Fortaleza - Natal - João Pessoa – Olinda – Recife

01.-07.09.2018

Um nach Fortaleza zu gelangen, müssen wir eine Hochebene von 615 m Höhe überqueren. Wir geniessen zur Abwechslung eine Nacht bei 24° C und ziehen fröstelnd die warme Decke über beide Ohren.

 

Die Einfahrt in Fortaleza ist nicht sehr vielversprechend, überall liegt Müll. Doch nach Fortaleza kommt man angeblich wegen den schönen Stränden.

 

Mit den Bikes machen wir uns dem Strand entlang auf, um die Stadt zu erkunden. Schon nach kurzer Strecke werden wir von einem Einheimischen gewarnt, dass es hier zu gefährlich sei – Muitos ladrones/Viele Diebe!!

Also stürzen wir uns ins Verkehrsgewimmel und umfahren den gefährlichen Strandabschnitt.

 

In der Nähe des Stadtkerns erinnert die Strandpromenade mit den modernen Hochhäusern etwas an Rio de Janeiro. Dahinter versteckt sich die kleine Altstadt mit ein paar wenigen sehenswerten Gebäuden. Die Polizeipräsenz – mit Sturmgewehren – ist allgegenwärtig und macht uns etwas unsicher. 

Heute Montag - nach einer Camper-Wäsche und einem Einkauf - geht es weiter auf Meereshöhe nach Natal. Wir fahren vorbei an kilometerlangen Caju-/Cashew-Plantagen. An einem Strassenstand kaufen wir von einem Bauern Caju-Nüsse, -Saft und gedörrte -Früchte. 

Dann wechselt die Landschaft – Kakteen ersetzen die Caju-Bäume.

 

In Natal laufen wir über die Ponte Newton Navarro und haben so einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Stadt und das an der Flussmündung gelegene portugiesische Fort.

Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und die 100 dort stationierten Soldaten waren zur Verteidigung der Flussmündung vorgesehen.

Südlich von Natal besteht die Landschaft fast ausschließlich aus Zuckerrohrfeldern - Zuckerrohr soweit das Auge reicht. Es ist Erntezeit und das Zuckerrohr wird mit Dreier-Lastenzügen zu den Zuckersiedereien transportiert. In der Luft liegt ein süsslich-schwerer Melasse-Geruch. 

 

In João Pessoa besuchen wir die Kirche São Francisco mit dem ehemaligen Kloster Santo Antônio. 

Vor der Weiterfahrt machen wir Halt am östlichsten Punkt von Südamerika, nur noch rund 3'000 km von Afrika entfernt.

Nach langer Suche für einen Übernachtungsplatz und nach einer lauten Nacht auf einer Tankstelle sind wir heute Donnerstagmorgen etwas müde.

Zum Glück stehen wir schon nach kurzer Fahrt vor den Toren von Olinda – die Schöne. Neben Ouro Preto, Tiradentes und Parati gehört auch die Altstadt von Olinda mit ihren 22 Kirchen und 11 Kapellen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Wir marschieren unter der sengenden Sonne die steilen Strassen rauf und runter und besichtigen die wichtigsten Kirchen und Klöster. Aber neben Ouro Preto hat jede andere Barock-Stadt in Brasilien einen schweren Stand :oI

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis Recife, aber der dichte Abendverkehr erschwert die Durchfahrt. So brauchen wir für die 15 km bis zum Museum von Francisco Brennand 1 1/2 Std. Leider schliessen die Tore dort schon bald nach unserer Ankunft und uns bleibt keine Zeit mehr für einen Besuch. Da wir hier auch nicht übernachten dürfen, müssen wir nochmals die ganze Stadt durchqueren um zu einem Schlafplatz zu gelangen.

 

Als Ersatz für das verpasste Museum wollen wir heute Freitagmorgen nach Porto de Galinhas - einer der wichtigsten brasilianischen Ankunftshäfen für afrikanische Sklaven. Die Portugiesen verschleppten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zehnmal mehr Sklaven nach Südamerika als in die USA verkauft wurden. 

 

Aber weit kommen wir auch heute nicht, denn schon bald stehen wir im dichten Stau und ein Ende ist nicht in Sicht. Was ist bloss los? Es ist doch erst Freitag und alle wollen an die Strände. Im Internet finden wir später den Grund dafür - heute, 7. September, ist Brasiliens Nationalfeiertag!!

 

Also nichts wie weg - 2 Std 45 Min Stau sind genug :o/