Ovalle – Combarbala – illapel – San Felipe

18.-21.05.2017

Gegen Donnerstag-Mittag drückt die Sonne langsam durch und wir machen uns auf den Weg nach Combarbala. Die Strassen sind vom Unwetter der letzten Woche vielerorts noch mit Erde, Sand und Steinen überdeckt und es wird noch eine Weile brauchen, bis der Normalzustand wieder hergerichtet ist.

 

In Media Luna biegen wir in eine lehmig-nasse Naturstrasse ein, die – vorbei an Minen - auf einen Pass führt. Bei einem entgegenkommenden Autofahrer erkundigen wir uns über den Strassenzustand. 'Alles ok', meint der Fahrer! Also dann, nichts wie los! Doch schon nach einigen hundert Metern sind wir nicht mehr überzeugt, ob wir weiter fahren oder wieder umdrehen sollen. Der nasse lehmige ‚Pflotsch‘ fühlt sich an wie im Winter in der Schweiz und wir schlenkern hin und her und drohen in den Graben abzurutschen.

Aber ein ‚Overlander‘ gibt nicht auf! So kämpft sich unser Camper im 2. Gang durch die nächsten 22 km. Geschafft – und wir sind schmutzig aber stolz!

Rechts und links der Strasse – soweit das Auge reicht – Kakteenwälder. 

In Combarbala würden wir gerne das Observatorium Cruz del Sur besuchen, doch leider ist dies wegen Wasserschäden nicht möglich – nach dem Unwetter ist noch nicht wieder alles im Schuss!

 

Auf der Fahrt zum Nationalpark Chinchilla überqueren wir zwei Pässe und müssen wiederholt überschwemmte Stellen durchfahren. Auch hier sind noch viele Überschwemmungs-Schäden sichtbar und deshalb haben wir auch im Nationalpark Pech – wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen! :o((


Da auch der Camping in illapel geschlossen ist, parkieren wir für die Nacht an einer Seitenstrasse im Ort.

Eine positive oder negative Sache – je nachdem, wie man es sieht – ist, dass man nie weiss, was der Tag noch bringt. Wir werden immer wieder total überrascht von der Freundlichkeit und vom Einfallsreichtum der Leute!!

 

Beim Morgenessen - vor der Weiterfahrt - streckt Alfredo seinen Kopf durch die Türe und möchte unbedingt unseren Camper von innen sehen - kein Problem! Danach lädt er uns spontan zu sich nach Hause ein. Marjorie, seine Frau und Sohn Max sprechen beide Englisch und so verbringen wir zwei gemütliche Stunden in ihrem Haus. Wir erwähnen, dass wir etwas Pech hatten mit dem Besuch von Nationalpark Chinchilla.

Da Alfredo ein Geschäft für portable WC‘s besitzt und per Zufall heute zwei Toiletten im Nationalpark Chinchilla abgeliefert werden müssen, übernimmt er selbst diese Aufgabe und wir können mit. So bekommen wir diese kleinen ‚Schnuggis‘ – in simulierter Nacht - doch noch zu sehen!! ;o)) 

 

 

Später lässt Alfredo seine Beziehungen nochmals spielen und organisiert für uns im Hotel Casablanca einen sicheren Parkplatz zum Schlafen.

Gloria, die Besitzerin offeriert uns sogar die Cabaña nebenan – wir begnügen uns aber mit einem Parkplatz. 

Am Abend werden wir zur Geburtstagsparty von Marjories Schwester Olga eingeladen. Die ganze Familie – Kinder mit Anhang, Schwestern, Schwäger, Nichten und Neffen – alle sind anwesend und wir feiern mit Asado und Karaoke bis morgens um 04.00 Uhr :o)) 

Alfredo ist ein Huaso (Gaucho) und besitzt zwei Hengste - die er an Rodeos reitet. Nachdem wir alle einigermassen ausgeschlafen sind, fahren wir mit Marjorie und Alfredo zu seinen Pferden. Die beiden Potros/Hengste müssen in verschiedenen Pferchen untergebracht sein, da sie sonst aufeinander losgehen würden. Und tatsächlich, Alfredo führt beide ins Freie und schon geht das Macho-Gehabe los!! ;o))

Wir haben so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft in diesen Tagen erfahren! Wir waren nur Fremde, Durchreisende und wurden aufgenommen wie Familie! Wir hoffen, irgendwann, irgendwo etwas zurückgeben zu können.

 

Marjorie, Alfredo, Olga y Gloria - muchísimas gracias por su gran hospitalidad. Es un placer conocerlos!

Max, sorry that you had to visit the Chinchillas because of us ;o))