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Aktuelle Ortszeit in Kolumbien:

Letzter Blog-Update und Newsletter, 18. Dezember 2019

Kolumbien

Grün 2020   Braun 2019 

Piedra del Peñol

26.-28.11.2019 

Mit den neuen Bremsbelägen und den rauhen Bremsscheiben geht es – entgegen der Meinung der Mechaniker – geräuschlos weiter nach Guatapé zum Piedra del Peñol.

 

Schon von weitem erblicken wir den 200m hohen Granit-Monolithen. Die 659 Stufen nach oben bringt Röbä rassig hinter sich – ich brauche da etwas länger ;o)

Der mühsame Aufstieg hat sich aber nur schon wegen der wunderbaren Aussicht über den weit verzweigten Stausee gelohnt. 

In der Finca La Dicha - einem Camping auf einer der zahlreichen Landzungen - treffen wir 'alte' Bekannte wieder. Grund genug für ein gemütliches Beisammensein bei einem feinen Grill.

Bogotá

30.11.-02.12.2019

Da das sehr hügelige Kolumbien praktisch keine Tunnels hat, müssen wir unzählige Höhenzüge überqueren. Anschliessend geht's meistens zügig runter ins tiefe Tal, um dort ein kleines Flüsschen zu überqueren. Bremsen und Kupplung leisten einmal mehr Höchstarbeit. Auch wir als Fahrer sind gefordert. Stundenlang schlängeln wir uns auf einer von Büschen und Bäumen gesäumten Strasse Richtung Hauptstadt. Aussicht gleich null :o/

Schlussendlich stehen wir auch noch im Samstagabend-Stau von Bogotá, bevor wir müde unseren heutigen Übernachtungsplatz erreichen. 

Heute Sonntagmorgen sind wir wieder fit, um die Stadt zu erkunden. Wir sind erstaunt, denn die Hauptzufahrt ins Zentrum ist für den Verkehr abgesperrt und es tummeln sich die Bikers, Skaters, und Joggers auf der Strasse.

 

Auf einem riesigen bunten Strassen-Markt versuchen die Kolumbianer ihre Ware an die Frau/den Mann zu bringen. 

Die Gebäude um die Plaza Bolivar sind alle mit schwarzen Tüchern verhängt und der Zugang zum Präsidentenpalast ist abgesperrt. Ein Polizist erklärt uns, dass wegen den wiederkehrenden Streiks und Demonstrationen der Zugang zum Präsidentenpalast gesperrt ist und die Tücher als Schutz vor Farbbeutel-Anschlägen dienen. Militär und Polizei sind allgegenwärtig in Bogotá.

Das Museo del Oro/Goldmuseum wartet mit über 30‘000 Ausstellungsstücken aus Gold auf den Besucher. Alle Objekte stammen aus der vorkolumbianischen Zeit – vor 1492.

 

Eine kleine Ecke der Stadt besteht noch aus Gebäuden der Kolonialzeit, der Rest des Zentrums ist nicht besonders schön und den wuchtig-protzigen Gebäuden fehlt jeglicher architektonischer Charme.

Der letzte Besuch vor unserer Weiterreise führt uns mit einer Luftseilbahn auf den 3200müM hohen Aussichtspunkt – Cerro de Monserrate.

Von hier haben wir einen Überblick über die 7.5 Mio. Einwohner der Stadt. Leider scheint genau in diesem Moment die Sonne nicht, Nebelschwaden schleichen über den Cerro und es ist empfindlich kalt. Aber wir können ja auch nicht immer Glück haben ;o))

Nach einem kurzen Spaziergang und einem wärmenden Canelazo geht's mit einer Standseilbahn wieder runter nach Bogotá auf 2640müM.

Salzbergwerk Nemocón

Salz war der Grund, weshalb die Gegend um Nemocón bereits vor mehr als 2000 Jahren besiedelt wurde.

Die jetzige Mine wurde vor ca. 500 Jahren eröffnet und in mühsamer Arbeit wurden insgesamt ca. 8 Mio. Tonnen Salz abgebaut. Seit dem letzten Jahrhundert geschieht dies durch Einpumpen von Wasser ins Salz-Gestein. Anschliessend fliesst das gesättigte Salzwasser direkt in eine Raffinerie.

 

In den alten Stollen – 80m unter der Erde – bekommen wir einen Einblick in die Salzgewinnung. Wie Blumenkohl wachsen die Salzkristalle an den Wänden oder sie hängen als Stalaktiten von der Decke. In den alten Salzwasser-Becken widerspiegeln sich die inszenierten Lichteffekte und unsere Sinne stehen Kopf.

Ein Grubenunglück 2010 nordwestlich von Copiapó in Chile schloss damals 33 Bergleute 700 Meter tief unter Tage ein. Nach mehreren Fehlversuchen wurden nach 69 Tagen alle Männer mit Hilfe der Rettungskapsel 'Fenix‘ ans Tageslicht befördert. Siehe dazu auch https://www.welt-erleben.ch/2017/10/20/copiap%C3%B3/

 

Diese Salzmine wurde 2015 zum Hollywood-Schauplatz für die Dreharbeiten zum Film The 33, mit Antonio Banderas in der Hauptrolle. Der nachgebaute Aufenthaltsraum der eingeschlossenen Mineure und die im Film verwendeten Requisiten geben uns einen guten Eindruck der damaligen Notlage. 

Villa de Leyva

04.-08.12.2019

Auf der Fahrt nach Villa de Leyva ändert sich die Landschaft. Sie ist nicht mehr komplett mit Bäumen und Büschen bewachsen und erinnert uns wieder sehr an die Schweiz.  

Das Städtchen Villa de Leyva wurde 1572 von den Spaniern gegründet und ist – dank seinen gut erhaltenen kolonialen Häusern – ein nationales Monument.

