Nationalpark Torres del Paine

08.-14.01.2017

Die Fahrt von Puerto Natales in den Park führt durch die windzerzauste patagonische Ebene, mit den dahinter steil aufsteigenden Bergen der Süd-Kortillere. An der einzigen Strassenkreuzung treffen wir gleichzeitig mit zwei unseren ‚Altbekannten‘ zusammen – die Welt ist auch hier sehr klein! ;o))

Nach einem zünftigen ‚Hallo‘ erfolgt die Weiterfahrt im Konvoi, denn wir haben alle das gleiche Ziel. Wir haben ein Riesenglück, denn es ist klar und schon von weitem sehen wir die Torres del Paine.

 

Heute Montag heisst es früh aufstehen, denn wir wollen rauf zu den Torres/Türmen. Der Weg ist sehr steil und mühsam, die ersten 300 m gleichen einem ausgetrockneten Flussbett mit vielen Steinen, die letzten 300 m eine Geröllhalde mit grossen Brocken und dazwischen ein rauf und runter. Die jeweils gewonnen Höhenmeter sind schnell wieder verloren und müssen erneut erklommen werden. Wir erleben Sonne, Regen, Schnee im Viertelstunden-Takt, der Wind bläst mal schwächer mal stärker und lässt uns nicht in Ruhe. Die Chilenen behaupten ja, dass man hier an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben kann.

Aber es hat sich gelohnt – nebelfreie Sicht auf die drei Turm-Spitzen!! :o))) Der Abstieg ist die reinste Qual und nach den insgesamt 20 km und 2000 Höhenmetern falle ich ‚zuhause‘ halbtot in die Koje und lege meine wunden Füsse hoch! Roby kocht uns noch leckere Spaghetti zum Znacht – gute Nacht!!

Nach einem Tag ausruhen, waschen und wischen - Sand, den der Wind in den Camper reingepustet hat - fahren wir an den Lago Nordernskjöld, um dort eine kleinere Wanderung zum Aussichtspunkt Cuernos del Paine zu machen.

Ein Schild bereitet uns schon mal auf heftigen Wind vor - aber was wir da antreffen übertrifft alles bisher erlebte! :o((

Der Wind schleudert uns wie Marionetten vor-, rück- und seitwärts und an gewissen Stellen muss Roby mich festhalten, damit mich der Wind nicht den Hang runterbläst. In dieser wunderschön garstigen Natur sind alle Bäume – was nicht vom Feuer 2005 zerstört wurde - von Rinde und Blättern blank gefegt und nebst den verrückten Zweibeinern bekommen wir praktisch keine Lebewesen zu sehen. 

Da ist der Aufstieg zum Mirador Cóndor am nächsten Tag wieder etwas einfacher. Es geht zwar wieder steil hoch, der Weg ist aber meistens windgeschützt. Doch oben heisst es wieder festhalten, denn der Wind fegt uns fast vom Berg.
Die Aussicht ist wunderschön und wir sind beeindruckt von den türkisfarbigen Seen mit dem Cuernos del Paine im Hintergrund. Leider bekommen wir aber keinen Kondor zu sehen :o(

Heute Freitag marschieren wir zum Lago Grey. Der Name – Grauer See – tönt nicht vielversprechend aber der Gletscher soll dort Eisberge in den See kalben. Schon bald erspähen wir durch die Bäume die ersten grell-hellblauen Farbtupfer dieser Eismocken. Zwei Eisberge haben sich durch den 14 km langen See geschoben und schmelzen nun hier am Ende langsam dahin. Die Blau-Schattierung dieser Giganten ist kaum zu beschreiben und beeindruckt uns sehr. 

Unsere letzte Nacht im Park - bevor wir nach Argentinien wechseln - verbringen wir auf einem einfachen aber idyllischen Camping mit viel Federvieh, Hund und Pferd.