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Aktuelle Ortszeit in Belize:

Letzter Blog-Update und Newsletter:  23. Oktober 2021

Guatemala (05. September - 08. Oktober 2021)

Livingston

35km Luftlinie von unserem Standort San Felipe de Lara entfernt - und nur auf dem Wasserweg erreichbar - liegt direkt an der Karibik die Kleinstadt Livingston.

Zusammen mit drei Touristinnen aus Bogota/Kolumbien lassen wir uns von Eldin auf dem Río Dulce zum Atlantik schippern. Am Ufer stehen prächtige Wochenend-Villen mit den davor vertäuten Yachten. Nur reiche Guatemalteken aus der Stadt und Drogen-Barone können sich sowas leisten - meint unser Bootsführer Eldin - und zeigt uns in den Nebenarmen des Flusses die Hütten der Einheimischen.

Nach zwei Stunden - mit ein paar Abstechern in verschiedene Buchten - erreichen wir Livingston mit ca. 74‘000 Einwohnern.

In Livingston lebt eine der vielen ethnischen Bevölkerungsgruppen Guatemalas, die Garifuna. Diese Menschen gingen aus der Vereinigung ehemaliger Sklaven aus Westafrika und indigenen Kariben von der Insel St. Vincent hervor und wurden nach der britischen Machtübernahme (1797) hierher vertrieben.

 

Philip - ein stolzer Garifuna mit Mütze und Rastazöpfen - führt uns durch seinen Stadtteil. Viele der früheren bunt bemalten Holzhütten sind heute leider durch kahle graue Zementsteinbauten ersetzt worden. Menschen sehen wir nicht viele, wir hören nur das Schreien der zahlreichen Kinder und die nachbarschaftlichen Zurufe über die Gassen. Am Schluss der Führung lassen wir uns im Restaurant 'Las Tres Garifunas‘ typische Garifuna-Spezialitäten schmecken. 

 

Auch die Kechí Mayas suchten hier während des Guatemaltekischen Bürgerkrieges (1960 -1996) Zuflucht vor den Gräueltaten der Regierungstruppen. Da die Kechí viel geschäftstüchtiger sind, haben diese inzwischen die Garifuna völlig aus dem Geschäftsleben von Livingston verdrängt. 

Fahrt in den Norden Guatemalas

23.09.-04.10.2021

Ausgeruht und bereit für die nächste Etappe - geht es nun Richtung Petén, in den nördlichsten Bezirk von Guatemala. Die Strasse ist löchrig und wenn’s mal keine Löcher gibt, dann lauern die kaum sichtbaren Túmulos/Strassenschwellen auf ahnungslose Camper-Fahrer.

An der Grenze zu Petén passieren wir eine Fruchtkontrolle. Der Beamte wirft einen Blick in den Kühlschrank – keine Früchte, alles okay!! 

Auf halber Strecke zum Lago Petén Itzá biegen wir ab zur Finca Ixobel. Da Röbä wieder mehrere Zoom-Meetings mit der von ihm unterstützten Guatemaltekischen Firma geplant hat, bleiben wir fünf Tage hier, arbeiten, gehen wandern und geniessen das Nichtstun.

Alles erledigt - noch 60km bis Flores. Nach meinen Vorstellungen müsste sich jetzt die Landschaft langsam in einen Dschungel verwandeln, den Tikal - die berühmten Maya-Ruinen - sollen im grössten Urwald Mittelamerikas liegen.

Aber weit und breit kein Dschungel. Stattdessen abgeholzte, hügelige Landschaft, Cowboys auf Pferden und der Geruch von Kühen, der sich sogar in unseren fahrenden Camper verirrt. So kann man sich irren!

Lago Petén Itzá - Flores - El Remate

Auf der kleinen Insel San Andrés, im smaragdgrünen Lago Petén Itzá liegt der beliebte Touristenort Flores, durch einen 200m langen Damm mit Santa Elena auf dem Festland verbunden.

