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Letzter Blog-Update, 29. September 2018

Brasilien

Belém - das Tor zum Amazonas

21./22.08.2018
Belém liegt 145 km vom Atlantik entfernt im südlichen Delta des Amazonas. Für uns endet hier die 20-tägige Tour durch das Amazonasgebiet. Gleichzeitig feiern wir den 2. Jahrestag unseres Unterwegssein in Südamerika - 43‘000 km Strasse, 13‘000 km Meer & Fluss.

  

Wie Manaus wurde Belém Ende des 19. Jahrhunderts reich durch den Kautschuk-Anbau. Doch mittlerweile nagt auch hier der Zahn der Zeit an vielen der einstigen Prachtbauten. 

Ein Zeuge dieser Glanzzeit ist das 1869 erbaute Teatro da Paz, das Platz für 1000 Zuschauer bietet und dem Teatro in Manaus sehr ähnlich ist.

Wir besuchen den Parque Mangal das Garças und geniessen vom Aussichtsturm den Blick über Belém.

Ein Höhepunkt unseres Besuchs in Belém ist der kürzlich restaurierte alte Verladehafen mit dem anschliessenden Markt Ver-o-Peso/Schau aufs Gewicht.

Auf diesem Markt gibt es für uns viel Neues und Interessantes zu bestaunen.

Alcântara – São Luís

25.-26.08.2018
Alcântara - die Schwesterstadt von São Luís - ist ein altes verschlafenes Kolonialstädtchen. Hier wohnten im 17. - 19. Jh. vor allem die weissen Besitzer der Zuckerrohr- und Baumwollplantagen.

Nach einem kurzen Besuch setzen wir mit der Fähre über zur Inselstadt São Luís.

 

São Luís wurde 1612 von den Franzosen gegründet. Doch schon drei Jahre später übernahmen die Portugiesen die Macht und vertrieben die Franzosen.

 

Für die Arbeit auf den Plantagen sind Afrikaner hierher verschleppt und auf dem Sklavenmarkt verkauft worden. Mit dem Anbau von Zucker und Baumwolle durch diese billigen Arbeitskräfte wurde São Luís reich. Nach der Ächtung und dem endgültigen Verbot der Sklaverei war es jedoch Ende des 19. Jh. vorbei mit dieser Herrlichkeit.

 

Die inzwischen verfallenen Gebäude aus dieser Zeit werden seit 1980 langsam restauriert. Heute gehört die Altstadt von São Luís zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Heute Sonntag ist Fiesta in der Altstadt. Es gibt zahlreiche Stände mit Handarbeiten und lokalen Spezialitäten. Neben moderner Big Band-Musik der Militärkapelle haben wir das Glück auch traditionelle Musik- und Tanzaufführungen mitzuerleben.

Parque National Lençóis Maranhenses

28.-30.08.2018

Nach 370 km und unzähligen Lombadas/Strassenschwellen erreichen wir müde Barreirinhas – der Zugangsort zum Nationalpark Lençóis. Diese grosse Dünenlandschaft mit schneeweissem Sand liegt direkt am Atlantik. Es wimmelt von Tour-Anbietern und wir werden schon bei der Stadt-Einfahrt von Raffael abgefangen.

Da er eine Bleibe für uns und den Camper hat, buchen wir bei ihm einen Ausflug in den Park für den nächsten Tag. 

 

Mit einem Geländewagen fahren wir durch die weisse Landschaft. Dazwischen liegen sanft eingebettet grössere und kleinere grünblaue Seen. Ab und zu gönnen wir uns eine Abkühlung vom heissen Fahrtwind.

Wir bleiben eine Nacht in Atins – ein kleiner Ort, eingeklemmt zwischen den weissen Dünen.

Wir stapfen durch den knöcheltiefen Sand zur Strandbar, schauen den Kite-Surfern zu und geniessen einen gut gestopften Caipirinha.

  

Am Mittwoch morgen erscheint zur vereinbarten Zeit ein Quad-Taxi und setzt uns irgendwo am leeren Strand ab. Unsere Fahrerin beteuert, dass uns hier ein  Boot abholen wird. Wir trauen der Sache nicht ganz, aber was können wir tun ausser hoffen?

Doch - oh Wunder – diesmal sind die Brasilianer pünktlich und uns fällt ein Stein vom Herzen :o))

Heute Donnerstag machen wir einen Flug über die Dünen. Erst von hier oben erkennt man die Grösse dieses einmaligen Nationalparks. Wie mit einem Zuckerguss bedeckt, liegt die Landschaft unter uns.

