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Aktuelle Ortszeit in Nicaragua:

Letzter Blog-Update und Newsletter:  24. Juli 2021

Costa Rica (20. Mai - 20. Juli 2021)

Ananas

Da Costa Rica der grösste Ananas-Exporteur der Welt ist, halten wir schon länger nach Ananasfeldern Ausschau.

 

Wir fahren durch das nördliche Costa Rica und sind plötzlich von riesigen Ananasfeldern umgeben - Ananas im Wachstum, abgeerntete oder frisch bepflanzte Felder.

14 Monate nach dem Setzen von Jungpflanzen kann zum ersten Mal eine Ananas geerntet werden. Nach weiteren zwei Ernten bzw. nach 2-3 Jahren stirbt die Pflanze ab, das Feld muss wieder neu bepflanzt werden. 

Der Grossteil der Ananas-Ernte wird zu Konserven verarbeitet, der Abschnitt verwendet man als Futter für Kühe und Schweine.

 

Leider wird die zu den Bromelien gehörende Ananas vorwiegend in Monokulturen angebaut, was nur durch massiven Einsatz von Dünger, Pestiziden und Herbiziden funktioniert. 

 

Da die Setzlinge auch sehr eng angepflanzt werden, bleibt kein Lebensraum für Tiere oder andere Pflanzen, was wiederum die mit dieser Frucht bepflanzten Gegenden ökologisch verarmen lässt - schade, denn Ananas waren eigentlich eine unserer Lieblingsfrüchte. 

Frogs Heaven

Frogs Heaven ist ein vor 10 Jahren auf Farmland neu angepflanzter, 6ha grosser privater Dschungel-Park mit bunten Fröschen, Schlangen und Regenwald-Pflanzen in Horquetas, Provinz Heredia.

Vater und Sohn stochern mit Schlangen-Hacken im Unterholz und drehen Blätter um, damit sie uns auf der 2-stündigen Tour möglichst viele der winzigen - zum Teil giftigen - Hüpfer zeigen können. Wie bei den hier heimischen Schlangen - leider hat sich keine sehen lassen - soll die auffällige Farbe der Frösche als Warnung an die wenigen Fressfeinde dienen.

Das Berühren der giftigen Frösche kann auch beim Menschen zu starken Hautreizungen führen - wir sind vorsichtig beim Fotografieren ;o)

Der ca. 2.5cm kleine BlueJeans-Frosch und der ca. 5cm grosse grün-schwarze Pfeilgift-Frosch leben im Unterholz und auf Bäumen. Die Weibchen legen ihre wenigen Eier auf dem Waldboden ab. Nach dem Schlüpfen tragen die Eltern die drei bis vier Kaulquappen auf ihrem Rücken auf einen Baum und legen sie in die Wasser-Reservoirs der Bromelien, wo sie sich zu einem Frosch weiter entwickeln. Gefüttert werden sie von der Mutter mit den unbefruchteten Eiern.

Die ungiftigen Rotaugen-Laubfrösche können eine Grösse von 7cm erreichen.  

Weil sie mit den Daumen und den Fingern eine Greifhand bilden können, jagen sie nachts vor allem auf Bäumen. Den Tag verbringen sie schlafend an der Unterseite von Blättern. Dort kauern sie sich eng zusammen, so dass von ihrer bunten Färbung nichts zu sehen ist. Die Eier legt das Weibchen an der Unterseite eines Blattes ab, das über einem Teich hängt. Nach sieben Tagen lassen sich die Kaulquappen aus ihrer Hülle in den Teich fallen.

Vulkan Irazú

In Cartago auf 1430müM noch trüb und regnerisch, hellt sich der Himmel langsam auf, je höher wir fahren und uns dem Vulkan Irazú nähern. Die kurvenreiche Strasse führt uns durch zahlreiche Dörfer, rauf und wieder runter, vorbei an Kartoffel- und Zwiebelfeldern. Immer wieder an Höhe gewinnend und verlierend, bis wir endlich am Eingang zum Nationalpark auf 3300m ankommen. 

Offensichtlich hätte man vorgängig via Internet ein Eintritts-Billett kaufen sollen, um ein langes Anstehen zu vermeiden. Pandemie sei Dank - es warten nur 6 Touristen vor den Schaltern. Um das umständliche Lösen der Billette via Internet kommen wir aber trotzdem nicht herum. Nach 30min haben wir freie Bahn zum Vulkan.

