SÜDAMERIKA 2017

Chile (01. - 14. Jan.)

Rot - 2017   Gelb 2016

Das neue Jahr in Südamerika beginnt für uns in der chilenischen Hafenstadt Punta Arenas. Die Nord-Süd-Ausdehnung von Chile beträgt rund 4200 Kilometer, in west-östlicher Richtung weniger als 200 Kilometern. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien (5308 km). Über die vollständig zu Chile gehörende Magellanstraße hat das Land Zugang zum Atlantischen Ozean.

Punta Arenas

01.-07.01.2017
Da heute am 1. Januar ganz Punta Arenas wie ausgestorben ist, machen wir einen Besuch bei den Verstorbenen. Der Friedhof hier soll der schönste und interessanteste von ganz Chile sein und ist heute ein Nationaldenkmal.
Wir bestaunen die grossen Mausoleen, die sich damals reiche Familien aus der Gründerzeit bauen liessen. Aber auch der Normalbürger fand hier seine letzte Ruhestätte. Diese Gräber sind unter anderem mit Plastikblumen, Weihnachtsdekoration, Spielzeug oder Spieluhren dekoriert.

An der Uferpromenade von Punta Arenas schauen wir dem emsigen Treiben der Kormorane zu, die mit dem Nestbau, dem Brüten und dem Abwehren ihrer Feinde alle ‚Flossen‘ voll zu tun haben.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Stadt verbringen wir den Rest des Tages – wieder einmal - auf der Suche nach funktionierendem Internet,  um mit euch – ihr lieben Freunde – in Kontakt zu treten. Frust, das Internet funktioniert sehr schlecht oder gar nicht :o((
Also müsst ihr euch noch etwas gedulden oder wir machen es mit Rauchzeichen ;o)))

Heute Montag geht es auf der Peninsula de Brunswick in den Süden zum Mittelpunkt Chiles. Jetzt denkt sich jeder, das geht ja gar nicht! Haben wir auch gedacht. Aber die Chilenen rechnen ihren Teil der Antarktis dazu – dann stimmt’s! :o))

Den ersten Halt machen wir beim englischen Friedhof. Hier ruhen die Teilnehmer - der berühmteste ist Charles Darwin - der Schiffs-Expedition 'Beagle', die unter schwersten Verhältnissen den Beagle-Kanal kartographiert haben.

Am Ende der Ruta 9 – 36 km südlich von Punta Arenas - heisst es Wanderschuhe anschnallen. Um zum Leuchtturm zu gelangen, müssen wir hin und zurück je 4 km auf weichem Sand laufen. Das geht ganz schön in die Füsse :o(

Nationalpark Torres del Paine

08.-14.01.2017

Die Fahrt von Puerto Natales in den Park führt durch die windzerzauste patagonische Ebene, mit den dahinter steil aufsteigenden Bergen der Süd-Kortillere. An der einzigen Strassenkreuzung treffen wir gleichzeitig mit zwei unseren ‚Altbekannten‘ zusammen – die Welt ist auch hier sehr klein! ;o))

Nach einem zünftigen ‚Hallo‘ erfolgt die Weiterfahrt im Konvoi, denn wir haben alle das gleiche Ziel. Wir haben ein Riesenglück, denn es ist klar und schon von weitem sehen wir die Torres del Paine.

 

Heute Montag heisst es früh aufstehen, denn wir wollen rauf zu den Torres/Türmen. Der Weg ist sehr steil und mühsam, die ersten 300 m gleichen einem ausgetrockneten Flussbett mit vielen Steinen, die letzten 300 m eine Geröllhalde mit grossen Brocken und dazwischen ein rauf und runter. Die jeweils gewonnen Höhenmeter sind schnell wieder verloren und müssen erneut erklommen werden. Wir erleben Sonne, Regen, Schnee im Viertelstunden-Takt, der Wind bläst mal schwächer mal stärker und lässt uns nicht in Ruhe. Die Chilenen behaupten ja, dass man hier an einem Tag alle vier Jahreszeiten erleben kann.

Aber es hat sich gelohnt – nebelfreie Sicht auf die drei Turm-Spitzen!! :o))) Der Abstieg ist die reinste Qual und nach den insgesamt 20 km und 2000 Höhenmetern falle ich ‚zuhause‘ halbtot in die Koje und lege meine wunden Füsse hoch! Roby kocht uns noch leckere Spaghetti zum Znacht – gute Nacht!!

Nach einem Tag ausruhen, waschen und wischen - Sand, den der Wind in den Camper reingepustet hat - fahren wir an den Lago Nordernskjöld, um dort eine kleinere Wanderung zum Aussichtspunkt Cuernos del Paine zu machen.

