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Aktuelle Ortszeit in Panamá:

Letzter Blog-Update und Newsletter:  25. April 2021

Panamá (04. März - xx. Mai 2021)

Blau 2021  Grün 2020   Rot - 2008

El Valle de Antón

29.03.-02.04.2021

Auf der geschäftigen Panamericana fahren wir weiter Richtung Westen - unser Ziel El Valle de Antón in der Provinz Coclé.

Der Ort liegt im grössten besiedelten Vulkankrater der Erde auf 600müM. Die Hänge sind teilweise bedeckt mit dichtem Regenwald.

Wir haben etwas Schwierigkeiten einen Übernachtungsplatz zu finden, denn wegen Covid ist noch vieles geschlossen. Dafür ist das Klima hier in der Höhe um einiges angenehmer. 

Noch sitzen wir unten im Krater und schauen hoch zur La India Dormida/Die schlafende Indianerin – einer der vielen Kraterspitzen um uns herum. Es sind ja nur 350 Höhenmeter, die machen wir noch schnell vor dem Mittagessen ;o)

 

Nachdem wir je 3 US$ Parkeintritt bezahlt haben, geht es gemütlich bis zum Piedra Pintada/Bemalten Stein – einem grossen Stein mit Petroglyphen.

Der Weg ab jetzt hat es aber in sich. Steil - manchmal sogar fast senkrecht - über hohe Stufen klettern wir schnaubend und ächzend vorbei an ein paar kleinen Wasserfällen. Ein- oder zweimal kann ich das Schimpfen nicht ganz verkneifen - aber nützt ja nichts. Kurz vor dem Gipfel setzt Nieselregen ein und Nebelschwaden ziehen über den Kraterrand. Trotzdem haben wir von hier oben einen wunderbaren Blick auf das unter uns liegende El Valle.

Runter geht's immer und auch einfacher! Genau so kommt es mir vor - man läuft oder man rollt :o( 

Schnurgerade geht's bergab über Fels und Geröll. Da freuen wir uns jetzt schon auf den morgigen Muskelkater!!

Das Osterwochenende steht vor der Türe und der Camping füllt sich langsam mit Partywilligen. Wie immer an Wochenenden werden nun grosse Lautsprecher in Betrieb genommen und es wird schmerzhaft laut.

 

Wir haben keine Lust auf drei schlaflose Nächte in Musik geschwängerter Höhenluft und machen uns wieder auf ins Tal, ins kleine stille Pocrí.

Pocrí

02.-08.04.2021

Zweimal die gleiche Strasse fahren ist nicht unser Ding, also wählen wir eine andere Strasse zurück zur Panamericana. Doch nach zehn Minuten müssen wir leider wieder umdrehen, denn die Strasse - obwohl geteert - ist so steil, dass unsere Räder durchdrehen - schade! Also dann halt auf der gleichen Strecke wieder zurück ins Tal.

 

In Pocrí dürfen wir unseren Camper in den Garten von Virlinda und Fernando stellen. Die beiden sind ein Teil unserer grossen Familie in Panamá. Hier teilen wir die Mango-, Tamarinden- und Ciruela-Bäume mit einem flinken Eichhörnchenpaar und geniessen die ruhigen Ostertage. 

Matito - ein alter Freund der Familie - steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Er zeigt uns die Umgebung, fährt mit Röbä zum 40km entfernten Zoll, um das Camper-Visum nochmals um 30 Tage zu verlängern und stellt uns seinen - über ganz Pocrí verstreuten - Familien-Mitgliedern vor.

Abends sitzen wir mit ihm bei unserem Camper und lauschen bei einem Bierchen seinen Geschichten aus seinem bewegten Leben. 

Traditionelle Masken von der Peninsula Azuero

In Parita schauen wir dem bekanntesten Maskenhersteller Panamas über die Schultern.

Ton, Papierfetzen verschiedener Qualität, Kleister, Farbe und Lack sind die Zutaten, mit denen Dario López diese farbenfrohen teufelsähnlichen Masken herstellt.

Die Masken sehen je nach Dorf anders aus und tragen andere Merkmale. Kleine Details wie die Position der Zunge, die Anzahl der Hörner oder die Länge der Ohren haben eine Bedeutung und müssen genau stimmen. Zum Schluss werden die Kunstwerke mit mehreren Schichten Farbe und Lack bemalt. 

Fronleichnam und Karneval finden traditionelle Umzüge statt, bei denen rot-schwarz gekleidete Teufel mit ihren demonenhaften Pappmaché-Masken zur traditionellen Musik tanzen und mit einem Stock im Takt auf eine Tierblase schlagen.

Guánico

08.-19.04.2021 

Die Península de Azuero ist bekannt für die vielen Surf-Strände und natürlich auch für ihren Karneval. Für Letzteren sind wir zu spät, haben ihn aber schon bei unserem ersten Panamá-Besuch 2008 ausgiebig genossen.