 

Der Irazú ist ein Schichtvulkan, d.h. Lava- und Asche-Schichten wechseln sich ab und bilden dadurch einen steilen Kegel. Er ist mit 3432m der höchste und unberechenbarste Vulkan Costa Ricas. Sein Name bedeutet “der grollende Berg”. Seine beiden letzten Ausbrüche waren 1963 und 1994, zurzeit verhält er sich jedoch ruhig. 

Wir laufen über Lava-Sand bis zum Kraterrand. So ähnlich stellen wir uns die Oberfläche des Mondes vor. Es ist ganz schön frisch auf dieser Höhe. Röbä ist nun doch froh, hat er sein Langarm-Hemd angezogen ;o)

Wegen dem langsam abbröckelnden Kraterrand ist die Absicherung soweit nach Innen versetzt worden, dass es eine rechte Anstrengung braucht, den Kraterboden zu sehen. Wo noch vor Kurzem ein grüner Kratersee    bewundert werden konnte, ist leider heute nur noch eine braune Pfütze zu sehen. 

 

Wir fahren weiter zum höchsten Punkt der Vulkan-Landschaft - 3432müM. Tief unter uns könnte man bei klarem Wetter den Pazifik und den Atlantik gleichzeitig sehen. Aber heute ziehen kalte Nebelschwaden den Vulkan hoch. Es wird Zeit für uns ein Nachtlager zu suchen. Am Rande eines um 150m tiefer gelegenen Nebenkraters lassen wir uns nieder und verbringen bei 8.5° C eine relativ ruhige Nacht.

San José

30.06.-01.07.2021

Wir sind wieder vom Vulkan runter und unterwegs in die Hauptstadt San José. Wie in jeder grösseren Stadt herrscht auch hier ein Verkehrschaos. 

Da es hier keine Camping-Plätze gibt, klappern wir für einmal die bewachten Parkplätze in der Botschaftsgegend ab. Wir gehen davon aus, dass die Dichte von Sicherheitskräften und Überwachungskameras hier so gross ist,  dass wir ruhiger schlafen können.

 

Ein überdachter, mit einem massiven Eisenzaun umgebener Parkplatz, der um 21Uhr seine Tore schliesst und 24Std bewacht wird, gefällt uns am besten. Wir richten uns für eine ruhige Nacht ein und bald darauf übernimmt der Nachtwächter seine Schicht.

 

Um zwei Uhr nachts schrillt die Strom-Überwachung unseres Campers laut Alarm. Wahrscheinlich haben wir wieder einmal einen Strom-Unterbruch. Ich sage noch zu Röbä, dass er doch einfach den Kühlschrank auf Gas umschalten und dann wieder ins Bett kommen solle. Er aber will sich vergewissern, dass alles in Ordnung ist, öffnet die Camper-Tür und sieht einen Dieb, wie er mit dem Aufrollen unserer Kabelrolle beschäftigt ist.

 

Jetzt geht alles blitzschnell!! Ein Griff zum Räuber-Stock und schon rennt Röba - leicht bekleidet ;o) - auf den dreisten Dieb zu. Dieser lässt die Kabelrolle fallen und rennt zum Zaun zurück - Röbä hinterher. Während der Dieb über den Zaun klettert, kann Röbä ihm den Buchen-Stock noch ein paarmal kräftig über den Rücken ziehen - AUAAA!

Unser Nachtwächter, der vor dem Fernseher eingeschlafen ist,  hat von allem nichts mitbekommen und wird von Röbä unsanft aus seinem Tiefschlaf gerissen.

 

Ausserhalb des 'sicheren' Zauns muss der Dieb die Drohgebärden und den Spot von Röbä über sich ergehen lassen. Vor Schreck hat der Dieb nämlich nicht nur die Kabelrolle stehen lassen, sondern auch seinen Rucksack mit Einbruchs-Handwerkszeug. Sind wir nicht Glückskinder? 

Heute Mittwochmorgen haben wir den Schreck der Nacht etwas verdaut und Röbä hat sich in den restlichen Nachtstunden überlegt, wie er unsere Kabelrolle besser sichern kann.

 

Nun geht es los, die auf 1170m Höhe gelegene Hauptstadt auszukundschaften. Mit dem Taxi lassen wir uns ans andere Ende der Altstadt fahren. Von dort laufen wir kreuz und quer durch die grossen Fussgängerzonen zurück durch Gassen und Strassen, vorbei an Kirchen, Plätzen und Märkten dieser bunten aber lauten Stadt. Obwohl uns - entgegen zahlreicher negativer Hinweise - die Stadt positiv überrascht, sind wir doch froh, den Tag ruhig und mit einem feinen Essen ausklingen zu lassen.