Ein Schild bereitet uns schon mal auf heftigen Wind vor - aber was wir da antreffen übertrifft alles bisher erlebte! :o((

Der Wind schleudert uns wie Marionetten vor-, rück- und seitwärts und an gewissen Stellen muss Roby mich festhalten, damit mich der Wind nicht den Hang runterbläst. In dieser wunderschön garstigen Natur sind alle Bäume – was nicht vom Feuer 2005 zerstört wurde - von Rinde und Blättern blank gefegt und nebst den verrückten Zweibeinern bekommen wir praktisch keine Lebewesen zu sehen. 

Da ist der Aufstieg zum Mirador Cóndor am nächsten Tag wieder etwas einfacher. Es geht zwar wieder steil hoch, der Weg ist aber meistens windgeschützt. Doch oben heisst es wieder festhalten, denn der Wind fegt uns fast vom Berg.
Die Aussicht ist wunderschön und wir sind beeindruckt von den türkisfarbigen Seen mit dem Cuernos del Paine im Hintergrund. Leider bekommen wir aber keinen Kondor zu sehen :o(

Heute Freitag marschieren wir zum Lago Grey. Der Name – Grauer See – tönt nicht vielversprechend aber der Gletscher soll dort Eisberge in den See kalben. Schon bald erspähen wir durch die Bäume die ersten grell-hellblauen Farbtupfer dieser Eismocken. Zwei Eisberge haben sich durch den 14 km langen See geschoben und schmelzen nun hier am Ende langsam dahin. Die Blau-Schattierung dieser Giganten ist kaum zu beschreiben und beeindruckt uns sehr. 

Unsere letzte Nacht im Park - bevor wir nach Argentinien wechseln - verbringen wir auf einem einfachen aber idyllischen Camping mit viel Federvieh, Hund und Pferd. 

Argentinien (14. Jan. - 5. Feb.)

Rot - 2017   Gelb 2016

El Calafate - Nationalpark Los Glaciares – Perito Moreno Gletscher

14.-22.01.2017

Von Torres del Paine kommend überqueren wir den Paso Rio Don Guillermo nach Argentinien. Eine ganze Woche verbringen wir in El Calafate. Einmal weil wir den Perito Moreno Gletscher im Nationalpark Los Glaciares besuchen und weil wir wieder viele Alltagsarbeiten zu erledigen haben.
Dazu gehören Wäsche waschen, Blog schreiben, Bikes vom zentimeterdicken Staub befreien, Abwasserschlauch am Camper flicken, Spanisch lernen, Handorgel und Gitarre üben, biken und joggen etc.
Und da hören wir immer wieder – Ach, diese Pensionierten, immer im Stress! ;o)) 

Heute Dienstag fahren wir zum 80 km entfernten Perito Moreno Gletscher.
Kurz vor dem Park beginnt es zu ‚tröpfeln‘ und da wir den Gletscher bei schönem Wetter sehen möchten, erkundigen wir uns am Eingang übers Wetter. Regen, und das schon den ganzen Tag! heisst es :o((
So drehen wir wieder um und besuchen daher das Gletschermuseum in El Calafate.
Was wir dann aber von unseren Camping-Nachbarn hören, ärgert uns schon etwas – ganze Zeit Sonnenschein und keinen Tropfen Regen! Wo die Park-Rangers wohl ihre Wetter-Informationen herkriegen?

 

So, heute Mittwoch auf ein Neues. Trotz Regentropfen fahren wir diesmal in den Park rein. Herrliches Wetter empfängt uns beim 30 km entfernten Gletscher und er zeigt sich in seiner vollen Pracht.

Der Perito Moreno Gletscher, dessen Gletscherzunge sich bis zu 70 m hoch und 5 km breit vor dem Lago Argentino erhebt, leuchtet in den intensivsten Blau-Tönen. Pro Tag wächst der Gletscher bis zu 2 m in den See hinaus. Beim Abbrechen– Kalben – ertönen laute Knackgeräusche, gefolgt vom Donnern der ins Wasser stürzenden Eisbrocken. 

El Chaltén - Nationalpark Los Glaciares

22.-27.01.2017

Heute Sonntag geht die Reise weiter in den Nordteil des Nationalparks Los Glaciares. Kurz nach der Ausfahrt von El Calafate erspähen wir am Río Santa Cruz einen roten Sprinter. Welche Überraschung - es ist Mike (Grande Angola Überfahrt). Die Welt ist auch hier nur ein Dorf! :o))

Nach einem Austausch über die bisherige Reise fahren wir durch karge windige Landschaft weiter. Die speziellen Hügelzüge aus den verschiedensten Gesteinsformationen bieten eine interessante Abwechslung. Bald

taucht auch schon das Gebirgsmassiv des Fitz Roy vor uns auf – El Chaltén ist nicht mehr weit!

