GRANDE ANGOLA von Grimaldi Line

Gebaut 2008

Länge 211 m

Breite 32.25 m

Höchstgeschwindigkeit 19 Knoten/35 kmh

 

Lademöglichkeit: 3890 Autos und 1'360 Container.

 

6 Kabinen ohne Fenster für je 2 Passagiere, Dusche/WC, kleiner Aufenthalts- und Fitnessraum.

 

Gegessen wird in der Offiziersmesse mit dem ‚Comandante‘ und den Offizieren. Der ‚Comandante‘ begrüsst uns am Mittag immer mit „Gut morning, gut apetait!“ – was so viel heisst wie: „Guten Morgen und guten Appetit!“ Jeder Passagier hat pro Tag drei Getränke zur Verfügung (1.5l Wasser, 2dl Rot- oder Weisswein, 3dl Cola oder Orangina). (Brasilianisches) Bier oder Red Label kosten zusätzlich  separat – 1 bzw. 25 Euro.

 

Das Schiff wird von einem Verbrennungs-Motor mittels einer 4m grossen Schraube angetrieben. Drei Stockwerke hoch, mit acht Zylindern (Kolben-Hub 3m) ausgestattet, verbraucht das laute Ungetüm ca. 2 Tonnen Treibstoff pro Stunde (bei 17 Knoten oder 31km/h). 2000 Tonnen davon (schwefelarmer Schiffsdiesel für die europäischen Strecken, dickes schwarzes Schweröl für die restliche Strecke) liegen seit Hamburg im Bug des Schiffes.

Das Schweröl wird in einer Zentrifuge vom Schlamm befreit, auf ca. 200 Grad aufgeheizt und dann in den Motor eingespritzt. Der Öl-Schlamm wird heute nicht mehr im Meer entsorgt. Die Hafenbehörden erwarten, dass für

jedes getankte Kilo Schweröl eine entsprechende Menge Schlamm zurückgebracht wird. Auch werden, mindestens in Europa, Abgasmessungen stichprobenweise durch Helikopter oder Drohnen durchgeführt.

Zwei grosse Kühler mit Meerwasser kühlen den motor-seitigen Wasserkreislauf. Ein siebenköpfiges Team ist für alles Technische auf dem Schiff verantwortlich (08.00-17.00 Uhr). Meerwasser wird entsalzt, gereinigt und für Duschen und WC-Spülung verwendet.

 

Zum zentimetergenauen Manövrieren im Hafen stehen elektrisch betriebene Seiten-Schrauben zur Verfügung.

Einmal im Tag werden die mächtigen Turbolader vom Russ gereinigt. Dabei wird bei Volldampf eine Chemikalie eingespritzt und mit der damit entstehenden Hitze aller Dreck zum Kamin rausgestossen – dicker schwarzer

Rauch ist das Resultat.

 

Auch auf einem Riesenfrachter wie der Grande Angola ist Seekrankheit ein Thema. Auf der Reise nach Dakar schwankt das Schiff von links nach rechts, was uns mit unseren quer zur Fahrtrichtung stehenden Betten zugutekommt. Man kann sich entweder mit den Zehen oder den Fingern oben an der Matratze, respektive unten, festklammern und rutscht dadurch nicht umher.

Bei der Atlantiküberquerung von Freetown nach Victoria schwankt das Schiff hingegen längs zur Fahrrichtung – eine unangenehme Schaukel-Bewegung, die man aber durch unterlegen von Kissen etwas mildern kann.