbogen mit einer Spannweite von 15 m. Von hier aus haben wir auch eine tolle Sicht auf den Lake Huron.
Weiter gehts zum Sugar Loaf. Der Zuckerhut ist ein 23 m hoher Felsen im Inneren der Insel und war vor 11'000 Jahren ein Teil des Kalksteinmassives der Insel. Über die Jahre hat der damals existierende See diese Spitze ausgewaschen.
Auf dem Rückweg laufen wir am Fort Mackinac vorbei und stürzen uns wieder ins Touristen-Gewimmel.
Am Sonntag nach dem Nationalfeiertag - Independence Day - verlassen wir Saint Ignace und überqueren auf der vierspurigen Hängebrücke Mackinac Bridge die 8km breite Mackinac Strait. Diese Wasser-Strasse verbindet den Lake Michigan mit dem Lake Huron, trennt aber gleichzeitig den nördlichen vom südlichen Teil von Michigan.
In Petoskey - einer kleinen Hafenstadt am Lake Michigan - schalten wir eine kurze Fahrpause ein. Ursi - als passionierte Steinesammlerin und ich als williger Gehilfe - suchen den Strand nach Petoskey-Steinen ab. Diese Steine sind versteinerte sechsseitige Korallen und sind bis zu 350 Millionen Jahre alt. Das Sammlerglück ist uns leider nicht hold und so begnügt sich Ursi mit einem Stein aus dem Souvenirladen.
Etwas weiter südlich, in Charlevoix, mischen wir uns unter die zahlreichen Touristen. Dieses Städtchen ist ausnahmsweise fussläufig zu besichtigen und beherbergt - neben einer abwechslungsreichen Einkaufs-Meile und einer hübschen Strand-Promenade - die interessanten Earl Young Gnome Houses. Ab 1919 - als ungelernter Architekt - baute Young 50 Jahre lang fantasievolle Wohn- und Geschäftshäuser im nördlichen Michigan, ausschliesslich aus lokalen Baumaterialien.
Das Wetter wechselt täglich. Gestern warm - wir schlafen mit leichten Sommerdecken, heute kalt - wir decken uns mit Winterdecke plus Sommerdecke, dann wieder so heiss, dass wir alle Decken weglassen, um am nächsten Tag bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu den zwei Decken noch den Schlafsack oben drauf zu legen und Bettsocken anziehen.
Auch heute Sonntag ist wieder so ein nass-grauer Regentag und wir fahren in die Weinregion Old Mission Peninsula. In Traverse City ragt die Peninsula in den Lake Michigan hinein. Die Halbinsel ist eines der bekannteren Weingebiete von Michigan und kann allenfalls unseren Glauben an die Weine um die Great Lakes wieder etwas stärken. Wir stellen aber fest, dass Wein degustieren bei diesem gräusligen Wetter nur halb so viel Spass macht. Draussen ist es kalt und drinnen ist es noch kälter - die Klimaanlagen arbeiten auf Hochtouren!
Nach zwei Wein-Degustation - die Weissweine sind trinkbar bis gut - lassen wir die anderen Weinproduzenten links liegen, kehren der Halbinsel den Rücken zu und richten uns im Traverse City State Park für eine kühle Nacht ein.
Am Montag durchqueren wir den Bundesstaat Michigan in Richtung Osten um anschliessend südlich nach Frankenmuth abzudrehen. Dieser Ort und weitere im Umland wurden 1845 von lutherischen Deutschen/Franken gegründet (Frankentrost, Frankenlust, Frankenhilf).
Auf dem Campingplatz einer lutherischen Kirchgemeinde lassen wir uns für ein paar Tage nieder. Unsere abendlichen Lagerfeuer sowie die frühen Morgenstunden werden von Kirchenliedern untermalt, die eine in der Nähe zeltende lutherische Jugendgruppe mit lauter Inbrunst von sich gibt.
Wäre einer der ersten Siedler nicht ein gewiefter Geschäftsmann gewesen, würde heute Frankenmuth auf keiner Touristenkarte auftauchen. Die Familie Zehnder hat sich im Dorfkern ein kleines bayrisches Disneyland aufgebaut und zieht mit diversen Festanlässen über 3 Million Touristen pro Jahr in diesen Ort.
Im Gegensatz zu den Nächten sind die Tage hier über 30°C warm. In der Hoffnung auf ein kühles bayerisches Bier machen wir uns auf und laufen ins Dorf. Wir werden nicht enttäuscht. Importiertes Bier - Hofbräuhaus, Paulaner, Franziskaner, etc. - und gute Brezen werden im Bavarian Inn serviert. Da die meisten Besucher den Unterschied nicht kennen, werden auch schweizerische und österreichische Delikatessen angeboten - das Geschäft brummt.
Die US Amerikaner laufen gerne mit einem Getränk in der Hand durch die Strassen. Damit sie Alkohol nicht in die Wohnquartiere tragen, werden sie mit Strassen-Klebern auf die geografischen Alkoholgrenzen des Ausgehquartiers aufmerksam gemacht ;o)
09.-11.07.2025
Wir peilen unsere letzten Ziele in den USA an und fahren 170 km in den Süden nach Dearborn, einem Vorort von Detroit. Es regnet und ist somit der perfekte Tag für den Besuch im Henry Ford Museum - der grösste Museumskomplex in den USA. Hier warten nicht nur Automobile die Geschichte schrieben auf den Besucher, sondern auch unzählige Gegenstände von historischem Interesse.
Nach dem Museum wartet der Höhepunkt des Tages auf uns. Wir werden mit einem Bus in 15 Minuten zu einer der zahlreichen Auto-Montagehallen - Ford River Rouge - transportiert.
Nach einem Video über die Geschichte des Automobilherstellers Henry Ford und seiner Idee für die Automobil-Montage auf einem Fliessband, dürfen wir eine Montagehalle betreten und die sehr interessante Produktion eines Fahrzeugs - Ford F-150 Pickup - beobachten.
Die Auto-Gerippe bewegen sich langsam auf einem Fliessband vorwärts, der Montagearbeiter greift sich ein Montageteil, tritt auf das Band und montiert das Teil. Mit wenigen Schritten ist er wieder an seinem angestammten Platz, greift sich wieder ein Montageteil, tritt aufs Band .... 3500-4000 Autos pro Woche, ohne Hektik und völlig entspannt. Die schwereren Teile wie Windschutzscheibe, Heckteil, Motor, etc. werden hingegen von Roboter-Armen dem Gerippe hinzugefügt.
Fotografieren war leider nicht erlaubt, also müsst ihr selber einmal dort vorbeischauen ;o)
Am nächsten Tag fahren ins Zentrum von Detroit. Die größte Stadt im Bundesstaat Michigan entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum blühenden Zentrum der amerikanischen Autoindustrie. 1973 - die Japaner haben inzwischen mit ihren günstigeren, besser ausgestatteten Autos die Welt erobert - erlebt Detroit einen raschen wirtschaftlichen Abschwung. Es folgt ein drastischer Abbau der Arbeitsplätze bei den zahlreichen Automobilherstellern - General Motors, Ford Motor Company, Chrysler Corporation, etc. - und die damit verbundene Abwanderung der Bevölkerung treibt die Stadt in den finanziellen Bankrott.
Wir bewundern die Architektur eines älteren Wolkenkratzers, als wir angesprochen werden. Matthew erklärt uns, dass viele Gebäude der Innenstadt inzwischen saniert wurden und zahlreiche Arbeitgeber wieder zurück nach Detroit ziehen. Er lädt uns ein, seine in der Nähe befindliche Marketing-Firma zu besuchen um zu sehen, wie er eines dieser Backsteingebäude dafür ausgebaut hat - sehr interessant.
Um uns rasch einen Überblick von Detroits Zentrum zu verschaffen, besteigen wir den People Mover. Diese Hochbahn ist kostenlos und kreist im 10 Minuten-Takt um die Geschäfts- und Vergnügungsviertel der Innenstadt.
Der Besuch im 151 m hohen Guardian Building bringt uns zum Staunen. Der 43-stöckige Büroturm im Finanzviertel wurde im Art-Déco Stil 1928 erbaut und erinnert uns eher an eine Kathedrale.
Wir schlendern durch Parks und die belebte Stadt weiter zum Detroit River, wo wir schon mal einen Blick über die Grenze nach Kanada werfen. Nach einem Drink im historischen Ausgehviertel Greektown geht es aber noch einmal zurück zu unserem gestrigen Übernachtungsplatz bei einer Kirche in Dearborn.
Morgen Freitag werden wir die USA endgültig verlassen - wird sind nicht unglücklich - und in Kanada einreisen.
Von allen Fazits, die wir bis jetzt erstellt haben ist dieses das schwierigste. Die USA war bis jetzt die unbestrittene Technologie-Führerin, die grösste Militärmacht und die erfolgreichste Industrie-Nation der Welt. Andererseits sehen wir im Land (mit Ausnahme von Kalifornien) - seit unserem letzten längeren Besuch vor 26 Jahren - wenig Fortschritte, die das täglich Leben eines Durchschnitts-Amerikaners betreffen. Auch sind die politischen, sozialen und ökonomischen Gräben seit unserem letzen Besuch merklich grösser geworden.
