Hier sind wir oder waren wir vor kurzem

Aktuelle Ortszeit in Equador:

Letzter Newsletter für Blog-Update, 30. August 2019

Peru

Braun 2019   Blau 2018

Kuélap

Die monumentale Zitadelle – einst von den Chachapoya 500 bis 1500 n. Chr. bewohnt und 1843 wiederentdeckt - thront auf einem Hügel auf 3060müM, ist aber bequem mit einer Luftseilbahn erreichbar.

Die ovale Festung wird mit einer 20m hohen und imposanten Mauer umgeben. Im Innern befinden sich die Überreste von mehr als 400 Rundbauten, die mit Stroh bedeckt waren. Vieles muss noch ausgegraben werden, bevor diese Attraktion Machu Picchu Konkurrenz machen kann ;o)

Fahrt zur Grenze Perú - Ecuador

04.-14.08.2019

Schon seit zwei Tagen befinden wir uns im Randgebiet des peruanischen Amazonas. Auffällig sind die vielen Bromelien, die wuchernd ganze Bäume und Felswände überwachsen. Auch die Temperatur ist gestiegen und wir können wieder einmal ohne warme Jacken draussen sitzen.

Hier wird vor allem Reis angepflanzt und die vielen Kokospalmen lassen bei uns ein bisschen karibisches Feriengefühl aufkommen.

Heute ist einer unserer Glückstage! Schon seit längerem wissen wir, dass unsere „alten“ Freunde Regula und Jörg mit ihrem orangen VW-Bus auf dem Weg von Ecuador nach Perú sind. Genaues Planen und Abmachen für ein Treffen ist jedoch schwierig, da wir oft keine Internetverbindung haben.

1km vor der letzten Möglichkeit kommt uns tatsächlich ein oranges Gefährt entgegen – auf beiden Seiten grosse Freude :o))

Bis nach Piura sind es noch unspektakuläre 250km. Bei Gonzalo in seiner paradiesischen Oase finden wir inmitten von Hunden, Katzen und viel Gefieder ein gemütliches Plätzchen. 

Ein weiteres Kleinod entdecken wir kurz nach Los Organos.

In der Villa al Fé von Gustavo und Monika – eine peruanisch-schweizerische Familie - geniessen wir die Ruhe, die tolle Aussicht, das herrliche Frühstück und die Unterhaltung von Fabio. Er hat sich kurzfristig zum Spielen in unserem Camper einquartiert ;o))

Der letzte Camping in Perú liegt direkt am Sandstrand kurz vor der Grenze zu Ecuador in Caleta Cruz. Wir haben die ganze Beach für uns alleine – wunderbar!

Fazit Peru

Mit 2000km Länge und 1200km Breite ist Peru 31-mal grösser als die Schweiz und hat ca. 4-mal mehr Einwohner.

Hier findet man den tropischen Amazonas-Regenwald, die weiss-bedeckten Gipfel des Anden-Hochlandes und die trockenen Wüstengebiete an der Pazifikküste. Leider aber auch - entlang der Küste - sehr viel herumliegender Müll und Bauschutt, was einem nicht unbedingt zum Verweilen einlädt.

 

Der Süden des Landes hat uns sehr gefallen und wir haben die Zeit dort genossen. Hier haben wir unseren höchsten Berg – Chachani 6070m – bestiegen. 

 

Vom Norden – ausgenommen die Region um die Cordillera Blanca und Negra und dem Cañon del Pato – sind wir nicht so begeistert.

Auch ist Peru das erste Land Südamerikas, in dem wir uns nicht sonderlich sicher gefühlt haben. Nicht nur der Einbruch in unseren Camper, auch die vielen Berichte und Erzählungen von bewaffneten Überfällen auf Reisende haben wir bis hierher so noch nicht erlebt.

 

Wir haben in den 109 Tagen in Peru festgestellt, dass…. 

