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Letzter Blog-Update und Newsletter:  25. Januar 2023

USA (22. - 31. Dezember 2022)

Rot 2022   Violett - frühere Reisen

Gainesville - Panama City/Forida

22.-28.12.2022

In den letzten Dezembertagen zeigt sich Florida - The Sunshine State - von seiner winterlichen Seite!

Wir verlassen Orlando bei 15°C und fahren in den Norden. Wir wollen die Weihnachtstage auf einem ruhigen Camping irgendwo in der Pampa Floridas verbringen.

Je weiter wir in den Norden kommen, umso kälter wird es. Auf dem Camping in Gainesville wird uns bei der Ankunft ein Notfallplan in die Hand gedrückt, wie wir die kommende Jahrhundert-Kältewelle unbeschadet überstehen können. Alle sind in Aufruhr. Wir nehmen es gelassen, denn Winterkälte sind wir uns ja in Europa gewöhnt ;o)

Wir packen den Camper gut ein, stellen die Heizung an und machen es uns bei einem Glas Rotwein gemütlich. Draussen fallen die Temperaturen auf -1°C.

Nach Weihnachten geht die Fahrt weiter Richtung Panama City - immer der Küste Floridas entlang.

Die Sonne scheint, das Meer leuchtet blau und der weisse Sandstrand würde eigentlich zum Baden einladen, wenn es nicht so frisch wäre ;o)

 

Hier an der Carrabelle Beach und auf der gegenüberliegenden Dog Island wurde während dem 2. Weltkrieg intensiv für die amphibische Landung in Frankreich - Normandie/D-Day - von 1944 trainiert.

Die Stadt Panama City in Florida kann leider mit ihrer Schwesterstadt Panama City in Panamá/Mittelamerika nicht mithalten. Sie punktet einzig und alleine mit den wunderschönen weissen Sand-Stränden.

Der Zuckerküste entlang nach Pensacola

28.-30.12.2022

Wir haben uns mit Gabi und Erich aus der Schweiz - die wir schon in den Everglades getroffen haben - verabredet. Sie sind seit ein paar Monaten in Kanada und den USA unterwegs und wir möchten zusammen den Jahreswechsel verbringen.

Auf der vorgelagerten Sandbank vor Florida fahren wir zum Gulf Island National Seashore bei Pensacola. Wir sind überwältigt von dieser Puderzucker-Landschaft. Weisser Sand soweit das Auge reicht. Leider sind diese Strandabschnitte sehr begehrt und oft verbaut. 

Das Wetter ist wechselhaft, der Himmel verdunkelt sich immer wieder und es sieht nach Regen aus. Also was gibt es besseres als ein Schweizer Fondue am Lagerfeuer. 

 

Anderntags scheint wieder die Sonne und wir vier machen einen Strandspaziergang zum Fort Pickens. Das fünfeckige ehemalige Küstenfort schützte die Einfahrt zur Bucht und den Hafen von Pensacola. 

 

Bei unserer Rückkehr klemmt ein Zettel unter dem Scheibenwischer. Wegen starkem Regen, Wind und Gefahr von Überschwemmung muss der Nationalpark bis morgen um 10Uhr geräumt sein!

Also geht's wieder aufs Festland nach Pensacola. Ein kurzer Spaziergang im historischen Teil und schon sind wir weg aus Florida. Silvester verbringen wir an der Perdido Bay in Lillian/Alabama. 

USA (01. - 25. Januar 2023)

Grün 2023  Rot 2022  Blau 2021  Violett - frühere Reisen

Zusatzschlaufe Louisiana

Neues Jahr - neue Herausforderungen!

Unser Camper braucht dringend einen neuen Zahnriemen und bevor wir an der USA-Westküste nach Norden abbiegen, möchten wir diese Servicearbeit erledigt haben. So klappern wir ab Pensacola jede Fiat-Chrysler-Jeep-Ram Garage ab, werden aber leider überall abgewiesen.

In New Orleans/Louisiana finden wir eine Fiat-Garage und einen Mechaniker, der sich mit unserem Modell etwas auskennt und der sich die Arbeit auch zutraut. Da sie aber die erforderlichen Teile in den USA nicht beschaffen können, lassen wir das komplette Set mit Fedex aus der Schweiz einfliegen.

In der Zwischenzeit überbrücken wir die Wartezeit mit einer Rundfahrt durch das südliche Louisiana. 

Baton Rouge - Lafayette

Unser erster Halt ist Baton Rouge, die Hauptstadt von Louisiana. Das Wetter weiss nicht so recht, was es will. Leichter Regen wechselt sich mit Sonnenschein ab.

