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Peru

Braun 2019   Blau 2018

Fahrt nach Cusco

29.05. - 02.06.2019

Auf den heiligen Hügeln am Umayosee in Sillustani liegen die Ruinen der Chullpas/Grabtürme.

Die kriegerischen Stammesangehörigen der Aymara bestatteten darin ihre Adligen und deren Familien, zusammen mit Gepäck und Lebensmitteln für die Reise in die nächste Welt.

Die äusseren Turmmauern bestehen aus riesigen Steinblöcken, die millimetergenau ineinanderpassen und ohne Mörtel aufeinander gestapelt wurden. Es mussten Steinrampen gebaut werden, um diese Blöcke aufeinander zu schichten. Die einzige Öffnung dieser Türme ist ein nach Osten gerichtetes Loch, das nach der Beisetzung verschlossen wurde.

Der grösste Grabturm erreicht eine Höhe von 12 Meter. 

Weiter geht die Fahrt in das geschäftige Juliaca.

Hier lassen wir in der Fiat Garage unseren Motor nochmals auf Öl-Lecks kontrollieren. Die sehr kundenfreundlichen Herren geben Entwarnung :o))

 

Ein Tuck-Tuck - diese Fahrzeuge schwärmen umher wie die Feuerwanzen auf dem Heuli-Hof -  bringt uns in rassiger holpriger Fahrt in die Stadt.

Der Besuch auf dem Markt erinnert uns an Indien. Der Bahnlinie entlang drängt sich Blechhütte an Blechhütte. Zwischen ihren kunterbunten Sachen sitzen Frauen und warten auf Kunden. Die Gummistrasse interessiert uns ganz speziell. Hier kann man Gummimatten, Gummibänder und Gummisandalen in allen Dicken bzw. Grössen kaufen. Auch eine grosse Auswahl an Gummiwannen aus alten Lastwagen-Reifen - zum Waschen von Kleidern oder als Pflanztopf - steht zur Verfügung. 

Ein Abstecher ins koloniale Wirtschaftszentrum Lampa – heute ein kleiner unbedeutender Ort – erstaunt mit seiner grossen Kirche Santiago Apostol.

Wir kommen gerade richtig um eine Prozession mit Schulkindern mitzuerleben. 

Der nächste Ort - Pucará - ist bekannt für seine Glücksbringer auf den Häusern. Die Keramik-Stiere werden mit Lebensmittel gefüllt und auf Dächer oder Eingangstore platziert. 

Da die Schonfrist für unseren Camper vorbei ist, entschliessen wir uns nicht mit einem Tour-Guide sondern selber zu den Siete Colores/Rainbow-Mountains zu fahren. 

Nachdem wir uns durch die engen Gassen von Checacupe und Pitumarca gequetscht haben, geht es auf einer engen Erdstrasse 40km durch ein Tal stetig auf und ab bis zum Parkplatz auf 4880müM. Diese Strecke erinnert uns etwas an die Todesstrasse in Bolivien. Zum Glück kommen uns nur wenige Autos entgegen. 

Oben auf dem Parkplatz angekommen – noch keine Sicht auf die Regenbogen-Berge. Doch die umliegenden farbigen Gipfel sind schon mal ein kleiner Vorgeschmack.

Alles muss verdient werden, denn jetzt heisst es, den einstündigen Aufstieg in dieser dünnen Luft zu bewältigen.

Aber was wir dann auf 5036müM zu sehen bekommen verschlägt einem gerade nochmals den Atem. Unglaublich, diese Schönheit der Natur!

Nun sind es nur noch 150km bis Cusco. Wir fahren durch das 'Cuy'-Tal. An jeder Ecke werden im Ofen gebratene Cuys/Meerschweinchen angepriesen. Wir wollen es noch einmal probieren – aber auch diesmal sind wir nicht begeistert – kein Fleisch an den Knochen! Zum Glück gibt es genügend Kartoffeln dazu ;o))

Cusco

03.-11.06.2019

Cuzco - Hauptstadt und Herz des Inka-Imperiums, bevor es schließlich 1524 von den Spaniern erobert wurde - liegt auf 3416müM in den Anden und gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist die älteste, dauerhaft bewohnte Stadt Südamerikas und gilt als Eingangstor zum Heiligen Tal und nach Machu Picchu.

