USA

Mit dem Camper von Nueva Laredo/Mexiko nach Laredo/USA kommend ...

USA (01. November - 31. Dezember 2022)

Rot 2022  Violet frühere Reisen

Rot 2022  Violet frühere Reisen

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
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Grenzübertritt Mexiko - USA

Mexiko verabschiedet sich tränenreich von uns - es regnet!!

In drei Stunden erreichen wir von Monterrey aus die mexikanische Grenzstadt Nuevo Laredo. Nachdem wir unsere mexikanischen Einreisepapier abgeben haben, fahren wir über den Río Grande an den Amerikanischen Zoll. Wir müssen den Camper verlassen, drei Beamte im Camper und vier aussen, bewundern unser Fahrzeug und vergessen dabei, dass sie es eigentlich durchsuchen wollten ;o)) Wir sind in Texas!

Ein Problem gibt es dann aber doch noch. Seit der Pandemie werden die Pässe nicht mehr gestempelt und man muss nun das Einreise-Formular online ausfüllen - WiFi steht nicht zur Verfügung - und ohne ein solches Formular kommt man an den Kontroll-Posten ausserhalb der amerikanische Grenzstadt Laredo nicht vorbei.

 

Da wir noch keine US-Telefonkarte haben, suchen wir einen McDonald's und füllen bei einer Cola dieses Formular online aus. 

San Antonio, Texas

02.-04.11.2022

Die erste Nacht in den USA verbringen wir in einem State Park in Laredo, fahren anderntags zu einem Checkpoint ausserhalb der Stadt und dann geht's weiter nach San Antonio.

 

Fort Alamo - eine ehemalige spanische Missionsstation aus dem 18. Jh. - wurde 1836 Schauplatz einer Schlacht im texanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Mexiko, bei der die mexikanischen Truppen die Verteidiger des Forts besiegten.

Die mehrere Kilometer lange Fussgängerpromenade Riverwalk entlang des San Antonio Rivers mit gemütlichen Cafés, Restaurants und Boutiquen lädt zum Schlendern und Verweilen ein und hier lassen wir uns auch das erste zarte Texas-Steak servieren.

Die restlichen Sehenswürdigkeiten besuchen wir auf der Suche nach einer US-Telefonkarte, was sich als eher schwierig entpuppt, da die anwesenden Angestellten der verschiedenen Anbieter wenig Interesse zeigen oder ihr Produkt zu wenig kennen :o/ Bei T-Mobile werden wir schlussendlich fündig.

Fahrt durch Texas nach Oklahoma

04.-09.11.2022

Von San Antonio, Texas, bis zu den Wichita Mountains in Oklahoma sind es 680km fast kurvenlose Landstrasse.

In Round Mountain machen wir einen Zwischenhalt auf dem Peach Valley RV Park. Wir kommen gerade zur rechten  Zeit, denn Barbara aus Florida - unterwegs mit einem grossen Reisebus - hat sich ausgesperrt. Röbä holt unsere Leiter aus dem 'Keller' und kann mit roher Kraft ein Fenster aufschieben - zum Dank lädt uns Barbara am Abend zum Hamburger-Essen ein.

 

Flach - flächer - am flächsten! Keine Hügel, nur Fläche bis zum Horizont. Ab und zu ein paar Ölpumpen, die gemächlich das schwarze Gold aus dem Erdinnern saugen. Eine kurze Unterbrechung, wir schalten ein paar Gänge runter, durchqueren eine Kleinstadt und schon geht die Fahrt schnurgerade wieder weiter.

 

In Jacksboro - auf einem abgelegenen RV-Park - verbringen wir das Wochenende. Viele Menschen leben hier in solchen Wohnwagen-Siedlungen - früher Trailer, heute RV (Recreation Vehicle) - und wissen wenig von der übrigen Welt:

  • Wo kommt ihr her? - Switzerland - Von einem solchen Land  habe ich noch nie gehört!
  • Wie seit ihr von Europa hierher gekommen? - Container-Schiff - Was, Container transportiert man nicht nur auf Lastwagen sondern auch auf Schiffen?

Am Montag geht die Fahrt im Herbstnebel weiter und die Temperaturen sinken auf Faserpelzjacken-Niveau. Es ist nicht mehr weit und wir sind im Indianerland Oklahoma

Wir fahren durch Apache, ein kleines Dorf weit abseits von Schnellstrassen und Grossstädten, aber Ureinwohner/Indianer sehen wir keine. 

Genau so besingt Gölä die Situation in seinem Lied 'Indianer': 

 

S'git keini Indianer meh,

 

Si ritte nümme dür d'Prärie.
S'git keini Indianer meh,
Si säge di Zitä di si verbi.
S'git keini Indianer meh,
U überhoupt isch nümme so...
Wis mau isch gsi.

Wichita Mountains, Oklahoma

07.-09.11.2022

Im Südwesten von Oklahoma liegt das 24‘000 ha grosse Wild-Reservat, Prärie, Berge und Seen. Bisonherden ziehen gemächlich grasend durch die Wichita Mountains und Longhorn-Rinder strecken ab und zu ihre Köpfe aus dem langen Präriegras.

Die Fachleute schätzen, dass um 1830 über 60 Millionen Bisons und Longhorn-Rinder die Prärien beweideten. 30 Jahre später waren sie bis auf einige wenige tausend Exemplare abgeschlachtet.

 

Nach einem Stopp im interessanten Besucher-Zentrum machen wir uns auf die Suche nach den ca. 600 hier wieder ansässigen Bisons.

Eine Wanderung über Stock und Stein auf den Elk Mountain lässt uns wieder einmal etwas für unsere Fitness tun. Oben haben wir nicht nur eine tolle Sicht runter auf das Reservat, auch die speziellen Felsformationen haben den Aufstieg gelohnt.

 

Zum Runterlaufen nehme ich meistens die Wanderstöcke, so auch heute. Plötzlich landet mein rechter Stock auf etwas Weichem - eine Klapperschlange sonnt sich zusammengerollt 20cm neben mir im Gras! Erschrocken suchen beide Parteien das Weite - in entgegengesetzter Richtung - die Schlange ohne Geklapper, ich mit viel :o))

Bevor wir das Reservat verlassen, fahren wir hoch auf die Spitze des Mount Scott - 750müM. Der Wind bläst zügig, aber die Rundsicht ist herrlich.

Oklahoma City

09.-11.11.22

Die Hauptsehenswürdigkeit ist das Oklahoma City National Memorial - ein nationaler Gedenkort - der an die

168 Opfer des Bombenanschlags vom 19. April 1995 erinnert.

Wo sich einst die 5th Street befand und Timothy McVeigh den Laster mit dem 2.5t schweren Sprengsatz parkierte, ist heute ein Wasserspiegel zu sehen. Daneben auf dem ehemaligen Gelände des zerbombten Regierungsgebäudes stehen 168 Stühle - für jedes Opfer des Anschlags ein Stuhl. Die Stühle stehen in neuen Reihen entsprechend den neun Stockwerken. In der zweiten Reihe 19 kleine Stühle für die getöteten Kinder aus dem Kindergarten der zweiten Etage.