Hier nehmen wir Quartier auf einem grossen Parkplatz - mit dem Segen der Polizei. Zu Fuss machen wir uns auf, Flores auf der schönen Promenade zu umrunden. Die Strasse säumen bunte Hotels und Restaurants und es macht den Anschein, dass hier ausserhalb der Pandemie ganz schön was los ist. Zur Zeit aber ist es ruhig und Flores macht eher einen verschlafenen Eindruck. 

Dem See entlang geht es ostwärts nach El Remate, wo wir eine Nacht am Ufer verbringen. 

Die antike Maya-Stadt Tikal

05.-07.10.21

Heute Dienstag fahren wir zur antiken Maya-Stadt Tikal. 17km vor Tikal passieren wir das Eingangstor zum Park. Hier kaufen wir unsere Eintritts-Billette und heuern einen Führer für morgen an. Wir bekommen noch einen Zettel mit unserer Abfahrtszeit in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, dass so unsere maximal Geschwindigkeit überwacht wird!

Nach dem Tor beginnt endlich der seit längerem erwartete Urwald. Trotz guter Strasse dürfen wir hier nur mit 45km/h unterwegs sein. Es könnte ja sein, dass ein Jaguar die Strasse überqueren möchte!

 

Neben der Maya-Stadt gibt es zwei Restaurants und drei Campingplätze, jedoch kaum Touristen. Wir verbringen den Abend mit Tier- und Vogel-Beobachtungen und lauschen den verschiedensten Stimmen aus dem Urwald.

Tikal war eine der grössten Städte des Maya-Reiches und bedeckt eine Fläche von ca. 65km2 mit über 3000 Bauten, von denen viele nun nicht mehr ausgegraben werden dürfen (UNESCO Weltkultur-Erbe). Vom 3. bis zum 9. Jh. wurden zahlreiche Tempelpyramiden, Stelen und Paläste errichtet, schwächere Nachbarstaaten unterworfen und das eigene Gebiet erweitert. Im 9 Jh. schwand jedoch die Mach von Tikal, die Bautätigkeit hörte auf und Tikal wurde aufgrund von längeren Trockenperioden von den Mayas verlassen. 

 

Mit Juan - unserem Führer - marschieren wir in fünf Stunden von Tempel zu Palast zu Tempel und lassen gar nichts aus. Wir sind beeindruckt, dass hier viele der Tempelpyramiden noch bestiegen werden dürfen. Der Blick über die Wipfel des Dschungels vom höchsten - 65m hohen - Tempel ist unbeschreiblich. Mehrere Tempelspitzen ragen in der Ferne aus den Baumkronen. Hier könnten wir noch lange sitzen, aber unser Führer wartet am Fuss der Pyramide! 

Unser Rundgang endet an der Gran Plaza, dem zeremoniellen Kern Tikals.  

Fazit Guatemala

Guatemala ist das westlichste Land Mittelamerikas, 2.5-mal grösser als die Schweiz und hat mit 17 Mio. doppelt so viele Einwohnern. Der Norden ist bekannt für eindrückliche Ruinen antiker Maya-Städte. In der Landesmitte erstreckt sich das Hochland mit 34 Vulkanen. Die Strände der Pazifik- wie auch die der Atlantik-Küste sind mit dunklem Sand bedeckt. Neben Spanisch werden in Guatemala 53 verschiedene indigene Sprachen gesprochen.

 

In den 33 Tagen in Guatemala haben wir festgestellt, dass….

 

  • die Menschen in Guatemala eher abwartend freundlich sind
  • ihre Hauptstadt - Guatemala City - grosszügig ausgelegt ist, ein internationales Flair ausstrahlt und unglaublich viel Strassenverkehr aufweist
  • diese Verkehrsteilnehmer ungeduldige Menschen sind und das Wort 'warten' nicht in ihrem Wortschatz vorhanden ist
  • man in den Städten meistens mit Kreditkarte bezahlen kann, auf dem Lande eher selten
  • an den Überland-Strassen oft unzählige Verkaufs-Hütten eng beieinander stehen - und alle die gleichen Produkte verkaufen 
  • viele der indigenen Frauen noch ihre traditionell bunten Kleider tragen
  • das Land eine geringe Telefon- und Internet-Abdeckung besitzt
  • die öffentliche Trinkwasserversorgung oft nur in grösseren Orten vorhanden ist
  • die Guatemalteken behaupten, sie leben an einem sicheren Ort, sich aber einmauern und ihr Hab und Gut mit Stacheldraht und unzähligen Türschlössern schützen
  • es in den einfachen Dörfern viele Hunde gibt - oft in einem miserablen gesundheitlichen Zustand 