Alle Strassen und Plätze sind mit grossen runden Kopfsteinen gepflästert – was schön zum Ansehen ist aber das Laufen schwierig macht.

Wir finden Unterschlupf in einer alten stillgelegten Mühle. Das riesige parkähnliche Anwesen mit einem alten Haus im Kolonialstil steht unter Denkmalschutz und beherbergt viele Tiere. 

Die Umgebung von Villa de Leyva ist wegen einem ausgetrockneten Meer reich an Fossilien und ein Paradies für Paläontologen.

Im Centro de Investigaciones Paleontológicas können wir viele Fossilien bestaunen und auch den Wissenschaftlern bei der Arbeit zusehen. 

Zahllose Fossilien findet man auch eingemauert in Hausmauern oder als Verzierungen in den Gärten der Stadt.

Im Monquirá Park errichteten vor 4000 Jahren die indigenen Bewohner Stehlen, um den Lauf der Sonne, des Mondes und der Sterne zu beobachten.

 

Die 30 grossen Megalithen/Steinsäulen in phallischer Form - ca. 2200 Jahre alt - dienten auch dem Fruchtbarkeitskult.

Die junge Bodega Ain Karim  - eine der wenigen Weinproduzenten in Kolumbien - produziert unter dem Label Marqués de Villa de Leyva im Moment Weine aus Sauvignon Blanc, Merlot und Cabernet Sauvignon, experimentiert aber auch mit anderen Traubensorten.

 

Keine Frage, dass wir für eine Führung und eine Degustation vorbei gehen. Dem Merlot können wir nichts abgewinnen, aber der Cabernet Sauvignon Reserva Especial mundet köstlich. 

Etwas ausserhalb steht die Casa Terracotta. Laut dem kolumbianischen Architekten Octavio Mendoza soll es das grösste Lehmhaus der Welt sein.

Der eigentliche Grund weshalb wir so lange in Villa de Leyva bleiben, ist das grösste Fest des Jahre - das Festival de Luces. An drei Abenden konkurrieren verschiedene Feuerwerks-Firmen miteinander und testen ihre neuesten Entwicklungen.

 

Das Freitag-Feuerwerk dauer 1 1/2Std und wird von erhabener Musik untermalt - diese Darbietung gefällt uns sehr.

Für das Samstags-Feuerwerk sind riesige Menschenmassen angereist und stauen sich auf den Gassen und Plätzen. Diesmal ist es ein zwei-stündiges 'Geballer', was wir frühzeitig verlassen. Auf dem Heimweg werden wir von den zum Teil sehr betrunkenen Massen beinahe erdrückt.

Am Sonntagabend bleiben wir daher dem Gedränge fern und geniessen ein ausgezeichnetes Fondue bei uns zuhause.

Barichara

09.-11.12.2019

Ein weiteres Kolonialstädtchen liegt an unserem Weg nach Norden. Laut Reiseführer ist Barichara bereits der dritte - angeblich - schönste Ort in Kolumbien ;o)

 

Wir haben Probleme einen Übernachtungsplatz zu finden, den wir mit unserem Vorderrad-getriebenen Camper ansteuern können. Die Erdwege in die abgelegenen Orte sind in schlechtem Zustand, sandig und steil. Bei Viviana in der Casa Lumo werden wir fündig. Der Platz liegt etwas ausserhalb auf einem Plateau mit herrlicher Sicht in die Ferne. 

Heute Dienstag fahren wir früh mit Viviana nach Barichara. Der Ort erwacht langsam und die ersten Läden öffnen ihre Tore. Das Städtchen liegt an einem Hang und so geht es nur auf- oder abwärts.

In der Fundación San Lorenzo - Casa de Papel wird uns der vier-monatige Prozess der Papierherstellung aus der sisalähnlichen Andenpflanze Fique erklärt. Praktisch alle Arbeitsschritte werden von Hand ausgeführt und die Endprodukte sind sehr strapazierfähig. 

Den 6km langen Heimweg machen wir zu Fuss, über die staubig-heisse Feldstrasse, entlang den trockenen Hängen mit ihren interessanten Pflanzen. 

La Playa de Belén - Parque Nacional Los Estoraques

17.-19.12.2019

Nach der ersten heissen Tropen-Nacht in der Ebene  - SCHWITZ! - zieht es uns wieder in kühlere Gefilde.

Nahe der venezulanischen Grenze - in den Ausläufern der Anden - liegt abgelegen das Kolonialstädtchen La Playa de Belén auf 1450m.

 

Fein rausgeputzt säumen die weiss-getünchten Häuschen - alle mit Weihnachtsdekoration - die exakt gelegten Kopfsteinpflaster-Strassen. Touristen sind hier selten und so kommen 'gwundrige' Dorfbewohner bei uns vorbei, um eine Foto von uns und unserem Gefährt zu schiessen.

 

Der Ort ist in Feststimmung und so schallt die halbe Nacht Musik durchs ganze Dorf. Nach drei Stunden Nachtruhe geht es wieder los. Um 04:00 morgens ruft der Pfarrer mit dröhnender Weihnachtsmusik seine Schäfchen zur Frühmesse :o(

Gleich hinter dem Ort liegt einer der kleinsten Parks Kolumbiens - Parque Nacional Los Estoraques.

Markante Sandsteinformationen - über Millionen von Jahren durch Wind und Regen geformt - ragen als Säulen in verschiedensten Formen und Farben aus dem Boden.

Wo früher die FARC-Guerilla ihr Unwesen trieb,  geniessen wir nun diese halbwüstenähnliche Gegend und kraxeln zwischen den interessanten Formationen umher.

Wir wünschen allen erholsame Festtage und ein gutes neues Jahr :o))