MEXIKO

Mit dem Flugzeug aus der Schweiz nach Mexiko kommend...

Mexiko (27. September - 02. Oktober 2014)

Mexiko City - 1. Tag

Méxiko City liegt im Zentrum des Landes auf 2'200 müM, eine der grössten Städte der Welt. Die Metropole selber hat ca. 9 Mio. Einwohner und im gesamten Bundesstaat Distrikt Federal leben 28 Mio. Menschen. 

Unsere Vorstellung von Mexiko City, genährt durch die vielen negativen Bemerkungen vor der Abreise, war eher trüb und doch waren wir sehr gespannt, was uns erwarten wird. Schon der erste Kontakt mit einem sehr hilfsbereiten Mexikaner, unser Taxifahrer, ist überaus positiv. Kaum im Hotel angekommen, begeben wir uns auf die Dachterrasse, um den spektakulären Ausblick auf den Zócalo (einer der weltgrössten Plätze) und die Kathedrale zu geniessen. Mit einer Degustation verschiedener Mescals und Tequilas beschliessen wir den Tag.

Mescal & Tequila

Unsere ersten Mescals und Tequilas in Mexiko.

 

Der Mescal wird aus dem Fruchtfleisch verschiedener Agaven-Arten hergestellt. Der Geschmack und das Aus- sehen des Mescal variiert je nach Art der Agave, der Region sowie der Zubereitung und der Dauer der Lagerung. Der bekannteste Mescal ist der Tequila, welcher in der Umgebung der Stadt Tequila/Mexiko ausschliesslich aus der blauen Agave gebrannt wird - tja, wem's schmeckt!

Mexiko City - 2. Tag

Heute Sonntag beginnen wir unsere Besichtigung mit einem Hop-on Hop-off Sightseeing Bus. Und was wir hier zu sehen bekommen, übertrifft all unsere Erwartungen. Interessante Plätze, moderne Gebäude, alte und neue Kulturen und sehr nette und aufgeschlossene Menschen - eine faszinierende Stadt.

Wie jeden Sonntag sind auch heute die Strassen um Alameda-Park und Paseo de la Reforma gesperrt und für jegliche Aktivitäten wie Velofahren, Skaten, Joggen, Tanzen, Spazieren etc...... frei gegeben. Dies lockt bis zu 100'000 Menschen von Nah und Fern in die Stadt und bei diesem Volksfest gibt es viel zu staunen und zu sehen und macht hungrig.

Tacos al Pastor

An einer Seitengasse von Mexiko City laufen wir gegen die Mittagszeit an einer Dönerbude vorbei. 

Doch halt, das sieht etwas anders aus! Das müssen wir probieren. Der Koch erklärt uns, dass dies Tacos al Pastor und sehr beliebt bei den Mexikanern sei.

Einfach köstlich!

Santiago de Querétaro

Rundreise Mexiko-Argentinien-Brasilien.

Santiago de Querétaro ist eine (UNESCO) Stadt in Zentralmexiko mit ca. 878.000 Einwohnern.

Per Bus fahren wir von Mexiko DF in diese geschichtsträchtige Stadt. 1848 wurde in Querétaro der Friedensvertrag mit den USA unterzeichnet, bei dem Mexiko gezwungen war anzuerkennen, dass es fast die Hälfte seines damaligen Territoriums an die USA abgeben musste. 1867 wurde Kaiser Maximilian hier hingerichtet und damit dem Versuch der Franzosen ein Ende gesetzt, Mexiko erneut zu kolonialisieren. Schließlich wurde nach der Revolution 1917 die heutige Verfassung in Querétaro verabschiedet. 

Unser Hotelzimmer ist wieder eine Augenweide. Hier fühlen wir uns wohl! Das Mittagessen geniessen wir in einem typisch mexikanischen Restaurant. Roby muss leider arbeiten, also mache ich mich alleine auf Entdeckungstour. Die Gassen mit den vielen bunten Läden, die Strassencafés, der Markt - es gibt viel zu sehen und mir wird nicht langweilig. Ein Highlight ist auch das Wahrzeichen der Stadt - ein Aquädukt der sich wie eine Schlange durch diese Stadt zieht mit 74 Bögen, die bis zu 30 Meter hoch sind. Eine sehr lebhafte und farbenfrohe Stadt.

Mexikanische Spezialitäten

Als Vorspeise - Termiteneier. Die Escamoles sind eine Delikatesse in Mexiko.

Hauptgang - Schaffleisch, in der Haut der Agave gegart

Hauptgang - Chile en Nogada/mit Hackfleisch gefüllte Paprika, Nusssauce und Granatapfelkernen

Zum Zvieri - Kaktus-Früchte

Teotihuacán - Pyramiden

Auf der Rückfahrt zeigt uns unser Fahrer Carlos noch die Stadt Teotihuacán. Sie wurde um zwei gigantische Pyramiden errichtet, die mit einer grossen Prachtstrasse verbunden sind, die so genannte "Strasse des Todes". Im Zentrum liegt die 63m hohe Sonnenpyramide. Auf der Spitze befand sich ein Tempel. Dieser ist heute nicht mehr erhalten. Die 48m hohe Mondpyramide wurde ein Jahrhundert nach der Sonnenpyramide gebaut. 

Weiter geht's per Flugzeug von Mexico nach Buenos Aires/Argentinien

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Mit dem Camper von Belize kommend

Mexiko (25. Oktober - 31. Dezember 2021)

Blau 2021  Violett 2014

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
Übernachtungen Mexiko 2021.pdf
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Grenzübertritt Belize/Mexiko

Einmal mehr ist der Kühlschrank leer, Reis, Teigwaren und Cornflakes sind aufgegessen oder versteckt - wir nähern uns der Grenze Belize/Mexiko.

Heute Montagmorgen sind wir fast die einzigen Grenzgänger und so sind wir auch innert kürzester Zeit aus Belize ausgereist und stehen nun im menschenleeren Einwanderungs-Gebäude von Mexiko.

 

Die Kühlschrank- und 'Chuchi-Chäschtli'-Kontrolle ist im nu erledigt und da wir gut vorgearbeitet sind, sollte der Rest auch zügig gehen!

 

Röbä hat die Touristenkarte drei Tage vorher online ausgefüllt, ausdrucken lassen und für den 180-tägigen Aufenthalt 575 Pesos bzw. 25 Franken/Person mit seiner Kreditkarte bezahlt. Diese Dokumente präsentieren wir jetzt dem freundlichen Grenzbeamten. Der möchte aber auch noch die Quittungen der Kreditkarten-Zahlung sehen.

Ohne Internet ist das schwierig, aber der Beamte Carlos versucht uns mit seinem Mobiltelefon zu helfen, was leider nicht funktioniert. Schlussendlich landen wir am Computer der Chefin und Röbä durchsucht seine Mails - ohne Erfolg.

Inzwischen hat Carlos mit Mexiko City telefonisch Verbindung aufgenommen und erfahren, dass zwei Zahlungen von einem Robert Gisler eingegangen sind.

Na geht doch....aber....Robert Gisler darf jetzt zweimal einreisen ;o) Ursula Gisler muss draussen bleiben oder nochmals eine Touristenkarte ausfüllen und selbst nochmals 575 Pesos bezahlen!!

Eine Stunde lang haben drei Beamte uns mit allen Mitteln zu helfen versucht und waren immer äusserst freundlich - da fällt einem das nochmalige Bezahlen doch etwas leichter :o) 

Bacalar

25.-29.10.2021

Da Röbä in zwei Tagen wieder ein Zoom-Meeting mit 'seiner' Firma in Guatemala hat, sind wir auf der Suche nach einem Camping mit Wifi.

 

An der Laguna Verde in Bacalar im mexikanischen Bundestaat Quintana Roo versuchen wir unser Glück. Doch der Parkplatz ist überfüllt mit Tages-Touristen, Bussen und Autos. Die letzten acht Monate in Mittelamerika waren wir meistens alleine, an diesen riesigen Trubel müssen wir uns zuerst wieder gewöhnen.

Auf dem Camping Jardin de Venus stehen glücklicherweise nur zwei Camper. Nadine und Thomas aus Bern gesellen sich später noch dazu.

Bei einem Glas Weisswein tauschen wir Reiseerfahrungen aus und 'chennet wider einisch Schwyzertytsch redä' ;o)) 

Auf der Bike-Rundfahrt durch Bacalar entdecken wir das Fort San Felipe. Dieses Fort wurde infolge der häufigen Piratenüberfällen 1725 gebaut und ist vor kurzem restauriert worden.

Tulum

29.-31.10.2021

Im Reiseführer als einer der schönsten Strände von Mexiko wärmstens empfohlen, machen wir uns auf nach Tulum. Der einzige Campingplatz - für Fahrzeuge über 2.5m Höhe - muss über eine schmale Sandbank zwischen Karibik und Lagune angefahren werden.

 

Im ersten Drittel der Strecke klammern sich Hotel, Restaurants, Bars und Geschäfte dicht aneinander - Sicht auf Meer und Lagune gleich Null! Die letzten 7km führen über die löcherigste Piste, die wir in letzter Zeit gefahren sind. Auch für die Camper-Kupplung ist diese Strecke zu anstrengend, der Nehmerzylinder verliert Hydraulik-Flüssigkeit, das Kupplungs-Pedal kommt nicht mehr zurück :o(

 

Der Strandcamping entpuppt sich als kleine Enttäuschung - Preis für eine Nacht 15 US$, kein Strom, kein Wasser, kein WIFI und übernachten müssen wir auf dem Parkplatz - schön ist es trotzdem :o)

Cancún

31.10.-08.11.2021

Das Kupplungsproblem, zusammen mit der holprigen Rückfahrt aus dem Camping in Tulum, macht uns etwas Sorgen. Auch die Tatsache, dass in Mexiko die Festtage 'El Día de los Muertos' - Tag der Toten - bevorstehen, wo viele Betriebe mehrere Tage geschlossen sein werden, bringt keine Entspannung.

Wir entschliessen uns nicht untätig herumzusitzen, sondern wagen die 150km lange Fahrt nach Cancún und hoffen, dort einen arbeitenden Kupplungs-Spezialisten zu finden.

 

Möglichst wenig schaltend - die vielen Temposchwellen im 3. und 4. Gang überfahrend, erreichen wir den Camping/Trailer-Park von Cancún, wo gerade ein VW-Käfer Treffen in vollem Gange ist. 

Wie sich herausstellt, sind aber nicht nur Käfer angereist, sondern auch viele Auto-Posers mit ihren aufgemotzten Untersätzen. Als neben unserem Camper ein offizieller Wettstreit um die lauteste Musikanlage beginnt und unsere Trommelfelle - trotz Ohrstöpsel - zu platzen drohen, suchen wir das Weite und gehen Crevetten-Cocktails essen!

Heute Montagmorgen fahren wir als erstes zu einem Kupplungs-Spezialisten. Der begrüsst uns mit "Fiat flicken wir nicht - es gibt hier keine Ersatzteile!"

Wir können ihn aber soweit umstimmen, dass er sich unser Kupplungs-Problem anschaut und versucht herauszufinden, was defekt sein könnte. "Alles in Ordnung - durch den häufigen Gebrauch auf der löchrigen Strasse in Tulum hat sich der Kupplungs-Zylinder überhitzt," meint der Meister - Glück gehabt?!

 

Am späteren Nachmittag geht's per Taxi in die Stadt, denn dort gibt es ein Strassenfest zu Ehren der Toten. Wir staunen nicht schlecht, die Mexikaner haben einen wesentlich lockereren Umgang mit ihren Toten als wir. Es wird fröhlich gefeiert, viele sind verkleidet und Bilder von Verstorbenen mit ihren Lieblingsspeisen und -getränken sind auf schön dekorierten Altären aufgestellt. 

Die restlichen Tage in Cancún nutzen wir zum Einkaufen von Lebensmitteln, zum Visas für die USA zu beantragen, zum fein Essen gehen und zum Relaxen.

 

Die 23km lange Hotelzone von Cancún fahren wir bei unserer Weiterreise ab. Wie befürchtet - Hotel reiht sich an Hotel, dazwischen hohe Mauern. Die gepflegten und schönen Stränden von Cancún kriegt man hier nur als Hotelgast zu sehen :o(

Isla Mujeres

Vor der Küste Cancúns liegt die kleine Insel Isla Mujeres - 7km lang und 650m breit. Sie wird als magischer romantischer Ort beschrieben, wo man unter Palmen relaxen und im türkisfarbenen Wasser schwimmen kann. Genau das Richtige für uns – also nichts wie hin!

 

Mit einem Schnellboot erreichen wir die Insel in 20 Minuten. Aber hier endet die romantische magische Geschichte bereits schon. Mit unseren Bikes quetschen wir uns zwischen parkierten Autos und vorbei surrenden Golf-Wagen durch die Stadt, der Südspitze entgegen. Nirgends gibt es einen freien Zugang zum Meer. Alles ist durch Hotelanlagen abgesperrt. Auf unserer Fahrt in den Süden bekommen wir das wunderschöne Meer gerade einmal zu Gesicht.

An der Ostküste gäbe es noch ein paar freie Meer-Zugänge, die sind aber nur über die scharfkantig ausgewaschenen Klippen zu erreichen. Die vielen Leguane freuts!

Wir schliessen unsere Rundfahrt an der öffentlichen Playa Norte/Nordstrand ab, wo all diejenigen an der Sonne schmoren, die keine Ferien in einer Hotelanlage gebucht haben. Nach einem kalten Bier nehmen wir das Boot zurück und freuen uns, Ferien nicht an solchen Orten verbringen zu müssen!!

Cenoten

Cenoten sind unterirdische Hohlräume im Kalkgestein, oft geschmückt mit Stalaktiten und Stalagmiten und klaren Grundwasserseen.

 

Vor Jahrmillionen war die Yucatan-Halbinsel ein mächtiges Korallenriff. Während einer Eiszeit sank der Meeresspiegel stark ab, sodass das Korallenriff aus dem Wasser zu ragen begann und sich daraus langsam ein dickes, von mit Grundwasser gefüllten Höhlen durchzogenes Kalksteinplateau bildete. Die natürliche Erosion lässt nun die Decken dieser Höhlen langsam dünner werden, bis sie irgendwann einstürzen und sich die Cenote mit Gestein und Humus zu füllen beginnt (siehe Grafik).