 

Unsere Fahrt führt uns heute direkt in den südlichsten Punkt der Halbinsel. Die ersten zwei Campingplätze, die wir ansteuern, müssen wir wegen zu hohen Regenwasser-Gräben und den zu steilen, sandigen Zufahrten links liegenlassen. Der Himmel bedeckt sich und die ersten Regentropfen fallen. So landen wir am späteren Nachmittag ungeplant an der Playa Guánico - bei Nico einem Schweizer - direkt am grauverhangenen Pazifik.

 

Am anderen Morgen strahlt die Sonne wieder mit geballter Kraft, die Temperaturen kraxeln auf 33°C und wir schwitzen vor uns hin.  

Ausser einer Handvoll Surfern ist der Strand hier menschenleer. 

Wandern, Biken, Lesen, Sudoku lösen, den Pelikanen beim Fischen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen sowie Nichtstun sind für 10 Tage unsere Lebensinhalte hier.

Gehen die Mangos, Papayas oder Maracujas aus, schwingen wir uns auf die Bikes und sammeln die köstlichen Früchte auf den Feldwegen vom Boden auf.

 

Ab und zu prasselt ein kühlender Tropen-Regen auf uns nieder, der jedoch bald wieder von Sonnenschein abgelöst wird.

Die Nächte sind meistens schwül-warm. Glücklicherweise hat uns Röbä mit zwei Ventilatoren eine Ersatz-Klimaanlage gebastelt, so dass wir unseren wohlverdienten Schönheitsschlaf trotzdem geniessen können.

Heute Donnerstag scheinen Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Hochzeitstag aufeinander zu fallen. Vor unserem Camping hält ein Lastwagen, beladen mit grauen Plastiksäcken. „Ah, die Kehrichtabfuhr ist da!", sage ich zu Röbä.

Doch weit gefehlt. Dies ist die Corona-bedingte staatliche Lebensmittelversorgung für Menschen auf dem Lande. Zu unserer Verwunderung und trotz unserer anfänglichen Ablehnung werden auch uns zwei dieser Säcke in die Hand gedrückt.

Der Inhalt:

 

9kg Reis, 2kg Spaghetti, 1kg Salz, 1kg Mehl, 2 lt Oel, 1,7kg Maispulver, 2kg Linsen, 1kg Kaffee, 1kg Rohzucker,

4 Büchsen Ton, 2 Büchsen Tomatenpaste, 4 Suppenbeutel, 2 Tomatensaucen

  

HERZLICHEN DANK PANAMÁ!!

Da wir nicht so grosse Esser sind, werden wir einiges davon weiter verschenken :o)

Laguna La Yeguada

20.-25.04.2021

Nach schwül-heissen Tagen – Beine und Arme zerstochen von winzigen 1mm kleinen Fliegenbiestern – suchen wir Abwechslung in den kühlen Bergen. Auf einem Flickenteppich aus Teer schaukeln wir über Ocú nach Santiago de Veraguas. Hier nisten wir uns auf einem Rastplatz zwischen den grossen Lastwagen für die Nacht ein.

Am anderen Morgen fahren wir nach San Francisco zur offensichtlich zweitältesten Kirche Panamás - 1630 erbaut. Leider ist sie wegen Covit geschlossen.

Noch sind es 50km und 500Hm bis zur Laguna La Yeguada. Bis hierher hat es der Teerwagen leider noch nicht geschafft. Grosse, tiefe Löcher ziehen sich quer über die Fahrbahn.

Nach zwei Stunden ist der Spuck vorbei – wir sind oben. Dem Himmel sei Dank, die Wolken entleeren sich erst als wir bei einem gemütlichen Apéro sitzen :o)

Eine Biketour rund um die Lagune entpuppt sich als steile Berg- und Talfahrt über vom Regen aufgeweichte Natursträsschen durch dichten Wald, wo wir nach halber Strecke im tiefen Schlamm stecken bleiben. Für heute reicht es!

Am andern Morgen, zweiter Versuch, neues Abenteuer!

Diesmal wollen wir die halbleere Laguna entlang ihrer Ufer umwandern. Da es kaum offizielle Pfade gibt, sind Pfadfinder Röbä zusammen mit der Camping-Hündin Gina verantwortlich für die sichere - ca. 6 km lange - Umrundung. Immer wieder müssen wir die steilen, sandig-rutschigen Uferwände der Laguna-Zuflüsse auf allen Vieren bezwingen. Gina nimmt‘s gelassen, schaut uns – wahrscheinlich lächelnd – zu und denkt sich: „Ach, diese Touristen!“

Für den letzten Teil quetschen wir uns durch das Unterholz des dichten Waldes und folgen der Hündin durch ein hohes Schilffeld. Sie hat anscheinend gemerkt, dass wir etwas ratlos Ausschau nach einem Ausgang halten ;o))