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Aktueller Standort: Kanada/Nova Scotia, Lower Saulnierville

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Aktuelle Ortszeit in Nova Scotia:

Blog-Update und Newsletter:  21. August 2025

Kanada (11. Juli - 21. August 2025)

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Camper‘s Christmas in der Provinz Québec

Wir sind erstaunt, als uns bei der Ankunft im Camping L'Ange-Gardien mitgeteilt wird, dass heute der Weihnachtsmann seine Runde dreht und sich über weihnachtlich dekorierte Campingplätze freuen würde.

 

Offensichtlich feiern die Menschen in der Provinz Québec jedes Jahr am 25. Juli Camper's Christmas, eine sommerliche Variante des Weihnachtsfestes. Der Ursprung liegt darin, dass es früher für grosse Familien in Québec im Winter oft schwierig war, sich alle gemeinsam zu Weihnachten zu treffen. Deshalb entstand in den 1960er Jahren die Idee, Weihnachten einfach im milderen Sommer auf dem Campingplatz nachzufeiern, wo auch mehr Platz für die zugereisten Familienmitglieder zur Verfügung stand.

 

Natürlich machen wir gerne mit, denn unsere Weihnachtsdekoration liegt griffbereit in einer Schachtel im Camper.

Montréal

27.-30. Juli 2025

Montréal ist die nach Paris zweitgrösste französischsprachige Stadt der Welt und liegt auf einer 15 km breiten Insel am Zusammenfluss von Ottawa-Fluss und St. Lorenz-Strom. Mit dem Wassertaxi geht's heute Montag von unserem Camping in Longueuil am Tour de l'Horloge/Zeitturm vorbei zum Altstadt-Hafen.

Von dort aus laufen wir durch die gut erhaltene Altstadt an der Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours und am Hôtel de Ville vorbei zur Place d'Armes. 

Die Menschen-Schlange vor der Basilique Notre-Dame ist uns viel zu lang, sodass wir kurzentschlossen einen Bogen zum Quartier Chinois schlagen und uns dort in der Mittagshitze von über 30° C eine kleine Stärkung gönnen.

Wir haben uns mit Dori und Mena - die wir auf unserer Reise durch die Amerikas schon in Puebla/Mexiko, Dawson City/Kanada, Tok/Alaska, Cape Canaveral/USA getroffen haben - verabredet. Beide sind in Montréal geboren und wollen uns die etwas weniger bekannten Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zeigen.

 

Um in den eisigen Wintermonaten der Kälte auszuweichen, hat sich Montréal eine Stadt im Untergrund - die Ville Souterraine - zugelegt. Über mehr als 150 Eingänge taucht man ein in dieses vollklimatisierte - 33 km lange - Riesengeflecht aus Plätzen, Kreuzungen, Tunnels, hunderten von Läden und Restaurants, Rolltreppen zu Bürotürmen, Kinos, Theatern, Hotels, Kaufhäusern und Metrostationen. 

Aber nicht nur im Winter bietet dieses Untergrund-Labyrinth Schutz vor der Kälte, jetzt im Sommer bei 30° C ist es hier unten angenehm kühl und einfacher, sich von A nach B fortzubewegen. 

Mit der Metro fahren wir anschliessend zur 3 km langen, verkehrsfreien Avenue du Mont-Royal, eine der zahlreichen Ausgeh-Meilen von Montréal.

Bevor wir gegen Abend mittels Metro und Watertaxi wieder zu unserem Camper heimkehren, verwöhnen wir uns im nahen Portugiesenviertel noch etwas mit europäischen Spezialitäten.

Dear Mena, dear Dori

 

Thanks for bringing us to your favorite Spots in Montréal. We hope your dream of living in Portugal will come true in the very near future - see you in Europe.

Québec City

Montréal hat uns auch beim zweiten Besuch gut gefallen, aber die Reise muss weitergehen. Am nächsten Morgen fahren wir 210km bis kurz vor Québec City und nisten uns auf einem KOA Camping für die Nacht ein. Schon früh am Donnerstagmorgen drängen wir uns dann mit dem Arbeitsverkehr in die Nähe des Zentrums, auf der Suche nach einem Parkplatz. Überall stehen Tafeln, die das Parkieren für Wohnmobile verbieten. Nicht sehr einladend aber auch verständlich, denn die Stadt wird jedes Jahr von ca. 4 Mio. Touristen überschwemmt. Wir fahren steil runter zum Saint Lawrence River und finden dort noch ein (teures) Park-Plätzchen.