 

Die Cenoten galten den Maya als Sitz der Götter der Unterwelt, denen dort auch Menschen geopfert wurden.

 

In Yucatan gibt es tausende solcher Cenoten - in verschiedenen Stadien der Auflösung - wir haben einige besucht.

Valladolid

09.-12.11.2021

Die Stadt wurde 1543 im Norden der Yucatan Halbinsel  - 50km von der Karibikküste entfernt - gegründet. Wegen der extremen Hitze und den unerträglich vielen Moskitos verschoben die Spanier Valladolid einige Jahre später 80km weiter in den Süden, an ihren heutigen Platz.

Die ruhige Provinzstadt mit den pastellfarbenen Häusern und breiten Strassen wird langsam vom Tourismus entdeckt. Viel gibt es nicht zu sehen, dafür geniessen wir die Ruhe und Gelassenheit der Menschen. 

 

Im Hotel/Camping Xkopek - in Maya übersetzt 'Kleiner Hund' - parkieren wir unser Haus für die nächsten Tage und radeln mit den Bikes die Cenoten der näheren Umgebung ab. 

Maya Ruinen Chichén Itzá

Die UNESCO-Weltkulturstätte ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Mexikos und wird an speziellen Tagen - Sonnenwenden - von bis zu 70‘000 Menschen besucht. Zum Glück haben wir November - uns reicht schon eine bescheidenere Menschenmasse.

 

Chichén Itzá wurde ca. 450 n.Chr. gegründet und um 900 n.Chr. nach mehreren Missernten wieder verlassen.

Das bekannteste Bauwerk 'El Castillo'/das Schloss besteht aus vier Seiten, die die vier Himmelsrichtungen symbolisieren, neun Terrassen für die neun Himmel der Maya und vier Treppen mit 91 bzw. 92 Stufen für die 365 Tage eines Jahres

Zur Sonnenwende - 21. März und 21. September - erscheint durch die Sonneneinstrahlung der Schatten einer Schlange, die die Treppenstufen hinunter kriecht und sich unten mit dem Schlangenkopf vereint.

Im Innern der Pyramide fanden Archäologen einen älteren völlig intakten Tempel.

 

Wir lassen uns von José - unserem Guide - alles genau erklären und sind einmal mehr erstaunt über die genaue astronomische Ausrichtung dieser alten Meisterwerke.

Gleich daneben steht 'El Templo de los Guerreros'/der Krieger-Tempel. Oben auf der vierstufigen Pyramide bewacht Chak Mo'ol (Chacmool) den Eingang zum Heiligtum. Chak Mo'ol ist eine sitzende Figur, die sich nach hinten auf den Armen abstützt. In ihrem Schoss befindet sich eine Aushöhlung, die für Opfergaben bestimmt war.

 

Der Tempel ist umgeben von 'Las Mil Columnas‘/die 1000 Säulen - ein militärisches Ausbildungszentrum und Unterkunft für die Soldaten. 

 

'El Juego de Pelota'/Ballspielplatz von Chichén Itzá ist der grösste bisher gefundene in der Maya-Welt - 168m x 38m. Das Spielfeld wird beidseits durch 8m hohe Mauern abgegrenzt, welche gleichzeitig auch als Tribüne für die Zuschauer dienten.

Beim Spiel musste mit Hilfe von Ellbogen, Knien und Hüften der 3 kg schwere Kautschuk-Ball dem Kapitän eines Teams - auf der Erhöhung stehend - zugespielt werden. Nur er durfte den Ball durch den oben an der Mauer angebrachten Steinring schiessen. Ein Treffer reichte zum Sieg.

Die rituelle Bedeutung des Spiels endete in der Enthauptung des Siegerkapitäns - es war eine Ehre, den Göttern geopfert zu werden!! 

Mérida

12.-16.11.2021

Die Spanier gründeten 1542 Mérida - die jetzige Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán - auf den Ruinen der alten Maya-Stadt T’ho. Die rasterförmig angelegten Strassen dieser typischen Kolonialstadt haben keine Namen - sondern Nummern. Die Strassen mit geraden Zahlen verlaufen in Nord-Süd-Richtung, die mit ungeraden von Ost nach West.

 

Im Zentrum, der mit dem Sisal-Anbau reich gewordenen Stadt, liegt der Zócalo/Plaza de la Independencia, wo sich abends die Einheimischen zu einem Schwatz treffen.

Wir nehmen ein Taxi und fahren in den nördlich gelegenen Paseo de Montejo - einer der schönsten Strassen Méridas. Wir spazieren dem Boulevard entlang ins Zentrum und bewundern die Prachtbauten der Blütezeit des 19. Jahrhunderts.

Mittlerweile ist es dunkel. Bei einem Italiener - an der Plaza Santa Lucia - gibt’s eine feine Pizza und ein Glas Malbec. Die Kathedrale, das Rathaus und der Palast des Stadtgründers Montejo am Zócalo sind beleuchtet und erstrahlen in einer spezielle Atmosphäre. 

Da wir Mérida gestern nur im Dunkeln gesehen haben, schauen wir uns heute die Innenstadt nochmals bei Tageslicht an. Zu Fuss laufen wir in der Mittagszeit durch die praktisch ausgestorbenen Strassen - es ist Siesta - zum Zócalo. Im Zentrum und im Markt scheinen die Menschen keine Zeit für Siesta zu haben, denn hier ist doch einiges los. In einem kühlen Innenhof können wir der Sonne entfliehen und unseren Durst mit einem Ananassaft löschen. Jetzt sind wir wieder fit für den 2km-Marsch zurück zum Hostal/Camping La Ermita, wo noch ein Berg schmutziger Wäsche auf eine Reinigung wartet.

Maya Ruinen Uxmal

Uxmal - die voraussichtlich letzte Maya-Stätte, die wir auf unserer Reise besuchen - zählt auch zum UNESCO-Welterbe. Die restaurierten Bauwerke stammen aus der Zeit zwischen 700 und 1000 n.Ch.

Wir sind erstaunt über die wenigen Besucher und freuen uns, ohne grosses Gedränge die Anlage besichtigen zu können.

Kurz nach dem Betreten der Anlage stehen wir vor der 35m hohen Pyramide 'El Adivino'/Wahrsager. Sie weist im Gegensatz zu vielen anderen Maya Bauwerken abgerundete Ecken auf.

'El Cuadrángulo de las Monjas'/Nonnen-Viereck ist ein grosser Platz umringt von Gebäuden mit 74 Räumen. Die Fassaden sind reich verziert mit verschiedenen Ornamenten. Die Archäologen vermuten, dass es sich hier um eine Militärakademie gehandelt hat und dass hier keine Nonnen gelebt haben ;o)

Wir überqueren den Ballspielplatz - viel kleiner als der in Chizén Itzá, okay der Sieger-Kapitän wurde hier auch nicht geköpft - kommen wir zum Gouverneurspalast. Er beeindruckt durch seine Grösse und auch durch die Ornamente, die wie ein Band um den oberen Teil des Gebäudes verlaufen. Alles in allem hat uns diese Anlage sehr gut gefallen, aber unser Favorit bleibt Tikal!

Campeche

16.-19.11.2021

Von Uxmal nach Campeche sind es endlose 172km enge Strassen, gesäumt von Wäldern und Gebüsch - alle 70km eine Kurve - gähn! Zum Glück wechseln wir jede Stunde den Fahrer, denn es besteht die Gefahr einzuschlafen.

 

Campeche am Golf von Mexiko ist zugleich auch Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Da die Stadt seit 1540 der zweitwichtigste Hafen der spanischen Kolonie war, wurde sie in regelmässigen Abständen von Piraten überfallen. Die Bürger errichtete daher zu ihrem Schutz im 16. und 17. Jh. acht Baluarten/Bastionen und verbanden diese mit einer 2.5km langen hohen Mauer.

Noch heute ist ein Grossteil dieser Befestigungsanlagen erhalten. Von den Gemäuern haben wir einen herrlichen Blick auf die bunten einstöckigen Häuser, die sich eng aneinander reihen.

Wieder unten, spazieren wir kreuz und quer durch die koloniale Altstadt. Zartes Rosa, kräftiges Gelb, kühles Himmelblau, freches Grün, beruhigendes Oker - kein Haus gleicht dem andern - und dazwischen immer wieder ein Gotteshaus.

Am Malecón ein Blick in die Ferne über den Golf von Mexiko und oben auf der Säule ein Maya-Engel, der die Stadt beschützt.

Aber irgendwie muss er beim Bewachen eingeschlafen sein, denn nicht weit entfernt scheint ein UFO gelandet zu sein. Schade, dass eine solch liebloses Gebäude einen Platz in dieser schönen Stadt gefunden hat.  

Wir haben am Vortag Barbara und Robert aus Deutschland auf dem Camping getroffen. Die beiden sind mit ihren Motorrädern auf Weltreise.

Zusammen sind wir nun auf der Suche nach einem traditionellen 'Beizli' wo wir gemütlich ein Bier trinken können. In einer typischen 'Cantina Mexicana' versuchen wir unser Glück…und haben Erfolg - Frauen wurde (und wird z.T. heute noch) der Zutritt zu dieser Männerbastion verwehrt.

'Mann' zieht sich hierher zurück um Bier zu trinken und Botanas/Häppchen zu essen, seine Gedanken zu ordnen und die laute Musik aus der modernen Jukebox an der Wand verhindert, dass man sich mit den Tischgenossen unterhalten muss! Uns gefällt’s - erst recht, als drei Mariachis die Konservenmusik mit ihrem musikalischen und gesanglichen Können ablösen.

Auf einem Bein läuft sich‘s nicht gut nach Hause - ein feiner Tequila zum Abschluss löst das Problem ;o))

Agua Purificada - Trinkwasser in Mexiko

Was für uns in Südamerika selbstverständlich war, wurde in Mittelamerika zunehmend schwieriger und ist nun in Mexiko praktisch ein Ding der Unmöglichkeit - Trinkwasser aus dem Wasserhahn !

 

An Wasser mangelt es in Mexiko eigentlich nicht, vor allem nicht auf der Halbinsel Yucatan. Verschmutzung von Seen und Flüssen und fehlende Kläranlagen führen zu mit Amöben kontaminiertem Wasser. Die 'Rache Montezumas' bzw. eine heftige Magen-Darm-Infektion droht denen, die solches Wasser trotzdem konsumieren.

 

Zusätzlich führt eine gedankenlose Verschwendung zu sinkenden Grundwasserspiegeln, was eine touristische Attraktion und Haupteinnahmequelle - die Cenoten - rascher zum Austrocknen bringt.

 

So halten wir mindestens einmal die Woche an einer Wasserstation - einer Agua Purificada - und füllen dort unsere Trinkwasser-Kanister mit osmotisch gereinigtem und UV-bestrahltem Wasser wieder auf. 

Vom Meer in die Berge

21.-23.11.2021

Wir verlassen Campeche und fahren dem Golf von Mexiko entlang Richtung Ciudad del Carmen. Der Himmel ist leicht bewölkt und die Strecke sieht auf der Strassenkarte interessanter aus, als sie in Wirklichkeit ist. Nach 171km liegt die Isla del Carmen vor uns. Noch 4US$ Brückenzoll entrichten und schon sind wir drüben. 

 

Jetzt geht die schwierige Suche nach einem Übernachtungsplatz los. Alle Strandrestaurants und Hotels sind wie ausgestorben. Doch halt, da bewegt sich was! Wir halten an und fragen. Doch für einen staubigen Parkplatz ohne Strom, Wasser, WIFI verlangen sie 25US$ - das ist uns zu viel.

Etwas weiter stehen die Tore eines Clubs weit offen. Wir fahren rein und finden den Gärtner. Der meint: "Viel zu gefährlich!" Es sei niemand hier in der Nacht, das Tor verschlossen und es käme immer wieder zu bewaffneten Raubüberfällen mit Booten. Wir suchen das Weite!!

 

Am Ende der 42km langen Insel liegt Ciudad del Carmen. Nach längerer erfolgloser Suche verstecken wir uns am Rande der Stadt zwischen Meer und einem Zirkus, der sich gerade auf die Abendvorstellungen vorbereitet.

Auch von der Insel runter geht's nicht kostenfrei! Heute scheint ab und zu die Sonne und nach der nächsten Kurve giesst es in Strömen. Nach 170km unspektakulärer Fahrt - zum Glück gute Strassen - erreichen wir Villahermosa.

 

Auf der Finca Caracol y El Jaguar werden wir von Rodolfo sehr herzlich in Empfang genommen. Was für ein Unterschied zu gestern! Heute Samstag ist auch das Restaurant geöffnet. Wir lassen uns verwöhnen.

Tacos und Tintenfischringe zur Vorspeise, Langusten in Tequila-Sauce zur Hauptspeise, dazu einen fruchtigen mexikanischen Chardonnay und das Ganze abgerundet mit einem samtigen Tequila - alles untermalt mit romantischer Livemusik von Maestro Rodolfo und seinem Freund - zwei Profimusikern. 

Die nächste Etappe führt uns stufenweise auf 2100m durch zapatistische Bergdörfer, die an den Hängen kleben. (Zapatisten sind sozialrevolutionäre indigene politische Gruppierungen) 

Sonne, Regen und Nebel wechseln sich immer wieder ab. Die Strasse ist sehr kurvenreich, es geht rauf und runter und die zahlreichen Tópes/Gechwindigkeitsschwellen - umgerechnet alle 400m eine - machen uns das Fahren schwer. 

In Solistahuacán - auf 1560m - beenden wir um 14 Uhr müde unsere Fahrt. Es regnet und es ist kalt - 15°C.

Im Camping-Restaurant brennt ein Feuer im Kamin, die Lichter am Christbaum leuchten und wir lassen uns heute bekochen.