Unsere Eindrücke von den Camper-Reisen durch die USA (334 Tage, davon 31 in Alaska):
Positiv
Überraschend
Negativ
Hellblau 2025 Grün 2023 Violet frühere Reise
11.-15.07.2025
Nach 334 Tagen kreuz und quer durch die USA überqueren wir heute die Ambassador Bridge über den Detroit River nach Kanada.
Kaum drüben beginnt das grosse Schlange stehen. Wir wundern uns, denn bis jetzt waren die Grenzübertritte nach Kanada immer sehr angenehm und speditiv. Nach einer Stunde warten sind wir am Grenzschalter und werden von einer misstrauischen Grenzbeamtin einem Kreuzverhör unterzogen - was die USA kann, können wir auch. Unseren Camper will sie dann aber doch nicht untersuchen - wir haben’s geschafft - wir sind in Ontario/Kanada!
Nach der Grenze machen wir zuerst einen Abstecher zum Supermarkt, denn unseren Kühlschrank mussten wir für die Einreise nach Kanada leer essen.
Anschliessend biegen wir gegen Süden ab und fahren zum 388 km langen und bis zu 92 km breiten Lake Erie.
Der Point Pelee Nationalpark ist der südlichste Punkt von Kanada. Der nördlichste mit Automobil erreichbare Punkt Kanadas ist das von uns 2023 besuchte Tuktoyaktuk.
Der Nationalpark liegt auf einer Landmasse, die 15 km in den Lake Erie hineinragt. Diese spitze, früher landwirtschaftlich genutzte Halbinsel entstand durch Sedimentablagerungen, ist heute wieder mit Sümpfen und Wäldern bedeckt und nun ein Paradies für Vögel und Insekten. Die letzten sandigen Meter von Point Pelee sinken in den See.
15./16.07.2025
Nach New Glarus/Schweiz und Frankenmuth/Deutschland - warum nicht auch noch einen Abstecher nach England?
1793 wurde aus dem Dorf Kotequogong London, mit der Absicht diesen Ort zur Hauptstadt der kanadischen Provinz Ontarios zu machen. Auch der Fluss erhielt einen neuen Namen - Themse. 1826 kamen die ersten englischen Siedler, aber Hauptstadt wurde London nie. Mit der Fusion umliegender Ortschaften zählt London heute 385‘000 Einwohner.
Auf uns wirkt der Ort eher wie ein grosses Dorf mit einem unübersehbaren Problem. Überall sitzen oder liegen Männer und Frauen, halb bewusstlos, vollgepumpt mit Drogen. Wir laufen eine Runde durchs Zentrum und verabschieden uns gerne wieder.
Der nächste englisch geprägte Ort - Cambridge, 130‘000 Einwohner - entstand 1973 durch den Zusammenschluss mehrere Orte.
Schon auf der Suche nach einem Parkplatz sind wir von diesem gemütlichen Ort mit Kleinstadt-Flair sehr angenehm überrascht. Auch auf dem anschliessenden Rundgang bleibt ein gemütliches Gefühl. Dazu passt ein kühles Bier in der Fussgängerzone und der Kellner - mit deutschen Grosseltern - will auch noch ein paar Brocken Deutsch sprechen.
Etwas ausserhalb von Cambridge können wir auf der Moore Farm übernachten. Neben Beeren, Kirschen, Äpfel, Birnen und Gemüse, die angebaut und im Hofladen verkauft werden, betreibt die Familie Moore auch eine Mutterkuh-Haltung mit Longhorns. Diese prachtvollen Tiere mit ihren riesigen Hörnern sind beeindruckend und wir fragen uns, warum die Kühe in der Schweiz keine Hörner mehr tragen dürfen.
16.-17. Juli 2025
Am Mittwoch, bei unserer Einfahrt in die grösste Stadt in Kanada - Toronto - geraten wir in die Mutter aller Verkehrsstaus. Die 20-spurige Autobahn ist hoffnungslos verstopft und der Verkehr kommt beinahe zum Erliegen. Mühsam schleichen wir die verbleibenden 20 km vorwärts und erreichen erst gegen Mittag das Zentrum. Wie wir später erfahren, findet am Wochenende ein Indy-Race-Car Rennen statt und diverse Strassen werden bereits heute dafür eingerichtet.
Zuerst wollen wir das Wahrzeichen der Stadt - den CN Tower - etwas näher erkunden. Bei unserem letztmaligen Besuch in Toronto - vor 20 Jahren - konnten wir uns die Zeit dafür nicht nehmen und haben ihn nur von unten bestaunt.
Der Turm ist 553 m hoch und war vor dem Burj Khalifa in Dubai das höchste Bauwerk der Erde. Früher diente das Gebäude als Telekommunikations- und Fernsehturm bevor der Tourismus ihn nun gänzlich in Beschlag genommen hat.
Nach 2 Std im Turm machen wir uns auf, Toronto zu Fuss zu besichtigen. Die Sonne spiegelt sich in den zahllosen gläsernen Hochhäusern und beleuchtet so die ansonsten eher schattigen Strassenschluchten. Das mächtige Fairmont Royal York Hotel und die noch mächtigere Union Station/Hauptbahnhof sowie zahlreiche Gebäude in Old Toronto erinnern an eine Zeit, als die Briten in Toronto noch das Sagen hatten.
Den Abend schliessen wir mit einem Spaziergang am re-vitalisierten Hafen - Waterfront Wavedeck - ab, bevor wir uns auf den 'malerischen' Schlafplatz unterhalb des CN Tower zurückziehen.
Mangels Alternativen haben wir uns diesen Parkplatz unterhalb einer Autobahn als Übernachtungsplatz auserkoren. Das konstante Dröhnen des Verkehrs wird uns hoffentlich in den Schlaf wiegen - so unsere Überlegung.
Heute Donnerstag nieselt es wieder einmal - ideales Wetter für einen Museumsbesuch. Wir machen einen kleinen Schlenker nach Westen, Richtung Lake Huron und besuchen eine ehemalige französische Mission, die vor einigen Jahren ausgegraben und rekonstruiert wurde.
Saint-Marie-au-pays-des-Hurons/Heilige Maria im Land der Huronen war eine Missionsstation von französischen Jesuiten bei den Wyandot Indianern, auch Huronen genannt. Die Franzosen in Neufrankreich waren von Anfang an mit den Huronen verbündet, die seit langer Zeit mit den Irokesen verfeindet waren. So sahen die Jesuiten eine günstige Gelegenheit, unter den Huronen zu missionieren.
Die Station bestand von 1639 bis 1649 und stellt die erste nicht-indianische Siedlung in Ontario dar. In der Station lebten neben Jesuiten auch Laienbrüder und Engagés - Nachkommen von Franzosen und Indianerinnen - sowie häufig auch Schuldknechte aus Frankreich, die die Kosten ihrer Überfahrt abarbeiten mussten.
Bekannt wurde die Station durch ein Massaker an den Huronen durch die Irokesen, bei dem das Volk der Huronen beinahe ausgelöscht wurde. Auch acht Jesuiten kamen dabei ums Leben. Die überlebenden Bewohner legten selbst Feuer an ihre Station und flüchteten zusammen mit den restlichen Huronen nach Québec.
17.-24. Juli 2025
Nach einer - bis auf die hupenden Güterzüge - ruhigen Nacht auf einem Brauerei-Parkplatz in Parry Sound - im Norden von Toronto - beginnen wir die 60km lange Durchfahrt durch den riesigen Algonquin Provincial Park.
Die waldige Gegend mit tausenden von grossen und kleinen Seen zieht jährlich über eine Million Besucher an.
Es ist Wochenende, die Schulen haben Sommerferien und die Campingplätze im Park sind praktisch alle ausgebucht. Doch das Glück ist uns hold. Auf drei verschiedenen Plätzen können wir in Abfolge jeweils eine Nacht bzw. zwei Nächte buchen - besser als gar nichts.
So schieben wir uns täglich etwas weiter in den Park hinein, wandern danach durch andere Laub- und Nadelwälder, queren neue Sümpfe, blicken von verschiedenen hoch ragenden Felsen, umrunden zahlreiche idyllische Seen und Teiche und sitzen jeden Abend an einer anderen Feuerstelle. Von den im Park lebenden Bären, Wölfe oder Elche lassen sich aber keine blicken, daher begnügen wir uns mit wilden Truthähnen sowie diversen Eich- und Streifen-Hörnchen.
Wir durchqueren den Algonqin Park von West nach Ost. Kurz vor der der Ausfahrt besuchen wir das Logging Museum, das in einem 1.5 km langen Waldpfad die Geschichte und das heutige Nebeneinander von Naturschutz und Holzindustrie aufzeigt.