 

Das uns sehr bewegende  Museum gibt eine detaillierte Übersicht über das Geschehen dieses folgenschweren Bomben-Anschlages in Bildern, Filmausschnitten, Reportagen, Fundstücken. Auch die Untersuchung des Terror-Anschlages und die abschliessende Hinrichtung von Timothy McVeigh wird thematisiert.

Anschliessend schlendern wir durch die Stadt. Schöne Gebäude - hoch und niedrig, aus Glas und Backstein - alles aufgeräumt, alles steril, kein Leben. Keine gemütlichen Ecken, wo man draussen sitzen könnte. Wo sind all die Menschen? Ausser einigen schwarzen Obdachlosen und 2 weissen Weltenbummlern läuft keine Seele durch die grosszügigen Strassen.

Historische Route 66

Heute Morgen erwachen wir bei 1°C draussen und 3°C im Camper. Es ist grau und 'grusig'! Zum Glück arbeitet sich die Sonne bis nach dem Frühstück durch die Wolkenschicht und es wird wärmer. Die Fahrt geht weiter.

 

Die 3940km lange, historische Strasse Route 66 verbindet Ost mit West, Chicago mit Los Angeles. Sie wurde 1926 fertiggestellt und diente damals als Hauptroute für diejenigen, die per Auto nach Westen wollten. Die Geschäfte entlang der Route 66 florierten und ihre Besitzer wurden wohlhabend.

Nach der Errichtung des Interstate Highway Systems bangten die Geschäftsleute um ihr Einkommen und setzten sich dafür ein, diese beliebte Strasse mindestens für die Touristen zu erhalten.

Wir fahren 250km von Oklahoma nach Fort Gibson auf der historischen Route 66. 

Fort Gibson

Mit dem Versprechen, dass ihnen in Oklahoma neue Territorien zur Verfügung gestellt würden, mussten die im fruchtbaren südöstlichen Teil der noch jungen USA ansässigen Ureinwohner (Cherokee, Creek, Choctaw, Seminole, Chickasaw) ihre Heimat unter Androhung von Gewalt verlassen und sich auf den mühsamen Weg in das eher karge Oklahoma machen.

 

Die zwischen 1830-1840 erfolgten Deportationen wurden in Trecks organisiert und folgten - von amerikanischen Truppen begleitet - verschiedenen Routen nach Westen. Auf dem Weg in die neu eingerichteten Indianerreservate starb über ein Viertel der Vertriebenen und der sie begleitenden afroamerikanischen Sklaven durch Krankheiten, Erschöpfung, Kälte und Hunger.

Dass die in den Prärien von Oklahoma bereits ansässigen Osages-Indianer ihre Land nicht einfach anderen Menschen überlassen wollten, versteht sich von selbst.

  

Fort Gibson, am Arkansas-Fluss gelegen, war der westlichste militärische Stützpunkt der USA und sollte die Neuankömmlinge vor den Osages schützen.

Die Folgen dieser Zwangs-Umsiedlung für die Ureinwohner waren verheerend und reichen bis in die heutige Zeit.

 

Die 39 heute in Oklahoma angesiedelten indianischen Völker werden von den USA inzwischen wie unabhängige Nationen betrachtet; die Armut in den Dörfern dieser Ureinwohner und die dort offensichtlich herrschende Apathie hat uns aber tief berührt.  

Unterhalb des Lake Gibson-Staudamms (Cherokee und Muskogee Reservat) schlagen wir unser Nachtlager auf. Ein einsamer und ruhiger Platz, hätten die Damm-Betreiber nicht mehrmals mitten in der Nacht Wasser abgelassen und uns mit dröhnenden Sirenen darauf aufmerksam gemacht :o((

Ozark Mountains, Arkansas

Wir verlassen Oklahoma und fahren auf kleinen Nebenstrassen Richtung Ozark Mountains in Arkansas. Die Landschaft ist geprägt von Wäldern, Seen, Bergen, fruchtbaren Ebenen und immer wieder durchfahren wir kleine Ortschaften z.T. mit grossen Namen - wie Paris oder Havanna.

Die Ozark Mountains sind die höchste Erhebung von Arkansas mit dem 839m hohen Mount Magazine.

 

Nachdem wir eine Nacht in klirrender Kälte - 0°C - im Mt. Magazine State Park am Cove Lake verbracht haben, umrunden wir heute die höchste Spitze und suchen uns einen sonnigen Platz für’s Frühstück. 

Little Rock

13./14.11.2022

Es ist Sonntag, die Sonne scheint und es ist kalt!

Wir treffen in der Hauptstadt von Arkansas in Little Rock ein. Auch diese Stadt scheint von Menschen leergefegt zu sein, ausser zahlreiche Obdachlose!

Bevor wir zum RV Park fahren, machen wir einen kurzen Abstecher zum State Capitol Building - dem Sitz der Regierung des Bundesstaates von Arkansas.

Anschliessend kuscheln wir uns zwischen all die grossen RVs und Trailers auf dem RV Park. Unsere Nachbarin warnt uns - in der Nacht sollen die Temperaturen auf -3°C fallen :o(

Jetzt heisst es rasch den Camper noch einwintern!! 

William Jefferson 'Bill' Clinton war von 1993 bis 2001 der 42. Präsident der Vereinigten Staaten.

Die William J. Clinton Präsidenten Bibliothek in Little Rock Arkansas - 1‘900 m2 Ausstellungsfläche - enthält exakte Nachbildungen des Oval Office und des Cabinet Room. Neben zahlreichen Dokumenten, Videos, Fotos und Geschenken kann auch der Cadillac One - der während Clintons Präsidentschaft verwendet wurde - besichtigt werden.

B.B. King – King of Blues, Mississippi

Nachdem wir Little Rock verlassen habe, geht es in südlicher Richtung weiter.

 

Wir überqueren den Mississippi-River und fahren im Bundesstaat Mississippi ein. Ihr Informations-Zentrum begrüsst uns auf ungewöhnliche Weise - in einem Mississippi-Dampfer.

Weiter geht's auf der Interstate vorbei an riesigen abgeernteten Baumwollfeldern. Die Baumwolle wartet in grossen runden Ballen - rosa oder gelb verpackt - auf den Abtransport.

In Mississippi wurde am 16. September 1925 Riley Benjamin King geboren, der später unter dem Namen B. B. King zu einem der weltberühmtesten Blues-Musiker werden sollte.

 

In Indianola, wo B.B. King seine Kindheit verbrachte und er auch begraben liegt, steht heute ein Museum. Dieses zeigt nicht nur den steilen Werdegang vom Traktorfahrer in den Baumwollfeldern zum King of Blues, sondern auch das harte Leben der Schwarzen während der Rassentrennung in den USA.

Birmingham, Alabama

Unsere Reise geht zügig weiter. In zwei Wochen müssen wir in Florida sein - wir bekommen Besuch aus der Schweiz!