Heute Montag wollten wir eigentlich zur Laguna Torre wandern, aber es regnet. Also nochmals umdrehen und weiterschlafen.
Nach dem Frühstück lacht die Sonne wieder und kurz entschlossen nehmen wir die 18 km-Wanderung in Angriff. Oben angekommen bietet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die Laguna mit den kleinen Eisbergen vom Glaciar Grande und im Hintergrund – zwar noch etwas in den Wolken versteckt – der Cerro Torre.

Nach einem Tag geschundene Knochen pflegen und relaxen, entschliessen wir uns heute Mittwoch eine kürzere Strecke zur Laguna Capri zu wandern.
Da das Wetter eine Sicht auf den Cerro Fitz Roy sowieso nicht zulässt, konzentrieren wir uns mehr auf die Fauna und Flora.

Das Gebiet, das wir durchwandern ist eine Heimat des vom Aussterben bedrohten und nur im Süden Patagoniens heimischen Hirschart ‚Huemul‘.  Doch leider bekommen wir keins - von den sechzehn hier noch lebenden - vor die Linse. Am Lago Grey hatten wir da mehr Glück.
Doch was uns ins Auge sticht sind Kirschbäume! Hier in diesem harschen Klima?!

Etwas höher den Felsen entlang sehen wir Kondor-Horste, aber die Vögel scheinen gerade in den Ferien zu sein, denn auch die sehen wir nicht :o(
So erfreuen wir uns an den verschiedenen Blumen, retten ab und zu wieder ein paar dieser Raupen – der Rancher erklärt uns später, dass aus ihnen Nachtfalter werden – und wandern weiter durch den Wald unserem Ziel entgegen. 

Gestern Nachmittag und die ganze Nacht gibt es Regen ohne Unterbruch und unser Camper steht nun mit seinen vier Rädern im Wasser. Da er das Wasser nicht so liebt, suchen wir heute Freitag ein sonnigeres Gebiet. Aber zuerst müssen wir noch Kühlschrank, Wasser und Diesel füllen.
Da sich das Wetter hier extrem schnell ändert, lacht die Sonne bei der Abfahrt aus El Chaltén schon wieder und der Cerro Fitz Roy zeigt sich noch einmal von der schönsten Seite. 

Nationalpark Perito Moreno

27.-31.01.2017
Die Fahrt zum Nationalpark Perito Moreno führt auf der Ruta 40 durch trockene vom Wind zerzauste baumlose Steppe. Ein grosser Teil dieser Strasse ist hier nicht geteert und so werden wir wieder einmal zünftig durchgeschüttelt – zum Glück ‚läuft‘ die Waschmaschine! ;o))

Ab und zu kreuzt eine Guanako-Herde unseren Weg oder bizarre Felsformationen tauchen vor uns auf. Wir beobachten wie Cara-Caras und Komodore sich an einem toten Guanako die Bäuche voll schlagen. Ein paar gerüttelte Kilometer später brauchen wir eine Pause und besteigen eine Gruppe Sandsteinhügel. Wir merken schnell, dass hier selten Menschen vorbeikommen. Wir finden eine ehemalige Puma-Futterstation und  riesige Vogelnester.
Da wir nicht die ganze Strecke an einem Tag schaffen, zweigen wir zum Lago Cardiel ab und suchen uns dort ein Plätzchen für die Nacht.

Nach einer  sehr windigen Nacht geht die Fahrt weiter durch das Tal des Río Chico. Farblich ein grosser Kontrast zu den Hügeln und Steppen der Umgebung. Da hier genug Wasser fliesst, weiden Kühe in saftigem Gras und alles leuchtet in satten Farben.  

Gerne würden wir einen Spaziergang runter in die Ebene machen, aber es ist alles eingezäunt. Überhaupt ist ganz Argentinien mit einem stabilen ca. 1.50 m hohen Zaun eingegrenzt. Kein Landbesitz ohne dass er nicht eingezäunt wäre und ist er auch noch so abgelegen. Kein Hügel zu hoch, kein Fluss zu tief, keine Strecke zu kompliziert – alles ist mit einem Zaun abgeriegelt.