Fortaleza - Natal - João Pessoa – Olinda – Recife

01.-07.09.2018

Um nach Fortaleza zu gelangen, müssen wir eine Hochebene von 615 m Höhe überqueren. Wir geniessen zur Abwechslung eine Nacht bei 24° C und ziehen fröstelnd die warme Decke über beide Ohren.

 

Die Einfahrt in Fortaleza ist nicht sehr vielversprechend, überall liegt Müll. Doch nach Fortaleza kommt man angeblich wegen den schönen Stränden.

 

Mit den Bikes machen wir uns dem Strand entlang auf, um die Stadt zu erkunden. Schon nach kurzer Strecke werden wir von einem Einheimischen gewarnt, dass es hier zu gefährlich sei – Muitos ladrones/Viele Diebe!!

Also stürzen wir uns ins Verkehrsgewimmel und umfahren den gefährlichen Strandabschnitt.

 

In der Nähe des Stadtkerns erinnert die Strandpromenade mit den modernen Hochhäusern etwas an Rio de Janeiro. Dahinter versteckt sich die kleine Altstadt mit ein paar wenigen sehenswerten Gebäuden. Die Polizeipräsenz – mit Sturmgewehren – ist allgegenwärtig und macht uns etwas unsicher. 

Heute Montag - nach einer Camper-Wäsche und einem Einkauf - geht es weiter auf Meereshöhe nach Natal. Wir fahren vorbei an kilometerlangen Caju-/Cashew-Plantagen. An einem Strassenstand kaufen wir von einem Bauern Caju-Nüsse, -Saft und gedörrte -Früchte. 

Dann wechselt die Landschaft – Kakteen ersetzen die Caju-Bäume.

 

In Natal laufen wir über die Ponte Newton Navarro und haben so einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Stadt und das an der Flussmündung gelegene portugiesische Fort.

Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und die 100 dort stationierten Soldaten waren zur Verteidigung der Flussmündung vorgesehen.

Südlich von Natal besteht die Landschaft fast ausschließlich aus Zuckerrohrfeldern - Zuckerrohr soweit das Auge reicht. Es ist Erntezeit und das Zuckerrohr wird mit Dreier-Lastenzügen zu den Zuckersiedereien transportiert. In der Luft liegt ein süsslich-schwerer Melasse-Geruch. 

 

In João Pessoa besuchen wir die Kirche São Francisco mit dem ehemaligen Kloster Santo Antônio. 

Vor der Weiterfahrt machen wir Halt am östlichsten Punkt von Südamerika, nur noch rund 3'000 km von Afrika entfernt.

Nach langer Suche für einen Übernachtungsplatz und nach einer lauten Nacht auf einer Tankstelle sind wir heute Donnerstagmorgen etwas müde.

Zum Glück stehen wir schon nach kurzer Fahrt vor den Toren von Olinda – die Schöne. Neben Ouro Preto, Tiradentes und Parati gehört auch die Altstadt von Olinda mit ihren 22 Kirchen und 11 Kapellen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Wir marschieren unter der sengenden Sonne die steilen Strassen rauf und runter und besichtigen die wichtigsten Kirchen und Klöster. Aber neben Ouro Preto hat jede andere Barock-Stadt in Brasilien einen schweren Stand :oI

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis Recife, aber der dichte Abendverkehr erschwert die Durchfahrt. So brauchen wir für die 15 km bis zum Museum von Francisco Brennand 1 1/2 Std. Leider schliessen die Tore dort schon bald nach unserer Ankunft und uns bleibt keine Zeit mehr für einen Besuch. Da wir hier auch nicht übernachten dürfen, müssen wir nochmals die ganze Stadt durchqueren um zu einem Schlafplatz zu gelangen.

 

Als Ersatz für das verpasste Museum wollen wir heute Freitagmorgen nach Porto de Galinhas - einer der wichtigsten brasilianischen Ankunftshäfen für afrikanische Sklaven. Die Portugiesen verschleppten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zehnmal mehr Sklaven nach Südamerika als in die USA verkauft wurden. 

 

Aber weit kommen wir auch heute nicht, denn schon bald stehen wir im dichten Stau und ein Ende ist nicht in Sicht. Was ist bloss los? Es ist doch erst Freitag und alle wollen an die Strände. Im Internet finden wir später den Grund dafür - heute, 7. September, ist Brasiliens Nationalfeiertag!!