Gestern noch in Mississippi am Natchez-Trail übernachtet, wohnen wir heute schon in Birmingham/Alabama auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Aber das ist kein Problem, denn auch diese Stadt ist wie ausgestorben. 

Wir sind zu Fuss unterwegs zu einem Museum und selten treffen wir auf Menschen.

 

Joseph - ein schwarzer Obdachloser, den wir im Kelly Ingram Park treffen - gibt uns eine Geschichtsstunde über die Probleme während der Rassentrennung in den 50er und 60er Jahren, die er als Kind selber erlebt hat.

Wir spendieren ihm zum Dank für seine interessanten Erläuterungen einen Monat Aufenthalt im nahen  Obdachlosenheim - für US$42. 

Birmingham war Anfang der 50er und 60er-Jahre das Zentrum der Rassentrennung. Die Afroamerikaner kämpften gewaltfrei um Gleichberechtigung. Immer wieder gingen weisse Rassisten und Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit Bomben gegen schwarze Einrichtungen vor. Ausschreitungen zwischen Weissen und Schwarzen waren an der Tagesordnung. Dr. Martin Luther King Jr. organisierte hier Friedensmärsche, um damit mehr nationale und internationale Aufmerksamkeit für die Problematik der Rassentrennung zu erhalten.

 

Am 15. September 1963 - während einer Messe - attackierten Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit Dynamit die 16th Baptist Church. Vier schwarze Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren wurden dabei getötet und 23 Menschen zum Teil schwer verletzt.

 

Das Birmingham Civil Rights Institute - ein Museum zur Rassentrennung und Rassendiskriminierung - zeigt schonungslos in Bildern und Videoaufnahmen die Situation, in der die afroamerikanische Bevölkerung damals lebte und thematisiert deren Kampf für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. 

Atlanta, Georgia

18.-22.11.2022

Heute, einen Tag später, sind wir schon im Bundesstaat Georgia - The Peach State/Pfirsich Staat -  welcher ursprünglich von den Cherokee- und Muskogee-Indianern besiedelt war. 

 

Die Hauptstadt Atlanta mit ihren 500‘000 Einwohnern ist eher eine überschaubare Stadt. Sie ist bekannt für die CNN Studios, den Hauptsitz der Coca Cola Company und ihre bekanntesten Bürger Dr. Martin Luther King Jr. und Jimmy Carter. 

Es hat nicht nur viele Obdachlose auf der Strasse, sogar Touristen sind hier zu Fuss unterwegs - was der Stadt doch etwas Leben einhaucht.

Zu unserem Erstaunen ist unser letztes Ziel - der deutsche Biergarten - bis auf den letzten Platz besetzt - Prost!!

Da die CNN bis auf weiteres keine Führungen mehr macht, geht’s als erstes zum Aquarium, dem drittgrössten der Welt.

Tja, vielleicht waren unsere Erwartungen zu hoch! Andererseits - viele der hier schwimmenden Meerestiere wurden offensichtlich vom amerikanischen Zoll aus Schmuggler-Händen befreit und erfreuen nun Gross und Klein.

Wer kennt sie nicht, die Coca Cola!

John S. Pemberton wollte 1886 einen Kopfschmerz-lindernden Sirup herstellen und erfand per Zufall dieses weltberühmte Getränk. Kurz vor dessen Tod 1888 kaufte ein Apotheken-Grosshändler für $2'300 die Rechte am Coca-Cola Rezept. 1892 gründete er The Coca-Cola Company und begann das Produkt in die ganzen Welt zu vermarkten.

Die Austellung im Coca Cola Hauptsitz Atlanta ist etwas zäh und zum Teil sehr gesucht. Einen interessanten Fakt finden wir dennoch; früher wurden rund 2.8 Liter Wasser benötigt, um einen Liter Cola herzustellen - heute hat sich die benötigte Wassermenge auf rund 2 Liter reduziert!

 

Der interessanteste Teil dieser Ausstellung ist die Degustations-Ebene. Hier können an mehreren Getränkespendern unzählige Sprudelgetränke aus aller Welt probiert werden. 

 

Den rot-leuchtenden Coca-Cola Lastwagen mit Santa am Steuer habe ich aber etwas vermisst ;o)

An der Auburn Avenue - dem ehemaligen afroamerikanischen Zentrum von Atlanta - steht das Haus, in dem Martin Luther King Jr. 1929 geboren wurde und aufwuchs.  

 

Ganz in der Nähe steht die historische Ebenezer Baptist Church, wo Martin Luther zusammen mit seinem Vater predigte. Zwischen Geburtshaus und Kirche - in der Mitte eines Wasserbeckens - ruht ein Sarkophag, in dem Martin Luther King Jr. und seine Frau Coretta beigesetzt sind.

 

Aus mehreren Lautsprechern ist die berühmte Freiheits-Rede von M.L. King Jr. I have a dream zu hören. Mit dem von Mahatma Gandhi übernommenen Konzept des gewaltlosen Widerstandes gegen die Rassentrennung war Martin Luther King Jr. Leitfigur für eine ganze Generation von jungen aufstrebenden Afroamerikanern, die für gleiche Rechte und Chancen kämpften.

 

Martin Luther King wurde 4. April 1968 in Memphis/Tennessee von einem weissen Schwarzen-Hasser erschossen.

Stone Mountain Park

20.-22.11.2022

Etwas ausserhalb von Atlanta liegt der Stone Mountain Park. Die Hauptattraktion ist der angeblich grösste freiliegende Granitfels und der zweitgrösste Monolith der Welt. Der 250m hohe Felsen mit einem Umfang von ca. 8km ist nur zu einem Drittel sichtbar, der Rest liegt tief in der Erde. Der Stone Mountain entstand vor 300 Millionen Jahren ca. 3 km unterhalb der Erdoberfläche und es braucht noch ein paar hundert Millionen Jahren bis er ganz frei liegen wird.

Wir haben zwei Möglichkeiten auf diesen Felsen zu kommen: Wir nehmen die Schweizer Luftseilbahn - bequemer und schneller - oder wir laufen hoch und kommen ins Schwitzen. Wir entschliessen uns für die sportlichere Variante.

Über den glatten Felsen laufen wir in 45 Min. den 1.8km langen und immer steiler werdenden Weg hoch. Oben geniessen wir die Aussicht über Georgia und sehen im Hintergrund die Wolkenkratzer von Atlanta. Runter geht's schneller - in 20 Min. sind wir wieder unten ;o) 

 

Vor der Abfahrt am nächsten Tag schauen wir uns das grösste Relief der Welt an - geschaffen 1972 , grösser als ein Fussballfeld - das sich an der Nordwand dieses Felsens befindet. Es zeigt drei Südstaaten-Führer des Sezessionskrieges von 1861-1865.

Wir persönlich finden es schade, einen so schönen Felsen zu verschandeln und dazu noch mit einem Bild, das die dunkle Zeit der amerikanischen Geschichte zeigt.

