PANAMÁ

Panamá (26. Januar - 17. Februar 2008)

Per Flugzeug kommen wir via die USA aus der Schweiz

Panamá City

Vom 26. Januar bis 15. Februar verbringen wir unsere Ferien in Panamá wo wir von der Familie unseres Schwiegersohns herzlich empfangen werden. Mit unseren privaten "Tourguides" verbringen wir wunderbare und erholsame Tage in Panamá City. Wir besichtigen den alten Teil Casco Viejo, schlemmen Seafood im Fischmarkt, besichtigen die Oper und durch nachbarschaftliche Beziehungen von Carmen, dürfen wir sogar den Präsidentenpalast von innen besichtigen. Nach dem Besuch des Marktes (das "spezielle Hütchen" von Roby haben wir dann übrigens nicht gekauft) gibt es ein traditionelles Essen mit traditioneller Musik und Tanz.


Querida Carmen, querida Ileana

Muchas gracias por tu hospitalidad. Fue und tiempo maravilloso, nosotros esperamos poder volver a visitarte algún día y ojalá podamos viajar en "Diablo Rojo"! ;o) 

Helado hecho en Panamá

Mal was Anderes - aber auch gut und schööön kühl!!

Colón

Mit der Panama Canal Railway durchqueren wir heute das Land und fahren von Panama City am Pazifik nach Colón am Atlantik. Die Strecke geht hauptsächlich dem Panama-Kanal entlang und so haben wir einen ersten Eindruck von diesem Meisterwerk der Ingenieurskunst und Technik.

 

Dort angekommen, können wir kaum 50m in Richtung Stadt laufen. Wir werden von der Polizei angehalten und nach unseren Plänen befragt. Gut haben wir Carmen dabei - unser Spanisch hätte da wohl nicht ausgereicht!

Die Polizei rät uns ab, diese gefährliche Stadt zu besuchen (erst vor zwei Tagen sei ein Tourist erschossen worden). Da Carmens Nachbar der oberste Polizeichef von Panama ist, erwähnt sie seinen Namen und sofort kommt Bewegung in die Geschichte. Ein kurzes Telefonat und zwei Fahrradpolizisten werden abkommandiert, uns als Bodyguards zu begleiten. Diese zwei Herren warten auch schön brav vor dem Restaurant, als wir eine Kaffeepause einlegen; jedoch nicht bevor sie das Restaurant durchgecheckt haben! Leider können wir sie nicht überreden auch etwas mit uns zu trinken. So schlendern wir anschliessend unter Polizeischutz weiter durch die doch etwas heruntergekommene aber sehr interessante Stadt. 

Portobello

Nach Colón fahren wir weiter der Karibikküste entlang nach Portobello. Die Bucht, an der die Stadt liegt, wurde 1502 von Christoph Kolumbus während seiner vierten Reise entdeckt. Das historische Städtchen zählt heute zum Kulturerbe der UNESCO und es gibt einiges zu sehen.

Uns interessieren vor allem die verschiedenen Ruinen der ehemaligen Stadtverteidigung. Auf dem Kunsthandwerker-Markt erstehen wir noch drei schöne Molas. Mit einem köstlichen Abendessen aus verschiedenen Spezialitäten Panamás und einem romantischen Sonnenuntergang beschliessen wir diesen Tag und begeben uns in unser Strandhäuschen.

Durch den Panamakanal

Der Panamakanal ist eine 82 km lange künstliche Wasserstraße, die die Landenge von Panamá durchschneidet und den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet. 

Die Gelegenheit, eine der wichtigsten Wasserstrassen durchfahren zu können, lassen wir uns nicht entgehen. Zusammen mit unserer Panamá-Familie besuchen wir zuerst die Schleusen Miraflores, Pedro-Miguel und Gatún. Es ist schon wahnsinnig beeindruckend zu beobachten, wie diese riesigen Fracht- und Containerschiffe in zentimetergenauer Präzisionsarbeit von Loks in die Schleusen gezogen werden. Rechts und links bleibt nur wenig Freiraum. 

Mit einem Passagierschiff passieren wir die zwei Schleusen und geniessen anschliessend die Fahrt durch den Kanal vorbei an Regenwald und mittlerweile auch einigen Baustellen, da der Panamakanal gerade ausgebaut wird. 

Coronado

Das Wochenende verbringen wir mit der ganzen Familie im Ferienhaus in Coronado an der Pazifikküste. Es ist süsses Nichtstun angesagt und so hängen wir in den Hängematten, nehmen ab und zu ein Bad im kühlen Pazifik, stillen unseren Durst mit eigenen Kokosnüssen und freuen uns auf ein herrliches Barbecue - wenn dann mal die Glut soweit ist !! ;o) 

La Villa de los Santos / Las Tablas - Carnaval

Wir sind heute in La Villa de los Santos um den typischen 'Carnaval' zu erleben. Eine spezielle Tradition ist das Bespritzen der Besucher mit Wasser aus Tanklastwagen. Was das mit Carnaval zu tun haben soll, haben wir nicht herausgefunden, müssen wir aber unbedingt miterleben. Bei dieser Hitze kann eine Abkühlung ja nicht schaden!!

Mit unseren Freunden aus Panamá begeben wir uns (natürlich wassertauglich angezogen) auf den Hauptplatz, wo die Wasserschlacht schon begonnen hat. :o)) Laute Musik, ein kühles Bier und dazwischen immer wieder ein gehöriger Schwall Wasser, so geniessen wir diesen Tag unter den ausgelassenen eher jungen Leuten und kehren "pflotsch nass" in unsere Unterkunft zurück.

Nach dem wir wieder mit trockenen Kleidern ausstaffiert sind, fahren wir gegen Abend in die 30 km entfernte Stadt Las Tablas. Dort  ist auch schon einiges los! Jung und Alt lässt sich von den farbenfrohen Trachtengruppen zum Tanzen zu Folkloremusik animieren. 

Den Abschluss macht der farbenfrohen Umzug mit prunkvoll gestalteten Wagen und viel lauter Musik. Man könnte meinen, man sei in Río - aber es ist Panamá !

Boquete

Für zwei Tage fahren wir in das grüne Hochland im Westen von Panamá. Boquete liegt 1200 MüM und ist beliebt bei den Panaméñios und den Touristen wegen dem kühleren Klima. Auch viele Künstler zieht es in diese Gegend und so ist dieser Ort ein Gemisch aus Tradition und Moderne.