Typisches Essen, typische Getränke - Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala

  1. Nationalbiere Nicaraguas
  2. Mamón - bitter-süsse Frucht mit einem grossen Kern in der Mitte und schleimigem Fruchtfleisch
  3. Rum Flor de Caña - wird in der Rumhauptstadt Chichigalpa Nicaragua hergestellt - der meistprämierte Rum der Welt
  4. Nationalbiere Honduras
  5. Baleada - traditioneller Snack in Honduras, bestehend aus einer Tortilla, belegt mit Bohnenmus, Rührei oder Fleisch, zerbröckeltem Käse und viel Butter
  6. Aguardiente Yuscarán - einer der beliebtesten Schnäpse in Honduras
  7. Montuca Hondura - Mais mit Fleisch und Zwiebeln in Bananenblatt eingewickelt und gekocht
  8. Nationalbiere El Salvador
  9. Nuegados de Yuca - Frittierte Yucabällchen mit viel Zuckersirup
  10. Enredos de Yuca - Geraffelte Yuca frittiert
  11. Chocolate criollo - Schockolade-Getränk: Tablette aus Zucker, Kakao und Zimt mit heissem Wasser anrühren
  12. Pupusa - Nationalspeise El Salvadors....
  13. ....weisser Mais wird mit wenig Wasser gemahlen, Teigtaschen mit Bohnenmus, Käse, Fleisch, etc. gefüllt und gebraten (ähnlich wie Baleada)
  14. Nationalbiere Guatemalas
  15. Loroco Blume - ein wichtiger Nahrungszusatz in El Salvador und Guatemala - wird in Suppen und Fleischsaucen und in Pupusas verwendet
  16. Quesadilla de Arroz/Käse-Reiskuchen - aus Reismehl, Käse, Eiern und Sahne - wird im Butterpapier verkauft (fällt sonst auseinander) ;o)
  17. Machuca - Spezialität der Garifunas - Kokosnusssuppe mit Fisch und Bananenknödel
  18. Quezalteca - Guatemaltekischer Frucht-Likör 
  19. Mais-Tortillas - dürfen in Guatemala bei keinem Essen fehlen

Belize (08. - 25. Oktober 2021)

Grenzübertritt Belize

Laut Internet sollen die Land-Grenzen nach Belize seit Juni 2021 wieder offen sein. Alles was man vorweisen müsse, sei eine Reservation von drei Nächte in einem Hotel mit Gold Standard oder den Besuch bei Verwandten oder Freunden. Da wir in der Hauptstadt Belmopan bei einem ehemaligen Overlander eine Gel-Batterie kaufen wollen, betrachten wir in als 'Amigo' - das müsste funktionieren. Wir nähern uns der Grenze....

Guatemala hat uns schnell verabschiedet und nun stehen wir an der gleissenden Sonne vor den geschlossenen Toren Belizes. Eine kilometerlange Lastwagenkolonne schiebt sich langsam aber unaufhörlich über die Grenze. Touristen hat es praktisch keine und unser Camper ist das einzige ausländische Fahrzeug. 

 

Am Grenz-Tor erfahren wir, dass Besuche bei 'Amigos' nicht möglich sind und wir eine Reservation für die ersten drei Nächte in Belize benötigen. Na super, jetzt wo wir nur noch eine schwache Internetverbindung haben!

 

Nach langem Hin und Her erbarmt sich ein Taxifahrer und beginnt zu telefonieren.