Am anderen Morgen um 7 Uhr und bei einer Aussentemperatur von 12°C - die Nacht war s…kalt - werden wir geweckt. Draussen ist es grau und es nieselt. Eine Gruppe Studenten hat sich zur Studienabschlussfoto versammelt. Die Frauen zittern in ihren dünnen Chiffonkleidern! :o/

San Cristóbal de las Casas

23.-27.11.2021

Wir sind in der Bergstadt San Cristóbal auf 2100müM angekommen. Tagestemperatur an der Sonne - Kurzarm, am Schatten - Langarm, in der Nacht 4°C und keine Mücken!!!

Hier treffen wir wieder auf die zwei Berner Nadine und Thomas. Während Röbä mit Thomas an den Autos rumwerkelt, tausche ich die Sommerkleider mit den Winterkleidern. Auch die Sommer-Bettdecken verschwinden in einem Ikea-Vakuumsack und die dickeren Winterduvets kommen nach fast zwei Jahren wieder zum Einsatz.

Den Abend lassen wir am Kamin ausklingen und schlafen dick eingemummelt tief und fest bis zum Morgen.

Die Kolonialstadt San Cristóbal - Anziehungspunkt vieler Touristen - liegt in einem Tal umgeben von Kieferwäldern und sehr traditionellen Dörfern der Ureinwohner. 

 

Rund um den Zócalo/Hauptplatz befinden sich architektonische Juwelen wie die Kathedrale mit ihrer barocken Fassade, der Stadtpalast oder die Kirche San Nicolás im typischen kolonialen Stil von Chiapas. Auch die beiden Aussichtspunkte Cerro de San Cristóbal und Cerro de Guadalupe besteigen wir - die Aussicht ist aber eher enttäuschend - dafür haben wir uns sportlich betätigt ;o)

Für uns einmal mehr sehr interessant die Ureinwohner der Tzotzil und Tzeltal Maya in ihren farbenfrohen traditionellen Trachten zu beobachten, welche je nach Dorf anders aussehen. Sie kommen von den Bergen runter in die Stadt, um Einkäufe zu erledigen oder Handel zu treiben. Viele versuchen ihr Glück auch direkt bei den zahlreichen Touristen.

Cañón de Sumidero

Vom gebirgigen Hochland von Chiapas fahren wir ohne viele Kurven 1500m runter ins Flachland nach Tuxtla Gutiérrez. Hier hat der Rio Grijalva vor 35 Mio. Jahren begonnen den über 1000 m tiefen und 14 km langen Cañon Sumidero in die Felsen zu graben.

 

Mit einem Boot fahren wir zwischen den mächtigen, senkrecht aufragenden Felswänden durch die Schlucht, immer unter den beobachtenden Augen einiger Krokodile.

Beim interessanten Wasserfall 'Arbol de Navidad'/Weihnachtsbaum machen wir kurz Halt und bewundern die Ideenvielfalt der Natur.

Am 261m hohen Staudamm Chicoasén - eine der zehn höchsten Talsperren weltweit - drehen wir wieder um. Es war eine eindrückliche Bootstour. Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz der Bootsfahrt in den Cayon.

Heute fahren wir früh rauf zum Aussichtspunkt. Von hier oben haben wir eine spektakuläre Sicht auf den Canyon, der 800m unter uns liegt.  

 

Wir wundern uns über das Seil, das über die Schlucht gespannt ist und entdecken einen roten Punkt, der sich uns langsam balancierend nähert.          

Wir werden Zeugen, wie Alexander/Andres Schulz - Slackline-Weltmeister - im Begriff ist, zwei neue Rekorde aufzustellen.

Die längste - 1712m - und höchste - 800m - Slackline-Überquerung der Welt mit verbundenen Augen.

 

Mir ist nur schon vom Zuschauen flau im Magen, vor allem, als er sich auf halbem Weg auch noch gemütlich aufs Band setzt und eine Pause einlegt. Es sind nur wenige Touristen anwesend, die dieses einmalige Spektakel miterleben. Alles ist mucks-mäuschen-still, man kann die Anspannung und das Mitzittern der Menschen richtig spüren, dann die Erleichterung und ein riesiger Applaus beim Eintreffen von Andres. Tolle Leistung!!

Tlocotalpan

Unser nächstes Ziel liegt 470km entfernt in der Nähe der Karibikküste.

Heute Sonntag ist in vielen Dörfern Flohmarkt. Es gibt Stände mit allem möglichen Krimskrams, gebrauchte Kleider und Schuhe, Spielsachen….jeder hat irgendetwas zu verkaufen oder braucht noch ein zwei Dinge. Dementsprechend ist auch viel los auf der Strasse und das Durchkommen umso schwieriger. Obwohl wir auf der Autopista/Autobahn unterwegs sind, schaffen wir es nicht bis Tlacotalpan an einem Tag und übernachten mit zahlreichen Lastwagen auf einer Shell-Tankstelle.

Die zweite Hälfte der Strecke führt uns an kilometerlangen, blühenden Zuckerrohrfeldern vorbei und immer wieder werden wir von lokalen Klein-Bussen im Höllentempo überholt.  

Der wahrscheinlich unbekannteste mexikanische Ort mit dem Prädikat 'UNESCO-Welterbe' liegt am Río Papaloapan, ca. 20km vor der Karibikküste. 

Tlacotalpan wird hier in Veracruz auch 'Die Perle des Rio Papaloapan' genannt. Sehr touristisch scheint dieser Ort tatsächlich nicht zu sein, denn die Strassen sind fast leer und die Restaurants warten auf Gäste. Uns beeindrucken die bunt bemalten Häuser, der Stadtpalast und der gepflegte Zócalo. Leider fehlt die Sonne, um die Pracht der Farben zum Leuchten zu bringen.   

Veracruz

30.11.-03.12.2021

Am 22. April 1519 gründete Hernán Cortés hier an der Karibikküste die erste spanische Siedlung auf dem amerikanischen Festland.

Auch heute noch beginnt für viele Overlander in Veracruz die Reise, denn hier liegt der wichtigste Schiffshafen Mexikos.

Eines fällt uns sofort auf - die Strassen, Plätze und Strände sind sehr sauber. Etwas, was eher selten zu sehen ist. Am Malecón/Uferpromenade entlang laufen wir ins Zentrum. Ein gemütlicher Ort, aber viel gibt es nicht zu sehen.

Heute Donnerstag laufen wir zum Aquarium - das grösste in Lateinamerika. Auch hier hat es nur eine Handvoll Besucher und wir bekommen einen vergünstigten Eintritt - dank unserem hohen Alter ;o))

 

Wir sind hin und her gerissen. Zum einen ist es fantastisch, in die Unterwasserwelt einzutauchen, zum andern wäre es schön, wenn alle diese Fische frei durch die Meere ziehen könnten.

Eigentlich war es nicht unser Plan nach Veracruz zu fahren. Da wir aber zwei neue AGM-Batterien für unsere Solaranlage benötigen und unsere Abmessungen ziemlich schwierig aufzutreiben sind, haben wir diesen Umweg in Kauf genommen. 

La Antigua

1525 liess Hernán Cortés in La Antigua die zweite Siedlung in Mexiko errichteten. Die 'Casa de Cortés' - hier soll  angeblich der spanische Eroberer eine Zeit lang gewohnt haben - ist die Hauptsehenswürdigkeit in diesem kleinen Dorf.

Die alten Mauern sind von mehreren Bäumen überwachsen. Die zahlreichen Wurzeln kleben halb erdrückend, halb stützend an diesem alten Gemäuer - der spanische Künstler Gaudí hätte hier sicher auch noch ein paar inspirierende Ideen gefunden ;o) 

Ein Spaziergang durch das verschlafene Dorf, das sich langsam auf den Wochenend-Ansturm vorbereitet, bringt uns zu zwei weiteren Sehenswürdigkeiten.

Die kleine Kapelle Ermita de Rosario - sie soll die älteste in den Amerikas sein - stammt aus dem Jahr 1523 und wurde kürzlich einer Schönheitsoperation unterzogen. Jetzt strahlt sie in neuem Glanz - nur die Glocken fehlen noch! 

Ein weiteres Relikt aus dem 16. Jh. ist der gigantische Ceiba-Baum. Hier soll Hernán Cortés jeweils sein Boot festgebunden haben - was die Menschen so alles überliefern?!

 

Bei unserer Rückkehr zum Camper wartet hoher Besuch auf uns. Der Bischof von Veracruz - hier für die Firmung der Kinder im Dorf - ist begeistert von unserer reisenden Lebensart und hat zahlreiche Fragen.

 

Die wenigsten Mexikaner trennen ihren Abfall. Das überlassen sie den Männern der Kehrichtabfuhr, die den Abfall direkt auf der Strasse beim Lastwagen sortieren.

Xalapa

03.-05.12.2021

Nach 80km Autobahn ohne Sicht auf irgendetwas, dafür keine Geschwindigkeits-Schwellen, erreichen wir die Hauptstadt des Bundestaates Veracruz - Xalapa.

Unser Ziel ist der Walmart-Parkplatz zum Übernachten, denn in dieser grossen Stadt scheint es leider keine andere Möglichkeit zu geben.

In dichtem Verkehr nähern wir uns langsam der Walmart-Einfahrt - wups! - und schon sind wir vorbei. Zurück geht nicht mehr - also, nochmals eine Runde. Diesmal parkieren wir in der Nähe am Strassenrand und Röbä inspiziert die Parkplatz-Situation zu Fuss, während ich im Camper warte.

Pumm….ein älterer Mexikaner deformiert unsere hintere linke Camper-Ecke. Er meint, er hätte Probleme mit dem Blutzucker….wir denken, es könnte aber auch etwas zu viel Alkohol im Blut sein. Beschämt drückt er uns 3000 Pesos/150CHF in die Hand und fährt weiter.

Dank den hilfsbereiten Mexikanern finden wir in einer Seitengasse in einem urigen Quartier einen Experten, der sich mit Fiberglas auskennt. Während wir in der Obhut der freundlichen Nachbarn zwei Tage bzw. Nächte am Rande der ausgewaschenen Gasse verbringen, repariert und verschönert Novoyuki beide hinteren Kunststoff-Ecken.

Cholula und Puebla

05.-12.12.2021

Nach der 2-tägigen Epoxy-Reparatur wollen wir Xalapa so schnell als möglich hinter uns lassen und nehmen die Autopista nach Puebla. Auf den 160km passieren wir vier Zahlstellen und müssen insgesamt SFr. 25 abdrücken - Autobahnen in Mexiko sind teuer :o/

 

Ohne grosse Kurven geht's hoch auf 2500m. Die Landschaft wird immer karger und trockener - uns gefällt’s immer besser! Nach Langem ist der Blick in die Ferne wieder einmal möglich und die Berge und Vulkane schiessen vor unseren Augen wie Pilze aus der Landschaft. Dazwischen wachsen Kakteen und Joshua-/Yucca-Palmen. Leider liegt alles etwas im Dunst und Smog - mitunter eine Auswirkungen der Grossregion Mexiko City.  

In Cholula - auf 2175m - finden wir wieder einmal einen vernünftigen Campingplatz. Schweizer, Franzosen, Deutsche, Kanadier - wir sind eine bunte Gesellschaft. Röbä kickt den Grill an und neben dem Lagerfeuer lassen sich die Abendtemperaturen von 13°C gut aushalten. 

Die sonnigen Tage nutzen wir unter anderem auch um altersbedingte Schäden an Kühlschranktür und Dachluke mittels Epoxy zu beseitigen.

Cholula ist bekannt für die flächenmässig grösste Pyramide der Welt - Grundfläche 450m × 450m.

Ein Modell gibt uns einen Überblick über die zu einem Grossteil unter der Erde liegende Pyramide. Auf der obersten der vier Plattformen steht inzwischen eine Kirche. Wir geniessen von dort oben eine wunderbare Aussicht auf den Ort, auf die angrenzende Stadt Puebla und den Vulcán Popocatépetl.

Meine Reiseführerin wird in ein paar Tagen 65 Jahre alt. Für mich Grund genug, um wieder mal ein kulinarisches Abenteuer einzuschieben. Im Restaurant Maizal im Herzen der Grossstadt Puebla finde ich das Gesuchte - Mexikanische Küche, neu interpretiert.

Mir läuft beim Schreiben bereits wieder das Wasser im Munde zusammen...

 

Chile Poplano gefüllt mit geräucherter Forelle in dunklem Maismantel an Mole/Sauce

Amaranto-Sandwich mit Paté

Fisch eingewickelt in Papier aus Auberginen

Ente an Schokoladen-Sauce, leicht pikant

Apfelkuchen mit Kürbiscrème, Frischkäse und Mango-Eis

Reisen und dabei mit YouTube-Videos Geld verdienen - geht das? Offensichtlich ja!

Wie uns bereits mehrere amerikanische oder kanadische Reise-Paare versichert haben, kann man damit seinen Lebensunterhalt verdienen oder aber sich einen schönen finanziellen Zustupf generieren.

Die Voraussetzung dazu ist die häufige Publikation von Videos in YouTube und eine entsprechend grosse Betrachtergruppe bzw. Kanal-Abonnenten. Das Betrachten der Videos generiert für YouTube/Google Werbeeinnahmen, die einen Teil davon an die Video-Ersteller weitergeben.

Dori und Mena aus Quebec/Kanada sind eines dieser Reise-Paare. Wir haben sie auf dem Camping in Cholula kennengelernt und ihnen auf ihr Bitten ein Video-Interview gewährt (Korrektur: wir sind nicht mit einem Diesel Promaster unterwegs sondern mit einem Fiat Ducato).

Santuario del Rosario - Winterquartier der Monarch-Falter

12.-16.12.202s

Die nächsten fünf Tage wollen wir eine grössere Strecke bis zu unserem Weihnachtsquartier im Bundesstaat Jalisco zurücklegen. 

Aber noch haben wir 700km Weg vor uns! Ein Grossteil dieser Strecke sollte über Autobahnen möglich sein, aber heute - 12. Dezember - findet das wichtigste Fest der Mexikaner statt - Día de Nuestra Señora de Guadalupe/Tag der Jungfrau von Guadalupe. Zahlreiche Prozessionen - zu Fuss, auf Velos, Motorrädern oder auf Lastwagen - verstopfen die Strassen. Viele Fahrzeuge sind geschmückt mit Blumen und Bilder der Jungfrau Maria.