 

Die engen Kopfsteinpflaster-Gassen, die kolonialen Gebäude, das angesagte Künstlerviertel San Blas, die geschäftige Plaza des Armas mit der Kathedrale und der Mercado San Blas sind Anziehungspunkte der vielen Touristen, die sich hier in dieser Stadt aufhalten. Es gibt einmal mehr viel zu sehen und Neues zu entdecken.

Am Samstag geht es mit den Camper-Freunden Peter und Walter noch einmal in die Stadt - heute ist Chicha-Fest. Chicha ist ein leicht alkoholisches Getränk aus den Anden. Es wird aus fermentiertem gelbem oder dunklem Mais hergestellt. Dazu geniessen die Peruaner ein zartes Meerschweinchen/Cuy aus dem Ofen.

Auf dem Camping Quinta Lala in Cusco treffen immer wieder neue Reisende aus aller Welt ein. Die Schweizer und die Deutschen sind einmal mehr in der Überzahl. Es wird gewerkelt, gegrillt und ‚g’aperölet‘ wie wild ;o))

Die Ruine der Inka-Festung Saqsayhuamán ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Cuscos aus der Inkazeit und wurde im 15. Jahrhundert erstellt. 

Sie liegt gerade einmal fünf Gehminuten von unserem Camping entfernt.

Die Anlage diente als militärische Befestigung für den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt.

Die drei übereinander gebauten, terrassenförmigen Zickzackmauern sind 600m lang und bis zu 10m hoch. Die riesigen – bis zu 200 Tonnen schweren – Steine wurden aus einem 20km entfernten Steinbruch herangeschleppt und bearbeitet, bis sie fugenlos aufeinander passten.

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Hügel mit einer Befestigungsmauer, abgeschliffene Felsen, ein Inka-Thron, geheime Gänge und eine Arena.

Machu Picchu

Nun endlich kommt der Tag, wo wir Machu Picchu besuchen wollen. Ich weiss noch nicht so recht, ob ich mich freuen oder ob ich es einfach über mich ergehen lassen soll. Man hört viel über die langen Warteschlangen für die Anfahrt, die vielen Touristen und kennt diese Inka-Stätte von zahlreichen Bildern.

 

So entschliessen wir uns für die zwar teurere, dafür die entspanntere Tour und buchen die Reiseführerin Luz und den Fahrer Percy. Wir laufen einfach hinterher, hören zu und geniessen.

 

Percy holt uns morgens um 08 Uhr beim Camping ab und bringt uns in zwei Stunden nach Ollantaytambo. Hier besteigen wir den Panaoramawagen der Perú-Rail, die uns durch das immer enger werdende Heilige Tal - dem Río Urubamba entlang - nach Aguas Calientes fährt.

Nach zwei Stunden Zugfahrt treffen wir hier Luz und zusammen geht es per Bus die 14 Serpentinen hoch zur Inka-Stätte.

WOW, was für ein Anblick! Was für eine beeindruckende Lage! Das hätten wir uns nie träumen lassen, dass uns Machu Picchu so verzaubert – a Magic Place!

 

Auf einem 2360 Meter hohen Bergsattel – zwischen den Bergen Wayna Picchu und Machu Picchu - liegt der antike Ort, der von 750 bis 1‘200 Menschen bewohnt wurde. 

Machu Picchu lässt sich in vier Sektoren einteilen:

 

Der Wohn-Sektor mit einstöckigen Häusern, trapezförmigen Türen- und Fensteröffnungen. Alle Gebäude waren mit goldgelben Stroh gedeckt. Die für sie verwendeten Steine sind kleiner und unregelmässiger (Inka-Rustico) als die Steine der Sakralbauten (Inka-Imperial).