  • die Menschen zurückhaltend-freundlich sind, das erste Lächeln muss von dir kommen.
  • Touristen oft mehr bezahlen (Abzocke).
  • das Zahlen mit der Kreditkarte nur in Supermärkten und grossen Restaurants möglich ist, sonst eher schwierig.
  • wir den chilenischen Pisco dem peruanischen vorziehen.
  • es praktisch keine Gemüse-Konserven zu kaufen gibt.
  • Männer überall hinpinkeln - auch direkt vor Zuschauer.
  • Frauen setzten sich überall auf den Boden, breiten den Rock aus und erledigen ihr Geschäft.
  • sie beim Autofahren links abbiegen ohne zurückzuschauen  - aber immer mit der Hupe in der Hand fahren.
  • die Peruaner Kurven nicht fahren können – das bedeutet, es stehen viele Kreuze in den Kurven.
  • die Polizei sehr streng gegen Fahren ohne Licht vorgeht – speziell bei ausländischen Fahrzeugen.

Ecuador

Fahrt Zaruma - Loja - Cuenca

15.-25.08.2019

Heute Donnerstag verlassen wir Perú und reisen in Ecuador ein.

 

Für den ecuadorianischen Zöllner - Einfuhr der Fahrzeuge – ist Arbeitshaltung ein Fremdwort. Gähnend und in seinem Lehnstuhl hängend - er kann die Tastatur seines PCs kaum sehen – macht er sich im Schneckentempo daran, uns die Papiere auszufüllen, der weilen ich auf den Stockzähnen langsam auf hundert zähle :o/

Kurz nach der Grenze erreichen wir das Reserva Ecológica de Arenillas. Sehr freundlich werden wir von den Rangers willkommen geheissen. Wir können so lange bleiben, wie wir wollen und alles ist gratis – wow!

 

Zur Begrüssung kommt noch ein Fuchs vorbei um uns zu Beschnuppern. Auf den zwei ausgeschilderten Wanderwegen entdecken wir viele verschiedene Vögel, Eichhörnchen und – wir haben Glück - zwei Hirsche der eher selteneren Art. Leider war meine Kamera zu langsam! 

Zwei Nächte bleiben wir im Reservat und fahren dann weiter Richtung Zaruma – eine alte Goldgräberstadt.

Nach sechs Monaten Bolivien und Perú erwärmt die Freundlichkeit der Ecuadorianer unser Herz. Sie lachen, sie winken, sie sind geduldig im Strassenverkehr – kaum einer hupt – und sie sind hilfsbereit. Hier gefällt es uns sehr!

 

In Zaruma fühlen wir uns um hundert Jahre zurückversetzt. Die alten, bunt bemalten Holzhäuser zeugen vom längst vergangenen Goldgräberboom. Die Stadt sitzt auf einem durchlöcherten Untergrund, wie auf einem Emmentaler Käse. Gold bekommen wir dann aber trotzdem nicht zu sehen. 

20km nach Zaruma - am Río Ambacolas – entdecken wir den Balneario las Tilapias.

Auf die Frage, ob wir hier bleiben können, meint Melida mit einem breiten Lachen: „ Sicher, so lange wir wollen und es kostet nichts!“

Wir gehen zwar im kalten Flusswasser nicht baden, geniessen aber aus dem Trockenen die Natur und bleiben drei Nächte. Die Tilapia im Restaurant von Melida und ihrem Mann schmeckt herrlich!

Die letzten 140km bis nach Loja „schnegglen“ wir wieder einmal über eine Naturstrasse. Sie ist gut im Schuss aber mehr als 25km/h liegen trotzdem nicht drin.

Da es in Loja keinen Camping hat, geht die mühsame Suche nach einem sicheren Platz los. Überall Parkverbot oder blaue Zone, einzig beim Parque Jipiro/Freizeitpark dürfen wir stehen.

Am Abend gesellen sich noch mehrere Laster zu uns – hinten drin Matratzen und unzählige Familienmitglieder. Es regnet und es ist trüb und grau.

 

Heute Dienstag trotzen wir dem Regen und marschieren los, die Stadt zu entdecken. 

Überall wir abgesperrt, geschmückt und aufgeräumt.

Wir erfahren, dass heute Abend die Prozession der Virgin del Cisne erwartet wird. Jedes Jahr - 20. August - wird die Statue 70km vom Dorf Cisne nach Loja getragen, wo sie bis zum 1. November in der Kathedrale bleibt. Zu diesem Ereignis strömen die Menschen aus allen Provinzen und den benachbarten Ländern herbei.

Das wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Überall riesige Menschenmengen. Alles wartet auf das Eintreffen der Virgin del Cisne und sogar das Wetter macht mit – es hat aufgehört zu regnen.