Wir feiern unseren Camper, der inzwischen 100‘000km auf dem Buckel hat. Natürlich stossen wir auch auf unser Glück in der vergangenen Nacht an - es hätte auch anders kommen können.

Vulkan Arenal

02.-04.07.2021

Unsere Rundfahrt durch Costa Rica nähert sich langsam dem Ende zu - aber ein Zückerchen haben wir noch vor uns - das Gebiet um den Vulkan Arenal.

 

Wir verlassen San José via San Ramón - gem. Reiseführer eine Zigarrenhochburg. Dort finden wir aber trotz intensiver Suche und mit grosser Unterstützung der Bevölkerung nur ein kleines Kleidergeschäft, das zwischen Blusen, Hosen und Socken ein paar selbst gerollte Zigarren verkauft.

Etwas enttäuscht von diesem Abstecher geht die Fahrt weiter Richtung Arenal. Eine enge, unübersichtliche, kurvenreiche Strasse, rechts und links hohe Sträucher und Bäume. Langsam zieht Nebel auf.

 

Plötzlich lichtet sich der Himmel und majestätisch steht er vor uns - der angeblich schönste Vulkan Mittelamerikas - der 1670m hohe Vulkan Arenal. Der eindrückliche Schicht-Vulkan zeigt sich in perfekter, konischer Form.

 

Unser Nachtlager schlagen wir im Nationalpark Arenal - direkt zu Füssen des Vulkans auf.

Heute Samstagmorgen sind wir um 08:00 Uhr die ersten Wanderer auf dem Sendero Bosque 1968 - nicht schwierig, wir haben ja direkt neben dem Eingang übernachtet ;o))

 

Der 4 km lange Rundweg unterhalb des Vulkans führt durch die bereits wieder überwachsenen Lavafelder des letzten grossen Ausbruchs 1968. Ein Erdbeben erweckte damals den Riesen aus einem 400-jährigen Tiefschlaf - 90 Menschen fanden den Tod. Bis im Oktober 2010 war der Vulkan Arenal noch dauernd in Bewegung, heute steigt nur noch Rauch aus seinem Schlund - wir können also getrost zu seinen Füssen rumkraxeln.

Die Weiterfahrt entlang des Arenal-Sees - etwa so gross wie der Zürichsee - ist eine kleine Enttäuschung. In den Reisebeschreibungen wird diese Strecke hochgelobt, aber einen Blick auf den See und den Vulkan ist bei dieser überwachsenen Uferstrasse kaum möglich. 30 lange Kilometer fast nur Sträucher und Bäume :o(

Auch unser Übernachtungsziel, das Schweizer Hotel Los Héroes/Die Helden ist geschlossen. Wir müssen uns eine andere Bleibe suchen, was sich als schwierig herausstellt. Der erste Platz nimmt keine Camper mehr auf, der zweite warnt uns vor der sehr lauten nächtlichen Party-Musik und der dritte ist geschlossen. Glück haben wir beim Hotel Mystica, das uns gegen ein Nachtessen Asyl gewährt. Bei einer Pizza, einem Insalada Caprese und einem (doch noch) herrlichen Blick auf den See beenden wir diesen Fahrtag.

Sonzapote/Finca Cañas Castilla

04.-20.07.2021

Unsere letzte Station vor dem Grenzübertritt nach Nicaragua ist die Finca Cañas Castilla in Sonzapote.

Die beiden Schweizer Agi und Guido Sutter haben vor 24 Jahren 68ha Wald und Wiesen gekauft und daraus ein Paradies geschaffen. Neben drei Doppel-Cabañas hat es auch jede Menge Platz für Tiere. Auf ihrer Finca grasen Kühe, Pferde, Schweine, Ziegen, Kaninchen, Hühner, Truthähne und Gänse. Auch Camper sind herzlich willkommen und so entschliessen wir uns zwei Wochen zu bleiben und uns langsam auf den Grenzübertritt nach Nicaragua vorzubereiten.

Morgens wenn der Hahn kräht ist auch für die Brüllaffen Tagwache. Ihr dumpfes röhrendes Gebell hallt durch den Dschungel und weckt so manchen Möchtegern-Langschläfer ;o)

 

In den Wipfeln der riesigen Guanacaste-Bäume schwingen sich die Klammeraffen von Ast zu Ast auf der Suche nach einem Frühstück. Gerne gegessen werden die Kokosnüsse in den Palmen über uns - die leeren Schalen landen dann auch mal auf unserem Dach. Um 'Hagel'-Schäden zu vermeiden hat Röbä unsere Solar-Panels deshalb vorsichtshalber 'gepolstert'.