Wir fahren auf einen grossen Parkplatz neben dem Mississippi River. Eine Dame ist gerade dabei Strafzettel zu verteilen. Sie erklärt uns, dass wir für unseren Camper zwei Parkplätze bezahlen müssen - US$ 20 - wegen der Länge. Wir dürften auch unser langes Hinterteil nicht über den Platzrand ins Gras hängen lassen - das gäbe auch eine Busse!! Wir suchen weiter und finden einen genügend grossen Stellplatz im Zentrum für US $1 :o))

 

Die Innenstadt haben wir schnell durchlaufen - alles leer und die sehenswerten Gebäude sind wegen Renovationen geschlossen :o(

Am nächsten Tag fahren wir ins 100km entfernte Lafayette. Im Gegensatz zu den anderen amerikanischen Städten treffen wir hier auf Menschen. Eine junge Dame fährt sogar ihre 45kg schwere Schildkröte spazieren!!

Auch die Kathedrale lässt uns staunen - innen wie aussen. Aussen haben wir das Gefühl vor einem Gebäude der Disney Studios zu stehen. Innen ist die Kirche elegant weihnachtlich dekoriert.

Zum Abschluss unseres Besuches in dieser Stadt gibt es ein Belgisches Weiss-Bier im Restaurant 'Wurst Biergarten'. 

Lafayette liegt im Herzen von Louisiana's Cajun Country und wir besuchen das historische Arcadian Village

 

In dieser Gegend haben sich hauptsächlich französische Siedler aus dem Osten Kanadas, vor allem aus der Provinz Nova Scotia - damals Arcadia genannt - niedergelassen. 

 

Als die Ostküste Kanadas 1754 von den Engländern übernommen wurde, sind die französischen Siedler von dort  vertrieben worden. Einige dieser Flüchtlinge fanden ein neues Zuhause in der Umgebung von Lafayette. Bis Anfang des 20. Jh. blieben die Arcadier unter sich, mischten sich dann aber mit den englisch sprechenden Amerikanern - die Arcadische Kultur begann sich in die heute in Süd-Louisiana dominierende Cajun-Kultur zu verwandeln. Die französisch geprägte Cajun-Esskultur verfügt über zahlreiche köstliche Gerichte, sodass die  Fast Food-Ketten es schwer haben in Süd-Louisiana Fuss zu fassen. 

 

Bei einem Spaziergang durch das historische Arcadian Village bekommen wir einen Einblick, wie die Arcadier damals in ihren Dörfern lebten und arbeiteten.

Cajun Prairie

Cajun und Afro-Amerikaner liessen sich in den flachen und trockeneren Gebieten zwischen Lafayette und Alexandria nieder und begannen das Land zu bewirtschaften.

 

Auf dem Weg nach Norden fahren wir an riesigen Reisfeldern vorbei. Diese werden nach der Reisernte geflutet und darin werden von Januar bis März Crawfish/Flusskrebse gezüchtet. Jim - ein Propan-Tankwart - erklärt uns den Zuchtverlauf, die Netze und das spezielle Boot, mit denen die Krebse im Frühling geerntet werden.

Louisiana produziert 45 Millionen Kilogramm Crawfish pro Jahr.

 

Bei einem Cajun-Essen (Crawfish, Frosch, Fisch, Krevetten) kommen wir mit einem älteren (älter als wir ;o) Ehepaar ins Gespräch. Sie sind auf dem Weg zur wöchentlichen Bibelstunde und essen vorher noch ein Gumbo (Cajun-Suppe). Nach einem kurzen Austausch steht der beleibte Herr vom Tisch auf, hebt sein T-Shirt und zeigt uns stolz seine beiden Kurzlauf-Pistolen, die er sich um den Bauch geschnallt hat. Mit ihm sei nicht zu spassen, falls ein 'Nigro' ihr Gebetshaus überfallen sollte.

Natchez

06.-11.01.2023

Die charmante Kleinstadt Natchez - 14‘000 Einwohner - liegt auf einer Anhöhe direkt am Mississippi River. Wir machen einen kurzen Abstecher von Louisiana nach Mississippi.

 

Natchez ist einerseits bekannt für seine prächtigen Antebellum-Häuser, andererseits beginnt hier der Natchez Trace - ein 8000 Jahre alter Handelspfad - der über 710km bis nach Nashville führt.

Oft wurde die Handelsware auf Flachbooten den Mississippi River runter nach Natchez transportiert, wegen der starken Strömung konnten die Boote aber nicht mehr zurückgerudert werden.

