Wir haben ihn wieder, aber...

08.- 23.03.2021

Gut erholt und ausgeruht machen wir uns heute Montag früh auf den Weg - voller Erwartung und auf das Schlimmste vorbereitet - unseren lange vermissten Camper beim Zollamt im Süden der Stadt freizubekommen und anschliessend beim Zollfreilager abzuholen.

 

Die nette Dame am Zoll will erst nichts wissen von einem Fahrzeug, das bei ihnen vor 13 Monaten abgegeben wurde. Okay, ist ja auch eine lange Zeit, unser Spanisch etwas eingerostet und die Kommunikation deshalb nicht so einfach ;o)

Da wir unseren Camper länger als ein Jahr in Panamá zurückgelassen haben, meint sie, könnte es auch noch  Schwierigkeiten geben. Doch mit einem handschriftlich abgefassten Brief und der Erklärung, dass eine frühere Rückreise wegen der Corona-Pandemie nicht möglich war, wollen wir die Obrigkeit milde stimmen. Nach zwei Stunden haben wir diese erste Hürde genommen!

 

Anschliessend geht’s zu einer Versicherungs-Agentur, wo wir eine obligatorische Auto-Haftpflichtversicherung für $25/Monat lösen. Da es mittlerweile schon Nachmittag ist, verschieben wir das Abholen des Campers auf den nächsten Tag.

 

Heute Dienstagmorgen fahren wir mit der Metro in den nördlichen Teil von Panama City zum dort befindlichen Zollfreilager - und hier steht er - unser Camper, unser Heim!!

 

Nachdem wir 2'700 US$ Parkgebühr bezahlt haben - mit 200 US$ Pandemierabatt ;o) - können wir einen ersten Blick auf unser schmutziges Vehikel werfen. Ausser dass die Abdeckungen der Scheinwerfer milchig geworden sind und Luft in den Reifen fehlt, scheint aussen alles in Ordnung zu sein. Das Innere des Fahrzeugs empfängt uns mit Dreck und Modergeruch. Alles ist mit Staub, Russ, Rost und Schimmel überzogen - Betten, Tisch, Boden, Vorhänge, Schuhe, Kleider, etc. Zum Glück haben wir eine Waschmaschine in unserer Wohnung!

 

Die freundlichen Herren vom Zollfreilager helfen Röbä die Räder aufzupumpen und schon geht’s los - direkt in eine Autowerkstatt.

Bei Servicios Carlos lassen wir den Zahnriemen, die vorderen Bremsscheiben und die verrostete Hupe ersetzen. 

 

Zwei Tage später geht’s ans grosse Saubermachen. Wir parkieren unseren Camper bei Carmen und die nächsten Tage nutzen wir, um den Camper wieder auf Vordermann zu bringen. Dieser hat in den 13 Monaten durch die Hitze, Tropenregen und hohe Feuchtigkeit um Jahre gealtert.

 

Die Wohnkabine schreit nach einer gründlichen Reinigung. Schimmlige Schuhe, Taschen, Kleider, Vorhänge, Bettwäsche müssen gewaschen werden. Viele Gummi- und Plastikteile haben sich zersetzt, oder sind spröde geworden. 

Elektrische/elektronischen Verbindungs-Stellen sind grün oxidiert, Batterien sind ausgelaufen, viele Kleingeräte funktionieren nicht mehr oder brauchen dringend Pflege. 

In den Küchen-Kästchen liegen tote Reismehlkäfer und winzige Ameisen defilieren an meinen Augen vorbei – zum Glück keine Spur von Mäusen und Ratten!!

 

Hinzu kommt, dass wir in den 13 Monaten vergessen haben, wo was wie eingerichtet war, welches Kabel zu welchem Gerät führt und in welcher Ecke welche Wertsachen versteckt sind :o/

Auch stottert der Kühlschrank und die Klima-Anlage ist schon seit Kolumbien tot, als Röbä sie mit 400V zum Schweigen brachte. Die Hoffnung mit einem mitgebrachten Ersatzteil diese wieder zum Leben zu erwecken, hat sich leider nicht erfüllt.

Also fahren wir zu einem Dometic-Vertreter und hoffen, dass sie ihre Geräte reparieren können. Leider weit gefehlt. Für die Klima-Anlage versuchen sie Ersatzteile irgendwo auf der Welt aufzutreiben und den Kühlschrank stecken sie nach einiger Zeit mit Reinigungs-Spray in Brand.

Zum Glück schaut Röbä den 'Spezialisten' wie immer über die Schultern und kann geistesgegenwärtig den Brand mit unserem Feuerlöscher ausmachen - nichts passiert, aber auch nichts geflickt!

 

Auch unsere Bikes haben gelitten. Luftleere Reifen, gebrochene Speichen, klemmende Bremsen, knarrende Tretlager….ein Fall für einen gründlichen Service bei einem Venezolanischen Fachmann. 

Es gibt noch einiges zu erledigen, trotzdem - UNSERE REISE KANN WIEDER BEGINNEN!!