Bevor wir aber dort ankommen, machen wir noch einen Abstecher zum Vulkan Baru, den wir aber nicht besteigen, sondern nur von unten bewundern. Uns erwartet nämlich ein feines Abendessen bei Tilcia, der Schwester von Carmen, die dort schon seit über 30 Jahren in einer Villa mit einem wunderschönen Garten lebt. Ihr ganzer Stolz sind die vielen Blumen und Zitrusbäume, die in diesem Klima sehr gut gedeihen. 

Von unserem heimeligen Hotel-Bungalow aus haben wir eine tolle Sicht auf Boquete und am anderen Morgen geniessen wir unser Frühstück im Freien in Gesellschaft von Papageien und einem Tucan.

 

Querida Tilcia, muchas gracias por tu hospitalidad. Tu casa y el jardin son maravillosos y nosotros disfrutamos el tiempo contigo. :o))

Bocas del Toro

Wir verabschieden uns heute von Tilcia und Boquete und nehmen die lange aber interessante Fahrt nach Almirante in Angriff. Zuerst müssen wir wieder zurück nach David. Von dort sind es 180 km und die Überquerung der Cordillera Central bis zu unserem Wassertaxi nach Bocas del Toro. Die Aussicht auf 1200 müM ist fantastisch aber sehr sehr windig! Wir müssen aufpassen, dass es uns nicht aus den Socken haut. 

Nun geht es runter zur karibische Seite von Panamá. In Almirante warten wir geduldig im schaukelnden Wassertaxi bis zur Abfahrt.....oder bis mir schlecht wird :o(  Also wieder aussteigen und auf sicherem festen Boden warten, bis der letzte Mitreisende Platz gefunden hat. Die Überfahrt ist rasant und schon bald sitzen wir bei einem leckeren Nachtessen auf der Isla Colón.

 

10.02.2008

Heute ist eine Inselrundfahrt auf dem Programm. Mit dem Boot fahren wir zur Isla Cristóbal um dort Delphine zu beobachten. Auf der Isla Popa gehen wir schnorcheln und können im glasklaren Wasser die Fische beobachten. Das alles macht hungrig und irgendwo zwischen diesen Inseln gibt es ein Fischrestaurant auf dem Wasser, das nur mit dem Boot zu erreichen ist und dort lassen wir uns die leckeren Gerichte schmecken. 

Weiter geht es zur Red-Frog-Beach. Der Guide warnt uns vor der starken Strömung und empfiehlt uns etwas weiter hinten ins Wasser zu gehen. Doch die Strömung ist so stark, dass ich schon innerhalb kürzester Zeit den Boden unter meinen Füssen verliere und merke, dass es sehr schwierig ist, ans Ufer zurück zu schwimmen. Also schreie ich nach Roby, der hat ja schliesslich das Lebensretter-Brevet gemacht (vor Jahren)! Mit seiner Hilfe und unter Einsatz all meiner Kräfte schaffe ich es zurück. Doch oh weh, die Gefahr scheint noch nicht gebannt. Als ich mich umdrehe, sehe ich wie Sandra und Roby versuchen den in die Strömung geratenen Guillermo zu retten. Zum Glück ist Sandra auch eine super Schwimmerin und beide versuchen nun Guillermo zu helfen. Doch schnell merken sie, dass dies ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Die Strömung reisst alle drei immer weiter auf das offene Meer und langsam schwindet ihre Kraft. Zum Glück ist ein Boot in der Nähe, das ihnen zu Hilfe eilt.

Das hätte ganz schön ins Auge gehen können :o((

Nach diesem Schreck ist die Stimmung natürlich am Boden, obwohl wir alle sehr froh sind, dass nichts passiert ist. Müde fahren wir zurück und gehen früh ins Bett.

 

11.02.2008

Heute besichtigen wir noch den Ort mit den farbenfrohen Häusern, Restaurants und Boutiquen bevor wir uns auf die 600 km lange Strecke zurück nach Panamá City begeben.

Zigarren aus Panamá

Bei der Rückfahrt von Bocas del Torro kehren wir bei der Zigarrenfabrik Costa ein, die in der Nähe von Panama City aus kubanischem Tabak verschiedene Zigarren-Typen und -Grössen herstellt. Selbstverständlich kann Roby nicht widerstehen und deckt sich mit einigen Kisten der milden und sehr günstigen Glimmstängel ein.

Mit dem Flugzeug geht's zurück in die Schweiz

Panamá (28. Januar - 14. Februar 2020)

Wir per Flugzeug, der Camper mit dem Schiff, von Kolumbien kommend

Grün 2020   Rot - 2008

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Hier haben wir auf dieser Reise übernachtet
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Panamá

28.-31.01.2020

Nach unserem heutigen Flug nach Panamá beginnt unsere Reise durch Mittelamerika.

Etwas angespannt fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen von Cartagena. Bei all diesen Pleiten und Pannen der letzten Zeit trauen wir der ganzen Sache noch nicht so ganz. Aber alles klappt, das Flugzeug landet zur angegebenen Zeit und wir können Carmen - die Mutter unseres Schwiegersohnes - endlich in die Arme schliessen.

 

Zwei Tage später bekommen wir die Meldung, dass unser Camper in Colón zum Abholen bereit steht. 

Mit der Hilfe von Carmen und Dicky - ihrem Neffen - wickeln wir den Papierkram in Panamá City und Colón um einiges schneller ab und schon sind wir wieder im Besitz unseres mobilen Heims. Der Camper selbst hat die Fahrt - zum Glück - unbeschadet überstanden :o))

Darién - Anfang und Ende der Panamericana in Mittelamerika

03.-06.02.2020

Wenige Panameniós, sofern sie nicht selber im Grenzgebiet Darién wohnen, haben dieses Gebiet je betreten. Bis heute geistern Horror-Geschichten in deren Köpfen herum. Im Darién sei es gefährlich, da Schmuggler und Drogenhändler sowie Widerstandskämpfer die staatliche Ordnung und daher die persönliche Sicherheit weitgehend ausgeschaltet haben sollen.

 

Röbä möchte die Lage vor Ort selber auskundschaften und so begeben wir uns als erstes mit unserem Camper in das östlichste Gebiet von Panamá.

Der ehemals höchste Polizeichef Panamás und Nachbar von Carmen lässt seine Beziehungen spielen und will so sicherstellen, dass wir von dort auch wieder unbeschadet zurückkommen (siehe dazu auch unseren ersten Besuch in Colón im 2008).