Die Bootsleute verkauften die Fracht - inkl. das Holz der Boote - und liefen/ritten anschliessend über den Natchez Trace wieder nach Nashville zurück. 

Da wir noch auf unsere Ersatzteile aus der Schweiz warten, nisten wir uns auf der gegenüberliegenden Flussseite in Vidalia/Louisiana auf dem River View Camping ein. Wir bekommen sogar den Veteranen-Rabatt, weil Röbä in der Schweizer Armee Dienst geleistet hat (You served your country)!

 

Die verschiedenen Wetterlagen bieten einiges an Abwechslung. Mal scheint die Sonne und es ist heiss, mal regnet es und ist kalt. Ab und an versteckt sich der Mississippi auch im dichten Nebel. 

Wir fahren durch die Cajun Pairie zurück nach New Orleans – soweit es geht, immer dem Mississippi River entlang. Der Staat Louisiana schützt die Bevölkerung mit hohen Dämmen vor Überschwemmungen und somit ist auch leider die Sicht auf den Fluss mehrheitlich versperrt.  

New Orleans

11.-13.01.2023

Als erstes fahren wir zur Fiat Garage und erfahren dort, dass unsere Teile aus der Schweiz angekommen sind und die schlechte Nachricht, dass wir erst einen Service-Termin in zwei Wochen erhalten. Enttäuscht beschliessen wir noch andere Garagen abzuklappern aber zuerst wollen wir uns New Orleans nochmals anschauen.

Bei der Brauerei Faubourg Brewing Co. gibt es neben genügend Parkplatz auch sehr leckeres Bier und die besten Hamburger, die wir bis jetzt in den USA gegessen haben!!

Die lebhafte Stadt New Orleans liegt am Mississippi River inmitten von Sümpfen und Seen und ist bekannt für ihre Jazz- und Blues-Musikszene, die Südstaaten-Architektur und das spezielle Essen der Cajuns.

In den Aussenbezirken chaotisch, schmutzig, gefährlich (wird uns gesagt) - im Stadtzentrum und in den touristischen Gegenden sauber, lebendig, einzigartig.

 

Wir sind schon um 10 Uhr morgens da - die Stadt schläft noch. Langsam öffnen einzelne Geschäfte ihre Tore.  Wir schlendern durch die Strassen des berühmten French Quarters und besichtigen am Jackson Square die schlossähnliche St. Louis Kathedrale und den Mississippi Dampfer am Hafen.

 

Ein Platzregen überrascht uns und wir suchen uns ein trockenes Plätzchen in einem Kaffee.

Nach einer Stunde und einem interessanten Schwatz mit dem Bar Keeper machen wir uns auf zur Frenchmen Street. Hier im Restaurant Nonno’s probieren wir eine echte Cajun Spezialität - Seafood Gumbo/Meeresfrüchte-Suppe. 

 

Bei unserer Rückkehr in die Bourbon Street im French Quarter ist New Orleans erwacht. 

Sei es aus den verschiedenen Lokalen oder draussen am Strassenrand, aus jeder Ecke ertönt Livemusik.

Früher Jazz und Blues, mischen heute auch andere Musikrichtungen kräftig mit.

 

Wir setzten uns in Fritzel's Jazz Bar und geniessen zwei Stunden lang Live-Musik. Ganz speziell sind wir begeistert von den flinken Fingern des virtuosen Jazzpianisten Richard 'Piano' Scott.

Venice

13.-22.01.2023

Bei unserer weiteren Garagen-Suche haben wir leider kein Glück und so beissen wir in den sauren Apfel und nehmen den Termin in New Orleans an.

Mittlerweile sind es ja 'nur' noch 10 Tage Wartezeit!! Aber wo verbringen wir diese Tage? Da fällt uns ein wohlklingender Name auf der Landkarte auf - das 120km entfernte Venice/Venedig im Mississippi Delta. Wir buchen einen Stellplatz auf dem Camping - US$ 200 für eine Woche inkl. Strom Frisch- und Abwasser, keine Toilette/Dusche - kaufen genügend Lebensmittel ein und los geht’s!

 

Bei unserer Ankunft sind wir etwas enttäuscht, die Erwartungen waren zu hoch. Das Einzige, was Venice mit Venedig gemein hat, sind die vielen Wasserkanäle und Seen. Der Ort hat sich vom Hurrikan Katrina 2005 nicht mehr erholt.

Wir finden ein Restaurant, ein paar geschlossene Geschäfte und ein Dorf, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Jetzt heisst es, das Beste daraus machen. 