Im Industrie-Sektor befinden sich Gebäude mit etwas grösseren Fenstern für mehr Licht. Die Schlafplätze für die Arbeiter wiederum besitzen nur wenige und sehr kleine Öffnungen.

Auf den langgezogenen Terrassen im Landwirtschafts-Sektor wurden Gärten angelegt. Die Terrassen gaben der Anlage Stabilität, verliehen ihr Eleganz und boten genügend Platz für Pflanzungen.

 

Ein Wachhäuschen thront hoch über diesem Sektor.

Der royale und sakrale Sektor war der wichtigste Bereich von Machu Picchu. Hier lagen der Palast des Inca-Herrschers, der Sonnen-Tempel - das einzige runde Gebäude der Anlage-, das Königsgrab, der Tempel des Kondors, der Tempel der drei Fenster und die Zeremonialbäder.

Die im 15. Jahrhundert erbaute und kurze Zeit später wieder verlassene Inka-Stätte wurde vom amerikanischen Archäologen Hiram Bingham 1911 ausgegraben.

Seither gehört dieser Berg den Touristen und den zahlreichen Viscachas ;o))

Ollantaytambo - Maras - Moray

Nach dem Besuch von Machu Picchu übernachten wir in Aguas Calientes. Früh morgens geht es mit der Perú-Rail zurück nach Ollantaytambo, wo Luz und Percy bereits wieder auf uns warten.

 

Hoch über dem Dorf thront die Inka-Ruine eines Festungstempels.

1536 versuchte Hernando Pizarro mit 70 berittenen Soldaten diese Festung einzunehmen, was ihm aber nicht gelang. Doch wenig später – mit einer vierfach grösseren Armee – hatte er Erfolg und der Inka-König Manco Inka musste fliehen. 

Auf der Weiterfahrt passieren wir das spektakuläre Skylodge-Hotel. 400m über dem Boden - an einer steilen Felswand - hängen die drei Schlafkabinen für je acht Gäste. Über Kletterwege an Karabiner-Haken geht es  nach oben – Lift gibt es keinen ;o)) Eine Übernachtung kostet ca. 300 Dollar.

 

Auf dem Parkplatz treffen wir den vierjährigen Adolfo. Er möchte uns etwas vorsingen - also los!

In Maras liegt die einzigartigste Saline der Welt. Ein salzhaltiges Flüsschen speisst 3000 Becken, aus denen ein Dutzend Familien das begehrte Salz gewinnen.

In Moray wurden von den Inka kreisförmige Terrassenfelder angelegt, die je nach Höhe ihr jeweils eigenes Mikroklima besassen. Möglicherweise dienten diese Felder den Inka als Agrarversuchsfelder. 

Zum Abschluss der heutigen Rundreise besuchen wir eine Weberei in Chinchero.

Hier wird uns der Prozess vom Waschen der Alpakawolle, über das Spinnen und das Färben bis hin zum Weben  genau erklärt.

Fahrt Cusco – Nazca

12.-15.06.2019

Wir verabschieden uns nach neun Tagen Cusco von all unseren neu gewonnenen Freunden im Camping Quinta Lala. Noch einmal stürzen wir uns ins Getümmel der Stadt, denn wir wollen noch Briefe an unsere Enkel abschicken.

 

Dann geht es los! Zuerst geht die Strecke über unzählige Kurven von 3400m auf 1900m runter, nur um nach der Bachüberquerung wieder auf 4020m hochzusteigen. Zu sehen gibt es nicht viel Spektakuläres. Trockene Wiesen, überwachsene Berge, Büsche und Bäume und unzählige Lamas, Alpakas und Vicuñas.

 

Am zweiten Tag weitere 160 kurvige Kilometer rauf auf über 4200m und wieder runter. Wir übernachten bei einer verlassenen Fruchtkontrolle auf 3500m.

 

Am dritten Tag liegt der 4270m hohe Pass Abra Huashuccasa vor uns, denn ich mit dem Bike in Angriff nehme. Die dünne Luft macht mir nicht sehr zu schaffen, dafür liegt mir das Frühstück quer im Magen :o/

Jetzt bleiben wir immer auf ca. 4500m. Die Landschaft wird etwas interessanter. Baumlose senfgelbe Trockenwiesen und dazwischen immer wieder kleine Seen und interessante Steinformationen. Wir übernachten in einer Kiesgrube auf 4200m.