 

Ein Teil der Strasse - bis an die Grenze zum Darién - ist übersät mit Löchern und so ruckelts ganz schön im Camper, anschliessend befahren wir perfekten Asphalt.

 

Zu unserer Überraschung säumen viele kleine Dörfer, grosse Rinder-Farmen und Teak-Plantagen die Strasse. Wir haben dichten Regenwald und wenig Zivilisation erwartet. 

 

Schnell bemerken wir, dass jeder Militärkontrollposten schon auf uns wartet. Per Funk werden wir weiter angekündigt und in Metetí bittet uns der wachhabende Soldat auf’s Militärgelände zu fahren. Jetzt steht uns eine längere Kontrolle bevor - befürchten wir!

Weit gefehlt, wir werden schon erwartet und vom ranghöchsten Militär im Darién persönlich begrüsst und eingeladen, die Nacht auf dem sicheren Kasernen-Gelände zu verbringen. Wow, wir sind beeindruckt!

Zuerst wollen wir aber noch nach Yaviza, dem Dorf am Ende und am Anfang der Panamericana im nördlichen Amerika.

Yaviza, ein kleines Dorf am Rande des Darién-Dschungels, - eingerahmt vom Río Chucunaque - ist Anfang und Ende der Panamericana im nördlichen Teil Amerikas. Bis zur Grenze Kolumbiens wären es noch ca. 80km Luftlinie durch die undurchdringliche Darién-Lücke.

Auf unserem Rundgang durch das Dorf werden wir interessiert beobachtet und immer freundlich gegrüsst. In der hintersten Ecke des Dorfes entdecken wir die Ruine des Fort San Gerónimo, das im 18 Jh. erbaut wurde und die spanischen Soldaten vor den Angriffen der Indianer und Piraten schützen sollte.

Zum Mittagessen kaufen wir uns ein Brathähnchen und machen uns auf den Rückweg ins Nachtlager auf dem Militärstützpunkt von Metetí.

Auf der Rückfahrt Richtung Panamá City biegen wir ab zum Camping am grossen Stausee Lago Bayano, wo wir ganz alleine auf einer Landzunge die friedliche Stille, das Singen und Zwitschern der Vögel und das Brüllen der Heuleraffen geniessen. So stellen wir uns das Paradies vor!

Panama City

Die Stadt - mit ihren 820‘000 Einwohnern - grenzt im Süden an den Pazifik und im Westen an den Panama-Kanal. Seit unserem letzten Besuch vor genau 12 Jahren hat sich einiges verändert.

Es sind viele zusätzliche Wolkenkratzer aus dem Boden geschossen, Panamá besitzt jetzt eine Metrolinie, das Casco Viejo/Altstadt ist praktisch vollständig restauriert - aber leider sind die typischen bunten ‚Diablo Rojo‘-Busse aus dem Stadtbild verschwunden.

Es bleiben uns noch einige Tage bis zu unserem Ferienflug in die Schweiz und Carmens Haus - im Zentrum der Stadt - ist für uns ein guter Ausgangspunkt für ein paar Ausflüge.

Wir laufen durch’s Casco Viejo und bestaunen die unglaubliche Veränderung. Es gibt nur noch ganz wenige Ruinen - alles ist fein rausgeputzt.

Um der brütenden Hitze zu entfliehen wandern wir mit Franklin, Ileana und Laura durch den Parque Natural Metropolitano und hoch bis zum Aussichtspunkt Cerro Cedro - was auch nicht ganz ohne schwitzen möglich ist!!

Mit Carmen geht es heute per Katamaran auf die Pazifikinsel Taboga. Sie liegt gerade einmal 20 km von Panama City entfernt und von den etwas über 700 Einwohnern spürt man nicht viel. Da wir leider unsere Badeanzüge zu Hause gelassen haben, gehen wir etwas Feines essen, schlendern die einzige Strasse rauf und runter und - das wars dann schon!

Mit dem Flugzeug geht's für einen Heimaturlaub in die Schweiz

Panamá (04. März - 20. Mai 2021)

Mit dem Flugzeug kommen wir während der Corona-Pandemie wieder zurück aus der Schweiz

Blau 2021  Grün 2020   Rot - 2008

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Rückreise nach Panamá

02.-04.03.2021

Wer hätte jemals gedacht, dass sich unser 6-wöchiger Heimaturlaub in der Schweiz auf 13 Monate ausdehnen würde!

 

Nachdem wir am Dienstagabend, 02. März, PCR-Tests mit Husten und Würgen hinter uns gebracht haben, bleiben uns noch 48 Std. bis zur Einreise in Panamá. Ansonsten müssten wir nochmals antraben und uns dort testen lassen.

Mittwochmittag treffen die Testresultate 'negativ' per Mail ein und entlocken uns ein kleines Juhee!

 

Unsere Zwischenlandung in Amsterdam erfordert vor dem Abflug in Zürich - obwohl nur Transit in Holland - zusätzlich einen Antigen-Schnelltest, der bis zum Abflug nicht älter als vier Stunden sein darf. Röbä kann nach längerem Surfen und Telefonieren einen Schnell-Test für 05.00 Uhr früh am Flughafen online reservieren.

 

Am Donnerstag - frühmorgens - fährt uns Guillermo nach Kloten, das Wettrennen gegen die Zeit kann beginnen.

 

Bei der Ankunft am Flughafen stellt sich nach einem Schalter-Marathon heraus, dass es inzwischen drei Orte gibt, wo in dieser Herrgottsfrühe Schnelltests durchgeführt werden - nur wir werden zum falschen Test-Center geschickt. Unser Test-Center hat man hinter den Sicherheits-Checks in einer gut versteckten Lounge im hintersten Winkel der Abflughallen eingerichtet! Damit  man diese Dienstleistung sicher nicht findet, ist sie natürlich auch nicht ausgeschildert!!

Aber auch das Einchecken ist etwas komplizierter als sonst. Am Schalter stehend müssen wir noch das Contact-Tracing-Formular für Panama online ausfüllen. Leider können wir unser Geburtsdatum dort nicht direkt  einschreiben sondern müssen für jeden Monat rückwärts einmal den Pfeil-Knopf drücken, was bei unserem Alter doch einige Zeit beansprucht ;o)

Verschwitzt und etwas ausser Puste kommen wir dann aber doch noch rechtzeitig zum Boarding!