Nun gehts zu Fuss wieder steil rauf in die Altstadt. Obwohl erst 10 Uhr, treffen wir dort schon auf zahlreiche Touristen. Bevor wir uns aber selbst ins Getümmel stürzen, gibts noch einen Kaffee und gut gemachte französische "Gipfeli“.

 

Québec City - UNESCO Weltkulturerbe - ist die älteste Stadt Kanadas, hat eine komplett erhaltene Altstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert und die einzige unzerstörte Stadtmauer nördlich von Mexiko. 

Steil runter laufen ist nicht so mein Ding, also nehmen wir am Nachmittag die Funiculaire in die Unterstadt.

Dort schmiegen sich schön renovierte Spitzgiebelhäuser aneinander. Wir und unzählige andere Touristen drängen durch die engen Gassen von Souvenir-Shops zu Boutiquen und zu Restaurants.

 

Für den steilen Aufgang zurück in die Oberstadt nehmen wir jedoch die Treppen und setzen uns anschliessend in ein gemütliches Restaurant in einer der belebtesten Fussgängerzonen der Stadt - eine kleine Stärkung haben wir uns verdient.. 

Sankt Lorenz Strom - Trois Pistoles - Sainte Flavie

01.-04.08.2025

Ab jetzt betreten wir wieder einmal Neuland. Wir fahren dem Südufer des Sankt Lorenz-Stroms entlang nordwärts. Für einmal - gegen unsere Erwartung - ist das Gebiet nicht gänzlich mit Wald bedeckt, sondern riesige Ackerflächen erstrecken sich bis zum Horizont. 

Nach drei Stunden Fahrt gehen wir langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Es ist Freitag und das Wochenende steht vor der Türe - könnte etwas schwierig werden.

Trios Pistoles - ein kleines Kaff am Wasser wirbt mit einem Gemeinde-Campingplatz, den wir umgehend ansteuern.

Ich spreche nur ein paar Brocken Französisch und sie ganz wenig Englisch - das kann ja noch heiter werden! 'Complete!', bedeutet nichts Gutes aber sie setzen alle Hebel in Bewegung, parkieren Autos um und geben uns einen Platz neben ihrer Werkstatt. Merci beaucoup!

Wir vertreten uns noch etwas die Beine und laufen ein paar Kilometer durch den Wald zum Sankt Lorenz-Strom, bevor wir mit einem köstlichen Käse-Fondue unseren Nationalfeiertag feiern.

Weiter nördlich in Sainte Flavie besuchen wir La Grand Rassemblage/die grosse Zusammenkunft, ein Kunstwerk der besonderen Art. Diese aus dem Meer auftauchenden Figuren verändern sich ständig. Je nach Ebbe oder Flut sind sie ganz oder nur teilweise zu sehen.

Nebenan warten hölzernen Figuren auf Flössen auf die Flut, um in See zu stechen. All das kümmert die Schafherde wenig, sie grast bei jedem Wetter friedlich an den Hängen des Dorfes.

 

Der Künstler Marcel Gagnon schuf 1986 die ersten 80 lebensgrossen Skulpturen aus Stahlbeton. In den folgenden Jahren erweiterte er sein Kunstwerk am Sankt Lorenz-Strom. Heute machen zahlreiche Touristen auf dem Weg in den Norden Halt in Sainte Flavie.

New Brunswick/Campbellton

03.-05.08.2025

Wir verlassen die Sankt-Lorenz-Strom Küste und biegen ab gegen Westen. Es sind immer noch 180 km bis nach Campbellton, unserem heutigen Ziel. Auch hier kein blauer Himmel in Sicht. Die starken Winde treiben die Rauchpartikel von den nördlichen Waldbränden in unsere Richtung und trüben die Luft.

 

Kurz vor Campbellton überqueren wir die Grenze zur Kanadischen Provinz New Brunswick. Die Provinz ist knapp zweimal so gross wie die Schweiz und 83 % der Fläche sind mit Wald bedeckt. Wir stellen die Uhr um eine Stunde vor.

Nach den hübschen Orten in Québec sind wir im ersten Augenblick etwas enttäuscht über die erste Ortschaft in New Brunswick. Campbellton liegt eher schmuck- und leblos vor uns. Dafür liegt der Campingplatz an bester Lage - etwas erhöht mit Blick auf den Fluss. Bei einem Marsch - wir wollen uns noch etwas die Beine vertreten - finden wir noch ein paar schöne Ecken. 