 

Also nichts wie weg - 2 Std 45 Min Stau sind genug :o/

Fahrt Recife - Salvador da Bahía

07.-13.09.2018

Weitere 800 km und keine Sehenswürdigkeiten in Sicht :oI

Mal ganz flach, mal etwas hügelig, mal gute Strassen und dann wieder Löcher, Löcher, Löcher….! Die erste Hälfte bis Aracaju bringen wir so schnell als möglich hinter uns. Hier geht’s in die Fiat-Garage, denn auch der Camper hat ein wenig die Nase voll und möchte unbedingt einen Oelwechsel ;o))

 

Am Abend machen wir zur Entspannung einen Strandspaziergang und bis auf die 14 Bohrtürme vor unserer Nase sieht alles idyllisch aus. Trotzdem wollen wir morgen weiter.

Von Aracaju nehmen wir die abwechslungsreiche hügelige Linha Verde – mehr oder weniger der Küste entlang bis Praia do Forte.

Der kleine gemütliche Badeort mit seinen zahlreichen Restaurants und ‚Lädelis‘ lädt zum Verweilen ein, denn viel haben wir noch nicht gemacht - ausser fahren.

 

Da uns aber der Strand auch hier nicht ‚gluschtet‘, verzichten wir aufs Baden im Atlantik und besuchen zum zweiten Mal - nach Santa Catarina - das Meeresschildkröten-Schutzprogramm 'Projecto Tamar'. Ist ja für einen guten Zweck ;o)))

Heute Donnerstag führt uns Guide Eric zum Castelo Garcia D’Ávila.

 

Die Burg wurde 1551 erbaut und gilt als die erste Wohn- und Verteidigungsanlage in ganz Brasilien. Zugleich ist es das erste portugiesisches Bauwerk in Brasilien. Von hier aus kontrollierte die Familie D’Ávila ihre riesige Fazanda und besass zeitweise mehr als 300'000 Sklaven. 

Anschliessend wandern wir im Riserva Sapiranga durch eine Mata Atlântica - eine Urwaldform mit der grössten Biodiversität aller Urwaldtypen. Die wenigen verbleibenden Waldabschnitte sind heute die am stärksten bedrohten Urwälder Brasiliens. 

Eric – Biologe, Mitbegründer und Bewohner der Riserva Sapiranga – weiss viel über dieses Gebiet zu erzählen und macht das mit grossem Enthusiasmus.

Über die Estrada do Coco/Kokosnussstrasse sind es gerade noch 80 km bis Salvador da Bahía.

Von Eric wissen wir, dass die Kokospalme aus Afrika stammt und von den Portugiesen nach Brasilien gebracht wurde. Die Kokosnüsse wurden damals als Ballast für die Sklavenschiffe benötigt und an der brasilianischen Nordostküste am Strand ausgeladen.

Salvador da Bahía

Salvador da Bahía - die Hauptstadt der Schwarzen. Schon 1550 - ein Jahr nach ihrer Gründung - wurden die ersten westafrikanischen Sklaven hier an Land gebracht. Mehr als 300 Jahre lebten und arbeiteten diese Menschen in Sklaverei. Der Gebäude-Reichtum dieser Stadt zeugt heute noch von dieser unglaublich menschen-verachtenden Zeit.

 

Heute ist Salvador eine lebendige Touristen-Stadt mit vielen sehenswerten Gebäuden und Plätzen. Es wird im Freien musiziert, gegessen und getrunken - ein klein wenig Afrika in Brasilien. 

 

Mit dem Aufzug Elevador Lacerda sind wir in wenigen Sekunden in der 72 m höheren Oberstadt. Hier im renovierten Altstadtkern stehen viele Kirchen, Klöster und Paläste. 

Wir laufen durch die pulsierenden Gassen bis zum Hauptplatz Largo do Pelourinho/Pranger wo einst die Sklaven öffentlich ausgepeitscht wurden.

 

Es wird langsam dunkel und bevor wir zu unserem Camper zurückkehren, geniessen wir in einem Restaurant eine Moqueca – Fisch und Krabben gekocht in Palmöl und Kokosnussmilch.

In der Kathedrale ist die Messe zu Ende und wir wollen noch kurz einen Blick hineinwerfen. Doch wir bleiben vor Staunen doch etwas länger. Der Sitz des Erzbischofs von Brasilien ist sehr üppig dekoriert. Der goldene Hauptaltar und die geschnitzten Seitenaltäre sind beeindruckend.