Jeden Winter im 19. Jhd. strömten die Holzfäller in diese baumreiche Region und hackten die begehrten Baumriesen - ohne Rücksicht auf die Natur - millionenfach nieder. Mittels Pferdeschlitten wurden die Stämme anschliessend aus den Wäldern auf die zahlreichen noch gefrorenen Seen geschleppt.
Sobald die Seen im Frühling auftauten, wurden die Stämme mit eigens dafür entwickelten Flösse über die Seen in die mit Schmelzwasser gefühlten Flüsse geschoben. Verstopfte Engstellen durch verhakte Baumstämme waren keine Seltenheit und mussten von Hand gelöst werden - oft mit fatalen Folgen für die Holzflösser.
Im Gegensatz zu früher ist inzwischen die Holzindustrie im Algonquin Provincial Park an strenge Regeln gebunden:
Nach vier Tagen Waldleben gönnen wir uns zwei Ruhe-Tage in Luskville im Bundesstaat Québec. Auf dem Hof von Karri und Trevor - Schafe, Lama, Alpaka, Weintrauben - planen wir die kommenden Stadtbesichtigungen von Ottawa und Montréal.
24.-26. Juli 2025
Als Queen Victoria - Königin der Briten - 1857 auf der Suche nach einem geeigneten Regierungssitz für Kanada war, liess sie ihren königlichen Finger über einer Landkarte kreisen und traf das damals kaum bekannte Holzfäller-Städtchen Ottawa.
Inzwischen besitzt die Hauptstadt von Kanada internationales Flair und ist die einzige, wirklich bilinguale Grossstadt Kanadas.
Wir haben unseren Camper auf einem Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite des Ottawa Rivers in Québec/Gatineau abgestellt und überqueren nun zu Fuss die 564 m lange Royal Alexandra Brücke um nach Ontario/Ottawa zu gelangen. Vorbei an der National Gallery und der Kathedrale steuern wir direkt zum Byward Market. Röbä hat Hunger und hier gibt es zahlreiche gemütliche Restaurants. Anschliessend flanieren wir durch die Sparks Street und sind erstaunt, dass Ottawa - seit unserem letzten Besuch 2005 - nicht in die Höhe gewachsen ist.
Bekannt ist Ottawa für seine historische Architektur, insbesondere das Parlamentsviertel mit den neugotischen Regierungsgebäuden, darunter der markante Peace Tower.
Seit 2020 laufen die Arbeiten zur Restaurierung und Modernisierung des beeindruckend Parlamentsgebäudes. Alleine für den 3-jährigen Aushub der 23 m tiefen Grube vor dem Gebäude wurden 40'000 LKW-Ladungen abtransportiert. In einigen Jahren (2019 - 203x) wird hier ein unterirdisches Besucherzentrum und mehr Platz für die Parlamentarier entstanden sein.
Der 202 km lange Rideau-Kanal - UNESCO-Welterbe - verbindet den Ottawa River mit dem Lake Ontario. Auf der gesamten Stecke müssen 46 Schleusen durchfahren werden. In Ottawa alleine braucht es für die die acht Schleusen - 24 m Höhenunterschied - ca. 90 Minuten.
Etwas müde vom vielen Laufen, nehmen wir das Wasser-Taxi um den Ottawa River zu überqueren. Der Wind bläst ziemlich heftig. Einen kurzen Moment achte ich nicht auf meinen Hut - Schwups! - schwimmt er im Fluss. Aber meine zwei Helden - Röbä und der Steuermann - bringen den Flüchtigen nach kurzer Verfolgungsjagt wieder ins Boot.
Wir sind erstaunt, als uns bei der Ankunft im Camping L'Ange-Gardien mitgeteilt wird, dass heute der Weihnachtsmann seine Runde dreht und sich über weihnachtlich dekorierte Campingplätze freuen würde.
Offensichtlich feiern die Menschen in der Provinz Québec jedes Jahr am 25. Juli Camper's Christmas, eine sommerliche Variante des Weihnachtsfestes. Der Ursprung liegt darin, dass es früher für grosse Familien in Québec im Winter oft schwierig war, sich alle gemeinsam zu Weihnachten zu treffen. Deshalb entstand in den 1960er Jahren die Idee, Weihnachten einfach im milderen Sommer auf dem Campingplatz nachzufeiern, wo auch mehr Platz für die zugereisten Familienmitglieder zur Verfügung stand.
Natürlich machen wir gerne mit, denn unsere Weihnachtsdekoration liegt griffbereit in einer Schachtel im Camper.
27.-30. Juli 2025
Montréal ist die nach Paris zweitgrösste französischsprachige Stadt der Welt und liegt auf einer 15 km breiten Insel am Zusammenfluss von Ottawa-Fluss und St. Lorenz-Strom. Mit dem Wassertaxi geht's heute Montag von unserem Camping in Longueuil am Tour de l'Horloge/Zeitturm vorbei zum Altstadt-Hafen.
Von dort aus laufen wir durch die gut erhaltene Altstadt an der Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours und am Hôtel de Ville vorbei zur Place d'Armes.
Die Menschen-Schlange vor der Basilique Notre-Dame ist uns viel zu lang, sodass wir kurzentschlossen einen Bogen zum Quartier Chinois schlagen und uns dort in der Mittagshitze von über 30° C eine kleine Stärkung gönnen.
Wir haben uns mit Dori und Mena - die wir auf unserer Reise durch die Amerikas schon in Puebla/Mexiko, Dawson City/Kanada, Tok/Alaska, Cape Canaveral/USA getroffen haben - verabredet. Beide sind in Montréal geboren und wollen uns die etwas weniger bekannten Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zeigen.
Um in den eisigen Wintermonaten der Kälte auszuweichen, hat sich Montréal eine Stadt im Untergrund - die Ville Souterraine - zugelegt. Über mehr als 150 Eingänge taucht man ein in dieses vollklimatisierte - 33 km lange - Riesengeflecht aus Plätzen, Kreuzungen, Tunnels, hunderten von Läden und Restaurants, Rolltreppen zu Bürotürmen, Kinos, Theatern, Hotels, Kaufhäusern und Metrostationen.
Aber nicht nur im Winter bietet dieses Untergrund-Labyrinth Schutz vor der Kälte, jetzt im Sommer bei 30° C ist es hier unten angenehm kühl und einfacher, sich von A nach B fortzubewegen.
Mit der Metro fahren wir anschliessend zur 3 km langen, verkehrsfreien Avenue du Mont-Royal, eine der zahlreichen Ausgeh-Meilen von Montréal.
Bevor wir gegen Abend mittels Metro und Watertaxi wieder zu unserem Camper heimkehren, verwöhnen wir uns im nahen Portugiesenviertel noch etwas mit europäischen Spezialitäten.
Dear Mena, dear Dori
Thanks for bringing us to your favorite Spots in Montréal. We hope your dream of living in Portugal will come true in the very near future - see you in Europe.
Montréal hat uns auch beim zweiten Besuch gut gefallen, aber die Reise muss weitergehen. Am nächsten Morgen fahren wir 210km bis kurz vor Québec City und nisten uns auf einem KOA Camping für die Nacht ein. Schon früh am Donnerstagmorgen drängen wir uns dann mit dem Arbeitsverkehr in die Nähe des Zentrums, auf der Suche nach einem Parkplatz. Überall stehen Tafeln, die das Parkieren für Wohnmobile verbieten. Nicht sehr einladend aber auch verständlich, denn die Stadt wird jedes Jahr von ca. 4 Mio. Touristen überschwemmt. Wir fahren steil runter zum Saint Lawrence River und finden dort noch ein (teures) Park-Plätzchen.
Nun gehts zu Fuss wieder steil rauf in die Altstadt. Obwohl erst 10 Uhr, treffen wir dort schon auf zahlreiche Touristen. Bevor wir uns aber selbst ins Getümmel stürzen, gibts noch einen Kaffee und gut gemachte französische "Gipfeli“.
Québec City - UNESCO Weltkulturerbe - ist die älteste Stadt Kanadas, hat eine komplett erhaltene Altstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und die einzige unzerstörte Stadtmauer nördlich von Mexiko.
Steil runter laufen ist nicht so mein Ding, also nehmen wir am Nachmittag die Funiculaire in die Unterstadt.
Dort schmiegen sich schön renovierte Spitzgiebelhäuser aneinander. Wir und unzählige andere Touristen drängen durch die engen Gassen von Souvenir-Shops zu Boutiquen und zu Restaurants.
Für den steilen Aufgang zurück in die Oberstadt nehmen wir jedoch die Treppen und setzen uns anschliessend in ein gemütliches Restaurant in einer der belebtesten Fussgängerzonen der Stadt - eine kleine Stärkung haben wir uns verdient..
01.-04.08.2025
Ab jetzt betreten wir wieder einmal Neuland. Wir fahren dem Südufer des Sankt Lorenz-Stroms entlang nordwärts. Für einmal - gegen unsere Erwartung - ist das Gebiet nicht gänzlich mit Wald bedeckt, sondern riesige Ackerflächen erstrecken sich bis zum Horizont.