Aus nicht erfindlichen Gründen ist auch die Autobahn gesperrt und wir müssen über eine Bergstrasse mit vielen Geschwindigkeits-Schwellen ausweichen - ein anstrengender aber interessanter Reisetag :o/

Endlich sind wir an der Peripherie von Mexiko City angekommen, finden aber keine Auffahrt auf die Autobahn. Eine Stunde lang quetschen wir uns durch enge Quartierstrassen mit unzähligen Geschwindigkeits-Schwellen, bis wir endlich eine Auffahrt entdecken. Aber so einfach ist das nun auch wieder nicht. Wir müssen zuerst ein Telepass-Gerät kaufen, um die automatischen Autobahn-Barrieren öffnen zu können. Wir sind langsam müde und unsere Nerven liegen blank - speziell Ursis!!

Etwas ausserhalb der Metropole - auf 3100m - finden wir dann doch noch ein ruhiges, aber kaltes Plätzchen zum Übernachten. 

Bei einer Morgentemperatur von 6°C geht's weiter zum Santuario del Rosario, einem der hier zahlreich vorhandenen Winterquartiere der amerikanisch-kanadischen Monarch-Schmetterlinge. 

Diese organge-schwarzen Falter gelangen nach einer sagenhaften Flatter-Reise von rund 4500 km im November bis in die Wälder des Bundesstaates Michoacán um zu überwintern. 

 

An ihrem Reiseziel angekommen, hängen sich die Tiere an die Äste und bilden dichte Trauben, um sich vor den niedrigen Temperaturen und dem Wind zu schützen. Bis zu einer Milliarde Schmetterlinge sollen es sein. Ein orange-schwarzes Gewand überzieht dann die Bäume und Wälder. Bei kalten Temperaturen bleiben die Tiere gerne in der wärmenden Traube hängen. Erst wenn die Sonne auftaucht, kehrt Leben ein und die Schmetterlinge flattern herum oder setzen sich auf den Boden um zu sonnen.

Das phänomenale Migrationsverhalten der Monarch-Falter, wie sie sich auf der bis zu 4500 Kilometer weiten Reise orientieren, ist nicht restlos geklärt.

Wegen der kurzen Lebensspanne kann jeder einzelne Schmetterling nur eine Teilstrecke zurücklegen. Unterwegs legen die Weibchen ihre Eier, die geschlüpften Raupen verpuppen sich. Wenig später setzen die jungen Monarch-Falter die Reise ihrer Eltern fort und treffen im November im Winterquartier bzw. im April in ihrem Sommerquartier ein.

Morelia

14.-16.12.2021

Als letzte Station auf unserer langen Fahrt zum Weihnachtsquartier biegen wir von der Autobahn ab nach Morelia. Die Hauptstadt des Staates Michoacán zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und wir werden von der Polizei auf dem Parkplatz beim Planetarium herzlich empfangen.

Oscar - der Chef - begrüsst uns persönlich, nimmt unsere Personalien auf, misst uns die Temperatur, gibt uns Händedesinfektant und versichert uns, dass wir hier - unter den Augen der Polizei - geruhsam schlafen werden. Passt perfekt!!

Geschlafen wie Babies, machen wir uns heute Mittwoch auf, die Stadt zu erkunden.

Morelia besitzt seit dem 18. Jh. einen 1700m langen und 8m hohen Aquädukt mit 253 Bögen, der das Wasser bis 1919 in die Stadt transportierte.

Vorbei am imposanten Templo de las Monjas/Tempel der Nonnen - der Tempel wurde 1722 für den Orden der Dominikanerinnen erbaut - geht’s zur ebenso eindrücklichen Kathedrale. 1660 begonnen, dauerte es 80 Jahre um dieses massive Bauwerk zu vollenden.

Weiter schlendern wir durch die vielen weihnachtlich geschmückten Plätze, vorbei an vielen Kirchen und Palästen und beschliessen unseren Rundgang im Centro Cultural Clavijero, wo Wechselausstellungen verschiedener lokaler Künstler zu sehen sind. Ein feines Rindsfilet an einer Jamón de Serano-Sauce zusammen mit einem wunderbaren Blick über den Zócalo beenden diesen interessanten Tag in Morelia.

Vorbei an Lagunen-Landschaften mit weissen Fisch-Reihern und grossen Agaven-Feldern geht's zielstrebig durch den Bundestaat Jalisco nach Santa Elena.

Frohe Festtage

Liebe Familie und Freunde

Von Herzen wünschen wir euch erholsame Festtage und einen sanften Rutsch ins Neue Jahr.

Fürs 2022 - natürlich - gute Gesundheit und wenig Stress im Alltag.

 

Ein schwieriges Jahr geht dem Ende zu, die Hoffnung auf rasche Besserung scheint zurzeit minimal :o( Wir lassen uns jedoch nicht unterkriegen und versuchen, unser (Reise-)Leben so gut wie möglich weiterzuführen. Wir hoffen, dass auch ihr die nötige Kraft aufbringt und voller Tatendrang wieder ins neue Jahr starten könnt.

Santa Elena - unser Weihnachts-Quartier

16.-25.12.21

Mitte Dezember treffen wir bereits in unserem Weihnachtsquartier ein. Santa Elena - ein kleines Dorf im Bundesstaat Jalisco - liegt in einer wunderschönen hügeligen Landschaft, umgeben von Agavenfeldern und Bauernhöfen mit allerlei Vier- und gefiederten Zweibeinern.

Aber das Juwel von Santa Elena ist das Schweizer Restaurant Charly’s. Hier verwöhnen Charly und seine mexikanische Frau Mariaelena die Gäste mit vielen Schweizer-Spezialitäten - Bratwurst und Rösti, Cordonbleu, Züri Geschnetzeltes, Raclette…. Dazu ein feines Erdinger Weissbier und als 'Verdauerli' einen Tequila Añiejo. Was kann es besseres geben?!

Zweimal die Woche bäckt Charly Brot für’s Restaurant und wir werden mit einem super knusprigen dunklen Brot überrascht - das Beste in ganz Süd- und Mittelamerika!! 

Mit Charly fahren wir in die 15km entfernte Stadt Atotonilco, wo wir die Tequila Brennerei Siete Leguas besuchen, die köstlichen Guasanas entdecken und mit einem überfüllten Bus wieder nach Santa Elena zurückkehren.

Tequila, der bekannteste Mezcal

Neben Bier ist Tequila das am häufigsten konsumierte alkoholische Getränk in Mexiko. Es gibt etwa 130 Hersteller. Zwei dieser Destillerien haben wir besucht - Siete Leguas in Atotonilco mit einem traditionellen Herstellungs-Prozess und José Cuervo in Tequila, die älteste Destillerie in Latein-Amerika. 

 

Rund 80% des Tequilas kommt aus dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Mittlerweile beherrschen die blauen Agave-Felder weite Teile dieser Region.

Tequila ist der bekannteste Mezcal bzw. Agaven-Schnaps und wird in der Umgebung der Stadt Tequila im mexikanischen Bundesstaat Jalisco sowie in vier weiteren Staaten hergestellt. Für gewöhnlich beträgt der Alkoholgehalt 38-40% - bei einigen Tequilas auch bis zu 50%.

 

Der Rohstoff für Tequila darf ausschliesslich aus der Agave Azul/blaue Agave hergestellt werden. Durchschnittlich dauert es acht Jahre, bis eine Agave geerntet werden kann. Das Innere der Agave - Herz oder Piña/Ananas genannt - wird in Dampf-Öfen für 24-36 Std. gegart.

 

Nach dem Garen lässt man die zuckersüssen Agaven-Herzen abkühlen, bevor sie zerkleinert und ausgepresst werden. 

Traditionell ohne Hefe - industriell mit Hefe - fermentiert die Masse, abhängig von Jahreszeit und Temperatur bis zu 12 Tagen. Der Zucker wird in Alkohol umgewandelt - etwa 5-7% - die Hefe stirbt ab. Danach wird der Mosto zweifach destilliert, entweder in traditionellen Kupfer- oder modernen Stahl-Behältern. Die Destillation dauert zwischen 4 und 8 Stunden. Das erste Destillat ist milchig trüb, das zweite ist ein klarer Tequila. 

Bei Tequila unterscheidet man zwei Qualitäten:

 

  • 100 % Agave Azul: darf nur in Flaschen abgefüllt und versendet werden. Insbesondere bei den gereiften Tequilas, reposado und añejo, dürfen die Fässer nur unter Aufsicht der Regulierungs-Behörde geöffnet und in Flaschen abgefüllt werden.
  • Mixto: mindestens 51 Prozent des Zuckers zur Alkoholproduktion muss von der Agave Azul (blaue Agave), der restliche Zucker kann anderen Ursprungs sein, meistens wird Rohrzucker verwendet.

Tequila wird in fünf Gruppen klassifiziert:

  • Blanco oder plata/silber - Klarer, transparenter Tequila. Nach der Destillation wird er unmittelbar in Flaschen abgefüllt. Als ‘Shot’ - zusammen mit Salz und Limette getrunken oder als Cocktail-Zusatz - Margarita und Tequila Sunrise - hat der Blanco inzwischen auch die Schweiz erobert.
  • Joven oder oro/gold - Eine Mischung aus Blanco mit gealterten Tequilas. Dieser Tequila darf zusätzlich mit Eichenholzextrakt, Glycerin und/oder Zuckersirup angereichert werden.
  • Reposado/ausgeruht - Tequila, der mindestens zwei Monate in Eichenholz-Behältern geruht hat.
  • Añejo/gealtert - Tequila, der mindestens ein Jahr, aber weniger als drei Jahre, in Eichenholz-Behältern gelagert hat.
  • Extra-Añejo/extra gealtert - Tequila, der mindestens drei Jahre in Eichenholz-Behältern gelagert hat.
  • Single Barrel - Tequila, der nur aus einem Fass stammt. 

Guter 100-%-Agave-Tequila sollte pur genossen werden. Reposado wird im Sherryglas serviert, Añejo auch oft im Cognac-Schwenker.

Der runde Geschmack eines guten, alten Tequilas entfaltet sich bei Zimmertemperatur am besten und sollte nicht durch Salz oder Limette verfälscht werden.

 

Salud !

Garbanzos/Kichererbsen

Garbanzos/Kichererbsen - als Salat oder als Humus/Mus mit Knoblauch, Olivenöl und Paprika - sind bei uns öfters auf dem Tisch. Auf einer unserer Ausflüge entdecken wir eine kleine Strassenküche in der Guasanas geröstet werden. Auf unsere Frage was das sei, bekommen wir eine paar dieser Dinger in die Hand gedrückt und lassen uns erklären, wie man sie isst - aufdrücken, Bohne rausholen und geniessen!! So einfach geht das. 

Wie wir rausfinden sind dies in der Schale geröstete Garbanzos. Die Guasanas schmecken köstlich, aber etwas Geduld braucht es schon, denn in jeder Schale sitzt nur eine Erbse. Beim Heimfahren entdecken wir am Strassenrand einen Bauer, der frische Garbanzos in Büscheln oder bereits abgezupft in grossen Säcken ab seinem Pick-Up verkauft.

Nun wissen wir endlich wie die Grabanzo-Pflanze aussieht und entdecken anschliessend auch viele Äcker, auf denen sie alleine oder im Zwischenraum von Agaven angepflanzt sind.

Lago Chapala - Ajijic und Chapala

25.12.2021-01.01.2022

Über Silvester fahren wir an den grössten See Mexikos, den Lago Chapala. Er ist doppelt so gross wie der Bodensee und liegt auf einer Höhe von 1524müM. Wegen dem ganzjährig milden Klima haben sich hier viele Ausländer - hauptsächlich US-Amerikaner und Kanadier - niedergelassen. Unser Ziel ist Ajijic, eine Stadt direkt am See. Sie wurde 1531 gegründet, der Name stammt aus der Nahuatl-Sprache Axixic und bedeutet; 'Wo das Wasser fliesst‘.

 

Hier treffen wir unseren Neffen Patrik und seine Frau Quetzali, die aus Ajijic stammt. Die beiden sind für einen Familienbesuch über die Festtage aus der Schweiz einflogen. Wir haben die perfekten Reiseführer und zusammen gehen wir fein essen und erkunden die 'nähere‘ Umgebung - Umkreis 100km ;o)

Erster Besuch - Ajijic!

Die erste Siedlung, die dem See den Namen gibt - Chapala - stammt aus dem 12. Jh. 400 Jahre später, mit dem Eintreffen der Spanier, wurde Chapala zur neuen Welt gezählt.

 

Für uns eher ungewöhnlich, aber mit Einheimischen wagen wir auch mal den Ausgang am Abend. Wir sind nicht die einzigen mit dieser Idee. Es ist Ferienzeit und die Mexikaner strömen geradezu in Massen in die weihnachtlich beleuchtete Stadt. Mit Quetzali und Patrik spazieren wir über den Malecón, lauschen den Mariachi-Musikern und beschliessen den Abend mit einem Bier und Guacamole. 

 

Nachts sind alle Katzen grau - trotz Weihnachtsbeleuchtung - deshalb möchten wir die Stadt nochmals im Sonnenschein besuchen und radeln anderntags mit den Bikes wieder nach Chapala.

Voladores/Fliegende

Bei Ausflügen nach Ajijic und Tequila beobachten wir beide Male dieselbe Männer-Gruppe, die als fahrende Schausteller (Voladores) etwas für uns gänzlich Neues aufführen.

 

Der Danza del Volador/Tanz der Fliegenden ist ein zeremonieller Tanz, der von einigen indigenen Völkern in mehreren Orten Mexikos und Guatemalas heute noch zelebriert wird. Dabei klettern die traditionel gekleideten Voladores bei Trommel- und Flöten-Musik einen etwa 25 m hohen Pfahl hoch, an dessen Spitze eine an ein Storchennest erinnernde Plattform angebracht ist.

