Salta – Tucumán

25.11.-06.12.2017
Der direkte Weg von Salta nach Tucumán misst 300km. Wir entschliessen uns aber für die landschaftlich schönere, dafür anspruchsvollere Route durch enge Schluchten, über hohe Pässe und durch Regenwald.

 

Der erste Höhepunkt folgt schon bald und führt uns durch die Schlucht Cuesta del Obispo. Wir wechseln uns ab und Biken zum Paso Piedra de Molino – 3400müM. Ich habe Glück und erwische ein relativ flaches Stück Strasse. Röbä muss sich die restlichen Höhenmeter hochquälen :o))

 

Der Pass trägt den Namen ‚Mühlstein‘, weil hier irgendwann jemand einen grossen Mühlstein zurückgelassen hat.

 

In der kleinen Pass-Kapelle hinterlegen die Menschen der Pachamama/Mutter Erde diverse Opfergaben hin ;o)) 

Auf der Fahrt hinunter nach Cachi durchfahren wir den Nationalpark Los Cardones. Hier wachsen tausende Kandelaber-Kakteen, die bis zu zehn Meter hoch werden können. 

Langsam aber sicher nähern wir uns wieder einem Weingebiet.

Die Schweizer Hess-Gruppe besitzt hier die Bodega Colomé. Die abgelegene Bodega liegt inmitten eines landschaftlichen Paradieses und besitzt unter anderem das höchstgelegenste Reben-Anbaugebiet der Welt - 3111müM.
Wir lassen uns die guten Weine munden und geniessen wieder einmal ein zartes Stück Fleisch!!

Zum  ‚Dessert‘ besuchen wir das hauseigene Museum des amerikanischen Lichtkünstlers James Turrell. 

Nachdem wir die Nacht neben dem Helikopterlandeplatz der Bodega Colomé verbracht haben, geht es heute Donnerstag mit Tempo 20km/h weiter auf der Kies-Sand-Piste Richtung Tucumán.

 

Etwas Gutes hat dieses langsame Fortkommen ja auch – man kann die Landschaft viel mehr geniessen!! ;o))

 

 

In der Quebrada de las Flechas/Pfeilspitzen-Schlucht bleiben wir für eine Nacht und wälzen uns – trotz absoluter Stille – wegen Vollmond unruhig im Bett hin und her :o/

Auf dem fast menschenleeren Camping in Cafayate trauen wir unseren Augen kaum. Da steht ein Landcruiser mit Zürcher Kontrollschildern.

Bis tief in die Nacht sitzen wir anschliessend mit Sonja und Markus zusammen bei Wein und Whisky.

 

Nach einer schlaflosen Nacht – nicht wegen dem Alkohol, sondern weil unsere argentinischen Nachbarn ihre Musikboxen bis vier Uhr morgens auf Hochtouren laufen lassen - besuchen wir einige Bodegas in Cafayate. 

Vielleicht liegt es an der Müdigkeit, aber die Weine schmecken uns nicht.

 

Dafür erstehen wir 1.8kg Rindsfilet für SFr. 18.- ;o)) Das gibt heute Abend einen leckeren Grill!

Eine Festung, die zu Beginn des 11. Jahrhunderts von den Quilmes-Indianern erbaut wurde und zum Schutz für die 5000 Einwohner gegen die Incas und andere Indianer-Völker diente, steht heute auf unserem Programm.

 

1665 – nach 130 Jahren Widerstand – eroberten aber die Spanier diese Siedlung. Sie zwangen die Überlebenden zu einem 1000km langen Fussmarsch nach Buenos Aires. Die Meisten, die den entbehrungsreichen Marsch überlebten, starben dort an diversen Infektions-Krankheiten. 

Nach 8 Wochen wieder einmal etwas Regen.

Im Nebel überqueren wir den Paso El Infiernillo auf 3042müM. In Tafí de Valle quartieren wir uns auf dem Camping einer ausgewanderten Französin ein.

In der Nacht verirrt sich eine Kuh im Camping. Die Hunde versuchen das Vieh mit ihrem Gebell zu vertreiben und rauben uns den Schlaf!! Wir suchen uns ein anderes Schlafplätzchen für die kommende Nacht.

 

 

Im Parque de los Menhires besichtigen wir die 129 aufrecht stehenden Monolithen. Die bis zu drei Meter hohen Steine wurden aus verschiedenen Fundstellen zusammengetragen. Ihre Bedeutung ist bis heute noch nicht geklärt. 

 

Nach 11 Tagen erreichen wir Tucumán. Leider macht die Stadt keinen sehr sicheren Eindruck auf uns. Selbst die Camping-Aufsicht rät uns ab, hier zu übernachten – also nichts wie weg!!

 

Am Stadtrand fallen wir in die Hände von Hilfspolizisten, die leicht verdientes Geld wittern. Als Röbä über die linke Fahrspur abbiegt, um zur Tankstelle zu gelangen, sind wir gleich umringt von vier ‚Töflibuebe‘.

Sie verlangen 300US$ Busse wegen Überfahren der doppelten Sicherheitslinie – nur da ist keine!!

Dann hätten sie uns halt dabei erwischt, wie wir im Kreisel ein Rotlicht überfahren haben – nur da ist kein Rotlicht!!

Also neue Regel – auf der 2000km langen Ruta Nr. 9 – von der Grenze Boliviens nach Buenos Aires - darf nie abgebogen werden!!

 

Wenn wir sofort bezahlen würde es günstiger. Wir nehmen unser schlechtestes Spanisch hervor und erklären, dass wir eine Busse nur auf der Bank oder auf dem Polizei-Posten bezahlen würden. Nach einer halben Stunde verlieren sie die Geduld und fahren davon :o))