 

Salvador - nach Rio de Janeiro – für uns die zweitschönste Stadt Brasiliens. 

Cachoeira und São Félix

15.-17.09.2018

 

Die beiden Orte Cachoeira und São Félix werden vom Rio Paraguaçu getrennt und sind seit 1885 mit einer 365 m langen Stahlbrücke verbunden.

Cachoeira war im 17. und 18. Jahrhundert ein wichtiger Umschlagplatz für Zuckerrohr, Gold und Diamanten sowie Waren aus Portugal. Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung. Heute sind viele der Gebäude renovationsbedürftig. Trotzdem besitzt diese Stadt viel Charme und es gibt einiges zu entdecken. 

Unser eigentlicher Besuch gilt aber São Félix. Hier hat 1872 der Deutsche Gerhard Dannemann eine Cigarren-Manufaktur gegründet.

Grund war die ‚Mata Fina‘, eines der weltweit besten Anbaugebiete für Zigarrentabak. Dannemann wurde in kurzer Zeit das grösste Unternehmen in Bahia. Hier in São Félix - im Mutterhaus direkt am Rio Paraguaçu – werden Premium-Zigarren für die ganze Welt von 12 Baianas von Hand gerollt. Felipe erklärt uns den langen Prozess vom Tabakanbau bis zur fertigen Zigarre. Das macht ‚gluschtig‘ und als Krönung dieses interessanten Nachmittags rauchen wir zusammen gemütlich eine frisch gerollte Zigarre.

Felipe hat noch eine Überraschung für uns bereit. Er will uns am Montag ihre Tabakfarm zeigen.

Nach einem ruhigen Wochenende am Flussufer werden wir auf die ausserhalb von São Felix liegende Farm gefahren. Hier wächst der Tabak für die Dannemann-Zigarillos sowie für die Deckblätter der milden Premium-Zigarren.

Zwischen 400 und 800 Angestellte kümmern sich um den Farm-Betrieb. Wir besuchen die verschiedenen Gewächshäuser - vom kleinen Setzling bis zur grossen Tabakpflanze. In 80 Gebäuden wird der geerntete Tabak  getrocknet und bei 60° Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80 % fermentiert. Innert Sekunden sind wir selbst triefend nass ;o))

 

Zum Abschluss gibt's nochmals eine Überraschung. Wir dürfen zwei Bäume pflanzen und so mithelfen die ‚Mata Fina‘ als einen Teil der Mata Atlantica wieder aufzuforsten.

Nationalpark Chapada Diamantina

18.-20.09.2018

Durch das trockene und heisse Landesinnere Bahías fahren wir weiter zum Nationalpark Chapada Diamantina. Am Rande des Parks liegt Lençõis - ein altes Städtchen – wo vor fast 200 Jahren Diamanten gefördert wurden. Heute ist der Ort Ausgangspunkt für Wanderungen in die schroff aufragenden Felsplateaus und zu den zahlreichen Wasserfällen.

 

Wir entschliessen uns für eine eher gemütliche Variante und Wandern durch farbige Sandgrotten hoch zum Wasserfall Primavera. Hier – in völliger Abgeschiedenheit – geniessen wir ein erfrischendes Bad im kühlen Wasser. Anschliessend geht es weiter zum Mirante – Aussichtspunkt über Lençõis.

 

Am Abend sitzen wir mit Rosane & Carlito und Kathleen & Gary zusammen. 

Rosane & Carlito sind aus Südbrasilien und reisen luxuriös mit ihrem selbstgebauten und total ausgeklügelten Camper umher. 

Kathleen & Gary wohnen abwechslungsweise hier in Lençõis oder in Oregon/USA oder sie sind am Herumreisen mit ihrem Landcruiser.

Vor der Weiterfahrt nach Brasília kraxeln wir noch auf den Morro do Pai Inácio.

Von hier oben haben wir einen wunderbaren Blick über die schroffen Felsen der Chapada Diamantina.

Fahrt nach Brasília

21.-23.09.2018

 

 

 

Wir fahren durch das innere Brasiliens. Heisse, trockene und karge Landschaften begleiten uns. Beim Frühstück zeigt das Thermometer bereits 29°C, am Nachmittag sind es bereits 41°C, beim Zubettgehen immer noch warme 29°C :oI

 

Die Strasse führt als endloses, oft schnurgerades Band über die niedrigen Hügel. Kilometerweit keine Menschenseele, kein Haus. Noch 1035 km liegen vor uns, dann 842 km, ….517 km, ….320 km - es will kein Ende nehmen.

