Medellín

22.-24.11.2019

Der Streik ist ausgesessen und wir fahren weiter nach Medellín. Die 120km müssten wir eigentlich in zwei Stunden schaffen - doch weit gefehlt! Die Strasse schlängelt sich weiter in unzähligen engen Kurven, zuerst 1300Hm runter, dann wieder 2000Hm rauf und gleich wieder 750Hm runter. Immer wieder müssen wir auf eine günstige Gelegenheit warten um die schleichenden Laster zu überholen.

Nach vier Stunden endlich geschafft - wir sind in Medellín!

Heute Samstag machen wir uns schon früh auf den Weg ins Zentrum. An der Plaza de las Esculturas stehen 23 Bronzestatuen beleibter Menschen und Tiere des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero.

 

Im angrenzenden Museo de Antioquia können wir - nebst Gemälden internationaler Künstlern - auch diejenigen von Botero bewundern.

Medellín – die lauteste vibrierenste Stadt Südamerikas. Zumindest fühlt es sich für uns so an.

Überall Marktschreier und Bettler, die uns etwas verkaufen oder abbetteln wollen, viele Obdachlose, gestresste Menschen und viel Verkehr. Schwierig sich so auf die interessante Stadt zu konzentrieren.

Die Comuna 13 war früher eine der gefährlichsten Gegenden Medellíns. Drogenhandel, Gewalt und Morde

gehörten zur Tagesordnung. Bis vor wenigen Jahren war dieser Stadtteil ein absolutes No-Go.

Obwohl Pablo Escobar für viele Bewohner der Comuna 13 noch immer eine Art Robin Hood ist - einen Teil des Drogengeldes investierte er im Armenviertel - begann das bessere Leben erst mit seinem Tod. 1993 wurde er in seinem Versteck aufgespürt und erschossen.

 

Mit Daniel - Bewohner der Comuna 13 – laufen wir die steilen engen Gassen hoch, nehmen die vor ein paar Jahren errichteten Freiluft-Rolltreppen, hören seinen Erzählungen über das Leben hier und lassen uns die zahlreichen ‚Muros‘/geschichtliche Wandbilder erklären.

Auf halber Höhe weist er auf eine Bauschutt-Deponie am gegenüberliegenden Berghang. Dort wurden in den Jahren der Gewalt viele Leute hingerichtet und verscharrt.

 

Oben angekommen öffnet sich der weite Ausblick auf die blechernen Dächer der an steilen Hängen klebenden Häuser.

Da es in Bolivien, Peru und Kolumbien oft von grossen Höhen wieder tief runter ging, sind die Bremsbeläge - hinten wie vorne - bereits nach ca. 7000km bis auf den Metallrahmen abgeschmirgelt. 

Ein weiterer lehrreicher Tag in einer Garage!