Wieder einmal kommt es anders, als man denkt, denn unser Nachbar Toby - ein pensionierter U-Bootfahrer in der US-Navi, der die ganze Welt befahren aber nichts davon gesehen hat - ist ein passionierter Crawfish/Flusskrebse-Fänger.

 

Hier leben die Flusskrebse in natürlicher Umgebung und sie krabbeln massenhaft im nahegelegenen Gewässer umher. Er zeigt uns, wie er sie in Drahtkörben fängt. Anschliessend kocht er sie zusammen mit Kartoffeln auf und übergibt sie uns zum Schälen, was eine Heidenarbeit bedeutet. Für ein feines Crawfish-Jambalya schälen wir eine Stunde lang Krebsschwänze - gut, wir sind auch noch nicht so geübt darin ;o)

Zur sportlichen Betätigung schwingen wir uns auf die Bikes und radeln dem Mississippi entlang - einmal zum südlichsten Punkt von Louisiana und ein anderes Mal zum nördlich gelegenen Fort Jackson.  

Odyssee eines Zahnriemenwechsels

1. Tag, Montag:

So, die lange Warterei und das Rumkurven in Louisiana - drei Wochen -  hat ein Ende. Röbä hat sich vor drei Tagen nochmals bei der Fiat-Garage vergewissert, dass wir für kommenden Montag immer noch auf dem Arbeitsplan stehen. Alles okay - einmal mehr!

 

Heute ist der grosse Tag und wir melden unseren Camper pünktlich um 8.30 Uhr zur Operation an. Erstmal werden tonnenweise Floskeln ausgetauscht und dann heisst es warten und Kaffee trinken, denn der Mechaniker sei noch nicht da.

 

Zwei Stunden später, es hat sich noch gar nichts getan. Röbä quatscht jeden an, der ihm über den Weg läuft, spricht mit dem Manager - aber auch hier Floskeln und keine handfesten Aussagen. Irgendwann heisst es, der Mechaniker sei schon lange da, müsse aber noch ein anderes Fahrzeug fertig machen :o(

Schliesslich wird uns auch noch mitgeteilt, dass wir unseren Camper erst wieder morgen Dienstag zurückbekommen und wir uns jetzt ein Hotel suchen müssen! Wenigsten fahren sie uns gratis in's 20km entfernte Zentrum von New Orleans.

 

Wir nehmen uns vor abzuschalten und den Tag mit viel Sonnenschein zu geniessen. Mit dem Streetcar/Tram fahren wir in den Garden District, laufen durch die Magazine Street und schauen uns die herrlichen alten Antebellum-Häuser an. Wieder zurück schlendern wir dem Riverwalk entlang durch den French Market und geniessen ein wunderbares 3-Gang Menue am Jackson Square.

Weil’s vor 11 Tagen sooo gemütlich war , besuchen wir nochmals das Fritztel’s Jazz Pub und lauschen dem rassigen Jazz. Um 23 Uhr fallen wir todmüde ins Bett. Es war ein super Abend!!!

2. Tag, Dienstag:

Seit Mittag sitzen wir nun in der Hotelhalle und warten auf den Anruf der Garage. Um 16 Uhr ruft Röbä an und wie wir fast vermutet haben, werden wir auf morgen vertröstet!!!

Gibt es in dieser Firma einen Menschen, der zu seinen Versprechen steht? Und wie sieht es morgen aus, wird wieder alles um einen Tag verschoben? 

 

Wir müssen eine weitere Nacht im Hotel verbringen :o( aber es wird uns hoch und heilig versprochen, dass wir morgen früh um 09.30 Uhr vom Fahrer abgeholt werden.

3. Tag, Mittwoch:

09.30 Uhr - wir sitzen einmal mehr pünktlich in der Hotelhalle und warten! Es ist 11 Uhr und keine Spur von unserem Fahrer. Wir bestellen einen Uber-Fahrer und lassen uns zur Garage fahren. Dort angekommen, checkt Röbä unseren Camper. Der Mechaniker meint, er brauche nur noch eine Stunde. Aber wenn man den Camper anschaut, sieht es etwas anders aus.

Wir sitzen und warten, und warten, und warten. Um 15.15 Uhr endlich, die Operation ist beendet und der Patient lebt hoffentlich noch!!

Zum dritten Mal übernachten wir auf dem Gelände der Faubourg Brauerei. Aber morgen geht es weiter gegen Westen.

Obwohl wir eigentlich vermeiden zweimal an denselben Ort zu reisen, müssen wir uns im nachhinein eingestehen - New Orleans nach 26 Jahren nochmals zu besuchen - war der Hammer!!