Von Arica nach Iquique

17.-21.01.2019

Weiter geht die Fahrt gegen Süden durch die trockenste Wüste der Welt. Kein Gras, keine Kakteen, keine Tiere - einfach nichts, was hier überleben könnte. Dafür gibt es hier Kunst in der Wüste - moderne oder schon tausende Jahre alte.

Etwas südlich von Arica stehen die Skulpturen 'Presencias Turtelares' und erinnern an die ersten Völker, die sich vor ca. 7000 Jahren hier niederliessen. 

Beim Fischerdorf Caleta Camarones hat die Künstlerin Paola Pimentel vier Meter hohe Skulpturen aufgestellt, die Chinchorro-Mumien mit ihren typischen Gesichtsmasken darstellen sollen.

Das Volk der Chinchorro, das hier in dieser Gegend lebte, begann schon sehr früh Verstorbene einzubalsamieren und so fand man hier in der Atacama-Wüste die ältesten Mumien der Welt - 7050 Jahre alt. 

Wir bleiben zwei Nächte am einsamen Strand von Caleta Camarones, machen ausgiebige Strand-Spaziergänge und schauen den Vögeln und den Seelöwen beim Fischen zu. 

Um in das ca. 60km südlicher gelegene Dorf Pisagua zu gelangen, müssen wir doppelt so viele Kilometer übers Landesinnere fahren.

Das Dorf an der Pazifik-Küste besass im 19. Jahrhundert einer der grössten Nitrat/Salpeter-Häfen von Chile. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts konnte Nitrat künstlich hergestellt werden und so verlor Pisaguas Hafen langsam an Bedeutung. 

 

Weltweites Aufsehen erregte Pisagua jedoch erneut durch die Entdeckung von Massengräbern nach dem Ende der Pinochet-Diktatur (1973-89).

Auf antike Kunst, nämlich auf die Geoglyphen von Tiliviche und auf den Riesen von Tarapacá stossen wir kurz vor Iquique. Diese zwischen dem 9. und dem 16. Jahrhundert entstandenen Scharrbilder stammen aus der Tiwanako- und der darauffolgenden Inka-Kultur.

Wie man heute vermutet, dienten sie vor allem rituellen Zwecken.

Die Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke liegen auf dem Weg nach Iquique und für uns eine gute Gelegenheit nochmals einen Blick in diese Vergangenheit zu werfen.

 

Die beiden Werke haben zwischen 1872-1960 Salpeter in grossen Mengen abgebaut und über Pisagua nach Europa verschifft.

Um die Minen herum lebten damals bis zu 3700 Menschen, mit mehr oder weniger grossem Komfort. Die Salpeter-Werke und -Siedlungen sind seit 1961 nur noch Geisterstädte und vom Zerfall bedroht.