 

Endlich – in der Ferne die Silhouette von Brasília - die Hauptstadt von Brasilien.

Brasília

24./25.09.2018

 

Brasília – zwischen 1956 und 1960 erbaute Hauptstadt – wurde vom damaligen Präsidenten Juscelino Kubitschek, zusammen mit seinen Freunden, dem Städteplaner Lúcio Costa, dem Architekten Oskar Niemeyer und dem Gartenarchitekten Burle Marx auf dem Reissbrett entworfen und realisiert.

 

Der Grundriss der Stadt hat die Form eines Flugzeugs. Der Rumpf – ein übergrosser Stadtpark mit den Ministerien, dem Parlament, dem Stadt-Theater, der Kathedrale, dem Fernsehturm - wird von einer sechsspurigen Strasse gebildet.

 

Leider fehlen Schatten spendende Bäume, was wir bei Temperaturen von 36°- 38° als ein grosses Versäumnis empfinden. In den beiden Flugzeug-Flügeln befinden sich die städtischen Wohngebiete, die Hotels und die Shopping-Zentren.

 

Mit den Bikes machen wir uns auf, die zahlreichen Bauwerke Niemeyers in Augenschein zu nehmen. Doch den Türstehern gefallen Röbäs Waden nicht und wir werden abgewiesen. Ausser an Wochenenden sind lange Hosen für Männer Pflicht. So begnügen wir uns mit der Aussenansicht der Gebäulichkeiten.

 

Unser Fazit – Brasília hat viele architektonisch interessante Gebäude, aber der Stadt fehlt die Seele, das Herz. 

 

Wir aber haben die gute Seele gefunden :o))

 

Paulão - Direktor der Associação Brasileira de Campistas - sieht unseren Camper auf einem öffentlichen Parkplatz stehen. Er lädt uns zu sich und seiner Frau Sol nach Hause ein, wo wir zwei sichere und ruhige Nächte verbringen.

 

 

Querido Paulão, querida Sol

 

Agradecemos sua execelente hospitalidade. 

Muito obrigado e muitos abraços

Amigos para sempre!

 

Geografischer Mittelpunkt Südamerikas

 

Nach weiteren 1'400 km erreichen wir unsere letzte Station in Brasilien -  Cuiabá – das geografische Zentrum von Südamerika.

 

Hier sind wir vor 10 Wochen schon einmal vorbei gefahren - auf dem Weg in den Amazonas.

 

Heute bedeutet es das Ende unserer langen Reise durch das riesige Brasilien, bevor wir die Grenze nach Bolivien überqueren.

Fazit nördliches Brasilien

Brasilien ist flächenmässig 206-mal grösser als die Schweiz. Das haben wir auf unseren zwei Rundreisen – Nord und Süd – zu spüren bekommen.

In den insgesamt 156 Tage sind wir 17‘700 km durch das Land gefahren – davon sind 2'850 km mit Balsas auf verschiedenen Flüssen.

 

Auf unserer Rundreise durch Nordbrasilien haben wir uns immer sicher gefühlt und wunderbare Menschen getroffen. 

 

Wir haben festgestellt, dass….

  
….es hier meistens sehr heiss und feucht ist.

….die Nord-Brasilianer beim Essen das Messer links, die Gabel rechts halten.

….die Menschen im Norden etwas zurückhaltender sind - das erste Lächeln muss von dir kommen.

….Anweisung nicht mit Worten, sondern mit einem Pfiff und einem Kopfnicken gegeben werden.

….in der Nacht selten laute Musik gespielt wird. Dafür den ganzen Tag immer und überall - je ärmer die Menschen desto grösser die Musikanlage.

….Nordbrasilien ein grosses Kehrichtproblem hat :o(

….es nur wenige Sehenswürdigkeiten gibt und diese weit auseinander liegen.

….die Brasilianer Selfie-verrückt sind. Sie können sich selber lange und in allen Lagen fotografieren.

….sie kein Respekt vor Verkehrsregeln haben und wie Räuber fahren - immer auf der Flucht!

….das die Geschäftsleitungsmitglieder einer Weltreligion omnipräsent in den Fahrzeugen mitfährt :o))