Hier sind wir oder waren wir vor kurzem

Unser aktueller Standort

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.
Aktuelle Zeit in Mexiko:

Letzter Blog-Update und Newsletter:  30. März 2022

Mexiko (24. Februar - 31. März 2022)

Rot 2022    Blau 2021   Violett 2014

Oaxaca de Juárez

Von unserem letzten Übernachtungsplatz fahren wir noch 1000Hm runter in ein Seitental der Sierra Madre del Sur. Hier liegt auf 1550m die Stadt Oaxaca (ausgesprochen: O-a-ha-ka), welche seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Aber im Moment lassen wir die Stadt links liegen und beziehen Quartier im angrenzenden El Tule auf dem RV Park El Rancho. Hier treffen wir wieder auf alte Freunde - Simon aus dem Waadtland und Cornelia und Stefan aus Deutschland. 

Umgeben von Männern im Übergwändli/Blaumann lässt sich Röbä nur allzu gerne anstecken und kaum sind wir eingerichtet, liegt er auch schon unter dem Camper....

 

Unterhaltsarbeiten sind angesagt: Alle Bremsbeläge - zum letzten Mal gewechselt in Medellín/Kolumbien - an Vorder- und Hinterachse müssen infolge der zahllosen zurückgelegten, kurvenreichen Höhenmeter ersetzt werden.

Auch die Bremsbacken der Handbremse sind am 'zerbröseln'. Bremsbeläge für die Scheibenbremsen haben wir dabei, Bremsbacken für die Handbremse aber leider nicht. Neue finden wir keine in der Stadt, so dass Röbä sie neu überziehen lassen muss.

 

Damit die beiden Handbremsen überholt werden können, müssen die beiden Hinterräder entfernt und der Camper mit Wagenhebern und Stützen bzw. Pflastersteinen gestützt werden. Genau während dieser drei Tage 'in der Luft', schwankt die Erde in Oaxaca - und damit auch unser Camper - infolge diverser Erdbeben - mehrmals bedrohlich. Glücklicherweise hält die improvisierte 'Aufbockung' und unser Gefährt liegt nicht radlos auf dem Boden - Uff!!

Auch der Kühlschrank funktioniert auf Gasbetrieb nicht mehr und verlangt nach einer gründlichen System-Reinigung.

Herzlichen Dank Simon (Iveco LKW), für deine fachliche Begleitung und deine tatkräftige Unterstützung. Auch für die tatkräftige Unterstützung von Stefan (MAN LKW) und den moralischen Support von Stefan (Unimog LKW) bedanke ich mich herzlichst - ich habe wieder viel gelernt :o))

Heute Mittwoch - nach einer Woche unter dem Camper - lassen wir die Arbeit ruhn und fahren mit einem Colectivo/Sammeltaxi nach Oaxaca. Im Reiseführer wird der Zócalo/Hauptplatz als einer der schönsten Plätze Mexikos angepriesen. Wir suchen lange nach der Schönheit dieses Platzes und können sie einfach nicht finden!!

 

Etwas weiter nördlich, um den Templo de Santo Domingo de Guzmán, macht die Stadt einen viel gepflegteren Eindruck und entspricht eher unserem Verständnis einer UNESCO-Stadt. Trotzdem muss sich Oaxaca in unserer Rangliste mexikanischer Städte hinten einordnen. 

Wir beschliessen noch etwas länger zu bleiben und machen einen Spaziergang ins Dorf El Tule, das mit einer ganz speziellen Sehenswürdigkeit aufwartet.

Nein, keine Ruine, keine Kirche, sondern ein Baum! Der grösste Baum der Welt - ein Taxodium Mucronatum/ Sumpfzypresse - mit unglaublich eindrücklichen Zahlen: über 2000 Jahre alt, 40m hoch, Stamm-Durchmesser 14m.

Die Umgebung lockt. So entschliessen wir uns die verstaubten Bikes wieder einmal in Betrieb zu nehmen und die hügelige Landschaft rings um Oaxaca zu erkunden. Wir staunen nicht schlecht, denn es gibt sogar einen MTB-Trail, der durch Flüsse, Wiesen und trockene Wälder führt. 

Beim Stausee/Presa la Azucena - ein Familienausflugsort - machen wir kurz Halt, bevor es in rasanter Fahrt wieder heimwärts geht. 

Hierve el Agua - versteinerte Wasserfälle

Von Oaxaca aus unternehmen wir einen Tagesausflug zu den versteinerten Wasserfällen Hierve el Agua.