Beim Warten entdecke ich ein Plakat mit Infos, was man nicht über die Grenze nehmen darf. Kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Feuerwerk und - sehr speziell - keine Süssgetränke oder Soda-Wasser. Von Fleisch, Gemüse, Früchten und Milchprodukten steht nichts??!! Ich düse zurück zum Camper und verstecke auch noch unseren Whiskey, Gin und die wenigen Limonadeflaschen.

Endlich haben wir die Hotel-Reservation im Sack. Jetzt müsste der Camper durch die Desinfektion. Leider macht Belize jetzt aber Mittagspause und für eine Stunde läuft gar nichts mehr - wir und die Lastwagen warten, bis die Beamten gespiesen haben. 

Wer in Belize einreisen will, muss einen Antigentest direkt an der Grenze machen - Kosten 50 US$/Person.

Impfungen oder Test-Zertifikate werden nicht akzeptiert! An einem kioskartigen Stand wird uns das Stäbchen gerade mal 2cm in die Nase gesteckt, dreimal gedreht und fertig - wir sind virusfrei.

Weiter geht's zur Dame im Glaskasten - Einwanderungsbehörde. Sie will unsere Reservation sehen, fragt uns nach der Länge unseres Aufenthalts - 30 Tage, mehr gibt’s nicht - stempelt den Pass, kribbelt etwas auf den Stempel, fertig. Zu unserem Erstaunen und unserer Enttäuschung hat sie uns genau 10 Tage Zeit gegeben, das Land zu durchfahren. Von diesen 10 Tagen müssen wir die ersten drei im Hotel absitzen!! Den einzigen Kommentar den wir ihr entlocken können, das reiche um Belize zu durchqueren und hätten wir die ganze Reise minutiös geplant und gebucht gehabt, hätte es mehr Zeit gegeben - herzlichen Dank Belize - diese Informationen stehen nicht im Internet und wurden uns auch nicht vor den Grenz-Toren gegeben.

 

Der Herr am Zoll für die Einfuhr des Campers hat Erbarmen und versucht nochmals die herzlose Dame am Schalter umzustimmen - vergeblich. Dafür erhält unser Camper jetzt 30 Tage. Er gibt uns die Telefonnummer der Direktorin der Einwanderungsbehörde in der Hauptstadt Belmopan und meint, wir sollten am Montag da nochmals vorsprechen.

 

Als letzte Amtshandlung wird der Camper besichtigt. Ich hoffe, die Flaschen sind gut versteckt - doch alles was der Beamte wissen will ist: 'Haben sie Früchte und Gemüse dabei?' 

San Ignacio - Belmopan

08.-13.10.2021

Nach der Grenze müssen wir wieder unseren leeren Kühlschrank auffüllen. Kaum zu glauben aber das Angebot in den Supermärkten ist minimal. Es gibt keine Butter, kaum Früchte und Gemüse, nur gefrorenes Fleisch und alles sehr teuer!!

In San Ignacio begeben wir uns in die - von Belize auferlegte - 3-tägige 'Hotelhaft'. Wir machen das Beste draus und frönen dem Nichtstun. Das himmlische Chicken-Curry im Hotel-Restaurant stimmt uns auch wieder etwas milder ;o)

Haft vorbei - heute geht’s in die Hauptstadt Belmopan - wir haben gehört, dass Belize inzwischen auch Touristen impft.

 

Wir fragen uns durch und tatsächlich - uns stehen sogar vier Impfstoffe zur Verfügung - AstraZeneca, Sputnik, Pfizer und Janssen. Wir entscheiden uns für die einmalige Janssen-Spritze und 30 Minuten später sind wir geimpft - gratis. Jeder von uns bekommt sogar noch zehn Tabletten Ibuprofen gegen mögliche Nebenwirkungen. Vielleicht wird sich nun endlich zeigen, welche Verschwörungs-Theorien der Wahrheit entsprechen ;o))

 

Nun versuchen wir unser Glück bei der Einwanderungs-Behörde. Hier müssen wir bereits zum ersten Mal die Impfausweise zücken, denn ohne gibt’s keinen Zutritt in öffentliche Institutionen!