Bei der Abzweigung von der Ruta 40 bis zum Park warten noch 90 km Naturstrasse auf uns. Also alles wieder festzurren und los geht‘s! An der Ranger-Station holen wir uns die nötigen Informationen, treffen dort wieder Vero und Marcel und nehmen die letzten – etwas schwierigen - 16 Kilometer in Angriff.
Marcel mit seinem 4x4 immer schön voraus – zur Sicherheit. Mehrere kleiner Wasserlachen haben wir schon durchquert als am Schluss noch die Krönung auf unseren Camper und Roby wartet. Geschafft!! :o))

Jetzt sind wir aufgenommen in die grosse Familie der ‚Overlander‘!

Wir richten uns beim Lago Burmeister gemütlich ein, denn hier bleiben wir für drei Nächte.
Das Wasser beziehen wir direkt mit einem Kübel aus dem See, sei es zum Trinken, Waschen, Kochen oder Spülen.
Der Wind bläst in orkanartiger Stärke und macht aus jeder Aktivität eine kleine Meisterleistung!

Die kleinen Raupen, die wir im NP Los Glaciares noch einzeln gerettet haben, werden hier zur Qual.
Überall kriechen diese ‚Viecher‘ herum und wenn wir nicht gut aufpassen, haben wir den Camper voller ‚blinder Passagiere‘! ;o()

Heute Sonntag machen wir eine Safari.
Da dieser Park neu und kaum erschlossen ist, gibt es hier sehr wenige Touristen und die Natur zeigt sich auf unberührte Art. Die endlose Weite mit den dahinter aufsteigenden Anden, kreisende Kondore, friedlich grasende Guanakos, Seen von braun bis türkis, das alles erschliesst sich vor unseren Augen. 
Wir fahren mit Vero und Marcel zum Lago Belgrano. Roby und ich haben Logenplätze gebucht! ;o)) Aussen, zwischen Fahrerkabine und Wohntrakt sitzen wir und geniessen die an uns vorbeiziehende wunderschöne Landschaft.

Der letzte Ausflug im Park ist kurz aber heftig! Wir laufen zum Mirador Burmeister.
Der sturmartige Wind erschwert unser Unterfangen sehr, denn wir werden wie Marionetten hin und her geschleudert. Bäume wachsen dem Boden entlang oder suchen Unterstützung an grösseren Felsbrocken.

Wir kommen in eine kleine windgeschützte Zone und sind überrascht – hier wachsen sogar Orchideen!

Kurz vor dem Mirador passieren wir eine Warnung wegen dem starken Wind und tatsächlich – festhalten ist angesagt!!

Lago Buenos Aires/Argentinien

01.-05.02.2017
Die Fahrt vom Nationalpark Perito Moreno zur Grenzstadt Los Antiguos am Lago Buenos Aires führt uns zuerst 350 km durch die Pampa. Obwohl das Wort Pampa eher langweilig tönt, ist es alles andere als das. Ja wir sind immer wieder verblüfft, was diese Landschaft alles zu bieten hat.

 

Nach dieser langen Strecke sind wir doch etwas müde und machen für eine Nacht Halt im Ort Perito Moreno.

 

Heute Mittwoch sind nur noch 60 km bis zur Grenze Argentinien/Chile zu fahren. Schon bald ist der Lago Buenos Aires in Sicht und wir trauen unseren Augen kaum – dieses Blau kann nicht echt sein! Da hat doch jemand blaue Farbe ins Wasser geschüttet ;o))


Der Lago Buenos Aires/Argentinien (Lago General Carrera bei den Chilenen) ist nach dem Titicacasee der zweitgrösste See Südamerikas mit einer Länge von über 190 km.

 

In Los Antiguos herrscht schon fast mediterranes Klima. Mit grossen, eng aneinander stehenden Bäumen werden Landparzellen vom heftigen Wind abgeschirmt und so wachsen hier neben Kirschen auch Pfirsiche.

Weiter geht's zur Grenze von Chile.

Chile (01. Feb. - 10. März)

Rot - 2017   Gelb 2016

Lago General Carrera/Chile

An der Grenzabfertigung in Chile haben wir wieder einmal Glück. Die Autos vor und hinter uns werden total auseinander genommen. Bei uns liebäugelt er mit meinem warmen Schaffell. Als ich ihm aber erkläre, dass wir es in Chile gekauft hätten ;o) und dass es ein Geschenk meiner Kinder sei, darf es mit über die Grenze. Uff!

 

Das beflaggte Chile Chico begrüsst uns schon von weitem und vom Mirador aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Kleinstadt und den tiefblauen Lago General Carrera.