 

Als letzter klettert der Musiker selbst hinauf, bindet sich auch eines der zuvor um den Pfahl gewickelten Seile um den Oberkörper und beginnt wieder zu spielen. Nun lassen sich die Männer hinterrücks und kopfüber von der Plattform fallen und kreisen anschliessend majestätisch auf den Boden zurück.

 

Inzwischen wurde dieser Fliegertanz - vermutlich ein präkolumbianischer Fruchtbarkeits-Tanz - von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Guadalajara und Tlaquepaque

Die zweitgrösste Stadt Mexikos liegt auf einer Höhe von 1566müM und ist die Heimat der bekannten Mariachi Musik.

Um ins Zentrum zu gelangen, fahren wir 20km lang durch die dicht verbauten Aussenquartiere Guadalajaras. Stau ist hier vorprogrammiert. Wir haben Glück, denn für die Mexikaner ist Ferienzeit und diese verbringen sie lieber am Meer.

Von unseren Guadalajara-Kennern Quetzali und Patrik lassen wir uns durchs Zentrum führen und können so sicher sein, dass wir interessante Sehenswürdigkeiten vor die Linse bekommen. 

Tlaquepaque, eine Stadt im Grossraum von Guadalajara ist nahtlos mit der grossen Schwester verwachsen.

Das vibrierende Zentrum der Stadt lockt mit grossen bunten Märkten, Galerien, kleinen Strassenküchen und schön dekorierten Plätzen. Alle Mexikaner, die nicht am Meer sonnenbaden, quetschen sich hier durch das Zentrum - zumindest fühlt es sich für uns so an!

Silvester in Ajijic

Wir feiern unseren ersten mexikanischen Silvester mit vielen Verwandten und Freunden der Familie von Quetzali. Norma, Quetzali und Patrik zaubern ein leckeres Silvester-Menü auf den Tisch. Die Steinpilze, den Risotto-Reis und den Käse haben die beiden extra aus der Schweiz mitgebracht. Für uns natürlich doppelt gut!!

Es fliesst viel Tequila und Wein. Die ältere Generation schwingt das Tanzbein, die Jüngeren amüsieren sich bei einem Kartenspiel.

Zwei, drei Minuten nach 24 Uhr sind dann alle bereit um....

  • ....Böllerschüsse gefüllt mit Konfetti rumzuschiessen
  • ....je eine 1 Traube bei den 12 Glockenschlägen in den Mund zu schieben, zu kauen, runterzuschlucken und sich dabei etwas zu wünschen (lateinamerikanischer Silvester-Brauch)
  • .... auf das Neue Jahr anzustossen ;o))

....uff, ganz schön hektisch!!

Querida Norma, querida Quetzali, querido Patrik, querido Victor

 

Una gran e interesante semana se acabó. Lo disfrutamos mucho, vimos muchos lugares nuevos, comimos muchas comidas deliciosas y conocimos a mucha gente amable.

 

Muchisimas gracias por la gran hospitalidad.

Ursula y Robert

Mexiko (01. Januar - 31. März 2022)

Rot 2022   Blau 2021  Violett 2014

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
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Änderung unserer Reiseroute

Rot - 2022   Blau - 2021   Violett - 2014

01.-14.01.2022

Die Feiertage sind vorbei, das neue Jahr hat Einzug gehalten. In Jocotepec am Lago Chapala lassen wir uns für ein paar Tage nieder um alles zu erledigen, was über den Jahreswechsel liegen geblieben ist.  

Hier erreicht uns die Meldung, dass Heike und Peter aus Deutschland wieder in Mexiko sind.

Wir kennen die beiden seit unserer Reise durch Ecuador und Kolumbien. Da sie in Mexiko City ihr Fahrzeug stationiert haben, wir aber im Westen Mexikos sind, entschliessen wir uns - wegen der grossen Distanz von 700km - uns in der Mitte zu treffen. Für uns heisst das, dass wir unsere Pazifiktour verschieben und uns erstmal eine neue Strecke zurück in den Osten suchen. 

 

Da wir über die Autobahn zum Lago Chapala hierher gefahren sind, nehmen wir auf unserem Rückweg die Überlandstrasse.

Wir sind im Beeren-Land! Riesige weisse Flächen mit Gewächshäusern glänzen im Sonnenlicht, darunter wachsen Brom-, Blau-, Him- und Erdbeeren.

 

In Mazamitla - ein Pueblo Máchico/besonders sehenswerter Ort - machen wir Halt und übernachten etwas ausserhalb auf einer Farm.

Der junge Hund der Besitzerin verwechselt unser rotes Stromkabel mit einem Knochen und - schwups - sind wir stromlos - Röbä muss den Lötkolben auspacken!! 

Die restlichen 200 Strassenkilometer durch Michoacán sind zum Teil in sehr schlechtem Zustand - es rüttelt und schüttelt - und verlangen vom Fahrer und Beifahrer starke Nerven. Dafür entschädigt uns die Landschaft für die anstrengende Fahrt. 

Pátzcuaro, mit Lago und Isla Janitzio

10.-14.01.2022

In einer hügeligen Landschaft umgeben von Pinienwäldern liegt auf 2080müM das Pueblo Mágico Pátzcuaro.

Aus Lehmziegeln gebaute, weiss-ocker-farbige Häuser, Kopfsteinpflaster sowie gepflegte Gärten und Parks prägen das harmonische Bild dieses Städtchens.

Zusammen mit Heike und Peter schlendern wir durch die Strassen und Märkte, schauen einem Weber zu, wie er Stoffe für Tischläufer, Servietten und Ponchos webt und geniessen einen feinen Latte Macchiato an der Plaza.

Der Hafen am Lago Pátzcuaro ist mit Wasser-Pflanzen überwachsen, so dass die Schiffe in einem Garten zu ankern scheinen. Ein Mäh-Boot versucht den wuchernden Gewächsen Herr zu werden; wie es scheint ein hoffnungsloses Unterfangen.

Fünf Inseln locken die Touristen aufs nicht gerade saubere Wasser, wir begnügen uns mit einer Bootsfahrt auf die Isla Janitzio - Live-Musik inbegriffen.

San Miguel de Allende

14.-24.01.2022

Von Pátzcuaro aus sind es 240km nordwärts bis nach San Miguel de Allende. Über einen Damm überqueren wir den im Moment eher seichten Lago de Cuitzeo.

Auf dem Camping treffen wir auf Nadine und Thomas, Heike und Peter stossen etwas später auch wieder zu uns. Während die Männer wieder einmal unter einem der Autos liegen und einen Stossdämpfer ersetzen, warten Heike und ich auf das Öffnen der Wäscherei.

Abends sitzen wir bei einem gemütlichen Apéro zusammen.

Heute geht's in die Stadt. San Miguel de Allende besticht durch ihre gut erhaltene, koloniale und spanische Architektur. Das höchste Gebäude der Stadt - die aus rosa Kalkstein erbaute Parroquia San Miguel Arcángel - ist schon von weitem zu sehen. Als Vorbild galt den Erbauern Gaudi’s Sagrada Familia in Barcelona.

 

In der gepflegten Stadt haben sich wegen dem milden Klima viele Amerikaner und Kanadier niedergelassen. Obwohl es abends und morgens eher frisch ist, steigt das Thermometer tagsüber bis auf 27°C. Zahlreiche Boutiquen und Restaurants mit internationaler Küche säumen die unebenen Kopfsteinplaster-Strassen - flache Schuhe sind hier ein Muss ;o)  

El Charco del Ingenio Jardín Botánico ist ein Naturschutzgebiet mit einer umfangreichen Sammlung von Kakteen und Sukkulenten aus Mexiko, von denen viele selten oder gar vom Aussterben bedroht sind. 

Der Botanische Garten liegt hoch über San Miguel de Allende an einem Canyon. Über ein Netz von Wegen erkunden wir dieses Trocken-Gebiet und bestaunen die zum Teil sehr alten Kakteen. 

Der 253. Geburtstag von General Ignacio Allende - General im mexikanischen Kampf um die Unabhängigkeit von Spanien und Namensgeber - wird in seiner Geburtsstadt San Miguel de Allende mit einem prächtigen Defilee der bundesstaatlichen Organisationen - Behörden, Polizei, Militär, Feuerwehr, Zivilschutz, Rotkreuz, Schulen - lautstark gefeiert.

Guanajuato

24.-26.01.2022

Wegen grosser Silber- und Goldvorkommen wuchs Guanajuato ab 1529 zur bedeutendsten Silberstädte Mexikos an. Bis zu Beginn des 19. Jh. wurden hier zeitweise ein Drittel der Weltsilberproduktion gefördert. Heute lebt die UNESCO-Stadt von den Studenten und Touristen.

 

Guanajuato liegt auf über 2000m in einem Talkessel. An den Hängen kleben bunte Häuser. Dazwischen winden sich steile enge Strassen bergauf und bergab. Die Stadt ist unterhöhlt mit einem Tunnelsystem für Autos und Fussgänger. Es ist die Geburtsstadt des Malers Diego Rivera - Ehemann der Künstlerin Frieda Kahlo.

Typisches Essen in Mexiko - Teil 1

Obwohl ich den zahlreichen Variationen von Mais- und Weizen-Fladen nicht viel abgewinnen kann, kommt man in Mexiko kaum um diese Gerichte herum. Selbstverständlich haben wir einige der zahlreichen Abwandlungen probiert.

 

Tortillas/kleine Kuchen

 

Im Gegensatz zu Spanien (Omelett aus Eiern und Kartoffeln) sind die mexikanischen Tortillas dünne Fladen aus Mais- oder Weizen-Mehl. Ein mexikanisches Essen ohne Tortillas ist kaum denkbar. Die Fladen legen die Mexikaner oft als Beilage in ein Körbchen mit buntem Tuch zum Warmhalten.

 

Der traditionelle Herstellungsprozess der Mais-Tortillas ist recht aufwändig. Zuerst werden die Maiskörner in einer alkalischen Kalkwasserlösung gekocht. Dieser Prozess (Nixtamalsation) macht das in den Körnern enthaltene Vitamin B für den Körper verfügbar und verbessert außerdem Geschmack und Backeigenschaften. Dabei löst sich auch die Schale, sodass der Mais zerdrückt und erneut gekocht werden kann. Aus der Masse wird anschließend ein Teig geknetet, der in einer Pfanne oder auf einer heissen Eisenplatte gebacken wird.

 

Tortilla ist die Grundlage vieler mexikanischer Fladen-Gerichte. 

Enchiladas/mit Sauce übergossen

 

Enchiladas sind weiche Tortillas,, die mit einer Sauce übergossen werden. Der Name Enchilada kommt vom spanischen Verb enchilar und heißt wörtlich „mit Chili-Sauce versehen“. Die Füllung besteht meistens aus Fleisch, kann aber auch Rührei, Gemüse oder Chili enthalten. Die Soße ist ebenfalls beliebig, die bekanntesten Enchiladas werden mit Mole, einer braunen Sauce aus Chilis und Kakao, zubereitet. Oft werden noch Rahm, geriebener Käse, Frühlingszwiebeln oder Salat hinzugegeben.

In unserem Fall bestand die Sauce aus einer roten Mole und die Füllung aus Käse. 

In Mexiko-Stadt kann man Enchiladas Suizas/Schweizer Enchiladas essen, welche mit Käse überbacken serviert werden.

Burritos/Eselchen

 

Burritos bestehen aus Weizen- oder Mais-Tortillas, die belegt und zu einem Zylinder gerollt werden. Authentische Burritos sind in der Regel sehr dünn und enthalten nur eine oder zwei Zutaten, wie gebratenes Rindfleisch, Reis, Kartoffel, Bohnen oder Käse. Die internationalen ‘Abwandlungen’ hingegen sind oft prall gefüllt.

Tacos & Sopes

 

Tacos sind kleine Mais- oder Weizen-Tortillas – gebacken oder frittiert - die mit verschiedenen Fleisssorten gefüllt sein können. Sopes sind ein bisschen dicker als Tacos und verfügen über einen Teigrand, damit die flüssigen Zutaten nicht rauslaufen.

 

Unser Favorit sind Tacos al Pastor/nach Schäferart, bei dem Schweinefleisch ein bis zwei Tage lang in eine Marinade aus getrockneten Chilis gelegt und dann ähnlich wie ein Döner mit einer offenen Gas-Flamme an einem sich drehenden Spiess gegrillt wird.

 

Wenn das Fleisch fertig gegart ist, wird es mit einem großen Messer dünn vom Fleisch-Spiess geschnitten und zusammen mit kleinen Tortillas/Tacos serviert. Oft fragt der Taquero, ob man die Tacos mit Verdura/Gemüse haben möchte. Gemeint sind dann Cilantro y Cebolla/Koriander und Zwiebel.

 

Je nach Geschmack werden die Tacos al Pastor dann noch mit Limettensaft und einer der zahlreichen Chili-Saucen gewürzt.

Fajitas/Gürtelchen

 

Fajitas entstanden offensichtlich in den 1930ern im Süden und Westen von Texas. Um beim Viehtrieb die Cowboys zu verköstigen, wurden Rinder geschlachtet. Die mexikanischen Reiter erhielten als Teil ihrer Bezahlung das zähe Arachera/Zwerchfell- oder Gürtelfleisch. Dieses Fleisch wurde in eine Mais-Tortilla gelegt – und fertig waren die ersten Fajitas.

 

Die heutigen Fajitas sind mit verschiedensten Zutaten gefüllt - von diversen Fleischsorten – gebraten in einer Tomatensauce - über Fisch bis zu allen Arten von Gemüse. Zu den beliebtesten Füllungen zählen Salat, Sour Cream, Guacamole, scharfe Saucen, Käse, Bohnen und Tomaten. 

Quesadillas

 

Bereits der Name verrät, was dieses Gericht enthält: Queso/Käse + Tortilla = Quesadilla. Mais- oder Weizen-Tortillas werden mit Mozzarella-Käse gefüllt und grilliert. Viele ergänzen die Füllung mit Gemüse, bevor sie die Quesadillas in der Pfanne braten. In Mexiko werden Quesadillas meist mit Salz, Zwiebeln und Guacamole serviert.