Savannah

25./26.11.2022

Dunkle Wolken begleiten uns auf der Fahrt nach Savannah. Die Temperatur ist hier angenehme 20° C, aber es regnet leider immer wieder.

Es erweist sich als schwierig einen Übernachtungsplatz zu finden, denn überall auf den offiziellen Parkplätzen darf man nur bis abends 8 Uhr stehen und Campingplätze gibt es nur sehr weit draussen vor der Stadt. Wir finden einen ruhigen Parkplatz an einer Wohnstrasse.

 

Es ist Thanksgiving/Erntedankfest, der höchste Feiertag in den USA. Die meisten Geschäfte und Restaurants haben geschlossen. Wir spazieren durch die Strassen mit den wunderschönen historischen Häusern aus dem 19. Jh., biegen dann aber ins noch geöffnete Six Pence Pub zu einem traditionellen Truthahn Essen ab.

 

Damit wir ein Bier serviert bekommen, müssen wir der Bardame mit unserer ID beweisen, dass wir älter sind als 21 :o))

Um 7.45 Uhr klingelt der Wecker, denn wir müssen bis 8 Uhr unseren Übernachtungs-Parkplatz verlassen.

Nachdem wir umparkiert und gefrühstückt haben, geht es los durch die vielen Parks mit den grossen schattenspendenden Eichen, die alle dick mit Spanischem Moos behangen sind.

 

Ein Park interessiert uns speziell - der Chippewa Square. Hier, auf einer Bank sitzend, verteilte Forest Gump seine Pralinen und erzählte den 'Mitbankbenützern' seine Lebensgeschichte. Die Bank kann heute in einem Museum besichtigt werden.

Am Savannah River beobachten wir die grossen Container-Schiffe, die hier aus- und einfahren. Etwas Wehmut überkommt uns. 

Fort King George I

Das Grenz-Fort King George - zwischen Savannah und Brunswick am schiffbaren Fluss Altamaha gelegen - war zum Zeitpunkt seiner Errichtung (1721) die südlichste Festung der britischen Kolonien in Nordamerika und die erste britische Festung an der Küste Georgias.

 

Drei der mächtigsten Königreiche Europas (Grossbritannien, Frankreich, Spanien) kämpften um die Kontrolle dieses leicht zugänglichen Landstrichs. Mit den hier vorhandenen Ressourcen (Edelhölzer, Tierpelze, usw.) konnten unglaubliche Vermögen erwirtschaftet werden, vor allem für die Herstellung wertvoller Konsumgüter für die rasch wachsenden Mittelschicht in Europa.

 

Die ansässigen Guale-Indianer wurden schnell durch europäische Krankheiten dezimiert und später von der noch jungen USA in Reservate im Westen abgeschoben.

Bei unserer Besichtigung des Fort weist uns ein Park-Ranger darauf hin, dass das Fort durch Schweizer Söldner geplant und gebaut worden war. Die Schweizer waren in Französische Dienste getreten, um als Bau-Ingenieure Festungen in deren Nordamerikanischen Kolonien zu errichten. Unzufrieden mit den miserablen Lebensumständen am Mississippi und der schlechten Behandlung durch die französischen Offiziere sind unsere Landsleute offensichtlich desertiert und haben sich danach in britische Dienste begeben.

St. Augustine/Florida

Weiter geht unsere Reise gegen Süden. Wir passieren die Brücke über den St. Marys River und sind in Florida. Kaum zu glauben, aber mit jedem Kilometer wird es wärmer. Bis wir am Zielort ankommen, haben wir 30° C und den ersten Schweissausbruch! 

St. Augustine - die älteste von Europäern besiedelte Stadt Amerikas - wurde 1565 von einem Spanier gegründet. Im Laufe der Geschichte wechselte die Stadt mehrmals die Hand. 1586 brannte Sir Francis Drake die Siedlung nieder und 1668 wurde die wieder aufgebaute Siedlung auch noch von Piraten geplündert.

 

Heute ist die Stadt mit ihrem historischen Kern und der gut erhaltenen spanischen Architektur ein Anziehungspunkt für Touristen.

Als erstes laufen wir zur Festung Castillo de San Marco, die als die älteste Festung des Landes gilt und auch von den Spaniern erbaut wurde. Sie beschützte St. Augustine vor Angriffen vom Matanzas River her.

 

Jetzt stürzen wir uns ins Gewühl. Die berühmte Fussgängerzone St. George Street mit den historischen Gebäuden wird heute Sonntag von Touristen rege besucht. Cafés, Souvenir-Shops, Restaurants und das älteste Holz-Schulhaus aus dem Jahre 1788 reihen sich beidseits der Strasse aneinander.

Eine Seitenstrasse weiter stehen zwei imposante Gebäude. Das Flagler College - früher das Luxushotel Ponce de Leon - wurde 1887 vom Eisenbahn-Magnaten Henry Morrison Flagler erbaut. Aus dem gleiche Jahr stammt das Lightner Museum - ursprünglich Hotel Alcazar. Diese beiden Gebäude sind die ersten Bauten in den USA, die ganz aus Beton gebaut wurden. 

 

Müde vom Laufen und Besichtigen fahren wir zum nahe gelegenen Camping, wo wir uns drei Nächte gönnen und uns auf die Ankunft unseres Gastes vorbereiten.

Daytona Beach

Auf dem Weg nach Orlando nehmen wir die Route über Daytona Beach - vor allem bekannt für Autorennen.

Von 1903 bis 1910 wurden Autorennen auf dem festen Sand an der Beach ausgetragen. Dabei lag der damalige Geschwindigkeitsrekord bei 211 km/h.

 

Seit 1959 wird das 805 km lange NASCAR Cup Autorennen auf dem Daytona International Speedway durchgeführt. Da das Rennen im Februar stattfindet, können wir nur die mächtige Zuschauertribüne von aussen bewundern. 

Cape Canaveral - John F. Kennedy Space Center

01.-06.12.2022

Wir holen unseren Feriengast Ramon am Flughafen von Orlando ab und werden zusammen drei Wochen in Florida unterwegs sein.

Wir lassen es aber langsam im Camping in Cape Canaveral angehen, denn Ramon soll sich noch etwas vom Reise-Stress erholen können. Wir grillieren, machen einen Spaziergang am Strand und schauen den riesigen Kreuzfahrtschiffen zu, die neben uns in den Hafen ein- und ausfahren.

Am Montag fahren wir zum John F. Kennedy Space Center, dem Weltraumbahnhof der NASA.

Von Dezember 1968 bis Juli 2011 starteten von hier alle bemannten Raumflüge der USA - zuerst die Apollo-Missionen und ab 1981 die Space Shuttles, die z.T. auch hier wieder landeten.

 

Um 9 Uhr öffnen die Tore. Doch bevor wir eingelassen werden, erklingt die Nationalhymne aus allen Lautsprechern. Die wartenden Amerikaner drehen sich zur Fahne, rechte Hand aufs Herz und singen lauthals mit. Wir stehen etwas verdutzt da und wissen nicht so recht, wie uns geschieht!!