Nach drei Stunden Fahrt gehen wir langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Es ist Freitag und das Wochenende steht vor der Türe - könnte etwas schwierig werden.
Trios Pistoles - ein kleines Kaff am Wasser wirbt mit einem Gemeinde-Campingplatz, den wir umgehend ansteuern.
Ich spreche nur ein paar Brocken Französisch und sie ganz wenig Englisch - das kann ja noch heiter werden! 'Complete!', bedeutet nichts Gutes aber sie setzen alle Hebel in Bewegung, parkieren Autos um und geben uns einen Platz neben ihrer Werkstatt. Merci beaucoup!
Wir vertreten uns noch etwas die Beine und laufen ein paar Kilometer durch den Wald zum Sankt Lorenz-Strom, bevor wir mit einem köstlichen Käse-Fondue unseren Nationalfeiertag feiern.
Weiter nördlich in Sainte Flavie besuchen wir La Grand Rassemblage/die grosse Zusammenkunft, ein Kunstwerk der besonderen Art. Diese aus dem Meer auftauchenden Figuren verändern sich ständig. Je nach Ebbe oder Flut sind sie ganz oder nur teilweise zu sehen.
Nebenan warten hölzernen Figuren auf Flössen auf die Flut, um in See zu stechen. All das kümmert die Schafherde wenig, sie grast bei jedem Wetter friedlich an den Hängen des Dorfes.
Der Künstler Marcel Gagnon schuf 1986 die ersten 80 lebensgrossen Skulpturen aus Stahlbeton. In den folgenden Jahren erweiterte er sein Kunstwerk am Sankt Lorenz-Strom. Heute machen zahlreiche Touristen auf dem Weg in den Norden Halt in Sainte Flavie.
03.-05.08.2025
Wir verlassen die Sankt-Lorenz-Strom Küste und biegen ab gegen Westen. Es sind immer noch 180 km bis nach Campbellton, unserem heutigen Ziel. Auch hier kein blauer Himmel in Sicht. Die starken Winde treiben die Rauchpartikel von den nördlichen Waldbränden in unsere Richtung und trüben die Luft.
Kurz vor Campbellton überqueren wir die Grenze zur Kanadischen Provinz New Brunswick. Die Provinz ist knapp zweimal so gross wie die Schweiz und 83 % der Fläche sind mit Wald bedeckt. Wir stellen die Uhr um eine Stunde vor.
Nach den hübschen Orten in Québec sind wir im ersten Augenblick etwas enttäuscht über die erste Ortschaft in New Brunswick. Campbellton liegt eher schmuck- und leblos vor uns. Dafür liegt der Campingplatz an bester Lage - etwas erhöht mit Blick auf den Fluss. Bei einem Marsch - wir wollen uns noch etwas die Beine vertreten - finden wir noch ein paar schöne Ecken.
Montagmorgen, der Wind hat sich beruhigt und die Sonne lacht. Wir treffen Suse und Alex aus Deutschland auf dem Camping und wir beschliessen, gemeinsam mit einem Taxi zum Sugar Loaf Park zu fahren. Heute ist angeblich Provinz-Feiertag von New Brunswick und es soll im Park ein Fest stattfinden. Wir freuen uns schon alle auf ein kühles Bier!
Auf dem Festgelände ist nicht viel los und Bier gibt es auch nicht. Wir entschliessen uns zu einer Wanderung um den Sugar Loaf Mountain - das Bier trinken wir im Camping, da wir auf dem Marsch nach Hause auch keine Kneipe finden!
05.-06.08.2025
New Brunswick, dieses ehemals französische Territorium - Acadie/Akadien - musste von Frankreich um 1700 an die rivalisierende Kolonialmacht Grossbritannien abgetreten werden. Da sich die Akadier über Jahrzehnte standhaft weigerten, den Treueeid auf die britische Krone abzulegen, wurden schlussendlich alle akadischen Kolonisten deportiert. Einigen wenigen Siedlern gelang es, sich den Zwangsmassnahmen der Briten zu entziehen und zum Teil bis nach USA/Louisiana zu fliehen. Eines deren späteren Dörfer - Lafayette/Acadian Village - haben wir im Januar 2023 besucht.
Inzwischen sind viele Akadier wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt und pflegen ihre französische Kultur und französische Sprache mit grosser Hartnäckigkeit. Auf der Halbinsel Île à Café folgen wir der Route du Littoral Acadie/Akadische Küstenstrasse und lassen uns von der baumlosen Uferlandschaft bezaubern.
Heute beginnt auf der Île à Café die Hummer-Saison, eine der wenigen Verdienstmöglichkeiten in dieser Gegend. Die Saison dauert halbjährlich je 2 Monate und wird in den kanadischen Atlantikprovinzen - Québec, Newfoundland & Labrador, New Brunswick, Prince Edward Island, Nova Scotia - jeweils gestaffelt durchgeführt.
Jeder Fischer darf täglich maximal 250 Fangkörbe auswerfen. Bei Sonnenaufgang holt er die am Vortag ausgeworfenen Körbe mit seinem Boot wieder ein, leert sie und wirft die Fallen mit neuem Köder andernorts wieder aus, um sie am nächsten Tag ein weiteres Mal einzuholen. In Spitzenzeiten kommen so pro Boot und Tag über 2'500kg Hummer ins Trockene.
Der Hummer riecht den Köder und klettert durch das äussere Loch in den Korb. Doch es gibt kein Zurück, denn das Einstiegsnetz läuft konisch zu. Der einzige Ausweg führt durch das innere Loch, ein weiteres konisches Netz, wo ein Notausgang für die zu kleinen Hummer angebracht ist.
In Shediac - the Lobster Capital of the World - gönnen wir uns eines dieser Krustentiere, die sich hauptsächlich von Aas ernähren. Hummer, die andernorts als Delikatesse betrachtet werden, stehen hier ganzjährig auf der Speisekarte.
06.-08.08.2025
In der Bay of Fundy - einer Meeresbucht zwischen New Brunswick und Nova Scotia - kann man eine der grössten Gezeitenunterschiede der Erde beobachten. Die Gezeiten - Ebbe und Flut - sind die Wasserbewegungen der Ozeane, die durch die von Mond und Sonne erzeugten Anziehungskräfte im Zusammenspiel mit der Erddrehung verursacht werden. Stehen Sonne, Mond und Erde gar auf einer Linie - Voll- und Neumond - und sind die Windverhältnisse günstig, dann sollen Unterschiede von über 15 m zwischen Ebbe und Flut möglich sein.
Obwohl wir uns nicht zu Augenzeugen dieser mächtigen Gezeitenunterschiede zählen können, sind wir trotzdem von den unterschiedlichen Wasserständen beeindruckt, als wir den Hopewell Rock Provincial Park innerhalb von zwei Tagen einmal bei Flut und einmal bei Ebbe besuchen.
Die bizarren Felsformationen - gem. Prospekt 'Blumentöpfe' - stehen bei Flut im meterhohen Wasser und werden von Kajak-Fahrern ausgekundschaftet. Bei Ebbe sinkt der Wasserstand - wir schätzen um 6-8m - und wir können trockenen Fusses um die mit Algen bewachsenen Felsen spazieren.
Der Petitcodiac River fliesst vorbei an den Hopewell-Felsen in die Bay of Fundy. Wir folgen dem enger werdenden Flusslauf ins Landesinnere nach Moncton, wo wir eine weitere Eigenheit von solch grossen Gezeitenwechseln beobachten möchten - eine Bore Tide/Gezeitenwelle.
Bei Flut fliesst das rasch steigende Meerwasser in den immer enger werdenden Flusslauf hinauf, wird zu einer kleinen Welle und - wenn man Glück hat - erzeugt in Moncton eine flussaufwärts fliessende, eindrückliche Gezeitenwelle.
Wir richten uns auf einem Kiesplatz hinter einem Swiss Chalet - eine der zahlreichen Restaurantketten in Nordamerika - für eine nächtliche Beobachtung ein und harren der Dinge, die da kommen mögen.
Sonne, Mond und Winde sind uns heute jedoch nicht besonders hold und so müssen wir uns mit einer eher kleinen Gezeitenwelle zufrieden geben. Andere Beobachter hatten mehr Glück - lassen wir deren Video-Aufnahmen für sich sprechen....
07.-08.08.2025
Etwas weiter südlich beginnt der Fundy National Park, den wir jetzt ansteuern. Wieder einmal steht das Wochenende vor der Tür und wir konnten den letzten Campingplatz ergattern - aber nur für eine Nacht.
Laut Beschreibung führt eine Panorama-Strasse durch bewaldetes Gebiet, mit Aussichtspunkten zur Bay of Fundy und bei klarer Sicht bis nach Nova Scotia.
Wir freuen uns auf diese Fahrt und werden ziemlich enttäuscht. Da hilft alles Schönreden nichts, denn bei einer Panorama-Strasse durch den Wald sieht man nur Bäume. Die Aussichtspunkte sind von hohen Tannen umgeben und der Wind bläst immer noch Rauch von Waldbränden in unsere Richtung - keine Sicht bis Nova Scotia.