 

Montagmorgen, der Wind hat sich beruhigt und die Sonne lacht. Wir treffen Suse und Alex aus Deutschland auf dem Camping und wir beschliessen, gemeinsam mit einem Taxi zum Sugar Loaf Park zu fahren. Heute ist angeblich Provinz-Feiertag von New Brunswick und es soll im Park ein Fest stattfinden. Wir freuen uns schon alle auf ein kühles Bier!

Auf dem Festgelände ist nicht viel los und Bier gibt es auch nicht. Wir entschliessen uns zu einer Wanderung um den Sugar Loaf Mountain - das Bier trinken wir im Camping, da wir auf dem Marsch nach Hause auch keine Kneipe finden!

Île à Café - Shediac

05.-06.08.2025

New Brunswick, dieses ehemals französische Territorium - Acadie/Akadien - musste von Frankreich um 1700 an die rivalisierende Kolonialmacht Grossbritannien abgetreten werden. Da sich die Akadier über Jahrzehnte standhaft weigerten, den Treueeid auf die britische Krone abzulegen, wurden schlussendlich alle akadischen Kolonisten deportiert. Einigen wenigen Siedlern gelang es, sich den Zwangsmassnahmen der Briten zu entziehen und zum Teil bis nach USA/Louisiana zu fliehen. Eines deren späteren Dörfer - Lafayette/Acadian Village - haben wir im Januar 2023 besucht.

 

Inzwischen sind viele Akadier wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt und pflegen ihre französische Kultur und französische Sprache mit grosser Hartnäckigkeit. Auf der Halbinsel Île à Café folgen wir der Route du Littoral Acadie/Akadische Küstenstrasse und lassen uns von der baumlosen Uferlandschaft bezaubern. 

Heute beginnt auf der Île à Café die Hummer-Saison, eine der wenigen Verdienstmöglichkeiten in dieser Gegend. Die Saison dauert halbjährlich je 2 Monate und wird in den kanadischen Atlantikprovinzen - Québec, Newfoundland & Labrador, New Brunswick, Prince Edward Island, Nova Scotia - jeweils gestaffelt durchgeführt.

 

Jeder Fischer darf täglich maximal 250 Fangkörbe auswerfen. Bei Sonnenaufgang holt er die am Vortag ausgeworfenen Körbe mit seinem Boot wieder ein, leert sie und wirft die Fallen mit neuem Köder andernorts wieder aus, um sie am nächsten Tag ein weiteres Mal einzuholen. In Spitzenzeiten kommen so pro Boot und Tag über 2'500kg Hummer ins Trockene.

 

Der Hummer riecht den Köder und klettert durch das äussere Loch in den Korb. Doch es gibt kein Zurück, denn das Einstiegsnetz läuft konisch zu. Der einzige Ausweg führt durch das innere Loch, ein weiteres konisches Netz, wo ein Notausgang für die zu kleinen Hummer angebracht ist.

 

In Shediac - the Lobster Capital of the World - gönnen wir uns eines dieser Krustentiere, die sich hauptsächlich von Aas ernähren. Hummer, die andernorts als Delikatesse betrachtet werden, stehen hier ganzjährig auf der Speisekarte.

Bay of Fundy - Hopewell Rocks Provincial Park - Moncton

06.-08.08.2025

In der Bay of Fundy - einer Meeresbucht zwischen New Brunswick und Nova Scotia - kann man eine der grössten Gezeitenunterschiede der Erde beobachten. Die Gezeiten - Ebbe und Flut - sind die Wasserbewegungen der Ozeane, die durch die von Mond und Sonne erzeugten Anziehungskräfte im Zusammenspiel mit der Erddrehung verursacht werden. Stehen Sonne, Mond und Erde gar auf einer Linie - Voll- und Neumond - und sind die Windverhältnisse günstig, dann sollen Unterschiede von über 15 m zwischen Ebbe und Flut möglich sein.

 

Obwohl wir uns nicht zu Augenzeugen dieser mächtigen Gezeitenunterschiede zählen können, sind wir trotzdem von den unterschiedlichen Wasserständen beeindruckt, als wir den Hopewell Rock Provincial Park innerhalb von zwei Tagen einmal bei Flut und einmal bei Ebbe besuchen. 

