Manaus – Paris der Tropen

10.-15.08.2018
Manaus liegt nicht wie erwartet am Rio Amazonas sondern am schwarzroten Rio Negro. Erst 20 km flussabwärts mischt sich der Rio Negro mit dem senfbraunen Rio Solimões bzw. Rio Amazonas. Die verschiedenen Wasser fliessen noch kilometerweit getrennt und mischen sich schlussendlich zu einem milchschokoladenbraunen Nass.

 

Manaus ist eine geschäftige Industriestadt mit zwei Millionen Einwohnern, mitten im Urwald des Amazonas. Ende des 19. Jahrhunderts war Manaus - dank des Kautschukbooms - eine der reichsten Städte der Welt. Gummibarone liessen prächtige Stadt- und Kultur-Paläste bauen. Manaus erhielt eine Strassenbahn und war die erste brasilianische Stadt mit elektrischer Beleuchtung. Damals nannte man  Manaus auch das ‚Paris der Tropen‘.

 

Als die Briten in Asien Kautschuk billiger zu produzieren begannen, war der Abstieg von Manaus unausweichlich.

 

Heute zeugen nur noch wenige Gebäude von dieser reichen und prächtigen Epoche. Vielmehr stehen die meisten der damals stolzen Gemäuer vor dem Zerfall.

Trotzdem ist Manaus eine interessante, bunte Stadt und schon ihrer geografischen Lage wegen einen Besuch wert.

 

Nach unserer Ankunft fahren wir zuerst zu einem Fährhafen, um uns einen Platz auf einer Balsa nach Belém – im Nordosten von Brasilien - zu sichern. Wieder einmal ist uns das Glück hold. Wir kriegen eine Mitfahrgelegenheit und dürfen bis zur geplanten Abfahrt am Dienstagabend auf dem Hafengelände übernachten. Die kalte Dusche dort ist bei 38° C und einer Luftfeuchtigkeit von 80% ein wahrer Genuss.

 

Jetzt machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. 

Das Teatro Amazonas ist der grösste touristische Anziehungspunkt von Manaus. Der Kulturpalast – Platz für 700 Zuschauer - wurde 1884 fast vollständig mit Materialien aus Europa erbaut: Carrara-Marmor und Murano-Glas aus Italien, Stuckaturen und Vorhang aus Frankreich, glasierte und vergoldete Ziegel aus Deutschland und Schottland sowie Schmiedeeisen-Gitter aus England. 

 

Wir wollen das Teatro auch in Aktion sehen und besuchen die Aufführung eines brasilianischen Musicals - The Flowers.

Heute Sonntag fahren wir mit einem Boot in den Regenwald. Der Amazonas gilt weltweit als das Gebiet mit der grössten Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen.

Wir fahren in einem Kanal-Labyrinth durch den Überschwemmungswald/Igapós mit den grossen Schwimmblättern/Vitória-Amazônica und statten einer Indio-Gemeinschaft einen Besuch ab.