Bei der Ankunft in Panamá sind die 48 Std. bereits seit 6 Std. abgelaufen, doch Zeitverschiebung sei dank. Auf unserem Schweizer PCR-Testzertifikat steht 16.55 Uhr und wir landen um 16.45 Uhr Lokalzeit in Panamá. Niemand merkts und somit kommen wir um einen nochmaligen Covid-Test herum - uns solls recht sein.

 

Wir sind wieder in PANAMÁ!

Panama City

04.-23.03.2021

Corona-Prevention ist allgegenwärtig. Maskentragepflicht ausser Haus, Temperatur messen beim Betreten von Läden oder Ämtern, Abstand halten und überall literweise Desinfektions-Spray für die Hände, Kleider, Taschen.... 

In der Altstadt - Casco Viejo - beziehen wir für die ersten zwei Wochen eine airbnb-Wohnung.

 

Bei 30° C draussen sitzen, ein kühles Bier, ein feines Essen im Gartenrestaurant, durch die vielen Gassen schlendern, Neues entdecken - wir geniessen das intensiv. 

Heute, 10.03.2021, gehts zum Ancon Hill, der höchsten natürlichen Erhebung von Panama City - 199m hoch.

Mit Uber lassen wir uns bis zum Eingang chauffieren. Ab jetzt läuft man in 20 Minuten hoch - wir lassen uns eine Stunde Zeit, entdecken dafür das eine oder andere. Total verschwitzt - Luftfeuchtigkeit gefühlte 100% - kommen wir oben an und geniessen den Ausblick über die Stadt.

Der Hügel und das Gebiet um den Panama-Kanal war bis 1977 Hoheitsgebiet der USA. 

Runter gehts schneller! Am Fusse des Ancon Hill liegt das Mini-Heimatmuseum Mi Pueblito. Neben einem alten Dorf aus der Spanienzeit und farbenfrohen Häusern von der afro-amerikanischen Atlantikküste Panamás kann man traditionelle Trachten in einem Museum bewundern. Wir sind die einzigen Besucher.

Da noch einige Unterhaltsarbeiten und Reparaturen an Camper und Bikes anstehen, verlängern wir unseren Aufenthalt in Panama City um einige Tage.

Wir ziehen vom gemütlichen Casco Vejo ins pulsierende Bankenviertel mit den vielen Wolkenkratzern. Im Bayfront Tower beziehen wir im 19. Stock eine Wohnung mit herrlicher Aussicht, Fitnessraum und Swimming Pool. 

Heute Samstag Nachmittag besuchen wir das Biomuseum, das vom Architekten Frank Gehry entworfen wurde.

Die bunten Dachplatten leuchten uns schon von weitem entgegen.

 

Das Museum befasst sich mit der Naturgeschichte Panamas, dessen Landenge erst vor 2.7 Mio. Jahren geschlossen wurde. Nach der Entstehung der Landverbindung fand ein grosser Austausch von Säugetieren zwischen Nord- und Südamerika statt.

Wir haben ihn wieder, aber...

08.- 23.03.2021

Gut erholt und ausgeruht machen wir uns heute Montag früh auf den Weg - voller Erwartung und auf das Schlimmste vorbereitet - unseren lange vermissten Camper beim Zollamt im Süden der Stadt freizubekommen und anschliessend beim Zollfreilager abzuholen.

 

Die nette Dame am Zoll will erst nichts wissen von einem Fahrzeug, das bei ihnen vor 13 Monaten abgegeben wurde. Okay, ist ja auch eine lange Zeit, unser Spanisch etwas eingerostet und die Kommunikation deshalb nicht so einfach ;o)

Da wir unseren Camper länger als ein Jahr in Panamá zurückgelassen haben, meint sie, könnte es auch noch  Schwierigkeiten geben. Doch mit einem handschriftlich abgefassten Brief und der Erklärung, dass eine frühere Rückreise wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, wollen wir die Obrigkeit milde stimmen. Nach zwei Stunden haben wir diese erste Hürde genommen!

 

Anschliessend gehts zu einer Versicherungs-Agentur, wo wir eine obligatorische Auto-Haftpflichtversicherung für $25/Monat lösen. Da es mittlerweile schon Nachmittag ist, verschieben wir das Abholen des Campers auf den nächsten Tag.

 

Heute Dienstagmorgen fahren wir mit der Metro in den nördlichen Teil von Panama City zum dort befindlichen Zollfreilager - und hier steht er - unser Camper, unser Heim!!

 

Nachdem wir 2'700 US$ Parkgebühr bezahlt haben - mit 200 US$ Pandemierabatt ;o) - können wir einen ersten Blick auf unser schmutziges Vehikel werfen. Ausser dass die Abdeckungen der Scheinwerfer milchig geworden sind und Luft in den Reifen fehlt, scheint aussen alles in Ordnung zu sein. Das Innere des Fahrzeugs empfängt uns mit Dreck und Modergeruch. Alles ist mit Staub, Russ, Rost und Schimmel überzogen - Betten, Tisch, Boden, Vorhänge, Schuhe, Kleider, etc. Zum Glück haben wir eine Waschmaschine in unserer Wohnung!

 

Die freundlichen Herren vom Zollfreilager helfen Röbä die Räder aufzupumpen und schon gehts los - direkt in eine Autowerkstatt.

Bei Servicios Carlos lassen wir den Zahnriemen, die vorderen Bremsscheiben und die verrostete Hupe ersetzen. 

 

Zwei Tage später beginnt das grosse Saubermachen. Wir parkieren unseren Camper bei Carmen und die nächsten Tage nutzen wir, um den Camper wieder auf Vordermann zu bringen. Dieser hat in den 13 Monaten durch die Hitze, Tropenregen und hohe Feuchtigkeit um Jahre gealtert.

 

Die Wohnkabine schreit nach einer gründlichen Reinigung. Schimmlige Schuhe, Taschen, Kleider, Vorhänge, Bettwäsche müssen gewaschen werden. Viele Gummi- und Plastikteile haben sich zersetzt, oder sind spröde geworden. 

Elektrische/elektronische Verbindungs-Stellen sind grün oxidiert, Batterien sind ausgelaufen, viele Kleingeräte funktionieren nicht mehr oder brauchen dringend Pflege. 

In den Küchen-Kästchen liegen tote Reismehlkäfer und winzige Ameisen defilieren an meinen Augen vorbei - zum Glück keine Spur von Mäusen und Ratten!!