Die bizarren Felsformationen - gem. Prospekt 'Blumentöpfe' - stehen bei Flut im meterhohen Wasser und werden von Kajak-Fahrern ausgekundschaftet. Bei Ebbe sinkt der Wasserstand - wir schätzen um 6-8m - und wir können trockenen Fusses um die mit Algen bewachsenen Felsen spazieren. 

Der Petitcodiac River fliesst vorbei an den Hopewell-Felsen in die Bay of Fundy. Wir folgen dem enger werdenden Flusslauf ins Landesinnere nach Moncton, wo wir eine weitere Eigenheit von solch grossen Gezeitenwechseln beobachten möchten - eine Bore Tide/Gezeitenwelle.

Bei Flut fliesst das rasch steigende Meerwasser in den immer enger werdenden Flusslauf hinauf, wird zu einer kleinen Welle und - wenn man Glück hat - erzeugt in Moncton eine flussaufwärts fliessende, eindrückliche  Gezeitenwelle.

Wir richten uns auf einem Kiesplatz hinter einem Swiss Chalet - eine der zahlreichen Restaurantketten in Nordamerika - für eine nächtliche Beobachtung ein und harren der Dinge, die da kommen mögen. 

Sonne, Mond und Winde sind uns heute jedoch nicht besonders hold und so müssen wir uns mit einer eher kleinen Gezeitenwelle zufrieden geben. Andere Beobachter hatten mehr Glück - lassen wir deren Video-Aufnahmen für sich sprechen....

Fundy National Park - Alma

07.-08.08.2025

Etwas weiter südlich beginnt der Fundy National Park, den wir jetzt ansteuern. Wieder einmal steht das Wochenende vor der Tür und wir konnten den letzten Campingplatz ergattern - aber nur für eine Nacht.

Laut Beschreibung führt eine Panorama-Strasse durch bewaldetes Gebiet, mit Aussichtspunkten zur Bay of Fundy und bei klarer Sicht bis nach Nova Scotia.

Wir freuen uns auf diese Fahrt und werden ziemlich enttäuscht. Da hilft alles Schönreden nichts, denn bei einer Panorama-Strasse durch den Wald sieht man nur Bäume. Die Aussichtspunkte sind von hohen Tannen umgeben und der Wind bläst immer noch Rauch von Waldbränden in unsere Richtung - keine Sicht bis Nova Scotia.

So begnügen wir uns mit einer kleinen Wanderung im National Park und freuen uns an weniger augenfälligen Naturschönheiten.

Alma - ein kleines Fischerdorf an der Bay of Fundy und am Rande des Fundy National Parks - ist bekannt für seine Hummer und Jakobsmuscheln. Röbä will es nochmals wissen - wir gehen Hummer essen. Ich allerdings in Form einer Chowder/Fischsuppe, denn das 'Ausklauben' des Hummerfleisches aus seiner Schale ist mir zu 'suddelig'! Da hilft auch die genaue Gebrauchsanweisung an der Wand nichts ;o)

Nova Scotia/Nordküste - Caribou - Autofähre Prince Edward Island

09.-11.08.2025

Anstatt den direkten Weg über die Brücke nach Prince Edward Island/PEI zu nehmen, verlassen wir New Brunswick und fahren der Küste Nova Scotia entlang bis zur Autofähre nach PEI in Caribou

Übrigends - der Name der östlichsten von uns bereisten kanadischen Provinz Nova Scotia stammt aus dem Jahr 1621, als König Jakob von Schottland und England einem Schotten das Gebiet zwischen Neuengland und Neufundland übertrug. Die offizielle Verleihungsurkunde war damals in Latein verfasst und so wurde für Neuschottland die lateinische Form 'Nova Scotia' übernommen. 

In Caribou versuchen wir ohne vorgängige Reservation einen Platz auf der Fähre zu ergattern  und siehe da - es klappt. Hinter uns schliessen sich die Schotten, die Fähre ist voll.

Die Überfahrt auf die Insel kostet vorerst nichts. Erst bei der Rückfahrt bezahlt man die Fähre oder die Brücken-Gebühr, je nachdem auf welchem Weg man die Insel wieder verlässt. Die Überfahrt über die ruhige, im Winter oft zugefrorene Northumberland-Strasse dauert 75 Minuten. Vor uns liegt das sanft gewellte grüne Hügelland - die Prince Edward Island.