 

Ab jetzt heisst es 124 km enge Naturstrasse - mit abenteuerlichen Kurven am Steilufer des Sees entlang - zu bewältigen. Wir haben einen herrlichen Blick auf die blaugrünen Buchten und die südlichen Ausläufer der Anden. Zum Glück sind wir uns steile Abhänge von der Schweiz her gewohnt und so kann immer einer von uns – Fahrerwechsel alle 30 Min. – die Aussicht geniessen.

 

Dann am Ende des Sees die Einfahrt in die berühmte Carretera Austral. Noch einmal 50 km Naturstrasse. Aber, oh Sch…reck! Ab jetzt geht es so richtig los. Waschbrett, Löcher, Steine, Staub machen dem Fahrer und unseren Rädern das Leben schwer. Auf unserer ganzen Reise hatten wir noch nie eine solch schlechte Strasse zu bewältigen :o((

Endlich geschafft, wir sind in Puerto Río Tranquilo. Von hier aus starten Boote zu den Capillas de Mármol – Marmorkapellen - extravagante Felsformationen aus hellem Marmor. 

Die Nacht verbringen wir an einem kleinen idyllischen Flecken in Bahia Murta am Ufer des See.

 

Neu gestärkt nehmen wir am Sonntag die nächsten miserablen 130 km in Angriff. Unser letztes Ziel am See sind die Los Manos de Cerro Castillo - ca. 3000 Jahre alte Handabdrücke an Felsen. Die Fahrt führt vom See weg ins Landesinnere. Nach kaum 5 km, oh Schreck! Da liegt ein Fahrzeug im Graben und die zwei jungen Leute sind vom Schock noch ganz verdattert. Wir helfen ihnen so gut es geht, müssen sie dann aber ihrem Schicksal überlassen. Es wird Stunden dauern bis der Abschleppwagen eintrifft!
Generell ist diese Strasse sehr gefährlich, da sie sehr eng ist und seitlich abfällt. Man muss höllisch aufpassen, nicht zuweit nach rechts abzudriften, sonst überschlägt man sich und rutscht den Abhang hinunter.

 

Wir kommen in feuchteres Gebiet und die Vegetation wird üppiger. Hier wachsen lange Schilfgräser und grosse Rhabarber-Sträucher. Aber wir treffen auch auf ein Gebiet, das 1991 vom Vulkan Hudson mit Asche zugedeckt wurde und bis heute sind noch keine Bäume nachgewachsen.

 

In Cerro Castillo steigen wir zu den Felshöhlen und besichtigen die 'Los Manos' - na ja!

 

Das letzte Stück Strasse bis Coyhaique - oh wie herrlich - ist asphaltiert! :o))))

Coyhaique - Mañihuales

05.-08.02.2017

Die Landschaft um Coyhaique ähnelt der Schweiz.
Die Stadt selbst sieht trotz seiner 50‘000 Einwohner wie ein grösseres Dorfes aus. Wir flanieren die Einkaufsstrasse rauf und runter und löschen den Durst anschliessend mit einem lokal gebrauten Bier – sehr spezieller Geschmack, aber schmeckt sehr gut!


Leider ist der Camping überfüllt und bis tief in die Nacht wird laut diskutiert, so dass es uns nach 2 Tagen wieder in die Wildnis hinaustreibt. 

Nach einem Abstecher nach Puerto Aysén geht es weiter nordwärts nach Mañihuales. Da wir uns nicht beeilen müssen, entschliessen wir kurzerhand zwei Nächte hierzubleiben.

Roby macht wieder einmal ein Asado – hmm, lecker! Alles was wir nicht verspeisen können füttern wir den vielen Hühnern, die nur allzu gierig darauf warten. :o))

 

Ein alter hinkender Gockel kommt gar in den Genuss einer Rettungsaktion. Wir entdecken, dass sich sein linker Fuss in Nylon-Fäden verheddert hat und die so stark zusammen gezurrt sind, dass einer seiner Krallen schon ganz schwarz ist und abzusterben droht. Wie fangen den Gockel ein – was trotz seiner Behinderung ganz schön schwierig ist – und befreien ihn von seinem Elend.

Er hat es uns nicht verübelt, denn heute Donnerstagmorgen steht er schon wieder bettelnd vor unserer Camper-Tür ;o))

Nationalpark Queulat

09.-10.02.2017

Die Landschaft auf der Weiterfahrt zum Nationalpark Queulat ändert sich allmählich. Es wird feuchter, der Wald dichter und er ähneln mehr und mehr einem Regenwald.
Neben Farn-, Lianen- und Bambus-Gewächsen sind die Nalca-Pflanzen – Riesenrhabarber – eine lokale Besonderheit. Sie können angeblich wie unser Rhabarber verarbeitet werden. Wir haben es nicht ausprobiert! Auch der Fuchsia-Strauch gedeiht hier prächtig und säumt die Strasse.