Die unfreundlichen Damen im Amt sind nicht begeistert von unserem Verlängerungs-Wunsch - aber schlussendlich kritzelt die Direktorin handschriftlich eine Visa-Verlängerung um 20 Tage in den Pass - Ziel erreicht!

 

Die anschliessende Rundfahrt durch die Hauptstadt von Belmopan bringt keine Sehenswürdigkeiten ans Tageslicht und so fahren wir zu einem Übernachtungsplatz am Ortsrand.

Belize City

13.-15.10.2021

Von Belmopan bis Belize City an die Karibikküste sind es gerade mal 80km. Es ist heiss und feucht - 31°C - und wir geniessen den kühlenden Fahrtwind. Für unseren Geschmack fehlen den Menschen schattenspendende Bäume, aber für den Hausbau wird als erstes alles Grünzeug entfernt. Zwanzig Jahre später hat's dann wieder  Schatten!!

 

Die Einfahrt in Belize City ist speziell, führt die Strasse doch mitten durch den Friedhof :o)

An der Küstenstrasse finden wir in Obhut des Radisson Hotels unseren Schlaf-Parkplatz für die nächsten zwei Nächte.

Jetzt geht es zu Fuss in die Stadt. Belize City war bis 1970 die Hauptstadt des Landes. Als 1961 der Hurrikan Hattie die Stadt fast vollständig zerstörte, begann man mit dem Bau der neuen Hauptstadt im Landesinnern. 1975 wurde der Regierungssitz ins neu errichtete Belmopan verlegt.

 

Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht und für die Touristen ist Belize City meistens nur ein Umsteigeplatz vom internationalen Flughafen auf ein Boot um zum Barrier Riff zu gelangen.

 

Die Swing Bridge von 1923 ist der Dreh- und Angelpunkt der Stadt. Sie soll noch die einzige, handbetriebene Drehbrücke der Welt sein. Ob sie wirklich noch funktioniert??

Einmal die Einkaufsstrasse rauf und runter, wenn möglich immer dem Schatten entlang, denn die Nachmittagshitze ist fast unerträglich. Zwischen den einst nach dem Hurrikan neu erbauten und inzwischen schon wieder in die Jahre gekommenen Gebäuden entdecken wir das eine oder andere Bijou. Auf der gegenüberliegenden Flussseite steht der Leuchtturm, der als Grabstein für den Mentor dieser Stadt - Baron Henry Edward Ernest Victor Bliss - 1885 errichtet wurde. 

Caye Caulker – San Pedro/Caye Ambergris

Lange haben wir hin und her überlegt, ob überhaupt, wie lange und auf welche Insel wir fahren sollen. Schlussendlich haben wir uns für einen Tagesausflug zur Insel Caye Caulker entschieden.

 

Die Nacht vor den Hotelmauern des Radisson war ruhig, eine kühle Meeresbrise zusammen mit unseren Ventilatoren hat uns gut schlafen lassen.

 

Wir sind schon früh auf, denn um 08.00Uhr geht unser Boot. Auf ruhigem Wasser in rasanter Fahrt gleiten wir in 45Min. zur Insel.

Ein ruhiges Flecklein Erde! Angenehme Reggae-Musik empfängt uns, wenig Touristen, keine Autos nur ein paar wenige Golf-Carts, die Strassen bestehen aus gepresstem weissem Sand, bunte Strandbars und Restaurants mit Hängematten unter Palmen laden zum Verweilen ein. Es scheint ein absolutes Paradies zu sein - wenn da nicht die braunen Algen am Strand lägen und die ersten Meter zum blauen Wasser versperren würden. Am meisten stört uns aber der fast unerträgliche Geruch von faulen Eiern, der über der Insel schwebt - obwohl weit und breit kein Vulkan in der Nähe ist!!