 

Hinzu kommt, dass wir in den 13 Monaten vergessen haben, wo was wie eingerichtet war, welches Kabel zu welchem Gerät führt und in welcher Ecke welche Wertsachen versteckt sind :o/

Auch stottert der Kühlschrank und die Klima-Anlage ist schon seit Kolumbien tot, als Röbä sie mit 400V zum Schweigen brachte. Die Hoffnung mit einem mitgebrachten Ersatzteil diese wieder zum Leben zu erwecken, hat sich leider nicht erfüllt.

Also fahren wir zu einem Dometic-Vertreter und hoffen, dass sie ihre Geräte reparieren können. Leider weit gefehlt. Für die Klima-Anlage versuchen sie Ersatzteile irgendwo auf der Welt aufzutreiben und den Kühlschrank stecken sie nach einiger Zeit mit Reinigungs-Spray in Brand.

Zum Glück schaut Röbä den 'Spezialisten' wie immer über die Schultern und kann geistesgegenwärtig den Brand mit unserem Feuerlöscher ausmachen - nichts passiert, aber auch nichts geflickt!

 

Auch unsere Bikes haben gelitten. Luftleere Reifen, gebrochene Speichen, klemmende Bremsen, knarrende Tretlager….ein Fall für einen gründlichen Service bei einem Venezolanischen Fachmann. 

Es gibt noch einiges zu erledigen, trotzdem - UNSERE REISE KANN WIEDER BEGINNEN!!

Coronado

23.-29.03.2021

Wir können es noch nicht richtig fassen, aber wir sind wieder auf Achse. Wir fahren 90km nach Westen in Richtung Costa Rica. In Coronado finden wir glücklicherweise einen offenen Camping. Da wir die einzigen Gäste sind, haben wir viel Platz um unseren Camper neu einzuräumen, die verschimmelte Sonnenstore zu reinigen und einige weitere Unterhalts- und Reparaturarbeiten zu erledigen. Eine Biketour an den Pazifik lockert unseren Arbeitsalltag etwas auf.

Die umliegenden Mango-Bäume lassen immer wieder reife Früchte fallen, in die wir zum Frühstück herzhaft beissen können.

El Valle de Antón

29.03.-02.04.2021

Auf der geschäftigen Panamericana fahren wir weiter Richtung Westen - unser Ziel El Valle de Antón in der Provinz Coclé.

Der Ort liegt im grössten besiedelten Vulkankrater der Erde auf 600müM. Die Hänge sind teilweise bedeckt mit dichtem Regenwald.

Wir haben etwas Schwierigkeiten einen Übernachtungsplatz zu finden, denn wegen Covid ist noch vieles geschlossen. Dafür ist das Klima hier in der Höhe um einiges angenehmer. 

Noch sitzen wir unten im Krater und schauen hoch zur La India Dormida/Die schlafende Indianerin - einer der vielen Kraterspitzen um uns herum. Es sind ja nur 350 Höhenmeter, die machen wir noch schnell vor dem Mittagessen ;o)

 

Nachdem wir je 3 US$ Parkeintritt bezahlt haben, geht es gemütlich bis zum Piedra Pintada/Bemalten Stein - einem grossen Stein mit Petroglyphen.

Der Weg ab jetzt hat es aber in sich. Steil - manchmal sogar fast senkrecht - über hohe Stufen klettern wir schnaubend und ächzend vorbei an ein paar kleinen Wasserfällen. Ein- oder zweimal kann ich das Schimpfen nicht ganz verkneifen - aber nützt ja nichts. Kurz vor dem Gipfel setzt Nieselregen ein und Nebelschwaden ziehen über den Kraterrand. Trotzdem haben wir von hier oben einen wunderbaren Blick auf das unter uns liegende El Valle.

Runter gehts immer und auch einfacher! Genau so kommt es mir vor - man läuft oder man rollt :o( 

Schnurgerade geht's bergab über Fels und Geröll. Da freuen wir uns jetzt schon auf den morgigen Muskelkater!!

Das Osterwochenende steht vor der Türe und der Camping füllt sich langsam mit Partywilligen. Wie immer an Wochenenden werden nun grosse Lautsprecher in Betrieb genommen und es wird schmerzhaft laut.

 

Wir haben keine Lust auf drei schlaflose Nächte in Musik geschwängerter Höhenluft und machen uns wieder auf ins Tal, ins kleine stille Pocrí.

Pocrí

02.-08.04.2021

Zweimal die gleiche Strasse fahren ist nicht unser Ding, also wählen wir eine andere Strasse zurück zur Panamericana. Doch nach zehn Minuten müssen wir leider wieder umdrehen, denn die Strasse - obwohl geteert - ist so steil, dass unsere Räder durchdrehen - schade! Also dann halt auf der gleichen Strecke wieder zurück ins Tal.

 

In Pocrí dürfen wir unseren Camper in den Garten von Virlinda und Fernando stellen. Die beiden sind ein Teil unserer grossen Familie in Panamá. Hier teilen wir die Mango-, Tamarinden- und Ciruela-Bäume mit einem flinken Eichhörnchenpaar und geniessen die ruhigen Ostertage. 

Matito - ein alter Freund der Familie - steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Er zeigt uns die Umgebung, fährt mit Röbä zum 40km entfernten Zoll, um das Camper-Visum nochmals um 30 Tage zu verlängern und stellt uns seinen - über ganz Pocrí verstreuten - Familien-Mitgliedern vor.

Abends sitzen wir mit ihm bei unserem Camper und lauschen bei einem Bierchen seinen Geschichten aus seinem bewegten Leben. 

Traditionelle Masken von der Peninsula Azuero

In Parita schauen wir dem bekanntesten Maskenhersteller Panamas über die Schultern.

Ton, Papierfetzen verschiedener Qualität, Kleister, Farbe und Lack sind die Zutaten, mit denen Dario López diese farbenfrohen teufelsähnlichen Masken herstellt.

Die Masken sehen je nach Dorf anders aus und tragen andere Merkmale. Kleine Details wie die Position der Zunge, die Anzahl der Hörner oder die Länge der Ohren haben eine Bedeutung und müssen genau stimmen. Zum Schluss werden die Kunstwerke mit mehreren Schichten Farbe und Lack bemalt. 

Fronleichnam und Karneval finden traditionelle Umzüge statt, bei denen rot-schwarz gekleidete Teufel mit ihren demonenhaften Pappmaché-Masken zur traditionellen Musik tanzen und mit einem Stock im Takt auf eine Tierblase schlagen.