Heute die letzte Etappe unserer Ost-West-Überquerung. Nochmals ein Pass, den wir erklimmen müssen. Heute schwingt sich Röbä aufs Bike. Von 3170m geht es auf den 4390m hohen Pass Abra Condorcenca.

 

Unserem Camper stinkt das ewige Rauf und Runter und er verabschiedet sich in den Notlauf :o(

War wohl ein Pass zu viel. Jetzt geht das Wettrennen erst richtig los. Wer gewinnt die Passfahrt – Röbä oder der Camper? Ich fahre mit dem Camper mit 15km/h im ersten Gang rauf, dicht gefolgt von Röbä ;o) 

 

Rennen beendet – Camper hat trotz allen Widrigkeiten gewonnen. Zum Glück geht es jetzt runter nach Nazca und da kann unser Camper wieder aufatmen!  

Nazca

16.-21.06.2019

Wer Nazca besucht, möchte meistens die geheimnisvollen Linien und Figuren in der Wüste besichtigen, die von der Deutschen Maria Reiche entdeckt und über 40 Jahre untersucht wurden.

Auf einer Fläche von 750 Quadratkilometern sind über 1500 riesige Scharrbilder – Geoglyphen – zu sehen. Die wahre Bedeutung der bis zu 23km langen schnurgeraden Linien, geometrischen Figuren, Pflanzen, Tiere und Menschen ist bis heute nicht geklärt.

 

Vollständig lässt sich dieses Monument nur aus der Luft erfassen. Also heisst es für uns – Flugzeug besteigen und los geht’s.

Zu unserem Erstaunen sind diese Bilder aus der Luft sehr gut sichtbar. Zu schaffen macht uns vier Passagieren nur das ständige Kreisen und Kippen des Flugzeugs. Nach einer halben Stunde sind wir froh, dass der Spuck vorbei ist, denn uns allen ist speiübel :o))

Wir machen es uns auf der Hotel-Camping-Farm Wasipunko bei Doña Olivia für einige Tage gemütlich.

Sie hat sich mitten in der Wüste ein kleines Bijou erbaut. Eine grosse Fläche benutzt sie für den Anbau von Pisco-Trauben. Nebenbei wachsen hier aber auch viele verschiedene Pflanzen und Kakteen. Die zwei Pfaus und die vier Hunde kommen täglich zur Fütterung bei uns vorbei.

Nur faul rumsitzen geht aber auch nicht.

Mit José besuchen wir die Aquädukte von Cantallo und Ocangalla. Diese meist unterirdischen Aquädukte wurden von der Nazca-Kultur 200 v. Ch erbaut und sind heute noch zu einem Grossteil in Betrieb. Sie sichern die Wasserversorgung der umliegenden Felder und ermöglichen den Anbau verschiedener Pflanzen in dieser trockenen Region. Über spiralförmige Öffnungen können sie betreten werden. 

Auch hier ist nicht ganz geklärt, wozu diese Spiralen dienten und warum sie so nahe beieinender liegen. 

Auf der Rückfahrt zeigt uns José eine Kakteen-Farm für Früchte und eine für Cochinilla. 

Bevor wir gegen Norden Richtung Lima weiterziehen, besuchen wir die Nekropolis von Chauchilla.

Mit den Bikes zweigen wir von der Panamericana ab und fahren über ruppige und später sandige Strassen raus in die Wüste.

Die Gräber mit den Mumien stammen aus den Jahren 200 bis 800 n.Ch. Die Toten wurden sitzend in Baumwolltücher eingewickelt, mit Harz behandelt und in Gruben bestattet. Als Grabbeigaben wurde ihnen alles mitgegeben, was sie auf der Reise ins nächste Leben benötigten. Das sehr trockene Wüstenklima ermöglichte die Mumifizierung.