Begleitet vom Schäferhund Simba und ausgerüstet mit Karte und Informationsblatt, machen wir uns heute Morgen auf, einen der drei Waldlehrpfade auf dem Grundstück abzulaufen. Da es die ganze Nacht geregnet hat, ist der Weg entsprechend weich und matschig. Das eine oder andere Insekt, das wir noch nicht kennen, läuft uns aber trotzdem über den Weg. 

Dem Nichtstun etwas überdrüssig suchen wir Beschäftigung. Röbä bringt die Bernina-Nähmaschine von Agi und die Kräuter-Mahlmaschine von Guido wieder zum Laufen. Auch beschriftet er alle Hinweisschilder neu, während ich mich in den nächsten Tagen um Wege und Gärten ringsum die Cabañas kümmere.

 

Auch der Grenzübertritt will gut geplant sein, müssen wir uns doch sieben Tage vorher mit einem Online-Formular in Nicaragua anmelden, die Ausreisegebühr für Costa Rica online bezahlen, einen PCR-Test im 60km entfernten Liberia über uns ergehen lassen und alle möglichen Dokumente 2-fach kopiert zum Grenzübertritt  mitbringen - uff!!

Typisches Essen, typische Getränke in Costa Rica

  1. Cas Frucht....
  2. ....Guavenart, die hauptsächlich in Costa Rica vorkommt
  3. Crema de mariscos - Meeresfrüchte Suppe
  4. Agua de Sapo - Froschwasser aus Limettensaft, Zuckerrohrsaft, Ingwer und Honig
  5. Rondón caribeño - Karibischer Fischeintopf mit Tiquisque, Ñampi, Kokosmilch, Chili und Thymian
  6. Ñampi....
  7. ....und Tiquisque - Knollengemüse werden häufig als Kartoffel-Ersatz verwendet
  8. Speisekarte eines typischen Restaurants in Costa Rica
  9. Gallo pinto/Gefleckter Hahn - So frühstücken die 'Ticos'
  10. Castañas - Die Kastanien werden erst geerntet, wenn die Frucht vom Baum fällt....
  11. Roxana zeigt uns die Verarbeitung
  12. Die Kastanien müssen aus der matschigen überreifen Frucht herausgewaschen werden
  13. Anschliessend werden die Kastanien in Salzwasser ca. 20 Min. weich gekocht
  14. Fertig zum Verzehr
  15. Zapote....
  16. ....die Frucht schmeckt zwischen süsslich und Umami
  17. Die zwei National-Biere in Costa Rica
  18. Malanga, ...
  19. ....kartoffelähnliche Knolle.... 
  20. ....wird auch wie solche gekocht

Fazit Costa Rica

¡Pura Vida! - Willkommensgruss in Costa Rica.

 

Costa Rica ist mit 51‘100km2 flächenmässig etwas grösser als die Schweiz. Zu den 5 Mio. Einwohnern zählen auch ca. 1700 Schweizer Einwanderer.

Das von Regenwäldern und Vulkanen durchzogene Land in Mittelamerika grenzt im Süden an Panamá und im Norden an Nicaragua. Eingebettet zwischen Pazifik und Karibik findet man an der 1290km langen Küstenlinie viel Platz zum Sonnenbaden. Das demokratische Land Costa Rica hat 1948 die Armee abgeschafft. Die Ticos - so nennen sich die Costa Ricaner - sind sehr stolz darauf, dass sie nun keine Armee mehr haben.

 

In den 61 Tagen in Costa Rica haben wir festgestellt, dass…. 

  • die Ticos sehr freundliche und hilfsbereite Menschen sind.
  • das Land eine unglaubliche Vielfalt an Grünzeug, Insekten und Tieren besitzt.
  • die Autos keine verdunkelten Autoscheiben haben, wie in anderen Ländern.
  • es praktisch keine Raucher gibt….ausser die Kiffer an der Karibikküste ;o)
  • Costa Rica ein relativ teures Land ist.
  • die Eintrittspreise in die Nationalparks ein Loch ins Budget reissen können.
  • mit Hinweisschildern an den meisten Stränden vor gefährlichen Strömungen gewarnt wird.
  • es wenige Campingplätze gibt und diese selten mit Wifi ausgerüstet sind.
  • die Ticos grosse Ami-LKWs fahren, die eine extrem laute Motorenbremse haben – Gehör schädigend.
  • es hier praktisch keine Geschwindigkeitskontrollen gibt.
  • es praktisch in jedem grösseren Dorf einen 'Chinesen'-Laden mit einem grossen Sortiment an Waren gibt.
  • sich ein Dieb auch mit eine Kabelrolle zufrieden geben würde.

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