Im grossen Militärgeleit umringt von Menschen wird die Statue durch die Stadt zur Kathedrale getragen. Die Menschen am Strassenrand beten, weinen, freuen und bekreuzigen sich. Wir sind beindruckt von dieser geballten Masse an tief gläubigen  Menschen.  

Heute Mittwoch ist Abfahrt nach Cuneca.

Doch Röbä entdeckt vorne einen platten Reifen. Da unsere Vorderreifen schon etwas abgelaufen sind und wir ja immer wieder auf Naturstrassen ausweichen, gibt’s neue Finken für den Camper. Zu unserer Überraschung steckt ein ca. 6cm langer Nagel im Reifen.

Wo wir den wohl wieder her haben??

In den Anden auf 2560m liegt die drittgrösste Stadt Ecuadors. Die drei blauen Kuppeln der Kathedrale leuchten uns aus dem Nebel verhangenen Cuenca entgegen. Die kopfsteingepflasterten Strassen der Altstadt/UNESCO sind noch Relikte aus der Kolonialzeit.

Nach einem Stadtrundgang besuchen wir das Panama-Hut-Museum, in dem die Arbeitsgänge der traditionellen Strohhuterstellung erklärt und gezeigt werden. Hier finden wir heraus, dass der Panamahut aus Ecuador und nicht aus Panama stammt. (Siehe Dies und das)

Bei Humberto quartieren wir uns für die nächsten fünf Nächte ein und feiern hier unseren Reisebeginn vor drei Jahren.

Nationalpark Cajas

26./27. 08.2019

Der 28ha grosse Nationalpark mit 230 Lagunen liegt oberhalb 3000m. Dieses eindrückliche Gebiet wurde durch Gletscher geformt. Die einzelnen Lagunen sind z.T. durch gewaltige Höhenzüge voneinander getrennt.

 

Wir fahren zur Laguna Llaviuco, wo wir in der Nähe der Rangerstation übernachten dürfen. Bevor es aber ins Bett geht, umrunden wir noch den See – trotz grauem und regnerischem Wetter. Im umliegenden Nebelwald sind alle Bäume und Sträucher mit Moos und Bromelien bewachsen. 

Nach einer ruhigen Nacht verabschieden wir uns von den Rangern und fahren zur Laguna Toreadora auf 3960m. Auch diese etwas grössere Laguna umwandern wir in zwei Stunden und entdecken dabei viele Pflanzen, die wir noch nie vorher gesehen haben. Zum Glück hat sich das Wetter etwas beruhigt und es regnet nicht mehr.

Reserva Ecológica Manglares Churute

Da wir nicht akklimatisiert sind, möchten wir nicht bei der Laguna Toreadora übernachten und entschliessen uns am Nachmittag ins Tiefland runter zu  fahren. Doch zuerst müssen wir noch den Pass Tres Cruzes 4120m überqueren. Ab jetzt geht es praktisch ohne Kurven runter auf Meereshöhe.

  

In 1 3/4 Std einen Höhenunterschied von 4120m überwinden – das gab es bis jetzt noch nicht. Mit heissen Bremsen und rauschenden Ohren kommen wir unten in der Rangerstation Reserva Ecológica Manglares Churute an. 

Heute Mittwoch unternehmen wir mit unserem Guide Simon eine Bootsfahrt in die Mangroven des Río Churute. Auf der Fahrt zum Fluss entdecken wir auf den Feldern der Bauern verschiedene, uns nicht bekannte Früchte. Verfolgt von tausenden von Mücken marschieren wir zum Fluss.

Mit einem Langboot gleiten wir langsam den Mangroven entlang und beobachten die verschiedenen Vogelarten, die rechts und links des Flusses leben und brüten.

Das plötzlich von uns aufgeschreckte Krokodil im Uferschlamm gleitet ins Wasser und beobachtet uns jetzt von unten. 

Anschliessend durchwandern wir einen Trocken-Dschungel, wo uns eine Gruppe Heuler-Affen begrüsst.

Minifrösche – 1cm lang, Taranteln, die sich in Baumhöhlen verstecken, eine aufgeschreckte Nasenbär-Familie und eine schwarze Schlange kreuzen unseren Weg.. 

Als Abschluss des heutigen Tages statten wir einer Kakaofarm einen Besuch ab und Simon gibt uns eine Einführung in den Kakao-Anbau und die Herstellung von Schokolade. (Siehe Dies und das)