Doch so einfach wird es uns nicht gemacht. Da das Dorf San Lorenzo sich wegen Covid von der Aussenwelt abgeriegelt hat, sind die Wasserfälle nur noch über einen Pass mit steiler, sandiger Naturstrasse zu erreichen. Hinzu kommt noch, dass einzelne Teilstücke - ausgerechnet heute - mit neuem losem Erdreich und Steinen ausgebessert werden. Unsere Räder drehen durch, fassen wieder Boden und….es geht weiter, uff!! Beim steilsten Teilstück haben wir aber Pech. Der Bagger ist gerade am Verteilen der losen Masse und wir bleiben stecken! Glück im Unglück - der Bagger kann uns gleich durch dieses Teilstück hindurchziehen. Geschafft!!

Wir stehen auf einem - seit Tausenden von Jahren entstehenden - versteinerten Wasserfall. Vor uns der weite Blick ins mexikanische Hinterland. Kurz vor dem Abgrund liegen Quellbecken, die mit mineralhaltigem, 24°C Wasser tief aus der Erde gespeist werden.

Hierve el Agua besteht aus mehreren Wasserfällen, welche durch ihr Farbenspiel und einer Höhe von ca. 30m beeindrucken. Bei einer Wanderung rings um die Wasserfälle bestaunen wir dieses Naturwunder und sind begeistert.

Mezcal aus Oaxaca

Oaxaca - im gleichnamigen Bundesstaat - ist das Zentrum der mexikanischen Mezcal-Produktion. Im Gegensatz zu Tequila - dem berühmtesten Mezcal - werden die eigentlichen Mezcales noch mehrheitlich in Kleinbetrieben und aus zahlreichen - zum Teil wild wachsenden - Agaven-Arten hergestellt.

In der Destillerie El Rey de Matatlán lassen wir uns in die Geheimnisse von Mezcal einführen. 

Als weiterer grosser Unterschied zu Tequila kochen die Mezcaleros die Agaven-Herzen/Piñas in grossen Gruben im Erdboden/Palenques. Diese Gruben werden mit heissen Steinen ausgelegt, darauf kommen die Piñas und werden mit Palmmatten und mit Erde abgedeckt. In dieser Grube verbleiben sie drei bis fünf Tage, um das Aroma des Bodens und des Rauchs aufnehmen zu können. 

 

Der restliche Herstellungs-Prozesses deckt sich mit dem von Tequila (zerquetschen, fermentieren, 2x destillieren, lagern oder direkt in Flaschen abfüllen).

Dabei unterscheidet man drei Altersstufen:

  • Joven: klarer Mezcal, entweder ungelagert oder mit einer Lagerdauer von weniger als zwei Monaten
  • Reposado: die Lagerdauer beträgt mindestens 60 Tage in Holzfässern
  • Añejo: die Lagerdauer beträgt mindestens ein Jahr, wobei die Fässer nie mehr als 350 Liter fassen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spirituosen wie Whisky, Rum, Cognac oder Tequila bevorzugen Liebhaber von Mezcal oft nicht gelagerte Brände gegenüber den gereiften und durch die Fasslagerung milderen Sorten. Frisch gebrannter Mezcal weist dementsprechend oft einen rauen und oftmals auch rauchigen Agavengeschmack auf.

 

Einige Mezcal-Marken enthalten eine Motten-Raupe in der Flasche. Diese Raupen werden als Gusano/Wurm bezeichnet. Mezcal aus raupenbefallenen Agavenblättern sollen einen etwas anderen Geschmack als der von unbefallenen besitzen.

 

Zum Mezcal wird üblicherweise ein mit einem rötlichen Gewürz bestreuter Orangen-Schnitz serviert. Bei dem Gewürz handelt es sich um Chilisalz mit Pulver der getrockneten und zerstampften Raupe/Sal de Gusano – Prost!

Botanischer Garten "Helia Bravo Hollis"

15.-17.03.2022

Nach drei Wochen Oaxaca nehmen wir wieder Fahrt auf gegen Norden. Wir leisten uns die Autobahn - hier gibt’s keine Topes/Geschwindigkeitsschwellen ;o) - in’s UNESCO-Biosphärenreservat Tehuacán.

Die Landschaft um uns verändert sich, sie wird trocken und riesige Säulenkakteen überziehen Täler und Hügel. Wir sind fasziniert von dieser seltenen Landschaft!

Auch gibt es hier mehrere Salinen. Das salzhaltige Wasser wird über Leitungen in Becken gepumpt und trocknet an der heissen Sonne zu Salz.

Der Botanischer Garten "Helia Bravo Hollis" - benannt nach der ersten mexikanischen Botanikerin - liegt inmitten des 150.000 Hektar grossen Tales des Biosphärenreservats.

Der Camping liegt umgeben von einem Wald von Kakteen, die mehr als 10m hoch und mehrere hundert Jahre alt sind. Ehrfürchtig bewundern wir diese wunderbare Natur. Bei einer Führung mit Alejandro lernen wir noch andere Sukkulenten kennen und sind immer wieder erstaunt über das hohe Alter der einzelnen Pflanzen. Wenn die erzählen könnten….