 

Nicht nur die Pflanzenwelt ist hier anders, auch der Baustil ändert sich von Blech- zu Holzschindel-Verkleidung. Zusammen mit Vero und Marcel campieren wir abseits der Carretera Austral auf einem abgelegenen Bauplatz. Damit wir in der Nacht nicht gestört werden, setzten die zwei ‚Lausbuben‘ noch eine Verbotstafel in die Einfahrt! 

Es ist immer noch regnerisch, trotzdem machen wir heute Freitag eine kleine Wanderung durch den Bosque Encantado zur Laguna Los Gnomos.

Wir treten durch das Eingangstor - es ist wie im Märchen! Die Bäume sind dicht verhangen mit Moos, Farnen und Flechten. Wir erwarten jeden Augenblick, dass uns die sieben Zwerge singend über den Weg laufen!

Ich kann keinen Schritt vor den anderen setzten, ohne dass ich wieder ein paar Fotos schiessen muss. Aber wenn ich mich jetzt nicht auf die Socken mache, höre ich dann schon bald Roby und nicht die Zwerge singen! ;o))

 

Leider können die Fotos diesen magischen Ort nicht wirklich widergeben – will heissen, ihr müsst selber schauen kommen!

La Junta

11.02.2017

Ein weiteres Highlight auf dieser Strecke ist das jährlich stattfindende traditionelle Fest in La Junta.
Neben einer Gewerbeausstellung, Asado und traditioneller Musik und Tanz gibt es auch ein typisch Chilenisches Rodeo.
Bei diesem Rodeo geht es darum, dass zwei Gauchos ein Kalb in einer gewissen Richtung vor sich hertreiben und sie das Tier in dieser Zeit immer unter Kontrolle behalten müssen. Es werden dabei Punkte vergeben und ein Siegerpaar erkoren. 

Chaitén mit Vulkan Chaitén

13.-14.02.2017

Chaitén, ein Dorf am Rande des Nationalparks Pumalin erlebte 2008 eine riesige Naturkatastrophe. Ein Vulkan - von dessen Existenz niemand gewusst hat -  brach aus und bedeckte den Ort und die Umgebung mit Asche und Schlamm. Die Aschewolke reichte bis nach Buenos Aires.
Ein paar Jahre später kamen die ersten Bewohner zurück, um den Ort wieder aufzubauen.
Noch heute sind die Spuren der Katastrophe sichtbar. Früher stand die erste Häuserzeile direkt am Strand.  Durch die Schlammlawinen ist sie heute mehrere hundert Meter vom Strand entfernt. Auch stecken einzelne Häuser immer noch im Schlamm und müssen ausgeräumt oder abgebrochen werden. Neue Strassen und ein breiteres Flussbett sind noch im Bau. 

Heute Dienstag wollen wir den immer noch dampfenden Vulkan Chaitén im Nationalpark Pumalin näher betrachten.
Die Wanderung beginnt gemütlich, ändert aber nach 100 m und wird sehr steil. Es gilt auf 2.2 km 600 Hm zu bewältigen. Die unteren 2/3 sind mit 1113 Holzstufen zwischen 10 und 60 cm bestückt – für kleine Leute wie mich etwas zu hoch – und der letzte Drittel ist ein rutschiges Asche- und Sandgemisch.
Nach knapp 2 Stunden verschwitzt und total ausser Puste empfängt mich Roby oben – schon ausgeruht!
Aber die Plackerei hat sich gelohnt! Wir haben eine wunderbare Sicht auf die zwei rauchenden Doms, die sich während des Ausbruchs gebildet haben. Rings um den Krater abgestorbene Zeitzeugen von dieser gewaltigen Eruption.
Nach einer kleinen Stärkung sind wir in der halben Zeit wieder unten. 

Nationalpark Pumalin – gefangen im chilenischen Regenwald!

15.-19.02.2017

Nach einem Tag ausruhen an der Sonne auf dem Camping ‚El Volcano‘ im Nationalpark Pumalin, verschlechtert sich das Wetter und starker Regen setzt ein.
Trotzdem können wir hier noch die eine oder andere Kurzwanderung durch den Urwald unternehmen. An der Ranger-Station beginnt ein Lehrpfad, der uns über die verschiedenen Pflanzen und Bäume informiert. 