Guánico

08.-19.04.2021 

Die Península de Azuero ist bekannt für die vielen Surf-Strände und natürlich auch für ihren Karneval. Für Letzteren sind wir zu spät, haben ihn aber schon bei unserem ersten Panamá-Besuch 2008 ausgiebig genossen.

 

Unsere Fahrt führt uns heute direkt in den südlichsten Punkt der Halbinsel. Die ersten zwei Campingplätze, die wir ansteuern, müssen wir wegen zu hohen Regenwasser-Gräben und den zu steilen, sandigen Zufahrten links liegenlassen. Der Himmel bedeckt sich und die ersten Regentropfen fallen. So landen wir am späteren Nachmittag ungeplant an der Playa Guánico - bei Nico einem Schweizer - direkt am grauverhangenen Pazifik.

 

Am anderen Morgen strahlt die Sonne wieder mit geballter Kraft, die Temperaturen kraxeln auf 33°C und wir schwitzen vor uns hin.  

Ausser einer Handvoll Surfern ist der Strand hier menschenleer. 

Wandern, Biken, Lesen, Sudoku lösen, den Pelikanen beim Fischen und den Surfern beim Wellenreiten zusehen sowie Nichtstun sind für 10 Tage unsere Lebensinhalte hier.

Gehen die Mangos, Papayas oder Maracujas aus, schwingen wir uns auf die Bikes und sammeln die köstlichen Früchte auf den Feldwegen vom Boden auf.

 

Ab und zu prasselt ein kühlender Tropen-Regen auf uns nieder, der jedoch bald wieder von Sonnenschein abgelöst wird.

Die Nächte sind meistens schwül-warm. Glücklicherweise hat uns Röbä mit zwei Ventilatoren eine Ersatz-Klimaanlage gebastelt, so dass wir unseren wohlverdienten Schönheitsschlaf trotzdem geniessen können.

Heute Donnerstag scheinen Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Hochzeitstag aufeinander zu fallen. Vor unserem Camping hält ein Lastwagen, beladen mit grauen Plastiksäcken. „Ah, die Kehrichtabfuhr ist da!", sage ich zu Röbä.

Doch weit gefehlt. Dies ist die Corona-bedingte staatliche Lebensmittelversorgung für Menschen auf dem Lande. Zu unserer Verwunderung und trotz unserer anfänglichen Ablehnung werden auch uns zwei dieser Säcke in die Hand gedrückt.

Der Inhalt:

 

9kg Reis, 2kg Spaghetti, 1kg Salz, 1kg Mehl, 2 lt Oel, 1,7kg Maispulver, 2kg Linsen, 1kg Kaffee, 1kg Rohzucker,

4 Büchsen Ton, 2 Büchsen Tomatenpaste, 4 Suppenbeutel, 2 Tomatensaucen

  

HERZLICHEN DANK PANAMÁ!!

Da wir nicht so grosse Esser sind, werden wir einiges davon weiter verschenken :o)

Laguna La Yeguada

20.-25.04.2021

Nach schwül-heissen Tagen - Beine und Arme zerstochen von winzigen 1mm kleinen Fliegenbiestern - suchen wir Abwechslung in den kühlen Bergen. Auf einem Flickenteppich aus Teer schaukeln wir über Ocú nach Santiago de Veraguas. Hier nisten wir uns auf einem Rastplatz zwischen den grossen Lastwagen für die Nacht ein.

Am anderen Morgen fahren wir nach San Francisco zur offensichtlich zweitältesten Kirche Panamás - 1630 erbaut. Leider ist sie wegen Covit geschlossen.

Noch sind es 50km und 500Hm bis zur Laguna La Yeguada. Bis hierher hat es der Teerwagen leider noch nicht geschafft. Grosse, tiefe Löcher ziehen sich quer über die Fahrbahn.

Nach zwei Stunden ist der Spuck vorbei - wir sind oben. Dem Himmel sei Dank, die Wolken entleeren sich erst als wir bei einem gemütlichen Apéro sitzen :o)

Eine Biketour rund um die Lagune entpuppt sich als steile Berg- und Talfahrt über vom Regen aufgeweichte Natursträsschen durch dichten Wald, wo wir nach halber Strecke im tiefen Schlamm stecken bleiben. Für heute reicht es!

Am andern Morgen, zweiter Versuch, neues Abenteuer!

Diesmal wollen wir die halbleere Laguna entlang ihrer Ufer umwandern. Da es kaum offizielle Pfade gibt, sind Pfadfinder Röbä zusammen mit der Camping-Hündin Gina verantwortlich für die sichere - ca. 6 km lange - Umrundung. Immer wieder müssen wir die steilen, sandig-rutschigen Uferwände der Laguna-Zuflüsse auf allen Vieren bezwingen. Gina nimmt‘s gelassen, schaut uns - wahrscheinlich lächelnd - zu und denkt sich: „Ach, diese Touristen!“

Für den letzten Teil quetschen wir uns durch das Unterholz des dichten Waldes und folgen der Hündin durch ein hohes Schilffeld. Sie hat anscheinend gemerkt, dass wir etwas ratlos Ausschau nach einem Ausgang halten ;o))

Anlasser-Reparatur in Santiago de Veraguas

Nachdem der Anlasser unseres Campers fernab von der Zivilisation mehrmals leer durchgedreht hatte, legten wir zur Sicherheit einen Stopp bei einem Auto-Elektromechaniker in der nächst grösseren Stadt - in Santiago de Veraguas - ein.

Innerhalb 30min war der Anlasser ausgebaut, das Ritzel als Fehlerquelle identifiziert und ein entsprechendes Ersatzteil in der 250km entfernten Hauptstadt - Panama City - ausfindig gemacht. 

In spätestens 48Std würde das Teil in Santiago eintreffen. Solange wollten wir jedoch nicht warten und liessen den unzuverlässigen Anlasser wieder einbauen. ‚Wer nichts wagt, der nichts gewinnt!‘, sagten wir uns und fuhren für eine Woche in die Berge zur Laguna Yeguada.

Glücklicherweise blieben wir nicht stecken und bei unserer Rückkehr nach Santiago geht‘s nun ruckzuck-zackzack und der reparierte Anlasser macht wieder ‚Dienst nach Vorschrift‘. 

Playa Las Lajas

26.04.-05.05.21

Das heisse Santiago de Veraguas hinter uns lassend, peilen wir unser nächstes Ziel an, die Playa Las Lajas.