Kurz entschlossen nehmen wir ein Wassertaxi nach San Pedro auf der nördlich gelegenen Halbinsel Caye Ambergris. Vielleicht haben wir ja da mehr Glück. Jedenfalls das klare blaue Wasser verspricht einiges!

Ja, es gibt ein paar Unterschiede. Hier riecht es nicht mehr nach faulen Eiern, dafür ist der Ort dermassen vollgestopft mit Benzin betriebenen Golf-Carts, dass man aufpassen muss, nicht überfahren zu werden. Wie das ohne Pandemie und in der Hochsaison hier zu und her geht, wollen wir uns gar nicht vorstellen!!!

Auf der Suche nach einem schönen gemütlichen Restaurant, latschen wir an der heissen Mittagssonne durch die gepflasterten Strassen und atmen den Benzingeruch dieser kleinen Ungetüme ein.

 

Alles in allem sind wir etwas enttäuscht von diesen beiden Inseln, aber auch überglücklich, dass wir nur einen Tagesausflug unternommen haben. Mitte Nachmittag haben wir genug gesehen und nehmen das letzte Wassertaxi zurück nach Belize City.

Altún Ha

Der Maya-Tempel, der auf jeder Etikette von Belikin-Bier abgebildet ist, steht in Altún Ha.

Nach 44km guter Asphalt-Strasse erreichen wir die Maya-Stätte kurz vor der Mittagszeit. Wir haben die Anlage für uns ganz alleine. Die Stätte besteht aus zwei Hauptplätzen mit mehreren Gebäuden und Tempelpyramiden. Auch hier darf man alle restaurierten Bauwerke besteigen. 

Heiss und durstig kühlen wir uns bei Keith mit eiskaltem Kokosnusswasser ab. Er erzählt uns von seinen drei Frauen und zehn Kindern und führt uns stolz durch seinen Garten.

Crooked Tree Vogelschutzgebiet

15.-21.10.2021

Ein paar Tage ausspannen, spazieren und biken. Das Crooked Tree Vogelschutzgebiet ist eine grosse Lagunen-Landschaft, wo Tiere wie z.B. Kaimane oder Schildkröten und 276 Arten von Vögel beobachtet werden können. Der Park-Ranger macht uns aber darauf aufmerksam, dass einzelne Pfade mangels Besucher/Covid im letzten Jahr nicht gepflegt wurden und somit schwierig zugänglich sind. Für eine Bike-Tour über die befahrenen glitschig lehmigen Wege reicht es aber trotzdem ;o)

Nach zwei Tagen schlägt das Wetter leider um und heftige Regenschauer mit starken Windböen ziehen über uns hinweg. Stühle rein, Stühle raus - so geht es den ganzen Tag.

Am Abend beim Eindunkeln dann die ultimative Windböe, die unser Sonnendach innerhalb einer Sekunde aus der Verankerung reisst und auf’s Camperdach schmeisst. Nichts mit Ausruhen - Arbeit wartet auf uns!!

Orange Walk

21.-25.10.2021

Es regnet seit vier Tagen fast ununterbrochen. Wir verlassen die Lagune von Crooked Tree, bevor der Damm mit Wasser bedeckt ist und wir feststecken.

Die letzten vier Tage vor unserem Grenzübertritt nach Mexiko verbringen wir in Orange Walk und hoffen, dass wir von hier aus noch eine Bootsfahrt zu den Maya-Ruinen Lamanai unternehmen können, sobald die Sonne wieder scheint. 

Aber zuerst heisst es jetzt Sonnenstore reparieren. Das Schweissen der gebrochenen Aluminium-Teile in einer Menoniten- und später in einer Chinesen-Werkstatt bringen die erhoffte Montage-Festigkeit. Die restlichen Reparaturen und die Endmontage der reparierten Store erledigen wir am New River in eigener Regie - hoffen wir, dass das Ganze hält, bis wir neue Teile beschaffen können.

Leider bleibt uns ein Besuch der Maya-Ruine Lamanai verwehrt. Nur mit zwei Touristen will kein Anbieter die ca. 45km lange Bootstour unternehmen. Schade!!