 

In der Nacht haben wir zum ersten Mal, nach langer Zeit, etwas Regen - die Regenzeit kündigt sich langsam an!

Typisches Essen, typische Getränke in Mexiko - Teil 2

  • Chili in allen Schärfen und Farben....
  • ....oder als Salsa/Sauce
  • Chapulines - geröstete Heuschrecken....
  • ....knusprig, leicht scharf und scmecken nach gar nichts!
  • Nopales - Feigenkakteen können als Salat oder Gemüse zubereitet werden....
  • ....zuerst 30Min. in Salzwasser einlegen um Schleim zu reduzieren, anschliessend weichkochen 
  • Mexikanischer Wein
  • Pan de Muerto - wird traditionell am Día de los Muertos/1. November gegessen
  • Calabaza en Tacha - typisches Día de los Muertos Dessert, Kürbis in braunem Zucker, Zimt und Orange gekocht
  • Tuba de Colima - alkoholisches Getränk aus dem Saft verschiedener Palmenarten. Wird zusammen mit Erdnüssen getrunken.
  • Chicle Maya - 100% natürlicher Kaugummi 
  • Guacamole - leicht scharfe Avocado Creme mit Tomaten und Tortilla-Chips
  • Mojarra - oder Tilapia, ein vielgegessener Süsswasserfisch
  • Michelada - ein oft getrunkenes, gewöhnungsbedürftiges Kaltgetränk aus Bier, Tomatensauce, Limettensaft, Salz, Soya- und Chilisauce
  • Elotes - Maiskolben gegrillt, beliebter Schnellimbiss an Strassenküchen
  • Esquites - grob gehackter Mais, Zwiebeln, gekocht in Butter, garniert mit Käse 
  • Unsere zwei Lieblingsbiere
  • Jícama - Wurzelgemüse, wird in Mexiko in Streifen als Obst, gebraten als Gemüse oder gedünstet in Suppen gegessen
  • Pulque - ein mexikanisches Nationalgetränk, alkoholisches Gärgetränk aus dem fermentierten Saft der Agave, schmeckt leicht säuerlich 
  • Arrachera - Flankensteak, Teil des Rinderzwerchfells, ist in Mexiko sehr beliebt 
  • Tejate - ein traditionelles alkoholfreies Mais-Kakao-Getränk aus Oaxaca

Teotihuacán

20.-28.03.2022

Nach einem Stopp in Puebla erreichen wir Teotihuacán, den Einstellplatz für unseren Camper.

Der Ort ist berühmt wegen seiner Sonnen- und Mondpyramide. Da wir diese archäologische Stätte bereits 2014 besucht haben, möchte Röbä nur noch ein paar Fotos mit der Drohne 'schiessen'. Von weit ausserhalb der archäologischen Stätte - Drohnen sind dort nicht erlaubt - startet er seine 'Mission Possible‘.

 

In der restlichen Zeit konzentrieren wir uns aufs Packen unserer Reisetaschen und das Einstellen des Campers, der drei Monate hier in Teotihuacán auf uns warten muss.  

Mexiko City

Entgegen unserer Gewohnheit - möglichst nicht an den selben Ort zurückzukehren - verbringen wir vor unserem Heimflug doch noch drei Tage in Mexico City.

 

Wir haben keine speziellen Pläne und laufen kilometerweit, kreuz und quer durch die Stadt. Vom Besuch des Museums Bellas Artes sind wir enttäuscht. Aus welchen Gründen auch immer, es ist nur die Hälfte offen. Dafür habe ich Glück, denn die Ü65 kommen gratis rein :o)

Begeistert sind wir vom Atrio del Templo de San Francisco mit Skulpturen Dalís und Rodins. Auch die Ausstellung im Palacio de Iturbide - der Palacio ein Hochzeitsgeschenk eines spanischen Grafen an seine Tochter - gefällt uns sehr. Die zum Teil grossen Skulpturen der mexikanischen Künstlerin Yvonne Domenge beeindrucken durch Form und Farbe.

 

Todmüde vom Laufen und Stehen schleppen wir uns jeweils nach dem Nachtessen zurück in's Hotel. 

Mit Uber fahren wir heute Mittwoch zum Castillo de Chapultepec. Das Schloss liegt auf dem Hügel des Chapultepec, was in der Azteken-Sprache 'Heuschreckenhügel' bedeutet.

1864 liess der erste Habsburger-Kaiser Maximilian das Schloss in seine Residenz umbauen. Die heutige Prachtstrasse Paseo de la Reforma - 14km lang - verbindet das Schloss mit dem Stadtkern.

Am 31. März 2022 geht's per Flugzeug in die Schweiz, Heimat-Urlaub bis Ende Juni 2022