Dieser Strand soll einer der schönsten und mit einer Länge von 12km der längste von Panamá sein. Leider ist vieles geschlossen und die Gebäude sind zum grossen Teil in einem desolaten Zustand. Wir finden ein offenes Rancho/Platz am Strand und können hier für 10$ die Nacht bleiben - inklusive Plumsklo, Duschen mit Eimern aus der Zisterne und lauter Musik.

So ganz happy sind wir nicht, aber besser als gar nichts. Nachdem wir uns eingerichtet haben, machen wir uns zu Fuss auf, die abgelegeneren Strandabschnitte weiter westlich zu besichtigen und werden fündig.

Bei den Beach-Cabañas & Camping bezahlen wir zwar mehr als das Doppelte, dafür ist es hier ruhig und der wunderschöne - bei Ebbe 250m breite - Strand liegt direkt vor uns.

Bei der Rückkehr zu unserem Camper hat sich inzwischen nicht nur das Volumen der Musik massiv erhöht, auch der Alkoholpegel des Besitzers und seiner Gäste sorgt für ein nicht mehr ganz sicheres Stehen. Wir ziehen um! 

Wir planen auch hier wieder etwas länger zu bleiben, da wir in 10 Tagen unseren TIP/Aufenthaltsgenehmigung für den Camper erneuern müssen. In Panamá muss das Reisen mit dem eigenen Fahrzeug genau geplant werden, da man alle 30 Tage den TIP erneuern muss und es aber nur drei Orte dafür gibt - Panama City, Divisa und David.

So geniessen wir das warme, luftige Strandleben, machen ausgedehnte Strandspaziergänge und gehen sogar einmal im Pazifik baden! Da es kaum Mücken oder andere Stecher/Sauger hat und vom Meer her immer ein kühler Wind weht, ist es während der Woche sehr angenehm hier.

Am Wochenende füllen sich die Cabañas/Strandhäuschen und die unzähligen Musikboxen leisten bis tief in die Nacht Schwerstarbeit und rauben uns den Schlaf :o(

Bei den täglichen Strandspaziergängen gibt es einiges zu entdecken: Schildkröteneier, Strandwürmer, die fantasievolle Muster im Sand hinterlassen, Muscheln auf Treibholz und die emsigen roten Geisterkrabben, die bei Ebbe ohne Pause die oberste dünne Sandschicht nach organischer Nahrung durchsieben. 

Unterhalts- und Reparaturarbeiten an der Playa Las Lajas

Alle Zeit der Welt und eine wunderbare Strandumgebung - was will man mehr, um noch offene Unterhalts- und Reparaturarbeiten anzugehen ;o)

Wie viele andere Kunststoffteile auch, beginnt sich die Dachlucke in der ‚Küche‘ aus Altersgründen in ihre Bestandteile zu zerlegen. Auch eine Ecke des 'Esszimmer'-Fensters hat Schaden genommen, vermutlich Mango-Schlag :o)

Beides reparieren wir mit Glasfasern und Epoxy.

Nachts um 01.00 Uhr schlägt das zum Stromwächter umfunktionierte Smart-Phone Alarm - Stromunterbruch!

Am nächsten Morgen wissen wir auch wieso …. eine tropfende Abwasserleitung hat unseren Transformator unter Wasser gesetzt und einen Kurzschluss erzeugt. Die Kabelrolle und der Transformator sind beschädigt. Da wir noch ein paar Tage an diesem abgelegenen Ort bleiben und unseren Gas-Tank schonen wollen, müssen wir für eine neuerliche Stromversorgung selbst Hand anlegen.

Später - in David - lassen wir den Transformator von Profis nochmals überholen. 

Boquete

06.-19.05.21

Wieder zieht es uns quer übers Land in die Berge. Das kleine Städtchen Boquete, das wir schon 2008 besucht haben, liegt in der Provinz Chiriquí auf 1080müM. Auf dem Camping erfahren wir, dass wir seit März 2020 die ersten Camper sind.

Die grüne Oase mit frühlingshaften Temperaturen ist sehr beliebt bei Rentnern aus USA und Europa. Wir werden schon mal mit einem zünftigen Regenguss und Faserpelz-Temperaturen um die 20° begrüsst! Offenbar treibt In der Regenzeit - April bis Oktober - feuchte Luft vom Atlantik über die Kordilleren hierher und verwandelt sich in einen feinen Sprühregen. Es vergeht kaum ein Tag, wo wir nicht von dieser Abkühlung profitieren dürfen ;o)

 

Obwohl es in Boquete und Umgebung nicht viel Spektakuläres zu sehen gibt, wollen wir aus nostalgisch-familiären Gründen hier nochmals etwas Zeit verbringen.

Der Himmel ist ausnahmsweise blau mit wenigen Wolken. Ein guter Tag um mit den Bikes die weitere Umgebung zu erkunden und zum Wasserfall San Ramon auf 1430m hoch zu strampeln. Aber nass werden wir dann trotzdem noch - nicht vom Wasserfall. Auf der Rückfahrt verdüstert sich der Himmel und schon bald fallen die ersten Tropfen. 

In der Umgebung von Boquete liegen einige Dörfer von Ureinwohnern, der Ngöbe Buglé. Sie sind eines von sechs verbliebenen indigenen Völker in Panamá.

Sie bewahren ihre traditionelle Kultur, sprechen ihre eigene Sprache und die Frauen und Mädchen tragen farbenfrohe Kleider mit bunten Bordüren. 

Unterhalts- und Reparaturarbeiten in Boquete

Auch in Boquete läuft uns die Zeit nicht davon und so bietet es sich an, weitere kleinere Unterhalts- und Reparaturarbeiten durchzuführen. 

Die Saugnäpfe unserer WiFi-/WLAN-Antenne spüren ihr Alter. Damit der Wind das Ding trotzdem nicht vom Dach weht, näht Ursi zwei Sandsäcke zur Stabilisierung. Auch kriegen unsere vier Whisky-Gläser wieder ein handgenähtes Etui als Klapper- und Kratz-Schutz.

Die Kunstleder-Rückwand unseres ‚Schlafzimmers‘ weist inzwischen Kratzer auf und wir möbeln das Ganze mit einem Lederband wieder auf. Da dazu die Matratzen entfernt werden müssen, bietet sich auch eine Rochade der durchgelegenen Bett-Latten an.

Der Schalter der ‘Keller‘-Lampe hat vermutlich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit den Geist aufgegeben. Ich kann ihn glücklicherweise mit einem Schalter aus der lokalen Ferreteria/Eisenwarengeschäft ersetzen.