Fazit Belize

Belize ist mit 23‘000km² etwa halb so gross wie die Schweiz. Das Land, das bis zur Unabhängigkeit 1981 British Honduras hiess, ist der einzige mittelamerikanische Staat, in dem Englisch die Amtssprache ist. Die meist dunkelhäutigen Menschen der ca. 400‘000 Einwohner sind häufig Mestizen - Mischung aus Maya und Weissen - oder Kreolen - Mischung aus Afrikaner und Weissen. Das vorgelagerte Barrier-Riff in der Karibik und die Maya-Ruinen sind die Touristenmagnete dieses Landes. 

 

In den 18 Tagen in Belize haben wir festgestellt, dass…. 

  • das Land gut organisiert und die Regeldichte hoch ist 
  • hier noch in yards, inches, miles oder pounds gemessen wird
  • hauptsächlich Kreol, Englisch und Spanisch gesprochen werden
  • der Belize-Dollar fix an den US-Dollar gebunden ist (2:1)
  • die Menschen locker drauf sind und immer für ein Schwätzchen zu haben sind
  • die Supermärkte fest in Chinesischer Hand sind und nur gefrorenes Fleisch verkaufen
  • das Essen vielfältiger als im restlichen Mittelamerika ist (indisch, englisch, chinesisch)
  • frische Früchte und frisches Gemüse eher schwierig zu bekommen und teuer sind
  • die Kirchendichte von verschiedensten Glaubensgemeinschaften sehr hoch ist
  • es einfach und gratis ist, sich als Tourist gegen Covid impfen zu lassen
  • das Land nur wenige Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hat
  • die Grenzformalitäten zurzeit sehr kompliziert sind

Hasta luego Centroamérica

Nach insgesamt 277 Tagen verlassen wir mit unserem Camper Mittelamerika in Richtung Nordamerika bzw. Mexiko. In dieser Zeit haben wir Panamá, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala und Belize bereist.

 

Obwohl Mittelamerika für uns wenig Neues oder Interessantes zu bieten hatte, erinnern wir uns gerne zurück an

 

…. die Gastfreundschaft unserer panamaischen Familie und Freunde …. die imposanten Schleusen des Panama-Kanals …. die Fürsorglichkeit des Militärs auf unserer Fahrt ins Darién …. unsere Tage im interessanten Casco Viejo von Panamá …. die kilometerlangen und menschenleeren Sandstrände von Panamá …. die grosse Pflanzen-Vielfalt und die unglaubliche Anzahl an Vögeln, Affen und Faultieren in Costa Rica …. das leuchtende Blau des Rio Celeste in Costa Rica …. den Blick ins glühende Erdinnere auf dem Vulkan Masaya in Nicaragua …. die historischen Kolonial-Städte in Nicaragua (Granada, León) und Guatemala (Antigua) …. die eindrücklichen Maya-Ruinen in Honduras (Copán), Guatemala (Tikal) und Belize (Altún Ha) …. das fulminante Feuerspeien des Vulkan Fuego …. Reis, Bohnen und Kochbananen .... die unbürokratische Impfmöglichkeit in Belize …. die Herzlichkeit einzelner, die Friedlichkeit vieler Menschen

 

Auch unsere Geduld und unser Verständnis wurde öfters auf die Probe gestellt, sei es wegen

 

…. den nervenaufreibenden, pandemiebedingten Erschwernissen bei Grenzübertritten …. der feuchten Hitze …. den riesigen Flächen abgeholzter Wälder und das nicht mehr Vorhandensein von Wild-Tieren (Ausnahme – Costa Rica) …. der schwachen Telefon- und Internet-Abdeckung (ausser PA und CR) .... dem weit verbreiteten Betteln in Honduras, Guatemala und Belize …. der Apathie vieler Bewohner an den karibischen Küsten (tun, nicht jammern)

 

Interessant war‘s trotzdem - uns bleiben einige unvergessliche Eindrücke und Erinnerungen.

Weiter geht's in Nordamerika/Mexiko