So begnügen wir uns mit einer kleinen Wanderung im National Park und freuen uns an weniger augenfälligen Naturschönheiten.
Alma - ein kleines Fischerdorf an der Bay of Fundy und am Rande des Fundy National Parks - ist bekannt für seine Hummer und Jakobsmuscheln. Röbä will es nochmals wissen - wir gehen Hummer essen. Ich allerdings in Form einer Chowder/Fischsuppe, denn das 'Ausklauben' des Hummerfleisches aus seiner Schale ist mir zu 'suddelig'! Da hilft auch die genaue Gebrauchsanweisung an der Wand nichts ;o)
09.-11.08.2025
Anstatt den direkten Weg über die Brücke nach Prince Edward Island/PEI zu nehmen, verlassen wir New Brunswick und fahren der Küste Nova Scotia entlang bis zur Autofähre nach PEI in Caribou.
Übrigends - der Name der östlichsten von uns bereisten kanadischen Provinz Nova Scotia stammt aus dem Jahr 1621, als König Jakob von Schottland und England einem Schotten das Gebiet zwischen Neuengland und Neufundland übertrug. Die offizielle Verleihungsurkunde war damals in Latein verfasst und so wurde für Neuschottland die lateinische Form 'Nova Scotia' übernommen.
In Caribou versuchen wir ohne vorgängige Reservation einen Platz auf der Fähre zu ergattern und siehe da - es klappt. Hinter uns schliessen sich die Schotten, die Fähre ist voll.
Die Überfahrt auf die Insel kostet vorerst nichts. Erst bei der Rückfahrt bezahlt man die Fähre oder die Brücken-Gebühr, je nachdem auf welchem Weg man die Insel wieder verlässt. Die Überfahrt über die ruhige, im Winter oft zugefrorene Northumberland-Strasse dauert 75 Minuten. Vor uns liegt das sanft gewellte grüne Hügelland - die Prince Edward Island.
11.-17.08.2025
Charakteristisch für die 224 km lange und bis zu 64 km breite Prince Eduard Island/PEI sind rot-braune Sandstrände und Klippen, hölzerne Leuchttürme, Kartoffeläcker - es gibt sogar ein Kartoffelmuseum - sowie Hummer-Fischerei.
1534 setzte der erste Europäer seinen Fuss auf die Insel. Ab 1720 lebten hier über 1000 französischsprachige Akadier, die versuchten sich der Deportation durch die Briten zu entziehen, was ihnen leider nicht gelang. 1758 nahmen die Briten die Insel endgültig ein und vertrieben die meisten Akadier.
Wir bleiben eine Woche auf PEI und drehen eine Runde um den westlichen und mittleren Teil der Insel. Es scheint uns, als ob das Leben in den kleinen Fischerdörfern noch etwas ruhiger abläuft als anderswo und ein Tage mehr als 24 Stunden zählt - viel Zeit um seine Seele baumeln zu lassen. In den Touristenorten dagegen ist der Teufel los und die Campingplätze sind voll! Wir bleiben im etwas ruhigeren Inland und machen nur kurze Abstecher ans Meer.
Als die RMS Titanic - das grösste Passagierschiff der Welt - auf ihrer Jungfernfahrt in der Nacht auf den 15. April 1912 mit einem Eisberg zusammenstiess und einen Hilferuf per Morse-Code absetzte, war es die Marconi-Funkstation vom Leuchtturm auf Cape Bear, die ein in der Nähe fahrendes Schiff informierte und zum Unglücksort dirigierte.
Von den über 2220 Menschen an Bord kamen 1514 ums Leben, die restlichen konnten - dank dieser damals sehr modernen Funkstation-Station - gerettet werden.
Das Wochenende naht und wir haben 3 Tage auf einem Campingplatz in Cavendish gebucht. Was wir nicht wussten: Cavendish ist ein Wallfahrtsort für Anhänger von kanadischer Jugend-Literatur und der riesige Campingplatz ist packend voll mit kinderreichen Familien.
Nach einem kurzen Ausflug ins nahe Fischerdorf North Rustico laufen wir durch die gepflegten Waldwege der Green Gables Heritage Site und machen uns dort mit der sehr erfolgreichen Buchreihe Anne of Green Gables und der kanadischen Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery bekannt.
Charlottetown ist die Hauptstadt der Provinz Prince Edward Island, wurde 1764 gegründet und nach der damaligen britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt.
In Charlottetown trafen sich 1864 die Vertreter verschiedener Kolonien in Britisch-Nordamerika, die dort erstmals über einen möglichen Zusammenschluss zu einer kanadischen Konföderation diskutierten - die Stadt wird daher als Geburtsort von Kanada betrachtet,
Wir laufen durch die hafennahen Strassen von Charlottetown, besichtigen die wenigen Sehenswürdigkeiten und verlassen bald darauf Prince Edward Island über die 13km lange, elegant geschwungene Confederation Bridge in Richtung New Brunswick.
In Cavendish auf der kanadischen Prince Edward Island stolpern wir über das Vermächtnis einer kanadischen Literatur-Grösse. Lucy Maud Montgomery war eine Schriftstellerin und Dichterin. Montgomery veröffentlichte zu Lebzeiten 23 Romane, einen Gedichtband sowie einen Essay über tapfere Frauen. Sie schrieb etwa 450 Gedichte und 500 Kurzgeschichten. Ihr erstes von einer acht Bücher umfassenden Reihe - Anne of Green Gables - veröffentlichte die Schriftstellerin 1908.
Anne of Green Gables wurde in über 35 Sprachen übersetzt, wurde mehrmals verfilmt und ist mit über 50 Mio verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Bücher weltweit.
Anne Shirley, ein lebhaftes und phantasievolles Waisenmädchen, wird durch einen Fehler auf die Green Gables Farm gebracht und findet dort ein liebevolles Zuhause. Mit ihrer aufgeweckten und oft temperamentvollen Art bringt Anne Schwung in das beschauliche Dorfleben, schliesst Freundschaften und wächst zu einer selbstbewussten jungen Frau heran.
Das Wohnhaus der Schriftstellerin und die Green Gables Farm liegen in Cavendish nahe beieinander und sind mit gepflegten Waldwegen miteinander verbunden. Grund genug, uns das Ganze etwas näher anzuschauen.
20.-24.08.2025
Kurz nach der Brücke von Prince Edward Island - bevor wir die 250 km lange Fahrt nach Halifax unter die Räder nehmen - gibt es eine windige Pause am Cape Tormentine/New Brunswick.
Der Wind bläst in alle Richtungen und warm anziehen ist angesagt! Trotzdem laufen wir der Beach entlang zum alten Fährhafen und besichtigen den letzten - noch stehenden - Leuchtturm aus Holz.
Zwei Tage später überqueren wir wieder die Grenze nach Nova Scotia. Die Fahrt nach Halifax ist unspektakulär, führt sie doch durch eine breite Waldschneise. Dort angekommen fahren wir zuerst zum Spediteur, der unseren Camper nach Europa verschiffen wird und holen uns dort die aktuellsten Informationen - das von uns angepeilte Schiff fällt aus :o(
Somit haben wir nun mehr als genug Zeit, um zusammen mit unserem Neffen Ramon in den nächsten drei Wochen Nova Scotia zu bereisen.
Am nächsten Tag geht’s zusammen mit Ramon ins Zentrum von Halifax. Es ist trüb, kalt und windig. Nach einem kurzen Spaziergang und einem wärmenden Irish Coffee am Hafen, geht es hoch zur Zitadelle. Auf halbem Weg kommen wir ins Gespräch mit einem Sicherheitsbeamten des Parlamentsgebäudes von Nova Scotia, der uns einlädt, das ehrwürdige Gebäude zu besichtigen.
Nach einer halben Stunde setzen wir unseren Weg fort, vorbei am Uhrturm hoch zur Zitadelle. Sie liegt auf einem Hügel über der Stadt und hat Halifax und den Hafen von 1749 bis 1906 geschützt. In den 150 Betriebs-Jahren hat die Festung jedoch keinem Angriff standhalten müssen.
Langsam wird die Sonne den Wolken mächtig und wir laufen den Hügel runter zum Hafen. Hier beschliessen wir unseren Stadtbesuch am Meer in einem Seafood Restaurant und Ramon bekommt seinen ersten Hummer.
Peggys Cove wäre ein idyllisches Fischerdorf - wenn da nicht so viele Touristen wären. Auch die Parkplätze sind zum Bersten gefüllt und alle, die keinen Parkplatz finden, stellen das Auto irgendwo an die Strasse. Für einmal haben wir Glück, denn der Parkwärter weist uns einen Platz nur für Camper zu.
Wir laufen der Dorfstrasse entlang zum Leuchtturm, wo unzählige Touristen wie Ameisen herumkrabbeln. Rechts und links stehen die typischen Holzhäuser, die heute Galerien, Cafés und Souvenirläden beherbergen. Bunte Boote schaukeln im Wasser und die Hummerkörbe warten aufgestapelt auf die nächste Saison.