Die ramponierte Abwasserleitung, die unseren Spannungs-Transformator unter Wasser gesetzt hat, muss ich überholen.

David

David ist die Hauptstadt der Provinz Chiriquí, hat etwa 85‘000 Einwohner und liegt direkt an der Panamericana. Dort wollen wir unseren Transformator überholen lassen.

Mit Regenjacke und -schirm versehen nehmen wir für 20US$ ein Taxi und fahren 40km und 1000 Höhenmeter runter nach David. Bei der Ankunft schlägt uns die Hitze entgegen und den Regenschirm können wir auch im Rucksack lassen. David ist die heisseste Stadt Panamas mit selten unter 30°C.

 

Nach dem Abliefern des Trafos spazieren wir durch das Zentrum zurück zum Busbahnhof, um für 3.50US$ mit dem Bus zurück nach Boquete zu fahren.

 

Zum Abholen und Austesten des Transformators fahren wir vier Tage später mit unserem Camper nach David. Das professionell überholte Ding funktioniert - wir können unseren Camper wieder an ein 120V-Netz hängen - super !

Fahrt zur karibischen Grenze Panama/Costa Rica

19./20.5.2021

170km auf und ab, über enge löchrige Strassen, vorbei an unzähligen Baustellen - die Strasse an die karibische Grenze Panama/Costa Rica wird gerade neu geteert - überqueren wir die Cordillera de Talamanca und erreichen bei strahlendem Wetter Almirante. Obwohl nur ein kleines Kaff mit wenigen staubigen Strassen ist Almirante der Haupthafen für Boote, die normalerweise unzählige Touristen zur Insel-Gruppe Bocas del Toro (siehe unseren Blog, Panama 2008) schippern. Auch hier steht zurzeit praktisch alles still.

 

Der angepeilte Übernachtungsplatz hat die Corona-Pandemie offensichtlich nicht überstanden und so müssen wir einen anderen Ort für die Nacht suchen. Ein paar junge Burschen wittern ein kleines Geschäft und schon werden wir an Richi weiter vermittelt, der noch ein freies Stück Garten für 5US$/Nacht zu vermieten hat. 

Nach einer feucht-warmen Nacht werden wir heute Donnerstagmorgen um 03.30 Uhr von krähenden Hähnen zum ersten Mal geweckt. Da die 45km zur Grenze von Costa Rica in einer Stunde zu schaffen sind, drehen wir uns nochmals auf die andere Seite. 

07.45 Uhr blubbert unsere Kaffeemaschine und wir lassen uns die letzten Emmi-Joghurts aus dem Rey-Supermarkt schmecken.

 

Dann kann es losgehen. Aber schon nach kurzer Fahrt werden wir von einem Polizisten angehalten. Vor uns stehen ein schwerer Abschlepp-Wagen sowie ein Kran-Laster quer über die Strasse. Diese müssen einen verunfallten Lastwagen eine Urwaldböschung hochziehen, was einige Zeit beansprucht.

 

Die Ausreiseformalitäten in Guabito/Panamá gehen dafür zügig über die Bühne.

 

 

Typische Getränke, typisches Essen in Panamá

  1. Guacho de Marisco - flüssiger Risotto mit Meeresfrüchten
  2. Tamal de olla, Arroz con Pollo, Chicharrón, Carimallola de Yuca y Ropa vieja - sehr lecker und sehr typisch!
  3. Caimito - Frucht eines tropischen Obstbaumes
  4. Patacones con Pollo - Gemüsebananenkörbchen gefüllt mit Huhn an Tomaten-Koriandersauce
  5. Jocote oder auch Ciruela/Pflaume genannt....
  6. ....haben eine feste Schale, grosser Kern und wenig Fruchtfleisch. Sie schmecken süss-säuerlich und sind reich an Vitamin C
  7. Tortilla de Maíz - gebratener Maisfladen, wird gerne zum Frühstück gegessen. Die panamaische Tortilla unterscheidet sich sehr von der mexikanischen und mittelamerikanischen Tortilla
  8. Unsere zwei Lieblingsbiere
  9. Arroz con Guandú, Tamales con Pollo y Plátanos en tentación - Typische Mahlzeit in Panama
  10. Tamarindenbaum....
  11. ....für Saft Fruchtfleisch herausschälen....
  12. ....mit braunem Zucker in kochendes Wasser geben. Über Nacht ziehen lassen....
  13. ....absieben und geniessen. Ist gut für die Verdauung.
  14. Chirimoya Frucht....
  15. ....mit weissem saftigem und leicht säuerlichem Fruchtfleisch.

Fazit Panamá

Panamá, das Verbindungsland zwischen Süd- und Mittelamerika wird vom Panamakanal durchtrennt. Diese wichtige Schifffahrtsroute verbindet den Atlantik mit dem Pazifik.

Panamá ist mit 75‘500km2 fast doppelt so gross wie die Schweiz, hat aber nur halb so viele Einwohner. Obwohl das Land nicht überladen mit Sehenswürdigkeiten ist, haben wir uns Zeit gelassen und auch Orte abseits der Touristenrouten besucht.

 

In den gesamthaft 117 Tagen haben wir festgestellt, dass…. 

  • Panamá ein sehr sauberes Land ist und selten Abfall rumliegt. 

  • es praktisch ein Raucher-freies Land ist. 

  • Panamá das erste Land auf unserer Reise ist, wo das Fahrzeug in den Pass des Halters einstempelt wird. Der Halter darf somit das Land ohne sein Fahrzeug nicht verlassen (ausser er deponiert es beim Zoll).

  • hier sehr viele Geschwindigkeitskontrollen, vor allem auf der Panamericana, durchgeführt werden. 

  • die Panameños den Motor ihres Autos nur ungern abschalten. Sei es für Einkäufe, Geldbezüge, auf jemanden warten, etc. - bis zu 15-20min wird die Luft weiter verpestet. 

  • die Autos nur hinten eine Nummer haben.

  • alle Fensterscheiben bei den meisten Autos ringsherum abgedunkelt sind.
  • sie am Morgen jeweils ihre Dieselfahrzeuge mehrere Minuten vorwärmen.

  • am Wochenende laute Musik bis tief in die Nacht die Luft schwängert und die Menschen um den Schlaf bringt. 

  • sie sehr viel Plastikgeschirr und –besteck in Restaurants und Freizeitanlagen benützen. 

  • das Internet kleinere Orte gar nicht, nur unzuverlässig oder schwach erreicht.

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