Nachos

 

Bei Nachos handelt sich um kleine dreieckige Mais- oder Weizen-Tortillas, die frittiert und anschliessend mit viel geschmolzenem Käse, Jalapenos/Chilischoten, gehackter grüner Paprika und Tomaten übergossen werden. Als Hauptgericht serviert, gesellen sich zu den Grundzutaten auch noch Bohnen, Hackfleisch und Zwiebeln.

Fahrt an den Pazifik

26.01.-01.02.2022

Für die 650km lange Fahrt von Guanajuato nach Puerto Vallarta an der Pazifikküste lassen wir uns sechs Tage Zeit.

Den ersten Stopp legen wir nochmals bei Charly in Santa Elena ein, geniessen einmal mehr die feine Schweizer Küche und erklimmen unter gleissender Sonne - zusammen mit Hans vom Rheintal - den lokalen Hausberg zu einem Gipfel-Kreuz.

Dort oben angekommen, lässt Röbä unsere Drohne steigen, um ein paar Eindrücke der wunderbaren Aussicht einzufangen. Ups!….einen unachtsamen Moment später verschwindet das Fluggerät in einer Baumkrone. Jetzt muss - oder darf - Röbä wieder einmal einen Baum hochklettern, um im dichten Blätterdach nach der Drohne zu suchen. Beide haben dieses Abenteuer zum Glück heil überstanden ;o)

Den Berg runter geht’s durch Agavenfelder und über steinige Wege - immer mit einem herrlichen Ausblick auf die Ebene.

Die restlichen Kilometer nach Santa Elena führen zuerst über eine Autobahn, bevor wir in unzähligen Kurven und durch hügelige Landschaften auf ruppigem Belag einem Übernachtungs-Platz entgegensteuern. Bei der Einfahrt werden wir von einem 'Achtung Puma'-Schild begrüsst!  

Hier, auf einer Höhe von 1600müM, geschützt von knorrigen Eichen und Kiefern, gibt es noch etwas Lebensraum für dieses stattliche Raubtier. Trotzdem wagen wir es, unsere Kalbs-Bratwürste draussen zu grillieren….!! ;o)

Puerto Vallarta bis Puerto Escondido - 1400km der Pazifikküste entlang

01.-22.02.2022

Heute geht’s steil und praktisch schnurgerade 1600m runter an den Pazifik. Mit heissen Bremsen fahren wir in Puerto Vallarta im RV Park ein. Wir sind nicht alleine. Unzählige 'Snowbirds‘ - ältere Kanadier, meistens aus der Quebec-Region, mit grossen Bussen und Wohnwagen - verbringen hier die Wintermonate, bevor sie wieder in den kalten Norden ziehen.

Vallarta ist für tausende von Touristen eine der beliebtesten Destinationen Mexikos. Ein schöner Malecón zum Flanieren, brauner Sandstrand zum Sonnenbaden und unzählige Restaurants und Bars für das leibliche Wohl.

Uns reichen zwei Tage um die Stadt zu besichtigen und die dringendsten Einkäufe zu erledigen.

Von Puerto Vallarta sind es 1400km entlang der Pazifikküste bis zur Playa Escondido im Süden. 

Die ersten 60km - beim Verlassen von Vallarta - verheissen nichts Gutes. Der Strassenbelag ist voller schlecht geflickter Löcher. Mit 40Km/h bewegen wir uns schlängelnd vorwärts. So werden wir eine Ewigkeit brauchen, bis wir die 1400km abgefahren sind.

Aber alles wendet sich zum Besseren und die Rumpelgasse weitet sich um die Mittagszeit in eine breite, neu geteerte Strasse.

Punta Perula

04.-07.02.2022

Im kleinen Ferienort Punta Perula - direkt am Strand - machen wir Halt übers Wochenende.

Auch hier alles voller 'Snowbirds‘. Zwei dieser Zug-Vögel geben am Abend ein Gitarrenkonzert, zu dem wir eingeladen werden. Am Samstagmorgen fahren die Mexikaner ein und in null Komma nichts sind wir umringt von über 50 Zelten. Das 'Konzert' aus den verschiedenen Musikboxen ist gerade noch erträglich und mit Ohrstöpseln schläft es sich einigermassen :o/

Leider ist der Pazifik für uns zu kalt zum Baden, daher umrunden wir das Dorf auf Schusters Rappen und machen in ein paar Beizen halt! Das Wochenende in Perula haben wir überlebt.

 

San Juan de Alima

Da gute Übernachtungsplätze an der Pazifikküste eher rar sind, müssen wir heute Montag 240km zurücklegen. Rechts der Strasse hohe Büsche, links der Strasse hohe Büsche und nur ab und zu erhaschen wir einen Blick auf das Meer. Wir beschliessen den bekannten Badeort Manzanillo nicht zu umfahren, sondern steuern den Ort direkt an. Vielleicht gibt es ja hier was zu sehen. Na ja, den Weg hätten wir uns sparen können!

 

Müde von der anstrengenden Fahrt erreichen wir San Juan de Alima, wo wir wieder einmal einen tollen Sonnenuntergang über dem Meer miterleben dürfen. 

Playa Azul

08.-11.02.2022

Auf der Weiterfahrt führt uns die Strasse immer wieder weg vom Meer ins Landesinnere, um dort einen Fluss zu überqueren. Da es keine Tunnels gibt, müssen die felsigen Klippen über viele Höhenmeter bezwungen werden.

 

An der Playa Azul finden wir in einem Hotelgarten Unterschlupf. Auch hier ist das Meer nicht wirklich 'badig‘, denn obwohl der Strand flach ist, wirft das Meer ganz schön hohe Wellen. Wir schauen dem Spektakel unter einer Palapa/Strohdach zu und geniessen ein kühles Bier und feine Camarones/Krevetten.

So gut scheinen die Camarones dann aber doch nicht gewesen zu sein, denn ich leide anderntags an Fieber und übergebe mich mehrmals :o(

Zihuatanejo

11.-14.02.2022

Mittlerweile sind wir in Zihuatanejo und die Tagestemperaturen sind bereits auf 35°C. Das ehemalige Fischerdorf hat sich zu einer Touristenhochburg für Badende und Sonnenanbeter entwickelt. Der Ort schmiegt sich an die steilen Hängen der geschützten Bucht.

Jetzt haben wir keine Ausrede mehr, uns nicht sportlich zu betätigen. Laufend und joggend erklimmen wir die steilen Strassen und werden oben mit einer schönen Aussicht belohnt. Leider wird unser Enthusiasmus nach ein paar Kilometern schon wieder gekühlt, denn wir stehen vor den verschlossenen Toren eines Ferienresorts, das sich eine ganze Halbinsel geschnappt hat!

Acapulco

14.-16.02.2022

Acapulco - dieser Ort spukt schon lange in Röbäs Kopf rum. Trotz vieler Warnungen wegen hoher Kriminalität, korrupter Polizeikontrollen und maroder Schönheit - er will es wissen!

Unser Camping etwas ausserhalb der Stadt ist eine positive Überraschung. Sehr sauber, aufgeräumt und ruhig - gut, es ist nicht Wochenende!! Die direkt hinter unserem Camper liegende Playa Pie de la Cuesta haben wir praktisch für uns alleine und der Sonnenuntergang ist vom Feinsten.

Mit einem Sammeltaxi fahren wir in die Altstadt. Aber ausser mehrerer hundert Meter langer Menschenschlangen, die stundenlang für Sozialbezüge anstehen müssen, gibt es nicht viel zu sehen.

Etwas weiter entfernt, an der Corniche, buhlen unzählige Strand-Hotels um die 'alles inklusive'-Gäste.

Das Highlight Acapulcos sind aber die Klippenspringer

1934 baute der Schweizer Bandleader Teddy Stauffer den mondänen Nachtclub "La Perla" direkt an die Klippen und bezahlte die Felsenspringer, damit die seine Gäste - Brigitte Bardot, Elizabeth Taylor, Frank Sinatra, Clint Eastwood, John Wayne, J.F. Kennedy, etc. - mit ihren gewagten Sprüngen unterhielten.

 

Eine in die Klippen gehauene Treppe führt hinunter auf eine Aussichtsplattform direkt gegenüber dem Absprung-Felsen. Während ich einen Logenplatz auf der Terrasse des ehemaligen La Perla - heute El Mirador - beziehe, versucht Röbä das Geschehen aus der Nähe zu verfolgen. Die Athleten und eine Athletin klettern barfuss die fast senkrechte Wand hoch zu den drei Absprungstellen auf 10m, 25m und 35m Höhe. Mir wird nur schon vom Zuschauen schwindlig! Elegant und mit durchgestreckten Körpern stürzen sie sich - einer/eine nach dem andern - mit oder ohne Salto in die enge Meeresspalte tief unter ihnen.  

Vor der Durchfahrt Acapulcos haben uns etliche gewarnt. Wir würden sicher von korrupten Polizei-Kontrollen gestoppt. Aus einer Liste möglicher Vergehen - inklusive den horrenden Geldstrafen - werde dann das Passende für uns ausgesucht.

Das will sich Röbä nicht entgehen lassen und montiert eine Kamera, um das Geschehen auch auf Video aufzunehmen.

Doch es kommt alles ganz anders! Wir fahren durch drei Kontrollposten der örtlichen Sicherheits-Miliz/Policia Guardada. Mit alten Flinten bewaffnet, stehen sie am Strassenrand und bitten mit Plastikbechern um eine milde Gabe für ihren 'Verein'. Da sind wir natürlich gerne bereit, ein paar Pesos zu spenden ;o)

Tortuguera 'Sirenito Macho‘

16.-20.02.2022

Unser letzter Halt bevor wir Puerto Escondido erreichen ist die Meeres-Schildkrötenstation Sirenito Macho von Javier. Seit 20 Jahren fährt er - falls genug Geld für Benzin vorhanden ist - ab 22 Uhr für mehrere Stunden den 18km langen Strand ab, auf der Suche nach frisch gelegten Schildkröteneiern, immer im Wettrennen mit vier- und hauptsächlich zweibeinigen Nesträubern. Die Eier gelten bei der männlichen Bevölkerung als aphrodisierend. Die gefundenen Eier hätschelt und bewacht Javier anschliessend in seinem 'Kindergarten‘ je nach Schildkrötenart - zwischen 45 und 60 Tagen.

Zwei Nächte begleiten wir Javier mit seinem Quad auf der Suche nach diesem kostbaren Gut. In der ersten Nacht haben wir leider kein Glück. Um 22 Uhr fahren wir los und kommen zu spät - zwei Nester sind schon geplündert. Bei der dritten Spur scheint es der Schildkröte wegen dem mit Plastik verschmutzten Strand nicht gefallen zu haben. Sie hat umgedreht und ihre Spur verschwindet im Meer.

Am anderen Morgen wollen wir uns den Strand einmal bei Tageslicht ansehen. So schön der Strand auf der einen Seite ist, so erschreckend ist es zu sehen, wie viel Plastik das Meer angeschwemmt und wie viel Abfall von den Bewohnern deponiert wurde. Dadurch hat es eine Schildkröte gar nicht so einfach einen guten Nestplatz zu finden.

Das Glück ist diesmal unser Begleiter!

Wir starten um 23 Uhr und fahren schon nach ein paar hundert Metern an eine 1.80m lange Laúd/Leder-Schildkröte. Mit den Hinterflossen gräbt sie ein 70cm tiefes Loch um ca. 90 Eier abzulegen. Javier holt die Eier aus dem Loch und ich packe sie in eine Plastiktüte, um sie vor der Auskühlung zu schützen. Sie sind mit etwas Schleim umgeben und nicht druckfest. Sobald die Laúd ihre Eier abgelegt hat, schliesst sie das Loch sorgfältig wieder, drückt mit ihren Hinterflossen den Sand fest und tarnt das Nest, indem sie den Sand oberflächlich hin und her verteilt. Der ganze Prozess dauert etwa 2 Stunden.

Wir fahren zurück, und platzieren die Eier  im Sand der Baby-Station.

Inzwischen es ist 01.30 Uhr - und weiter geht die Suche. Wir finden noch drei weitere Laúds, die gerade im Begriff sind, einen geeigneten Platz für die Eiablage zu finden. Diesmal darf Röbä Geburtshelfer spielen und die Eier aus dem Loch holen.

Es ist unglaublich faszinierend diesen riesigen Schildkröten zuzuschauen, mit welcher Präzision und Geschicklichkeit sie die Löcher graben, die Eier ins Nest flutschen lassen und dabei immer wieder tief Luft holen.

Das letzte Nest, das wir entdecken, gehört einer Golfina. Sie selbst ist aber schon lange wieder in die Tiefen des Ozeans abgetaucht. Um 04.00 Uhr morgens, ihre 79 Eier in einem sicheren Nest vergraben, fallen wir todmüde aber glücklich in's Bett.

Nach nur gerade vier Stunden Schlaf stehen wir wieder in der Baby-Station. Viele kleine 'Golfina-Schildchrötli' sind geschlüpft und möchten in's Meer entlassen werden. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. 

Puerto Escondido

20.-22.02.2022

Ziel erreicht – wir sind in Puerto Escondido!

Im Reiseführer steht, dass man sich beim ersten Blick in diesen Ort verlieben würde. Da die Stadt aber vor allen Dingen ein Ziel für Badetouristen und Surfer ist, und wir weder mit dem einen noch dem andern Lager angehören, fällt uns das Verlieben eher schwer. Aber die Strandzone mit den unterschiedlichen und interessanten Restaurants gefällt uns ganz gut. Sonst gibt es leider keine Sehenswürdigkeiten und so bleiben wir auch nur zwei Nächte, bevor wir ins 2500m hohe Gebirge hoch fahren.

Aber weit kommen wir nicht, denn Röbä merkt, dass mit dem rechten Vorder-Rad etwas nicht in Ordnung ist. Tatsächlich steckt eine Schraube inkl. Unterlagsscheibe in der Lauffläche des Reifens und lässt die Luft langsam entweichen. Unser Glück - wir haben genau neben einer LIantera/Reifenwerkstatt angehalten.  