Nach einer halben Stunde haben wir genug von diesem Ameisenhügel und fahren zur nahen Swissair-Gedenkstätte, wo 1998 ein Flugzeug der damaligen Swissair kurz vor der Landung in Halifax ins Meer stürzte.
Den sehr windigen Abend verbringen wir im nahen King Neptun Camping bei einem wunderschönen Sonnenuntergang und einem sehr guten Old Scotia Whisky - Mitbringsel von Ramon.
Untergang des Passagierschiffes RMS Titanic
14. April 1912 kollidierte das grösste Passagierschiff der Welt - RMS Titanic - südöstlich von Halifax mit einem Eisberg und sank innerhalb von knapp drei Stunden. Von den über 2'220 Menschen an Bord verloren 1'515 ihr Leben. Die Überlebenden - hauptsächlich Frauen und Kinder - wurden vom Passagierschiff Carpathia geborgen und nach New York überführt.
In den Tagen nach der Katastrophe wurden 328 Leichen von Schiffen aus Halifax geborgen, von diesen sind 209 auf dem Fairview Lawn Friedhof in Halifax begraben.
Explosion in Halifax
Die grösste Explosion vor dem Abwurf der ersten Atombombe ereignete sich am 6. Dezember 1917 in Halifax.
Als der 1. Weltkrieg in Europa noch in vollem Gange war, kollidierten das norwegisches Versorgungsschiff IMO und das französische Munitionsschiff MONT BLANC im Hafen von Halifax.
Das Munitionsschiff mit 2'925 Tonnen Sprengstoff an Bord fing Feuer und explodierte innerhalb von Minuten mit einem gewaltigen Knall. Die massive Schockwelle zerstörte Halifax in einem Umkreis von zwei Quadratkilometern, kostete 1'600 Menschen das Leben und 9'000 Verwundete lagen in den Trümmern der Stadt.
Auf dem Fairview Lawn Friedhof in Halifax wurden die nicht-identifizierbaren Menschen und Leichenteile bestattet.
Absturz eines Swissair-Flugzeugs
Am 2. September 1998 stürzte eine Swissair-Maschine - McDonnell Douglas MD-11 - auf dem Flug von New York nach Genf südlich von Halifax in den Atlantik, nachdem es zu einem Kabelbrand in der Bordelektrik gekommen war. Bei dieser Katastrophe kamen alle 215 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder ums Leben.
Die Bergung der Leichen und der Unglücksmaschine wurde von den Behörden und den lokalen Helfern von den Fischerdörfern Peggy's Cove and Blandford aus durchgeführt, da sich die Unglücksstelle ca. 12km entfernt von diesen beiden Orten befand. In deren Nähe ist heute jeweils eine Gedenkstätte zu dieser Katastrophe eingerichtet.
24.-26.08.2025
Lunenburg gehört zu den ältesten deutschen Siedlungen in Kanada und zählt dank seinen markanten und bunt bemalten Holzhäusern seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Es ist Sonntag und Ferienzeit - der Ort ist überfüllt! Vom Camping-Platz am Ortsrand geht es steil runter ins Geschehen. Wir laufen die Hauptstrasse hoch und am Hafen wieder zurück. Die alten renovierten Holzhäuser sind beeindruckend, das in den Reisebüchern beschriebene Entzücken bleibt bei uns jedoch aus.
Den Abschluss unseres Rundgangs machen wir in der Ironworks Distillery. Hier werden neben Whisky noch andere Wässerchen gebrannt. Nach einem 'Mini-Probiererli‘ entscheiden sich die Männer für den Heart Iron Single Malt Whisky.
26.-28.08.2025
Wir fahren der Küste entlang weiter gegen Westen. Kurz nach Lunenburg ersetzt eine Fähre die fehlende Brücke über den LeHave River und verkürzt die Fahrt um 35 km. Shelburne - die kleine Schwester von Lunenburg - mit schönen alten Holzhäusern wartet auf uns. Der Dock Street entlang führt eine Strasse an den bunten, mit Holzbrettern verkleideten Privathäusern, Museen und Cafés vorbei. Wir haben - Wo sind die Touristen? - die Strasse praktisch für uns alleine.
Für die Nacht quartieren wir uns gleiche gegenüber auf dem Island Provincial Park ein und geniessen einen wunderbaren Blick auf Shelburne.
Heute Mittwoch sind wir auf Spurensuche der berühmtesten UFO-Sichtung Kanadas.
Hier im kleinen Fischerdorf Shag Harbour tauchte am Abend des 4. Oktober 1967 ein leuchtendes Objekt am Himmel auf und stürzte vor diversen Zeugen ins Meer. Die rasch ausgerückten Rettungskräfte und die Polizei fanden an der Absturzstelle keine Trümmer, sondern nur noch eine 800 m lange gelbe Schaum-Spur. Bis heute ist diese Sichtung ein Mysterium, jedoch eine der wenigen staatlich dokumentierten UFO-Vorkommnisse.
Obwohl wir doch bereits einige Freilicht-Museen besucht haben, steuern wir heute - infolge fehlender anderer Sehenswürdigkeit - ein weiteres historisches Dorf im Süden von Nova Scotia an. Glücklicherweise, denn was uns die akadischen Bewohner von Lower West Pubnico im Le Village Historique Acadien bieten, ist das Beste an lebendigem Museumsbetrieb, was wir bis jetzt erlebt haben (ist natürlich Geschmackssache).
Ein professioneller, 17-jähriger Hummer-Fischer - die Hummersaison ist hier gerade zu Ende - hat zahlreiche interessante Hummer-Ausstellungsstücke vorzuzeigen und weiss viel Interessantes über das Fischerleben zu erzählen.
Ein Schmied mit zusätzlicher Wagner-Ausbildung demonstriert detailliert, wie ein eisenbeschlagenes Wagenrad hergestellt wird. Ein aktiver Bootsbauer erläutert uns, wie er das in Arbeit befindliche Fischerboot - Typ Dori - hergestellt hat, wo noch Schwierigkeiten zu erwarten sind und wie er die Bretter-Ritzen mit Baumwolle und Ölfarbe abdichten wird.
Frauen vom Dorf - die meisten Männer sind auf dem Atlantik und fischen für den Lebensunterhalt - zeigen uns, wie sie deren Fang zerlegen, entgraten, salzen und hinter den Häusern zum Trocknen aufhängen. Anschliessend führen sie uns durch die Wohnhäuser ihrer Ahnen und präsentieren uns stolz ihre Handarbeiten.
Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz der Tusket Falls Brauerei, natürlich nicht bevor wir das hier gebraute Bier probiert haben.
Auf dem Weg zum Cape Forchu durchqueren wir das schmucke Zentrum von Yarmouth. Von hier aus fahren zweimal täglich Fähren nach Main/USA und verbinden so diesen abgelegen Teil von Nova Scotia mit der internationalen Touristenwelt.
Vorbei an idyllischen kleinen Fischerhäfen geht es über die schmale Landzunge in den Süden zum Cape Forchu. Die Bucht ist eingerahmt von einer ehemalige Geschützstellung. Der rot-weisse Leuchtturm - wegen seiner Form auch Apple Core Light/'Öpfelbitzgi'-Licht genannt - steht majestätisch auf einem Felsen. 1839 baute man hier einen Leuchtturm aus Holz, doch Wind und Wellen setzten dem Gebäude heftig zu und so wurde 1962 der heutige Turm aus Beton erstellt.
Über den Evangeline Trail fahren wir der Küste entlang wieder nordwärts. Die Namensgeberin dieser Küstenstrasse ist eine Heldenfigur von der Vertreibung französischer Siedler durch die Briten. Überall wehen Acadier-Fahnen. Die schlichten Häuser liegen verstreut und die Dorfzentren sind klein. Was aber auffällt im französisch-katholischen Kanada sind die wuchtigen Kirchen.
Ab Digby befinden wir uns wieder im eher Britisch angehauchten Teil von Nova Scotia. Da dieses Wochenende in Digby ein Motorrad-Treffen stattfindet, ist das Zentrum für den restlichen Verkehr gesperrt. Wir drehen eine Runde zu Fuss, bestaunen ein paar Motorräder und entschliessen uns, zum Cape Point zu fahren.
Auf einer Klippe hoch über dem Meer steht der kleine rot-weisse Leuchtturm und zeigt der Fähre von Saint John/New Brunswick bei Sturm und Regen die Einfahrt in den sicheren Hafen von Digby.
In Annapolis Royal erwartet uns zum ersten Mal in Neu-Schottland eine interessante Scotish Whisky Degustation. Wir sind überrascht, wie gut die Brände schmecken. Spontan entscheiden wir, unseren Favoriten - Glen Breton - auch noch direkt an seinem Herstellungsort zu besuchen.
Am Samstag fahren wir in die Weingegend um Wolfville, wo mehrheitlich Chardonnay-, Pinot Noir- und Riesling-Trauben angebaut werden. Diese Rebsorten sind für kühle Klimata geeignet und werden hier zu Schaumweinen, Weissweinen und leichten Rotweinen verarbeitet.
