Lissabon - Sintra

5.-11.10.2020

Mit der Eisenbahn Alfa Pendular - Pendant zum französischen TGV - düsen wir mit bis zu 250 Km/h von Coimbra runter nach Lissabon.

Die Stadt ist auf sieben steilen Hügeln erbaut, was unsere Knie und Waden bei unserem ersten Stadtrundgang zu spüren bekommen. Bei unserem letzten Besuch - 2013 - war das noch kein Thema - so wird man langsam älter!!  

 

Wir konzentrieren uns bei diesem Besuch weniger auf Sehenswürdigkeiten sondern laufen einfach unseren Nasen nach - Treppen rauf und Gassen runter - bis wir uns irgendwo müde in ein gemütliches Strassen-Café setzen und dem Treiben der wenigen Menschen zusehen.

Wegen Corona ist die Stadt nicht überlaufen. Die berühmten gelben 'Trämli' und die zahlreichen Restaurants sind nur mässig besetzt und wir müssen - ausser vor dem Supermarkt - nirgends anstehen! 

Wieder unzählige Stufen und steile Gassen geht es heute Schweiss treibend hoch zur Burg - Castelo São Jorge. 

Die Burg wurde von den Mauren gebaut. 1147 ging sie - im Zuge der christlichen Rückeroberung - an Alfons ll. 1755 wurde die Burg beim Erdbeben von Lissabon weitgehend zerstört. Dank umfangreichen Restaurierungen kann man heute den Festungswall, den Keep und weitere andere Türme besteigen.

Die Aussicht über Lissabon ist fantastisch! 

Was wir bei unserem letzten Besuch im 2013 nicht geschafft haben, wollen wir diesmal nachholen. Heute steht eine Palast-Tour in Queluz und Sintra auf dem Programm.

 

Eine der grössten Rokoko-Schlossanlagen Europas - das 'portugiesische Versailles' - befindet sich in Queluz.

Von 1654 bis 1807 wurde der Palast von der königlichen Familie als Sommerresidenz genutzt.

 

Normalerweise wäre hier bei der Öffnung um 09:00 Uhr schon Schlange stehen angesagt. Wegen Corona haben wir das ganze Schloss für uns alleine - Virus sei Dank.

 

Wir schlendern vom Ballsaal zum Thronsaal, durch Schlaf-, Ess- , Musikzimmer.... und gelangen über die elegante Löwentreppe in den Garten, wo wir über den mit Azulejos getäferten Kanal staunen. Er wurde speziell für die 16-jährige Kronprinzessin Maria I. angelegt, die die Bootsfahrten auf dem gestauten Kanal liebte.

In unserem Reiseführer steht, dass Sintra hoffnungslos mit Touristen überfüllt sei, ein absolutes Verkehrschaos herrsche und dass man lange für eine Fahrgelegenheit anstehen müsse, um zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu gelangen.

 

Zurzeit ist der Spiess umgedreht - ein Parkplatz für unser Auto ist schnell gefunden und schon sind wir umringt von Tuk-Tuk-Fahrern, die uns eine Rundfahrt anbieten wollen. Da vor kurzer Zeit die Zufahrt zu den Sehenswürdigkeiten für private PWs gesperrt wurde, besteigen wir eines dieser Gefährte, nicht aber ohne den horrenden Fahrpreis runtergehandelt zu haben! 

Mitten in der Altstadt von Sintra erblicken wir zwei konische Türme, die aus den Dächern eines weissgetünchten herrschaftlichen Gebäudes ragen. Sie gehören zum königlichen Nationalpalast – Palácio Nacional de Sintra und sind die Schornsteine der riesigen Palastküche. 

Auf einer steilen, engen und kurvenreichen Strasse geht es nun hoch zum Eingang des Palácio Nacional da Pena. Oben angekommen entscheiden wir uns aber gegen einen Besuch, denn ein steiler 15-minütiger Fussweg vom Schloss-Tor zum eigentlichen Schloss lässt mein Knie zurzeit nicht zu.

So geniessen wir den Blick von der Ferne auf das bunte Fantasieschloss, das im 19. Jh. Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha, der Gemahl der portugiesischen Königin, hoch über Sintra erbauen liess.

Etwas tiefer liegt das Castelo dos Mouros. Die maurische Burg aus dem 10. Jh. schmiegt sich eng an die Granitfelsen und war somit gut getarnt.

Viel Fantasie bewies auch der Millionär und Exzentriker António Augusto Carvalho Monteiro. Er liess 1910 die Schlossanlage Quinta da Regaleira nach seinen Entwürfen erbauen.

Palast und Kapelle sind eingebettet in einen grosszügigen Park mit Seen, Grotten, Brunnen, Brücken, unterirdischen Tunnelsystemen und einem Tennisplatz.

Die verbleibende Zeit des heutigen Ausflugs verbringen wir in diesem interessanten Park in Sintra.