San José del Pacifíco

Schlängelnd - eine Kurve führt in die andere - steigen wir auf den nächsten 90km von Meereshöhe auf 2500müM. Die Hitze hinter uns lassend, geniessen wir zur Abwechslung wieder einmal die kühle Luft im Hochland.

Das Restaurant Teonanácatl offeriert uns einen gratis Übernachtungsplatz und wir geniessen dafür ein feines Nachtessen bei unseren Gastgebern.

Oaxaca de Juárez

Von unserem letzten Übernachtungsplatz fahren wir noch 1000Hm runter in ein Seitental der Sierra Madre del Sur. Hier liegt auf 1550m die Stadt Oaxaca (ausgesprochen: O-a-ha-ka), welche seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Aber im Moment lassen wir die Stadt links liegen und beziehen Quartier im angrenzenden El Tule auf dem RV Park El Rancho. Hier treffen wir wieder auf alte Freunde - Simon aus dem Waadtland und Cornelia und Stefan aus Deutschland. 

Umgeben von Männern im Übergwändli/Blaumann lässt sich Röbä nur allzu gerne anstecken und kaum sind wir eingerichtet, liegt er auch schon unter dem Camper....

 

Unterhaltsarbeiten sind angesagt: Alle Bremsbeläge - zum letzten Mal gewechselt in Medellín/Kolumbien - an Vorder- und Hinterachse müssen infolge der zahllosen zurückgelegten, kurvenreichen Höhenmeter ersetzt werden.

Auch die Bremsbacken der Handbremse sind am 'zerbröseln'. Bremsbeläge für die Scheibenbremsen haben wir dabei, Bremsbacken für die Handbremse aber leider nicht. Neue finden wir keine in der Stadt, so dass Röbä sie neu überziehen lassen muss.

 

Damit die beiden Handbremsen überholt werden können, müssen die beiden Hinterräder entfernt und der Camper mit Wagenhebern und Stützen bzw. Pflastersteinen gestützt werden. Genau während dieser drei Tage 'in der Luft', schwankt die Erde in Oaxaca - und damit auch unser Camper - infolge diverser Erdbeben - mehrmals bedrohlich. Glücklicherweise hält die improvisierte 'Aufbockung' und unser Gefährt liegt nicht radlos auf dem Boden - Uff!!

Auch der Kühlschrank funktioniert auf Gasbetrieb nicht mehr und verlangt nach einer gründlichen System-Reinigung.

Herzlichen Dank Simon (Iveco LKW), für deine fachliche Begleitung und deine tatkräftige Unterstützung. Auch für die tatkräftige Unterstützung von Stefan (MAN LKW) und den moralischen Support von Stefan (Unimog LKW) bedanke ich mich herzlichst - ich habe wieder viel gelernt :o))

Heute Mittwoch - nach einer Woche unter dem Camper - lassen wir die Arbeit ruhn und fahren mit einem Colectivo/Sammeltaxi nach Oaxaca. Im Reiseführer wird der Zócalo/Hauptplatz als einer der schönsten Plätze Mexikos angepriesen. Wir suchen lange nach der Schönheit dieses Platzes und können sie einfach nicht finden!!

 

Etwas weiter nördlich, um den Templo de Santo Domingo de Guzmán, macht die Stadt einen viel gepflegteren Eindruck und entspricht eher unserem Verständnis einer UNESCO-Stadt. Trotzdem muss sich Oaxaca in unserer Rangliste mexikanischer Städte hinten einordnen. 

Wir beschliessen noch etwas länger zu bleiben und machen einen Spaziergang ins Dorf El Tule, das mit einer ganz speziellen Sehenswürdigkeit aufwartet.

Nein, keine Ruine, keine Kirche, sondern ein Baum! Der grösste Baum der Welt - ein Taxodium Mucronatum/ Sumpfzypresse - mit unglaublich eindrücklichen Zahlen: über 2000 Jahre alt, 40m hoch, Stamm-Durchmesser 14m.

Die Umgebung lockt. So entschliessen wir uns die verstaubten Bikes wieder einmal in Betrieb zu nehmen und die hügelige Landschaft rings um Oaxaca zu erkunden. Wir staunen nicht schlecht, denn es gibt sogar einen MTB-Trail, der durch Flüsse, Wiesen und trockene Wälder führt. 

Beim Stausee/Presa la Azucena - ein Familienausflugsort - machen wir kurz Halt, bevor es in rasanter Fahrt wieder heimwärts geht. 

Hierve el Agua - versteinerte Wasserfälle

Von Oaxaca aus unternehmen wir einen Tagesausflug zu den versteinerten Wasserfällen Hierve el Agua.

Doch so einfach wird es uns nicht gemacht. Da das Dorf San Lorenzo sich wegen Covid von der Aussenwelt abgeriegelt hat, sind die Wasserfälle nur noch über einen Pass mit steiler, sandiger Naturstrasse zu erreichen. Hinzu kommt noch, dass einzelne Teilstücke - ausgerechnet heute - mit neuem losem Erdreich und Steinen ausgebessert werden. Unsere Räder drehen durch, fassen wieder Boden und….es geht weiter, uff!! Beim steilsten Teilstück haben wir aber Pech. Der Bagger ist gerade am Verteilen der losen Masse und wir bleiben stecken! Glück im Unglück - der Bagger kann uns gleich durch dieses Teilstück hindurchziehen. Geschafft!!

Wir stehen auf einem - seit Tausenden von Jahren entstehenden - versteinerten Wasserfall. Vor uns der weite Blick ins mexikanische Hinterland. Kurz vor dem Abgrund liegen Quellbecken, die mit mineralhaltigem, 24°C Wasser tief aus der Erde gespeist werden.

Hierve el Agua besteht aus mehreren Wasserfällen, welche durch ihr Farbenspiel und einer Höhe von ca. 30m beeindrucken. Bei einer Wanderung rings um die Wasserfälle bestaunen wir dieses Naturwunder und sind begeistert.

Mezcal aus Oaxaca

Oaxaca - im gleichnamigen Bundesstaat - ist das Zentrum der mexikanischen Mezcal-Produktion. Im Gegensatz zu Tequila - dem berühmtesten Mezcal - werden die eigentlichen Mezcales noch mehrheitlich in Kleinbetrieben und aus zahlreichen - zum Teil wild wachsenden - Agaven-Arten hergestellt.

In der Destillerie El Rey de Matatlán lassen wir uns in die Geheimnisse von Mezcal einführen. 

Als weiterer grosser Unterschied zu Tequila kochen die Mezcaleros die Agaven-Herzen/Piñas in grossen Gruben im Erdboden/Palenques. Diese Gruben werden mit heissen Steinen ausgelegt, darauf kommen die Piñas und werden mit Palmmatten und mit Erde abgedeckt. In dieser Grube verbleiben sie drei bis fünf Tage, um das Aroma des Bodens und des Rauchs aufnehmen zu können. 

 

Der restliche Herstellungs-Prozesses deckt sich mit dem von Tequila (zerquetschen, fermentieren, 2x destillieren, lagern oder direkt in Flaschen abfüllen).

Dabei unterscheidet man drei Altersstufen:

  • Joven: klarer Mezcal, entweder ungelagert oder mit einer Lagerdauer von weniger als zwei Monaten
  • Reposado: die Lagerdauer beträgt mindestens 60 Tage in Holzfässern
  • Añejo: die Lagerdauer beträgt mindestens ein Jahr, wobei die Fässer nie mehr als 350 Liter fassen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spirituosen wie Whisky, Rum, Cognac oder Tequila bevorzugen Liebhaber von Mezcal oft nicht gelagerte Brände gegenüber den gereiften und durch die Fasslagerung milderen Sorten. Frisch gebrannter Mezcal weist dementsprechend oft einen rauen und oftmals auch rauchigen Agavengeschmack auf.

 

Einige Mezcal-Marken enthalten eine Motten-Raupe in der Flasche. Diese Raupen werden als Gusano/Wurm bezeichnet. Mezcal aus raupenbefallenen Agavenblättern sollen einen etwas anderen Geschmack als der von unbefallenen besitzen.

 

Zum Mezcal wird üblicherweise ein mit einem rötlichen Gewürz bestreuter Orangen-Schnitz serviert. Bei dem Gewürz handelt es sich um Chilisalz mit Pulver der getrockneten und zerstampften Raupe/Sal de Gusano – Prost!

Botanischer Garten "Helia Bravo Hollis"

15.-17.03.2022

Nach drei Wochen Oaxaca nehmen wir wieder Fahrt auf gegen Norden. Wir leisten uns die Autobahn - hier gibt’s keine Topes/Geschwindigkeitsschwellen ;o) - in’s UNESCO-Biosphärenreservat Tehuacán.

Die Landschaft um uns verändert sich, sie wird trocken und riesige Säulenkakteen überziehen Täler und Hügel. Wir sind fasziniert von dieser seltenen Landschaft!

Auch gibt es hier mehrere Salinen. Das salzhaltige Wasser wird über Leitungen in Becken gepumpt und trocknet an der heissen Sonne zu Salz.

Der Botanischer Garten "Helia Bravo Hollis" - benannt nach der ersten mexikanischen Botanikerin - liegt inmitten des 150.000 Hektar grossen Tales des Biosphärenreservats.

Der Camping liegt umgeben von einem Wald von Kakteen, die mehr als 10m hoch und mehrere hundert Jahre alt sind. Ehrfürchtig bewundern wir diese wunderbare Natur. Bei einer Führung mit Alejandro lernen wir noch andere Sukkulenten kennen und sind immer wieder erstaunt über das hohe Alter der einzelnen Pflanzen. Wenn die erzählen könnten….

 

In der Nacht haben wir zum ersten Mal, nach langer Zeit, etwas Regen - die Regenzeit kündigt sich langsam an!

Typisches Essen, typische Getränke in Mexiko - Teil 2

  • Chili in allen Schärfen und Farben....
  • ....oder als Salsa/Sauce
  • Chapulines - geröstete Heuschrecken....
  • ....knusprig, leicht scharf und scmecken nach gar nichts!
  • Nopales - Feigenkakteen können als Salat oder Gemüse zubereitet werden....
  • ....zuerst 30Min. in Salzwasser einlegen um Schleim zu reduzieren, anschliessend weichkochen 
  • Mexikanischer Wein
  • Pan de Muerto - wird traditionell am Día de los Muertos/1. November gegessen
  • Calabaza en Tacha - typisches Día de los Muertos Dessert, Kürbis in braunem Zucker, Zimt und Orange gekocht
  • Tuba de Colima - alkoholisches Getränk aus dem Saft verschiedener Palmenarten. Wird zusammen mit Erdnüssen getrunken.
  • Chicle Maya - 100% natürlicher Kaugummi 
  • Guacamole - leicht scharfe Avocado Creme mit Tomaten und Tortilla-Chips
  • Mojarra - oder Tilapia, ein vielgegessener Süsswasserfisch
  • Michelada - ein oft getrunkenes, gewöhnungsbedürftiges Kaltgetränk aus Bier, Tomatensauce, Limettensaft, Salz, Soya- und Chilisauce
  • Elotes - Maiskolben gegrillt, beliebter Schnellimbiss an Strassenküchen
  • Esquites - grob gehackter Mais, Zwiebeln, gekocht in Butter, garniert mit Käse 
  • Unsere zwei Lieblingsbiere
  • Jícama - Wurzelgemüse, wird in Mexiko in Streifen als Obst, gebraten als Gemüse oder gedünstet in Suppen gegessen
  • Pulque - das mexikanische Nationalgetränk aus dem fermentierten Saft von Agaven, schmeckt leicht säuerlich 
  • Arrachera - Flankensteak, Teil des Rinderzwerchfells, ist in Mexiko sehr beliebt 
  • Tejate - ein traditionelles alkoholfreies Mais-Kakao-Getränk aus Oaxaca

Teotihuacán

20.-28.03.2022

Nach einem Stopp in Puebla erreichen wir Teotihuacán, den Einstellplatz für unseren Camper.

Der Ort ist berühmt wegen seiner Sonnen- und Mondpyramide. Da wir diese archäologische Stätte bereits 2014 besucht haben, möchte Röbä nur noch ein paar Fotos mit der Drohne 'schiessen'. Von weit ausserhalb der archäologischen Stätte - Drohnen sind dort nicht erlaubt - startet er seine 'Mission Possible‘.

 

In der restlichen Zeit konzentrieren wir uns aufs Packen unserer Reisetaschen und das Einstellen des Campers, der drei Monate hier in Teotihuacán auf uns warten muss.  

Mexiko City

Entgegen unserer Gewohnheit - möglichst nicht an den selben Ort zurückzukehren - verbringen wir vor unserem Heimflug doch noch drei Tage in Mexico City.

 

Wir haben keine speziellen Pläne und laufen kilometerweit, kreuz und quer durch die Stadt. Vom Besuch des Museums Bellas Artes sind wir enttäuscht. Aus welchen Gründen auch immer, es ist nur die Hälfte offen. Dafür habe ich Glück, denn die Ü65 kommen gratis rein :o)

Begeistert sind wir vom Atrio del Templo de San Francisco mit Skulpturen Dalís und Rodins. Auch die Ausstellung im Palacio de Iturbide - der Palacio ein Hochzeitsgeschenk eines spanischen Grafen an seine Tochter - gefällt uns sehr. Die zum Teil grossen Skulpturen der mexikanischen Künstlerin Yvonne Domenge beeindrucken durch Form und Farbe.

 

Todmüde vom Laufen und Stehen schleppen wir uns jeweils nach dem Nachtessen zurück in's Hotel. 

Mit Uber fahren wir heute Mittwoch zum Castillo de Chapultepec. Das Schloss liegt auf dem Hügel des Chapultepec, was in der Azteken-Sprache 'Heuschreckenhügel' bedeutet.

1864 liess der erste Habsburger-Kaiser Maximilian das Schloss in seine Residenz umbauen. Die heutige Prachtstrasse Paseo de la Reforma - 14km lang - verbindet das Schloss mit dem Stadtkern.