Entspricht nicht unbedingt unserem Geschmack, aber man weiss ja nie! Daher starten wir unsere Degustations-Tour nicht in einem Weingut sondern bei Barrelling Tide, einer Distillerie, die verschiedene gebrannte Wässerchen herstellt.
Nach Wein-Degustationen bei Mercator, Lightfoot & Wolfville und Domaine de Grand Pré steht das Fazit dieses Nachmittags fest - die Weissweine sind trinkbar bis gut, die Rotweine treffen unseren Geschmack leider nicht.
Am Sonntag besuchen wir die Sugar Moon Farm in der Nähe von Pictou und lassen uns die Produktion von Ahornsirup erklären (siehe separater Artikel).
Anschliessend finden wir Unterschlupf auf der Shelby-Ranch zwischen Ziegen, Alpakas und Schottischen Hochlandrindern, die nur darauf warten, gestreichelt zu werden.
Für Schotten ist Pictou die Geburtsstätte von Nova Scotia, weil hier 1773 das Segelschiff Hector mit 189 Menschen an Bord landete.
Am Hector Heritage Quay mit Museum sollte man eigentlich die Nachbildung dieses Schiffes besichtigen können, aber trotz Touristensaison - die Hauptattraktion des Ortes ist wie vom Erdboden verschluckt und das Museum geschlossen. Schade! So fahren wir weiter zum Caribou Island Camping und machen einen Strandspaziergang.
Maple Syrup/Ahornsirup - der eingedickte Saft des Zucker-Ahorns - wird nur im Nordosten von Nordamerika hergestellt. Ab Mitte Februar wechseln sich hier Frostnächte und tauende Tagestemperaturen während 4-8 Wochen ab. Frost ermöglicht es dem Ahorn Flüssigkeit aus dem Boden zu ziehen, die er dann bei Tauwetter im Baum verteilen kann.
Dieser kontinuierliche Saftfluss wird mittels eines Bohrlochs im Stamm angezapft, ohne das der Baum Schaden nimmt.
Quita von der Sugar Moon Farm führt uns durch ihre Ahornsirup-Produktion. Sie und ihr Mann bewirtschaften eine 32 Hektar grosse Farm mit viel Wald. Darin sind 2'500 Ahornbäume - alle älter als 40 Jahre - an ein Schlauchsystem angeschlossen, das deren wässrigen, leicht süsslichen Saft direkt in die Produktionshalle unten am Hang transportiert.
Dort wird der gesammelte Saft durch Kochen über einem Holzfeuer eingedickt, bis der Sirup einen Zuckergehalt von 66 % hat. Durch das Kochen karamellisiert der Zucker und gibt dem Sirup einen Teil seines charakteristischen Aromas.
Da für einen Liter Ahornsirup über 40 Liter Pflanzensaft notwendig sind - die ein einzelner Baum in etwa zwei Wochen hervorbringen kann - ist die Versuchung gross, den relativ teuren Maple Syrup mit Zuckerwasser zu strecken. Auch Zusatzstoffe weisen auf einen gepanschten Ahornsaft hin.
Wir degustieren die im Shop erhältlichen fünf Sirups und sind erstaunt über die relativ grossen geschmacklichen Unterschiede.
Zu Beginn der Zapf-Saison ist der Ahornsirup hell, fein und milde, gegen Saison-Ende dunkelt er merklich und weist herbe, kräftige Noten auf. Der Sirup von der Mitte der Saison schmeckt uns am Besten, die dunklen Sirups gegen das Ende der Saison sind uns zu rauchig.
Cape Breton ist eine Insel im östlichen Teil von Nova Scotia. Sie ist durch einen 770 m langen Damm mit dem kanadischen Festland verbunden. Schroffe Küsten, hügeliges Grasland, Berge über 500 m Höhe und dichte Wälder bedecken die Insel.
Die Drehbrücke im Damm ist offen, ein Schiff passiert gerade die Durchfahrt.
In St. Peter's richten wir uns für eine Nacht auf dem Batterie Provincial Park ein. Die Rangerin versichert uns, dass wir - trotz landesweiten Feuer- und Wald-betreten-Verboten - die Spazierwege im Wald benützen dürfen. Also los geht's!
Als grösste Stadt in Cape Breton wurde Sydney zu Beginn des 20. Jahrhunderts Standort eines der grössten Stahlwerke der Welt, das von den zahlreichen Kohlebergwerken der Region versorgt wurde. Im zweiten Weltkrieg starteten hier die Versorgungs-Konvois nach Europa und belieferten die Alliierten mit Kriegsmaterial. Zahlreiche dieser Frachtschiffe wurden auf ihrer Fahrt nach England von den Nazis versenkt.
Viel gibt es nicht zu sehen in Sydney, denn heute hat kein Kreuzfahrtschiff angelegt und viele der Shops und Restaurants bleiben geschlossen. Wir laufen über den Boardwalk zur Big Fiddle/Grosse Geige, erkunden uns am Informationsschalter, wo man guten Hummer essen kann und marschieren von dort direkt ins Restaurant. Das Krustentier schmeckt uns vorzüglich!
04.-6.09.2025
Der Cabot Trail, die wohl schönste Panorama-Strasse von Nova Scotia windet sich in stetem Auf und Ab um den Cape Breton Highlands National Park mit dem höchsten Berg von Nova Scotia in der Mitte - White Hill, 535müM.
Auf rund 300 wunderschönen und abwechslungsreichen Kilometern lädt der Cabot Trail dazu ein, diese atemberaubende Natur Kurve für Kurve.... soweit die Prospekt- und Reisebuch-Schreiberlinge.
Ok, es hat auch Abschnitte unmittelbar am Meeresufer entlang mit Blick auf rosa Felsen und blaues Wasser, der grösste Teil der Strasse führt jedoch meist durch dichten Laub- und Nadelwald.
Ok, einer der bekanntesten Aussichtspunkte gibt den Blick auf den zweispurigen Cabot Trail an der Küste frei, falls man gewillt ist eine 8 km lange Wanderung auf sich zu nehmen.
Ok, wenn wir genau hinschauen, finden auch wir noch ein paar interessante Sehenswürdigkeiten. Auf jeden Fall sollte man sich aber die lange Anreise zum Cabot Trail gut überlegen.
Glenora war die erste Single Malt Distillery in Nordamerika und darf als einzige Brennerei ausserhalb von Schottland Whisky mit der Bezeichnung Glen im Namen produzieren - Glen Breton Whisky. Dies nach einem 9-jährigen Rechtsstreit mit der Scottish Whiskey Association. Gleichzeitig produziert Glenora auch als erste Distillery der Welt einen in Eiswein-Fässern gelagerten Single Malt.
Dieser (neu)schottischen Whisky-Spezialität sind wir bereits in Annapolis begegnet und haben Gefallen daran gefunden. Für uns Grund genug, der Glenora Distillery in Glenville auf Cape Breton einen Besuch abzustatten.
Natürlich kommen wir nicht darum herum, vor Ort auch noch die diversen Produkte von Glenora zu verkosten, wobei sich der Jüngste in der Whisky-Palette von Glenora - der in Eiswein-Fässern gelagerte 10-jährige Single Malt - als unser Favorit herausstellt.
11.-18.09.2025
Nach der interessanten Degustation bei Glenora verlassen wir Cape Breton, durchqueren das waldige Gebiet von New Glasgow und fahren in den Süden ans Meer nach Taylors Head. Bevor es aber heute Abend auf dem Murphy's Cove Campground ein feines Fisch-Fondue gibt, wollen wir noch ein paar Kalorien verbrennen - wir laufen um die Taylors Head Halbinsel.
Heute Donnerstag geht die Nova Scotia-Rundreise für Ramon zu Ende. Von Murphy's Cove bringen wir ihn direkt zum Flughafen und fahren anschliessend zurück zum Shubie Camping in Halifax. Zum Glück - wir haben keine Reservation - bringt es die nette Dame an der Reception fertig, uns noch für eine Woche unterzubringen. Auf die Frage warum trotz Nebensaison der Camping voll ist, meint sie: "Die Kanadier machen dieses Jahr wegen President Trump bzw. der Situation mit den USA lieber zuhause Ferien!"
In einer Woche können wir unseren Camper am Hafen in Halifax für die Verschiffung nach Antwerpen abgeben. Bis dahin müssen wir noch eine lange Liste von Forderungen der Reederei abarbeiten. Es dürfen z.B. keine Spraydosen und keine verderblichen Lebensmittel im Camper bleiben. Die Propan-Gastanks müssen komplett leer sein. Das Fahrzeug muss aussen gereinigt und innen sollten Sitze und Betten mit Plastik abgedeckt sein. Es dürfen keine wertvollen Sachen wie Kamera, PC, Drucker, Drohne, Powerbanks, teure Kleider und Schmuck im Camper verbleiben. Jeder Schrank muss für Kontrollen zugänglich sein. Uff, das war bei der Verschiffung nach Uruguay vor 9 Jahren noch etwas einfacher!!