Palm Beach - Fort Lauderdale

06./07.12.2022

Die Fahrt geht bei sonnigem Wetter - 26°C - weiter in den Süden. Unser Ziel Palm Beach auf halbem Weg nach Miami.

Die Stadt liegt auf einer 29 km langen vorgelagerten Insel und beherbergt vor allem in den Wintermonaten viele reiche Amerikaner. Der wohl berühmteste dürfte Donald Trump sein, der im historischen Anwesen Mar-A-Lago residiert. Pro und kontra Trump versammeln sich um das Anwesen, um ihm zuzujubeln oder gegen ihn zu protestieren!

 

Wir machen einen Spaziergang durch die Worth Avenue. Hier stehen Rolls Royce, Ferrari, Bentley, Lamborghini und Porsche am Strassenrand und ihre Besitzer kaufen bei Gucci, Tiffani, Louis Vuitton, etc. ein. Nicht unsere Welt, aber auch interessant zu sehen!

 

Wir beziehen unser Nachtquartier am Stadtrand auf einem Parkplatz - die reiche Gesellschaft hat nicht an uns Campers gedacht ;o)) - und geniessen den lauen Winterabend.

Fort Lauderdale liegt am Weg. Also warum nicht eine Unterbrechung in der relativ eintönigen Fahrt auf der 4-6 spurigen Interstate einlegen.

Beim Spaziergang den Stadt-Kanälen entlang können wir unsere Beine etwas bewegen. In 'Amerikas Venedig' fährt man eher mit einer Yacht als mit dem Auto vor ;o)

Miami

08.-10.12.2022

Da es in Miami weit und breit keine Campingplätze gibt und wir nicht drei Nächte auf einem Parkplatz verbringen möchten, beziehen wir in der Nähe des Flughafens eine Kleinst-Wohnung.

 

Gleich am nächsten Tag geht es ins kubanische Viertel nach Little Havanna. Entlang der Calle Ocho reihen sich Cafés, Souvenir-  und Zigarrengeschäfte aneinander. Hier spricht man Spanisch, kubanische Musik ist allgegenwärtig und nicht herrenlose Hunde sondern herrenlose Hähne, Hühner und ihr Nachwuchs stolzieren durch die Strasse.

In Downtown Miami besteigen wir die kostenlose Monorail-Hochbahn, die auf einer Länge von ca. 7km die Innenstadt umrundet und fahren bis zum Bay Front Park.

Der Park wird abgegrenzt vom Atlantik und von Miamis Wolkenkratzern. Dazwischen liegt - am Ende der Markthallen - die 'Bubba Gump Shrimp Company' von Forest Gump.

 

Das eigentliche Leben in Miami spielt sich aber an der Miami South Beach und am Ocean Drive ab. Diese 2.5km lange Promenade mit dem angrenzenden Strand ist die Touristenhochburg von Miami. Heller Sand, Strandhotels, Art-Deco-Gebäude und trendige Nachtclubs - hier wird der Traum vieler Urlauber wahr!

Im Norden der Stadt liegt das Wynwood Quartier - eine Open-Air-Gallery. Eine der grössten Ansammlungen von Graffitis in den USA zieren die Wände der alten Lagerhäuser und haben diesem ehemals heruntergekommenen Stadtteil wieder etwas Leben eingehaucht.

Key West

10.-12.12.2022

Vom Festland biegen wir ab zu den Keys und fahren 180km über Brücken und Koralleninseln, die wie Perlen an einer Schnur aufgereiht sind. Rechts und links der Strasse das blaue Wasser des Atlantiks und des Golfs von Mexiko. Am Ende des Highway 1 liegt Key West, die südöstlichste Insel der Florida Keys - der südlichste Punkt der USA. Von hier aus sind es nur noch 145km bis nach Kuba.

Bevor wir unseren Campingplatz beziehen, sehen wir uns noch die südlichste Festung der USA an. 

Als Folge des Britisch-Amerikanischen Krieges (1812) begann die USA ihre Küsten besser zu schützen. Fort Zachary Taylor war eines dieser Küstenforts und sollte den damaligen Hafen von Key West, die Ostküste von Florida und den Golf von Mexiko schützen. Das gut bewaffnete Fort überstand den Amerikanischen Bürgerkrieg, den Spanisch-Amerikanischen Krieg, die beiden Weltkriege und die Kuba-Krise relativ unbeschadet.

Der Zahn der Zeit ist inzwischen der einzige Feind dieser ausgedehnten Festungsanlage.

Nachdem wir unseren Platz im Leo's Campground bezogen haben, freuen wir uns auf ein leckeres Seafood-Nachtessen im Restaurant Hurricane Hole/Loch.

Hier werden die Fische fangfrisch zerlegt und die Abfälle landen direkt im Schlund der wartenden Ammen-Haie.

Heute Sonntag fahren wir früh mit einem Katamaran raus, um Haie zu füttern. Draussen im Meer werden wir schon von einer Gruppe Zitronen-Haie erwartet. Diese Fische erreichen eine Länge von 3.5m.

Es ist unglaublich eindrücklich, wie rücksichtsvoll diese Gruppe Raubfische bei der Fütterung miteinander umgehen. Es wird zwar um die Beute gerangelt, aber wenn einer einen Bissen ergattert hat, wird ihm der nicht streitig gemacht.

Auf der Rückfahrt kreuzen auch noch ein paar Delfine unser Boot. Da die aber auch auf Futtersuche sind, haben sie keine Zeit für eine Foto-Session ;o)

Den Rest des Tages spazieren wir durch die Altstadt von Key West mit den vielen historischen Holzhäusern, treffen Santa in einer Bar an der Duval Street, platzieren unsere Wünsche fürs 2023 bei ihm und spendieren ein Bier - vielleicht hilfts! ;o))

 

Den Tag beenden wir am Hafen an einem gemütlichen Ort mit Live-Musik, einem Havanna-Dream und Blick auf die an der Mole vorbei schwimmenden Haie.

Everglades

12.-14.12.2022

Die Everglades sind ein erstaunliches Natur-Phänomen. Der im Norden liegende Okeechobee-See übersteigt in der Regenzeit (Mai-November) seine Ufer und kreiert damit einen immensen, langsam Richtung Süden fliessenden Fluss. Diese überflutete Gras-Landschaft ist mit baum-bewachsenen 'Inseln' gespickt, wo die Landtiere leben.

Die Siedler, die Florida im 18. Jahrhundert dieses Gebiet besiedelten, betrachteten die Everglades als wertlosen Sumpf und begannen  - mit Dämmen und Kanälen - grosse Gebiete trocken zu legen. Der verbleibende Rest der Everglades ist seit 1947 ein Nationalpark und damit vor weiterer Landnahme geschützt. Das für die Aufrechterhaltung dieses Naturparadieses benötigte Wasser muss nun jedoch mit der rasch wachsenden Bevölkerung von Süd-Florida geteilt werden.

Am 1.2km langen Anhinga Trail soll es nur so von Alligatoren wimmeln.