Seit zwei Tagen und zwei Nächten prasselt der Regen ununterbrochen auf unser Dach. An ein Weiterkommen oder an ruhigen Schlafen ist kaum zu denken! :o((

Wir warten auf dem Parkplatz – entlang der Carretera Austral, die durch den Park führt – auf ein regenfreies Zeitfenster, um den Alerce-Wald zu besichtigen.

In dieser feuchten Gegend ist jeder Ast und jeder Stamm mit Farn und Moos zentimeterdick eingepackt. Dann stehen wir vor diesen Giganten!

Einzelne Bäume hier werden auf 3000 Jahre geschätzt. Sie sind bis zu drei Meter dick und erreichen eine Höhe von bis zu 50 m. Bewunderung und Ehrfurcht für diese Lebewesen, die tausende Jahre Geschichte erzählen könnten.

Und weiter geht das Warten auf besseres Wetter! 

Fähren Caleta Gonzalo – Leptepú - Hornopirén

19.02.2017

Da die Carretera Austral noch nicht fertig gebaut ist, wollen wir morgen Sonntag unsere Reise von Caleta Gonzalo über Leptepú nach Hornopirén mit 2 Fähren fortsetzen.

Im tropischen Regen, durch mit Wasser gefüllt Schlaglöcher und vorstehenden Steinen steuern wir langsam unseren Zielort an.

Auf dem Parkplatz bei der ersten Fähre richten wir uns gemütlich für die Nacht ein. Es schüttet wie aus Kübeln und in der Nacht setzt auch noch heftiger Wind ein. So ist an ein Weiterkommen mit der 11 Uhr Fähre nicht zu denken. Bereits stauen sich die Fahrzeuge der beiden früheren Fähren als lange Schlange in den Regenwald hinein. Wir warten im Trockenen :o))

Um 11 Uhr – unsere gebuchte Abfahrtszeit – wage ich mich ein erstes Mal in das ‚Sauwetter‘ raus. An Der Rampe keine Menschenseele, niemand der Auskunft geben kann. Ein wartender Autofahrer meint, dass wegen des stürmischen Wetters bis auf weiteres vermutlich keine Fähre komme. Ein anderer meint sogar, dass es Dienstag werden könnte! Halt, das hatten wir doch schon einmal – beim Überqueren der Magellanstrasse!

 

‚Pflotsch pfludi nass‘ kehre ich mit den Neuigkeiten zurück. Das gefällt Roby - er wollte schon länger mal schauen, wie lange wir mit unseren Bord-Vorräten überleben können! ;o))

Das Warten geht weiter – es regnet in Strömen. Aber um 16.30 Uhr kommt Unruhe in die Auto-Kolonne. Tatsächlich, eine Fähre ist angekommen :o))

Jetzt geht’s doch noch los!! Um 22 Uhr kommen wir schlussendlich wohlbehalten in Hornopirén an.

Zum Glück haben wir uns vorgenommen hier zu übernachten, denn es herrscht helle Aufregung unter den Reisenden – die einzige weiterführende Strasse ist wegen Unwetterschäden gesperrt!

Gute Nacht!

Puerto Montt

20.02.- 21.02.2017

Auf der Fahrt von Hornopirén nach Puerto Montt sehen wir, weshalb die Strasse in der Nacht gesperrt war.

Die gewaltigen Wassermassen und die Erdrutsche haben Teile der Carretera Austral verschüttet, so dass die Schäden zuerst behoben werden mussten.

Die Löcher in den Naturstrassen sind jetzt noch viel tiefer und somit fast nicht mehr befahrbar. Aber Roby und der Camper sind ein gut eingespieltes Team und schaffen das fast mit links ;o))

Noch einmal müssen wir uns in Geduld üben und drei Stunden anstehen. Dann sind wir endlich auf der Fähre nach Puerto Montt und fahren die letzten 50 Kilometer wieder mal auf Asphalt – juhuii!  

Heute Dienstag ist Stadtbesichtigung angesagt. Puerto Montt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und es kamen viele deutsche Einwanderer in diese Gegend.

Die Bauweise der Häuser erinnert stark an Europa. So haben die Häuser hier spitze Giebeldächer, Erker und Balkone. Neben deutschen Restaurants und Bäckereien gibt es auch die deutsche Feuerwehr-Kompanie :o)

 

Im Stadtteil Angelmó schlendern wir durch den Kunsthandwerkermarkt und entdecken neben wahrem Kunsthandwerk auch viel Ramsch.

Im Fischmarkt probieren wir die lokalen Spezialitäten Südchiles – Curanto und Cancato. Curanto wird noch in ländlichen Gegenden in einem Erdloch - eingewickelt in Nalcablätter und mit heissen Steinen zugedeckt – gegart.