Der Tag des Abschieds von den Amerikas bricht an. Schon früh sind wir auf den Beinen, denn wir wollen den Camper am Hafen von Halifax abgeben. Einen Frühstücks-Kaffee gibt's noch, alles andere ist aufgebraucht.
Petrus macht uns den Abschied nach 9 Jahren etwas leichter, denn es ist grau und es nieselt.
Den Papierkram und die Propangas-Inspektion der Reederei ist schnell erledigt und die Camper-Schlüssel wechseln die Hand. Etwas mulmig stehen wir da und hoffen, dass unser fahrendes Heim den einwöchigen Aufenthalt am Hafen gut übersteht.
Anschliessend fahren wir mit Uber zum 35km entfernten International Flughafen Halifax, wo wir abends um 19.05 Uhr mit Edelweiss nach Zürich abheben.
Ursprünglich war geplant, dass der Camper zwei Tage nach uns den Atlantik überquert, so dass wir ihn 10 Tage später in Antwerpen wieder in Empfang nehmen können. Die Abfahrt wurde dann aber - wegen Wartungsarbeiten - kurzfristig um eine Woche nach hinten verschoben.
Blau 2025 Grün 2020 Rot 2016
Acht Tage später - 26. September, mit einem zusätzlichen Tag Verspätung - macht sich auch unser Camper mit dem Frachtschiff Atlantic Sun auf den Weg nach Europa.
Von der Schweiz aus nehmen wir in der Zwischenzeit mit der Reederei in Antwerpen Kontakt auf, um sicher zu stellen, dass alle Papiere in Ordnung sind. Wir merken schnell, dass nach einer über 9-jähriger Abwesenheit die Rückführung unseres Campers nach Europa problematisch sein könnte. Anscheinend müssen wir den Camper nun importieren und Import-Zoll bezahlen. Dass wir in der Zwischenzeit auch noch unseren Wohnsitz vom Kanton Zürich in den Kanton Aargau verlegt haben, macht die Sache nicht einfacher. Nervenaufreibende Abklärungen mit Haftpflicht-Versicherung, kantonale Motorfahrzeugkontrolle, Schweizer Autogaragen, Reederei in Hamburg und dem Agenten in Antwerpen machen das Warten nicht einfacher.
Kurz vor unserer Abreise nach Belgien erreicht uns die Nachricht, dass infolge Lotsen-Streik das Frachtschiff den Hafen nicht anfahren kann und auf dem Rückweg nach Halifax unseren Camper in Liverpool wieder ausladen wird. Hey, super! :o(
Jetzt müssen wir auf das nächste Frachtschiff Atlantic Star warten, das unseren Camper in Liverpool wieder auflädt und - via Hamburg - voraussichtlich am 23. Oktober in
Antwerpen auslädt - wer's glaubt!
Camper-Import in die Schweiz
An Agent in Antwerpen (Mail)
An Motorfahrzeugkontrolle Wohnkanton (Papier)
Von Motorfahrzeugkontrolle Wohnkanton
Endlich, am Dienstag, 28. Oktober, können wir unser jahrelanges Heim abholen. Bei strömendem Regen machen wir uns am Montag früh auf zur Motorfahrzeugkontrolle, lösen dort die Tagesnummer, schicken ein Foto des Fahrzeugausweises nach Antwerpen und starten die 700 km lange Fahrt nach Belgien.
Mit grosser Anspannung treffen wir am Dienstag im Hafen von Antwerpen unseren Agenten und werden positiv überrascht. Unsere Vorbereitungen funktionieren und wir kriegen den Camper mit der Tagesnummer anstandslos durch den Zoll, bezahlen keine Importgebühr (wird fällig, falls Fahrzeug mehr als 3 Jahren ausserhalb der EU) und werden auch nicht gefilzt - nach 30 Minuten sind wir bereits wieder auf der Heimreise, hurra!!
Kanada ist hinter Russland das zweitgrösste Land der Erde und fast so gross wie ganz Europa.
Kanada setzt sich zusammen aus zehn Provinzen und drei Territorien. Sieben Provinzen (Alberta, British Columbia, New Brunswick, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island, Québec) und zwei Territorien (Yukon, Northwest) haben wir kennengelernt.
Überwiegend bestimmt ein Klima mit langen, kalten Wintern und kurzen, heissen Sommern den grösseren Teil Kanadas.
In den 6 Monaten in Kanada haben wir zahlreiche Beobachtungen gemacht:
Positiv
Erstaunlich
|
|
Kanada |
Alaska |
|
Black Bear |
15 |
2 |
|
Grizzly Bear |
3 |
|
|
Moose |
2 |
6 |
|
White-tailed Dear |
10 |
|
|
Caribou |
1 |
|
|
Mountain Goat |
4 |
|
|
Bighorn Sheep |
5 |
|
|
Dall Sheep |
6 |
|
|
Herd of Bisons |
2 |
|
|
Bald Eagle |
4 |
18 |
|
Porcupine |
2 |
|
|
Fox |
2 |
1 |
|
Snowshoe Hare |
19 |
|
|
Beaver |
1 |
|
Negativ
Grobplanung & tatsächliche Reise 2021 - 2025
Nach einigen Jahren in Mexiko, USA und Kanada verlassen wir nun auch Nordamerika, diesmal in Richtung Europa.
Gerne erinnern wir uns zurück an ....
die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die wir in all diesen Ländern erleben durften
die Lebensfreude der Mexikaner und die Farbenpracht ihrer Feierlichkeiten
die faszinierenden Cenoten in Mexiko
die eindrücklichen Azteken- und Maya-Kulturen und deren Pyramiden in Mexiko
die kühlen Nächte in den höheren Lagen von Mexiko und in Kanada
das handwerkliche Geschick der hilfsbereiten Mexikaner
die eindrücklichen National & State Parks in den USA
die Rettung der Meeres-Schildkröten-Eier an der Pazifik-Küste
das Baden in warmen Quellen und kristallklaren Flüssen in Mittelamerika
die gemütlichen Lagerfeuer in den Wäldern von USA und Kanada
die faszinierende Hydraulik der Everglades/Florida
die Zucker-Küsten von Pensacola/Florida
die faszinierenden Sichtungen von Bären, Bisons, Elchen und Lachsen in USA und Kanada
der respektvolle Umgang der Kanadier mit ihren Ureinwohnern
die interessante Kanadische Provinz Yukon und seine Goldgräber-Vergangenheit
der abwechslungsreiche Dempster Highway zum Arktischen Meer im Norden von Kanada
die einsamen Tage an den Stränden des Pazifik und Atlantik
Was wir nicht vermissen....
die Angst der USA-Amerikanischen Automechaniker vor Haftungsklagen....
die unzugänglichen, da verbauten Meer- und Seen-Strände in den Ortschaften in Mexiko und USA
die unerträgliche Hitze und Feuchtigkeit in den Sommermonaten in Mexiko und USA
die unglaubliche Verschwendungs-Kultur in den USA
die Drogensüchtigen und geistig verwirrten Menschen in den Städten von USA und Kanada
das Elend der US-Amerikanischen Ureinwohner
die unendlich langen Fahrten durch die Wälder in Kanada
die unglaublich breiten Autobahnen in USA und Kanada
die unterkühlten Einkaufszentren in den USA und Kanada
die geschrumpften Gletscher von Kanada und Alaska
die erschreckend grossen Waldbrände in Kanada
Mit dem Ende unserer Camper-Reise durch die Amerikas geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Auf dem über 9 Jahre dauernden Abenteuer (August 2016 - September 2025; 158'000 km) durch Süd-, Mittel- und Nord-Amerika haben wir 19 Länder bereist, unterschiedlichste Kulturen und zahlreiche Personen kennen gelernt und dabei lebenslange Freunde gewonnen.
Die unzähligen Erinnerungen, Erfahrungen, Abenteuer, Herausforderungen und Eindrücke haben uns in all diesen Jahren zu anderen Menschen geformt. Mehr Akzeptanz für anderes Gedankengut, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Geduld, Durchhaltewille, Durchhaltefähigkeit, Improvisations-Talent und vieles mehr haben wir dabei dazugelernt.
Vom kühlen Sommer am Antarktischen Meer bis zum vereisten Frühling am Arktischen Meer, durch Steppen, Regenwälder, Wüsten, Tundras,Taigas, Salzseen, über ausgewaschene Erdwege, menschenleere Hochgebirge, 20-spurigen Autobahnen, auf gewaltigen Flüssen, bis ans Ende von Zivilisationen - wir waren unterwegs.
Dieser Reise-Blog wird uns all dies wieder in Erinnerung rufen und sicher auch wieder zu neuen Abenteuern anspornen - wir lassen uns überraschen.
Südamerika - Mittelamerika - Nordamerika
Der Camper fährt per Schiff von Kanada/Halifax nach Belgien/Antwerpen, wir fliegen in die Schweiz