Traverse City - Old Mission Peninsula - Frankenmuth

Das Wetter wechselt täglich. Gestern warm - wir schlafen mit leichten Sommerdecken, heute kalt - wir decken uns mit Winterdecke plus Sommerdecke, dann wieder so heiss, dass wir alle Decken weglassen, um am nächsten Tag bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt zu den zwei Decken noch den Schlafsack oben drauf zu legen und Bettsocken anziehen.

  

Auch heute Sonntag ist wieder so ein nass-grauer Regentag und wir fahren in die Weinregion Old Mission Peninsula. In Traverse City ragt die Peninsula in den Lake Michigan hinein. Die Halbinsel ist eines der bekannteren Weingebiete von Michigan und kann allenfalls unseren Glauben an die Weine um die Great Lakes wieder etwas stärken. Wir stellen aber fest, dass Wein degustieren bei diesem gräusligen Wetter nur halb so viel Spass macht. Draussen ist es kalt und drinnen ist es noch kälter - die Klimaanlagen arbeiten auf Hochtouren!

 

Nach zwei Wein-Degustation - die Weissweine sind trinkbar bis gut - lassen wir die anderen Weinproduzenten links liegen, kehren der Halbinsel den Rücken zu und richten uns im Traverse City State Park für eine kühle Nacht ein.

Am Montag durchqueren wir den Bundesstaat Michigan in Richtung Osten um anschliessend südlich nach Frankenmuth abzudrehen. Dieser Ort und weitere im Umland wurden 1845 von lutherischen Deutschen/Franken gegründet (Frankentrost, Frankenlust, Frankenhilf). 

Auf dem Campingplatz einer lutherischen Kirchgemeinde lassen wir uns für ein paar Tage nieder. Unsere abendlichen Lagerfeuer sowie die frühen Morgenstunden werden von Kirchenliedern untermalt, die eine in der Nähe zeltende lutherische Jugendgruppe mit lauter Inbrunst von sich gibt.

Wäre einer der ersten Siedler nicht ein gewiefter Geschäftsmann gewesen, würde heute Frankenmuth auf keiner Touristenkarte auftauchen. Die Familie Zehnder hat sich im Dorfkern ein kleines bayrisches Disneyland aufgebaut und zieht mit diversen Festanlässen über 3 Million Touristen pro Jahr in diesen Ort.

 

Im Gegensatz zu den Nächten sind die Tage hier über 30°C warm. In der Hoffnung auf ein kühles bayerisches Bier machen wir uns auf und laufen ins Dorf. Wir werden nicht enttäuscht. Importiertes Bier - Hofbräuhaus, Paulaner, Franziskaner, etc. - und gute Brezen werden im Bavarian Inn serviert. Da die meisten Besucher den Unterschied nicht kennen, werden auch schweizerische und österreichische Delikatessen angeboten - das Geschäft brummt.

 

Die US Amerikaner laufen gerne mit einem Getränk in der Hand durch die Strassen. Damit sie Alkohol nicht in die Wohnquartiere tragen, werden sie mit Strassen-Klebern auf die geografischen Alkoholgrenzen des Ausgehquartiers aufmerksam gemacht ;o)