Über einen Holzsteg geht es durch die Grass-Landschaft der Everglades. Im tiefblauen Wasser wachsen Seerosen und es wimmelt nur so von Fischen. Kormorane sitzen auf den Bäumen und warten auf die nächste Hungerattacke. Nach langem Suchen entdecken wir doch noch zwei Alligatoren - Glück gehabt! Der Ranger meint, dass es wegen dem vielen Wasser - das der letzte Hurricane mitgebracht hat - hier weniger Alligatoren hätte :o( 

Nach einer sehr ruhigen Nacht in den Everglades geht unsere Fahrt weiter zum Shark Valley - eigentlich sind wir wegen den Alligatoren hier und nicht wegen den Haien!!

Hier nehmen wir die Bikes - Ramon nach 34 Jahren zum erstenmal wieder ;o)) - und fahren die 22km lange Strecke ab, immer auf der Suche nach den Crocks.

Gleich zu Beginn entdecken wir Mamma-Crock mit zwei Babys. Jetzt heisst es aufpassen, denn mit der Mutter ist nicht zu spassen. Wir haben hier mehr Glück als gestern, denn am Wegesrand sonnen sich richtig grosse Alligatoren-Brocken. 

Die letzte Nacht in den Everglades verbringen wir im Monument Lake Camping. Hier feiern wir ausgiebig - bei einem feinen Fischfondue - meinen 66. Geburtstag.

Naples - Fort Myers - Orlando

14./15.12.2022

Wir nähern uns langsam der vor ca. sieben Wochen durch den Hurrikan Jan verwüsteten Gegend. Erstaunlich was hier an Arbeit geleistet wurde. Am Strassenrand liegen zwar noch Trümmerteile; umgeknickte Verkehrstafeln, grosse Plastikplanen, Plastikkübel, Holzplatten, Matratzen, etc. Wir können uns aber gut vorstellen, wie es in den schlimmer verwüsteten Gegenden noch aussieht. 

 

In Naples fahren wir an die Beach zum Pier. Der breite weisse Sandstrand leuchtet, Badende räkeln sich an der Sonne, nur das zerstörte Pier erinnert an die Katastrophe.

In Fort Myers besuchen wir die Winterresidenzen von Thomas Alva Edison und Henry Ford. Hier haben einst zwei der grössten Erfinder-Genies des 20. Jahrhunderts - gemeinsam mit ihren Familien - die Wintermonate unter der warmen Sonne Floridas verbracht.

Neben den benachbarten Anwesen bietet das angrenzende Museum einen Einblick in die wichtigsten Innovationen der beiden Freunde.

Neben Erfindungen wie Glühlampe, Phonograph, Kinetoskop, Filmkamera, etc. war das letzte grosse Forschungsprojekt von Edison die Suche nach einer heimischen Quelle für Naturkautschuk. 

Durch die Highlands von Florida geht's nun zurück nach Orlando, wo wir nach einem Abstecher in die Universal Studios unseren Feriengast am Flughafen wieder abliefern.

Frohe Festtage

Liebe Familie und Freunde

 

Wir wünschen euch von Herzen gemütliche Festtage und fürs 2023 Gesundheit, Glück und Erfolg. 

Gainesville - Panama City/Forida

22.-28.12.2022

In den letzten Dezembertagen zeigt sich Florida - The Sunshine State - von seiner winterlichen Seite!

Wir verlassen Orlando bei 15°C und fahren in den Norden. Wir wollen die Weihnachtstage auf einem ruhigen Camping irgendwo in der Pampa Floridas verbringen.

Je weiter wir in den Norden kommen, umso kälter wird es. Auf dem Camping in Gainesville wird uns bei der Ankunft ein Notfallplan in die Hand gedrückt, wie wir die kommende Jahrhundert-Kältewelle unbeschadet überstehen können. Alle sind in Aufruhr. Wir nehmen es gelassen, denn Winterkälte sind wir uns ja in Europa gewöhnt ;o)

Wir packen den Camper gut ein, stellen die Heizung an und machen es uns bei einem Glas Rotwein gemütlich. Draussen fallen die Temperaturen auf -1°C.

Nach Weihnachten geht die Fahrt weiter Richtung Panama City - immer der Küste Floridas entlang.

Die Sonne scheint, das Meer leuchtet blau und der weisse Sandstrand würde eigentlich zum Baden einladen, wenn es nicht so frisch wäre ;o)

 

Hier an der Carrabelle Beach und auf der gegenüberliegenden Dog Island wurde während dem 2. Weltkrieg intensiv für die amphibische Landung in Frankreich - Normandie/D-Day - von 1944 trainiert.

Die Stadt Panama City in Florida kann leider mit ihrer Schwesterstadt Panama City in Panamá/Mittelamerika nicht mithalten. Sie punktet einzig und alleine mit den wunderschönen weissen Sand-Stränden.

Der Zuckerküste entlang nach Pensacola

28.-30.12.2022

Wir haben uns mit Gabi und Erich aus der Schweiz - die wir schon in den Everglades getroffen haben - verabredet. Sie sind seit ein paar Monaten in Kanada und den USA unterwegs und wir möchten zusammen den Jahreswechsel verbringen.

Auf der vorgelagerten Sandbank vor Florida fahren wir zum Gulf Island National Seashore bei Pensacola. Wir sind überwältigt von dieser Puderzucker-Landschaft. Weisser Sand soweit das Auge reicht. Leider sind diese Strandabschnitte sehr begehrt und oft verbaut. 

Das Wetter ist wechselhaft, der Himmel verdunkelt sich immer wieder und es sieht nach Regen aus. Also was gibt es besseres als ein Schweizer Fondue am Lagerfeuer. 

 

Anderntags scheint wieder die Sonne und wir vier machen einen Strandspaziergang zum Fort Pickens. Das fünfeckige ehemalige Küstenfort schützte die Einfahrt zur Bucht und den Hafen von Pensacola. 

 

Bei unserer Rückkehr klemmt ein Zettel unter dem Scheibenwischer. Wegen starkem Regen, Wind und Gefahr von Überschwemmung muss der Nationalpark bis morgen um 10Uhr geräumt sein!

Also geht's wieder aufs Festland nach Pensacola. Ein kurzer Spaziergang im historischen Teil und schon sind wir weg aus Florida. Silvester verbringen wir an der Perdido Bay in Lillian/Alabama. 

USA (01. - 25. Januar 2023)

Grün 2023   Rot 2022  Violet frühere Reisen

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
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Zusatzschlaufe Louisiana

Neues Jahr - neue Herausforderungen!

Unser Camper braucht dringend einen neuen Zahnriemen und bevor wir an der USA-Westküste nach Norden abbiegen, möchten wir diese Servicearbeit erledigt haben. So klappern wir ab Pensacola jede Fiat-Chrysler-Jeep-Ram Garage ab, werden aber leider überall abgewiesen.

In New Orleans/Louisiana finden wir eine Fiat-Garage und einen Mechaniker, der sich mit unserem Modell etwas auskennt und der sich die Arbeit auch zutraut. Da sie aber die erforderlichen Teile in den USA nicht beschaffen können, lassen wir das komplette Set mit Fedex aus der Schweiz einfliegen.