Am 31. März 2022 fliegen wir von Mexiko City in die Schweiz, von wo wir am 30. Juni 2022 auch wieder zurückkehren.

Mexiko (30. Juni - xx. xx. 2022)

Rot 2022   Blau 2021  Violett 2014

Rot 2022   Blau 2021  Violett 2014

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
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Zurück in Teotihuacan

30.6.-11.7.2022

Diesmal haben wir ein ganz spezielles Andenken aus der Schweiz oder Amsterdam/Flugzeug mitgebracht...

Zwei Tage nach unserer Ankunft in Teotihuacán liegt Röbä mit Temperatur, Schnupfen, Husten, ziehendem Kopfweh, Müdigkeit und gurgelnder Atemnot im Bett. Ein Schnelltest bringt Gewissheit - Covid19. Ich versuche ihm so gut es geht aus dem Weg zu gehen, aber auf 12m2 ist das ein schwieriges Unterfangen – vor allem nachts. Und so kommt’s wie’s kommen muss – einen Tag später gehöre ich auch zum Club der Infizierten. Nach elf (!) Tagen fühlen wir uns wieder einigermassen fit, um die geplanten Reparaturen (Kühlschrank, Drehzahlsensor, neue Reifen) durchzuführen und anschliessend die nächste Reise anzutreten.

Glücklicherweise hatten wir die richtigen Medikamente in genügender Menge dabei!

Nischen-Pyramiden von El Tajín

Mit gefülltem Kühlschrank verlassen wir Teotihuacán und fahren 2300 Höhenmeter runter zur Karibikküste. Es ist ein herrliches Gefühl, wieder unterwegs zu sein und so geniessen wir die langsam ins tropisch wechselnde Landschaft.

Wir müssen uns aber auch wieder an die mexikanische Fahrweise gewöhnen - meistens sind die Fahrer zu schnell unterwegs, mit verheerenden Folgen....

Die einzigartigen Nischen-Pyramiden von El Tajín wurden zwischen 100 v.Chr. bis 1200 n.Chr. von den Totonaken erbaut. Seit dem Untergang im 13. Jh. holte sich der Urwald sein Territorium langsam wieder zurück und El Tajín war einige Jahrhunderte in der dichten tropischen Vegetation von Veracruz verborgen.

Die Nacht verbringen wir auf der Parkwiese von El Tajín und geniessen die Ruhe und den Vollmond. Nur die Hitze macht uns etwas zu schaffen. Letzte Nacht auf 2'300müM noch mit zwei Decken zugedeckt, laufen diese Nacht auf Meereshöhe die Ventilatoren auf Hochtouren. 

Vanille

Die in Mexiko hauptsächlich kultivierte Vanilla Planifolia gehört zur gleichen Pflanzenfamilie wie die in Madagaskar kultiviert Bourbon-Vanille.

Vanille ist eine Kletterpflanze und rankt bis zu dreissig Meter am Stamm eines Baumes oder Pfahles hoch. Die Sprösslinge der Vanillepflanze benötigen etwa drei Jahre, bis sie zum ersten Mal Blüten und Vanilleschoten ausbilden. Nach der meist manuellen Bestäubung wachsen innerhalb von neun Monaten die fast geschmacksneutralen grünen Kapselfrüchte aus der Blüte. Erst durch die anschliessende Fermentierung entstehen die bekannten dunklen Vanilleschoten.

Zur Zeit der Azteken war Vanille ein wesentlicher Bestandteil der Trinkschokolade 'Xocoatol'. Heute wird sie in Mexiko vor allem zum Verfeinern von Süssspeisen und Gebäck aller Art benutzt, aber auch zum Würzen von Fleisch oder Fisch.

Casitas an der Karibikküste

12.-18.07.2022

Nach der Vanille-Farm ist es nur noch einen Katzensprung bis zum Camping 'Coco Loco‘ in Casitas.

Der Schweizer Martin aus Emmenbrücke hat hier vor mehr als 30 Jahren, zusammen mit seiner mexikanischen Frau, ein Stück Karibikküste gekauft und es umgewandelt in eine Hotel-Restaurant-Camping Zone.

Wir geniessen nicht nur das Leben in der Hängematte, wir machen auch Spaziergänge am Strand und gehen sogar einmal ins Meer baden!! 

Martin ist ein passionierter, lizenzierter Schildchrötli-Schützer. Morgens um 06.00Uhr fahren wir los um die geschlüpften Jungen frei zu lassen. Bei Sonnenaufgang und genau an der Fundstelle der Eier lassen wir die süssen kleinen Chrabbler los. Noch etwas verdutzt und unbeholfen brauchen sie ein paar Minuten, bis sie realisieren, dass ihnen jetzt eine grosse und gefährliche Reise bevorsteht. Viel Glück ihr Kleinen!!

Martin zeigt uns die französische Kolonie Jicaltepec, die 1834 von Migranten aus Haute-Saône und Côte d'Or gegründet wurde.

Um ins Dorf zu gelangen, müssen wir den Río Filobobos mittels einer Hängebrücke überqueren. Wir tauchen ein in eine andere Welt. Die alten Kolonialbauten sind repariert, es liegt kein Abfall auf der Strasse, die Hinweisschilder sind in französischer Sprache, die Dorfkirche steht auf dem Fussball-Platz und in den gepflegten Gassen grüssende und lachende Menschen.

Teotihuácan zum Dritten

18.-25.07.2022

Zurück geht es über die Autopista nach Pachuca. Wie so oft beginnt es am Nachmittag zu regnen - doch verflixt - die Scheibenwischer bleiben nach einem müden Wisch-Wasch mitten im Sichtfeld stehen. Regenzeit ohne funktionierende Scheibenwischer ist ein no-go, also biegen wir wieder nach Teotihuácan ab und tuckern durch die Regenschauern zum uns bereits bekannten Trailer Park.

Prozessionen und Böllerschüsse leiten das jährliche Kirchenfest der Kathedrale Teotihuácan ein. Für drei Tage wird im Viertel um die Kirche laut gefeiert. In drei grossen Zelten werden traditionelle Kampf-Tänze aufgeführt, und buntes Jahrmarktstreiben füllt die Plätze und Gassen. 

Scheibenwischer wieder in Stand gestellt, nützen wir die Zeit noch, um hier mit dem guten Internet die verschiedenen Versicherungen für die USA abzuschliessen. Dann geht es Richtung Norden. Wir waren gerne hier, sind aber auch froh, wenn wir erst wieder für unseren 6. Heimaturlaub zurückkommen werden/müssen ;o)

Mineral del Monte und Prismas Basálticos

Von Teotihuacán aus geht’s zur alten Bergbausiedlung Mineral del Monte auf 2700m. Den Ort haben wir schnell durchlaufen, denn es gibt hier nicht viel zu sehen ausser Souvenirläden, die Silberschmuck, Lederartikel und Krimskrams anbieten. Eine Spezialität wollen wir hier aber unbedingt probieren – Pastes. Die sehen aus wie Empanadas…..schmecken aber viiiiel besser!!

Gestärkt fahren wir runter ins Tal zu den Prismas Basálticos/Säulen aus Basaltgestein (30-50m hoch), die eine Schlucht säumen. Vor einigen Millionen Jahren hat sich hier ein glühender Lava-Strom in einen Sumpf ergossen und - nach Kontakt mit kaltem Wasser - in 5- oder 6-eckige Prismen aufgespalten.

 

Die Nacht verbringen wir alleine im Park – kein Hundegebell, keine Musik, keine Kirchenglocken, kein Strassenlärm – so muss es im Paradies sein ;o)

Grutas Tolantongo

Das himmelblaue Wasser der Grutas Tolantongo steht bei fast jedem Mexiko-Reisenden auf dem Programm – erstaunlich, dass unser Reiseführer Lonely Planet den Ort nicht kennt!

Durch eine karge Landschaft fahren wir hoch an eine Schluchtkante. Doch bevor wir über zahlreiche Serpentinen runter ins Tal fahren können, werden Fahrzeug und Mensch von Viren und/oder Bakterien mittels Dusche und Ausräuchern 'befreit' ;o)

Tief unten im Tal erhaschen wir einen ersten Blick auf den türkis-blauen Fluss mit unzähligen Badenden drin. 

Wir finden ein ruhiges Plätzchen am Rio Tolantongo, sind aber – obwohl Dienstag und der Platz riesig – rasch von anderen Autos umzingelt.

Zu Fuss laufen wir 45 Min. steil hoch zu den Thermalbecken und müssen zu unserer Enttäuschung feststellen, dass es keine natürlichen Becken sind. Auch hier ist es ziemlich voll und uns 'gluschtet’s‘ gar nicht in diese überfüllten Becken mit über 30°C zu sitzen – zumal wir jetzt nach diesem steilen Aufstieg lieber kühleres Wasser hätten.

Mit dem Colectivo/Bus fahren wir kurz darauf wieder runter und laufen zum imposanten Wasserfall. Aber auch hier ist alles überfüllt - Mexiko hat Schulferien!

Am anderen Morgen verlassen wir um 07.00Uhr die Schlucht und geniessen bei Sonnenaufgang unser Frühstück hoch oben auf der Kante.

Die lange Fahrt nach Xilitla

27.07.-01.08.2022

Die kurvenreiche Etappe führt uns zunächst durch eine halbtrockene Zone mit vielen verschiedenen Kakteen. Doch kaum haben wir den ersten Hügelzug überquert, geht es wieder runter in ein Bachtal. Es wird grüner und grüner.

Die Strasse schlängelt sich aber auch oft einem Höhenkamm entlang durch die grüne Landschaft, quetscht sich durch kleine Bergdörfer, die am Hang kleben. Zig Topes/Geschwindigkeits-Schwellen lassen uns schier verzweifeln - und keinen vernünftigen Übernachtungsplatz in der Nähe.

So entschliessen wir uns, in den sauren Apfel zu beissen und die Fahrt bis nach Xilitla durchzuziehen.

Nach 300 Kilometern, 7 ½ Std. Fahrt ohne Pause, gefühlten 3000 Kurven (!) und 2000 Topes (!) erreichen wir todmüde das Bergdorf.

Das kleine Xilitla liegt im Regenwald in der Huasteca Potosina und lebt vor allem von einer Sehenswürdigkeit – Las Pozas.

Der exzentrische englische Adlige Edward James liess hier im Dickicht des Regenwaldes seiner blühenden Fantasie freien Lauf. Inspiriert durch die Vegetation, entstanden seine surrealistischen Skulpturen - Säulen, Betonblumen, Türen die sich ins Nichts öffnen, Treppen, die in den Himmel führen.

Obwohl die Anlage viele Touristen anlockt - unsere Begeisterung hält sich in Grenzen!

Dafür gefällt uns die geschäftige kleine Bergstadt Xilitla - 8'000 Einw. - recht gut. Es geht über Treppen rauf und runter. In den Gassen sitzen die Frauen auf dem Gehsteig, verbessern das Familieneinkommen mit dem Verkauf von Produkten aus ihrem Garten; die Männer gehen schwererer Arbeit nach und die Touristen verziehen sich an ein schattiges Plätzchen und gönnen sich einen kühlen Drink.

Jalpan de Serra

01.-08.08.2022

Um nach Jalpan de Serra zu gelangen, nehmen wir die Strasse durch die Sierra Gorda. Die Sierra Gorda ist eine bis zu 3100m aufragende Gebirgskette im Norden des mexikanischen Bundesstaats Querétaro und ein Grossteil der Sierra ist als Biosphärenreservat geschützt.

Gegen Abend finden wir Unterschlupf bei Daniél und seinem Hotel/Camping Los 4 Pulques.

In der Gegend rund um Jalpan de Serra gibt es fünf Franziskaner-Klöster, die alle durch die filigran verzierten Fassaden der dazugehörigen Kirchen auffallen und einen Teil des UNESCO Weltkulturerbes ausmachen. Da sie sich aber nicht wesentlich voneinander unterscheiden, begnügen wir uns mit der Besichtigung der Kirche in Jalpan.

 

Auch der lokale Mercado hat Interessantes zu bieten. Das in dieser Gegend bekannte 'Cecina seca‘/Trockenfleisch wird hier verkauft.

Wir verbringen eine Woche bei Daniél. Er ist auch ein begeisterter Overlander und baut im Moment seinen Suzuki Samurai zu einem 'fahrenden Haus' um. Wir helfen ihm ein Schnittmuster für sein Dachzelt anzufertigen, denn dafür braucht es mehr als nur zwei Hände.

Bei einer Biketour zur Presa/Stausee de Jalpan staunen wir nicht schlecht – auch hier herrscht Wassernot.

An den Abenden sitzen wir gemütlich zusammen und probieren die flüssigen Spezialitäten von Jalpan ;o) 

Pulque, das fermentierte Honigwasser von Mexiko

Daniél - unser Gastgeber in Jalpan de Serra - fährt uns über ausgewaschen Erdstrassen in die Hügel der Sierra Gorda zu einem der wenigen Orte, wo Pulque noch auf traditionelle Art und Weise produziert wird.

 

Don Pedro, der 77-jährige Tlachiquero/Pulque-Hersteller freut sich über unseren Besuch und zeigt uns stolz seine Finca mit Maguey/Agaven. Mindestens 7 Jahre dauert es, bis eine Agave ihre erste und einzige Blüte entwickelt, um danach - in kurzer Zeit - ihr Zeitliches zu segnen. Bevor es jedoch soweit ist, höhlt der Tlachiquero die Pflanze aus und startet damit den Pulque-Produktionsprozess.

Dreimal am Tag - 06.00, 14.00, 22.00 Uhr - schöpft Don Pedro das in den ausgehöhlten Agaven angesammelte Aguamiel/Honigwasser ab. Bis zu 70 Liter dieser Flüssigkeit erntet er so täglich, doch auch die zahlreich anwesenden Bienen und Wespen bekommen ihren Anteil. 

Sobald das Aguamiel das Herz der Agave verlassen hat, beginnt der intensive, bakterielle Fermentierprozess. In wenigen Stunden wird aus