Prince Edward Island/Cape Bear - Cavendish - North Rustico - Charlottetown

11.-17.08.2025

Charakteristisch für die 224 km lange und bis zu 64 km breite Prince Eduard Island/PEI sind rot-braune Sandstrände und Klippen, hölzerne Leuchttürme, Kartoffeläcker - es gibt sogar ein Kartoffelmuseum - sowie Hummer-Fischerei. 

 

1534 setzte der erste Europäer seinen Fuss auf die Insel. Ab 1720 lebten hier über 1000 französischsprachige Akadier, die versuchten sich der Deportation durch die Briten zu entziehen, was ihnen leider nicht gelang. 1758 nahmen die Briten die Insel endgültig ein und vertrieben die meisten Akadier.

 

Wir bleiben eine Woche auf PEI und drehen eine Runde um den westlichen und mittleren Teil der Insel. Es scheint uns, als ob das Leben in den kleinen Fischerdörfern noch etwas ruhiger abläuft als anderswo und ein Tage mehr als 24 Stunden zählt - viel Zeit um seine Seele baumeln zu lassen. In den Touristenorten dagegen ist der Teufel los und die Campingplätze sind voll! Wir bleiben im etwas ruhigeren Inland und machen nur kurze Abstecher ans Meer. 

Als die RMS Titanic - das grösste Passagierschiff der Welt - auf ihrer Jungfernfahrt in der Nacht auf den 15. April 1912 mit einem Eisberg zusammenstiess und einen Hilferuf per Morse-Code absetzte, war es die Marconi-Funkstation vom Leuchtturm auf Cape Bear, die ein in der Nähe fahrendes Schiff informierte und zum Unglücksort dirigierte.

Von den über 2220 Menschen an Bord kamen 1514 ums Leben, die restlichen konnten - dank dieser damals sehr modernen Funkstation-Station - gerettet werden.

Das Wochenende naht und wir haben 3 Tage auf einem Campingplatz in Cavendish gebucht. Was wir nicht wussten: Cavendish ist ein Wallfahrtsort für Anhänger von kanadischer Jugend-Literatur und der riesige Campingplatz ist packend voll mit kinderreichen Familien. 

Nach einem kurzen Ausflug ins nahe Fischerdorf North Rustico laufen wir durch die gepflegten Waldwege der Green Gables Heritage Site und machen uns dort mit der sehr erfolgreichen Buchreihe Anne of Green Gables und der kanadischen Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery bekannt.

Charlottetown ist die  Hauptstadt der Provinz Prince Edward Island, wurde 1764 gegründet und nach der damaligen britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt.

In Charlottetown trafen sich 1864 die Vertreter verschiedener Kolonien in Britisch-Nordamerika, die dort erstmals über einen möglichen Zusammenschluss zu einer kanadischen Konföderation diskutierten - die Stadt wird daher als Geburtsort von Kanada betrachtet,

 

Wir laufen durch die hafennahen Strassen von Charlottetown, besichtigen die wenigen Sehenswürdigkeiten und verlassen bald darauf Prince Edward Island über die 13km lange, elegant geschwungene Confederation Bridge in Richtung New Brunswick.

Anne of Green Gables

In Cavendish auf der kanadischen Prince Edward Island stolpern wir über das Vermächtnis einer kanadischen Literatur-Grösse. Lucy Maud Montgomery war eine Schriftstellerin und Dichterin. Montgomery veröffentlichte zu Lebzeiten 23 Romane, einen Gedichtband sowie einen Essay über tapfere Frauen. Sie schrieb etwa 450 Gedichte und 500 Kurzgeschichten. Ihr erstes von einer acht Bücher umfassenden Reihe - Anne of Green Gables - veröffentlichte die Schriftstellerin 1908.

Anne of Green Gables wurde in über 35 Sprachen übersetzt, wurde mehrmals verfilmt und ist mit über 50 Mio verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Bücher weltweit.  

 

Anne Shirley, ein lebhaftes und phantasievolles Waisenmädchen, wird durch einen Fehler auf die Green Gables Farm gebracht und findet dort ein liebevolles Zuhause. Mit ihrer aufgeweckten und oft temperamentvollen Art bringt Anne Schwung in das beschauliche Dorfleben, schliesst Freundschaften und wächst zu einer selbstbewussten jungen Frau heran. 

 

Das Wohnhaus der Schriftstellerin und die Green Gables Farm liegen in Cavendish nahe beieinander und sind mit gepflegten Waldwegen miteinander verbunden. Grund genug, uns das Ganze etwas näher anzuschauen.

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