In der Zwischenzeit überbrücken wir die Wartezeit mit einer Rundfahrt durch das südliche Louisiana. 

Baton Rouge - Lafayette

Unser erster Halt ist Baton Rouge, die Hauptstadt von Louisiana. Das Wetter weiss nicht so recht, was es will. Leichter Regen wechselt sich mit Sonnenschein ab.

Wir fahren auf einen grossen Parkplatz neben dem Mississippi River. Eine Dame ist gerade dabei Strafzettel zu verteilen. Sie erklärt uns, dass wir für unseren Camper zwei Parkplätze bezahlen müssen - US$ 20 - wegen der Länge. Wir dürften auch unser langes Hinterteil nicht über den Platzrand ins Gras hängen lassen - das gäbe auch eine Busse!! Wir suchen weiter und finden einen genügend grossen Stellplatz im Zentrum für US $1 :o))

 

Die Innenstadt haben wir schnell durchlaufen - alles leer und die sehenswerten Gebäude sind wegen Renovationen geschlossen :o(

Am nächsten Tag fahren wir ins 100km entfernte Lafayette. Im Gegensatz zu den anderen amerikanischen Städten treffen wir hier auf Menschen. Eine junge Dame fährt sogar ihre 45kg schwere Schildkröte spazieren!!

Auch die Kathedrale lässt uns staunen - innen wie aussen. Aussen haben wir das Gefühl vor einem Gebäude der Disney Studios zu stehen. Innen ist die Kirche elegant weihnachtlich dekoriert.

Zum Abschluss unseres Besuches in dieser Stadt gibt es ein Belgisches Weiss-Bier im Restaurant 'Wurst Biergarten'. 

Lafayette liegt im Herzen von Louisiana's Cajun Country und wir besuchen das historische Arcadian Village

 

In dieser Gegend haben sich hauptsächlich französische Siedler aus dem Osten Kanadas, vor allem aus der Provinz Nova Scotia - damals Arcadia genannt - niedergelassen. 

 

Als die Ostküste Kanadas 1754 von den Engländern übernommen wurde, sind die französischen Siedler von dort  vertrieben worden. Einige dieser Flüchtlinge fanden ein neues Zuhause in der Umgebung von Lafayette. Bis Anfang des 20. Jh. blieben die Arcadier unter sich, mischten sich dann aber mit den englisch sprechenden Amerikanern - die Arcadische Kultur begann sich in die heute in Süd-Louisiana dominierende Cajun-Kultur zu verwandeln. Die französisch geprägte Cajun-Esskultur verfügt über zahlreiche köstliche Gerichte, sodass die  Fast Food-Ketten es schwer haben in Süd-Louisiana Fuss zu fassen. 

 

Bei einem Spaziergang durch das historische Arcadian Village bekommen wir einen Einblick, wie die Arcadier damals in ihren Dörfern lebten und arbeiteten.

Cajun Prairie

Cajun und Afro-Amerikaner liessen sich in den flachen und trockeneren Gebieten zwischen Lafayette und Alexandria nieder und begannen das Land zu bewirtschaften.

 

Auf dem Weg nach Norden fahren wir an riesigen Reisfeldern vorbei. Diese werden nach der Reisernte geflutet und darin werden von Januar bis März Crawfish/Flusskrebse gezüchtet. Jim - ein Propan-Tankwart - erklärt uns den Zuchtverlauf, die Netze und das spezielle Boot, mit denen die Krebse im Frühling geerntet werden.

Louisiana produziert 45 Millionen Kilogramm Crawfish pro Jahr.

 

Bei einem Cajun-Essen (Crawfish, Frosch, Fisch, Krevetten) kommen wir mit einem älteren (älter als wir ;o) Ehepaar ins Gespräch. Sie sind auf dem Weg zur wöchentlichen Bibelstunde und essen vorher noch ein Gumbo (Cajun-Suppe). Nach einem kurzen Austausch steht der beleibte Herr vom Tisch auf, hebt sein T-Shirt und zeigt uns stolz seine beiden Kurzlauf-Pistolen, die er sich um den Bauch geschnallt hat. Mit ihm sei nicht zu spassen, falls ein 'Nigro' ihr Gebetshaus überfallen sollte.

Natchez

06.-11.01.2023

Die charmante Kleinstadt Natchez - 14‘000 Einwohner - liegt auf einer Anhöhe direkt am Mississippi River. Wir machen einen kurzen Abstecher von Louisiana nach Mississippi.

 

Natchez ist einerseits bekannt für seine prächtigen Antebellum-Häuser, andererseits beginnt hier der Natchez Trace - ein 8000 Jahre alter Handelspfad - der über 710km bis nach Nashville führt.

Oft wurde die Handelsware auf Flachbooten den Mississippi River runter nach Natchez transportiert, wegen der starken Strömung konnten die Boote aber nicht mehr zurückgerudert werden.

Die Bootsleute verkauften die Fracht - inkl. das Holz der Boote - und liefen/ritten anschliessend über den Natchez Trace wieder nach Nashville zurück. 

Da wir noch auf unsere Ersatzteile aus der Schweiz warten, nisten wir uns auf der gegenüberliegenden Flussseite in Vidalia/Louisiana auf dem River View Camping ein. Wir bekommen sogar den Veteranen-Rabatt, weil Röbä in der Schweizer Armee Dienst geleistet hat (You served your country)!

 

Die verschiedenen Wetterlagen bieten einiges an Abwechslung. Mal scheint die Sonne und es ist heiss, mal regnet es und ist kalt. Ab und an versteckt sich der Mississippi auch im dichten Nebel. 

Wir fahren durch die Cajun Pairie zurück nach New Orleans – soweit es geht, immer dem Mississippi River entlang. Der Staat Louisiana schützt die Bevölkerung mit hohen Dämmen vor Überschwemmungen und somit ist auch leider die Sicht auf den Fluss mehrheitlich versperrt.  

New Orleans

11.-13.01.2023

Als erstes fahren wir zur Fiat Garage und erfahren dort, dass unsere Teile aus der Schweiz angekommen sind und die schlechte Nachricht, dass wir erst einen Service-Termin in zwei Wochen erhalten. Enttäuscht beschliessen wir noch andere Garagen abzuklappern aber zuerst wollen wir uns New Orleans nochmals anschauen.

Bei der Brauerei Faubourg Brewing Co. gibt es neben genügend Parkplatz auch sehr leckeres Bier und die besten Hamburger, die wir bis jetzt in den USA gegessen haben!!

Die lebhafte Stadt New Orleans liegt am Mississippi River inmitten von Sümpfen und Seen und ist bekannt für ihre Jazz- und Blues-Musikszene, die Südstaaten-Architektur und das spezielle Essen der Cajuns.

In den Aussenbezirken chaotisch, schmutzig, gefährlich (wird uns gesagt) - im Stadtzentrum und in den touristischen Gegenden sauber, lebendig, einzigartig.

 

Wir sind schon um 10 Uhr morgens da - die Stadt schläft noch. Langsam öffnen einzelne Geschäfte ihre Tore.  Wir schlendern durch die Strassen des berühmten French Quarters und besichtigen am Jackson Square die schlossähnliche St. Louis Kathedrale und den Mississippi Dampfer am Hafen.

 

Ein Platzregen überrascht uns und wir suchen uns ein trockenes Plätzchen in einem Kaffee.

Nach einer Stunde und einem interessanten Schwatz mit dem Bar Keeper machen wir uns auf zur Frenchmen Street. Hier im Restaurant Nonno’s probieren wir eine echte Cajun Spezialität - Seafood Gumbo/Meeresfrüchte-Suppe. 

 

Bei unserer Rückkehr in die Bourbon Street im French Quarter ist New Orleans erwacht. 

Sei es aus den verschiedenen Lokalen oder draussen am Strassenrand, aus jeder Ecke ertönt Livemusik.

Früher Jazz und Blues, mischen heute auch andere Musikrichtungen kräftig mit.

 

Wir setzten uns in Fritzel's Jazz Bar und geniessen zwei Stunden lang Live-Musik. Ganz speziell sind wir begeistert von den flinken Fingern des virtuosen Jazzpianisten Richard 'Piano' Scott.

Venice

13.-22.01.2023

Bei unserer weiteren Garagen-Suche haben wir leider kein Glück und so beissen wir in den sauren Apfel und nehmen den Termin in New Orleans an.

Mittlerweile sind es ja 'nur' noch 10 Tage Wartezeit!! Aber wo verbringen wir diese Tage? Da fällt uns ein wohlklingender Name auf der Landkarte auf - das 120km entfernte Venice/Venedig im Mississippi Delta. Wir buchen einen Stellplatz auf dem Camping - US$ 200 für eine Woche inkl. Strom Frisch- und Abwasser, keine Toilette/Dusche - kaufen genügend Lebensmittel ein und los geht’s!

 

Bei unserer Ankunft sind wir etwas enttäuscht, die Erwartungen waren zu hoch. Das Einzige, was Venice mit Venedig gemein hat, sind die vielen Wasserkanäle und Seen. Der Ort hat sich vom Hurrikan Katrina 2005 nicht mehr erholt.

Wir finden ein Restaurant, ein paar geschlossene Geschäfte und ein Dorf, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Jetzt heisst es, das Beste daraus machen. 

Wieder einmal kommt es anders, als man denkt, denn unser Nachbar Toby - ein pensionierter U-Bootfahrer in der US-Navi, der die ganze Welt befahren aber nichts davon gesehen hat - ist ein passionierter Crawfish/Flusskrebse-Fänger.

 

Hier leben die Flusskrebse in natürlicher Umgebung und sie krabbeln massenhaft im nahegelegenen Gewässer umher. Er zeigt uns, wie er sie in Drahtkörben fängt. Anschliessend kocht er sie zusammen mit Kartoffeln auf und übergibt sie uns zum Schälen, was eine Heidenarbeit bedeutet. Für ein feines Crawfish-Jambalya schälen wir eine Stunde lang Krebsschwänze - gut, wir sind auch noch nicht so geübt darin ;o)

Zur sportlichen Betätigung schwingen wir uns auf die Bikes und radeln dem Mississippi entlang - einmal zum südlichsten Punkt von Louisiana und ein anderes Mal zum nördlich gelegenen Fort Jackson.  

Odyssee eines Zahnriemenwechsels

1. Tag, Montag:

So, die lange Warterei und das Rumkurven in Louisiana - drei Wochen -  hat ein Ende. Röbä hat sich vor drei Tagen nochmals bei der Fiat-Garage vergewissert, dass wir für kommenden Montag immer noch auf dem Arbeitsplan stehen. Alles okay - einmal mehr!

 

Heute ist der grosse Tag und wir melden unseren Camper pünktlich um 8.30 Uhr zur Operation an. Erstmal werden tonnenweise Floskeln ausgetauscht und dann heisst es warten und Kaffee trinken, denn der Mechaniker sei noch nicht da.

 

Zwei Stunden später, es hat sich noch gar nichts getan. Röbä quatscht jeden an, der ihm über den Weg läuft, spricht mit dem Manager - aber auch hier Floskeln und keine handfesten Aussagen. Irgendwann heisst es, der Mechaniker sei schon lange da, müsse aber noch ein anderes Fahrzeug fertig machen :o(

Schliesslich wird uns auch noch mitgeteilt, dass wir unseren Camper erst wieder morgen Dienstag zurückbekommen und wir uns jetzt ein Hotel suchen müssen! Wenigsten fahren sie uns gratis in's 20km entfernte Zentrum von New Orleans.

 

Wir nehmen uns vor abzuschalten und den Tag mit viel Sonnenschein zu geniessen. Mit dem Streetcar/Tram fahren wir in den Garden District, laufen durch die Magazine Street und schauen uns die herrlichen alten Antebellum-Häuser an. Wieder zurück schlendern wir dem Riverwalk entlang durch den French Market und geniessen ein wunderbares 3-Gang Menue am Jackson Square.

Weil’s vor 11 Tagen sooo gemütlich war , besuchen wir nochmals das Fritztel’s Jazz Pub und lauschen dem rassigen Jazz. Um 23 Uhr fallen wir todmüde ins Bett. Es war ein super Abend!!!

2. Tag, Dienstag:

Seit Mittag sitzen wir nun in der Hotelhalle und warten auf den Anruf der Garage. Um 16 Uhr ruft Röbä an und wie wir fast vermutet haben, werden wir auf morgen vertröstet!!!

Gibt es in dieser Firma einen Menschen, der zu seinen Versprechen steht? Und wie sieht es morgen aus, wird wieder alles um einen Tag verschoben? 

 

Wir müssen eine weitere Nacht im Hotel verbringen :o( aber es wird uns hoch und heilig versprochen, dass wir morgen früh um 09.30 Uhr vom Fahrer abgeholt werden.

3. Tag, Mittwoch:

09.30 Uhr - wir sitzen einmal mehr pünktlich in der Hotelhalle und warten! Es ist 11 Uhr und keine Spur von unserem Fahrer. Wir bestellen einen Uber-Fahrer und lassen uns zur Garage fahren. Dort angekommen, checkt Röbä unseren Camper. Der Mechaniker meint, er brauche nur noch eine Stunde. Aber wenn man den Camper anschaut, sieht es etwas anders aus.

Wir sitzen und warten, und warten, und warten. Um 15.15 Uhr endlich, die Operation ist beendet und der Patient lebt hoffentlich noch!!

Zum dritten Mal übernachten wir auf dem Gelände der Faubourg Brauerei. Aber morgen geht es weiter gegen Westen.

Obwohl wir eigentlich vermeiden zweimal an denselben Ort zu reisen, müssen wir uns im nachhinein eingestehen - New Orleans nach 26 Jahren nochmals zu besuchen - war der Hammer!!