 

So und jetzt müssen wir uns beeilen, denn unser Camper braucht neue Finken. Die spitzten Steine der Carretera Austral haben das ganze Gummiprofil weggekaut! 

Lago Llanquihue Rundfahrt – Vulkan Osorno

22.-27.02.2017

Wieder flott unterwegs, beginnen wir heute Mittwoch eine Rundfahrt um den zweitgrössten See Chile, den Lago Llanquihue.

Den ersten Tag verbringen wir in Puerto Varas, einer touristischen Kleinstadt direkt am See, wo sich viele deutsche Einwanderer niedergelassen haben. Neben vielen deutschen Köstlichkeiten wie Wurst, Sauerkraut, Bier, Streuselkuchen, etc. steht hier auch die getreue Kopie einer Kirche aus dem Schwarzwald. Sie ist komplett aus Holz gebaut und mit Blech abgedeckt.

Auf der heutigen Weiterfahrt zum Vulkan Osorno kommt Roby plötzlich eine Superidee – wir nehmen die Bikes und fahren hoch zum Vulkan! Ok, sind ja nur 14 km und 1100 Hm! :o(

 

Aber einmal mehr heisst es, zuerst die Bikes vom Naturstrassenstaub zu befreien. Dann geht es los!

 

Die ersten zwei Kilometer gehen gemächlich rauf und runter, die nächsten zwölf erbarmungslos steil hoch – was für eine Schinderei!! Das Ziel immer schön vor Augen – den Vulkan Osorno mit 2660 m Höhe und seiner gleichmässigen Form - der schönste Vulkan Chiles.

Oben kann Roby nur kurz ausruhen, denn er muss wieder runter den Camper holen, da wir die tolle Aussicht und das schöne Wetter hier für einige Tage geniessen wollen.

Nach einer ruhigen Nacht – wunderbarer Sternenhimmel mit Kreuz des Südens und Milchstrasse – machen wir eine Kurzwanderung zum kleinen Krater Rojo.

Das Gebiet am Fuss des Vulkans ist ein Skigebiet und mit Sessellifte erschlossen.

Kaum sind wir zurück, fährt ein roter Sprinter vor – es ist Mike! Gemütlich sitzen wir zusammen und berichten über die letzten Reise-Erfahrungen.

Da Mike ein erfahrener Sanitär ist und unser Abwasser-System trotz mehrmaligen Reparaturversuchen immer noch etwas tropft, entscheiden Roby und er, das Problem endgültig zu lösen.

Es wird ein Schlachtplan ausgeheckt, brauchbares Reparaturmaterial vom Altmaterialhaufen der Sesselbahn besorgt und  - ab an die Arbeit!

Den Abend geniessen wir bei einem feinen Nachtessen vor unvergesslicher Kulisse der untergehenden Sonne.

Heute Montag heisst es wieder runter vom Vulkan und somit eintauchen in eine dicke Nebelsuppe.
Doch wir haben Glück, in Frutillar – übersetzt Erdbeere - lichtet sich der Nebel und die Sonne scheint. Alles ist hier auf Tourismus ausgelegt und sehr Deutsch! Guggerzytli – Bier – Kuchen – Geranien.

Roby und ich laufen im ‚Fasi‘ rum – an der Beach die Chileños mit den Badeanzügen! Brrr!


Im Hintergrund der rauchende Osorno – nein, nein, keine Angst, es hat sich nur eine Wolke an der Eiskappe verheddert! ;o))

Insel Chiloé

28.02.-03.03.2017

Obwohl Charles Darwin schrieb - “ Ich glaube, es gibt innerhalb der gemässigten Zone wenige Teile der Erde, wo so viel Regen fällt“ – wagen wir es und nehmen – trotz heftigem Regen – Kurs auf die Insel Chiloé

 

Mit der Fähre setzen wir über und – sind wir nicht Glückspilze – es regnet nicht mehr. :o))

 

Ancud besteht aus vielen kleinen, bunt bemalten Häusern. Viele sind mit Holzschindeln gedeckt – die typische Bauweise in Chiloé.

Ein Sprichwort der Chiloten sagt: „Wer sich beeilt, verliert Zeit!“ Das nehmen wir uns zu Herzen, wir bringen die Wäsche zur ‚Lavanderia‘ und schlendern anschliessend gemütlich durch die Strassen.
Das  viele Spazieren macht hungrig und so entschliessen wir uns, die chilotische Küche auszuprobieren.

 

Leider unterschätzt Roby anschliessend beim Abholen der Wäsche die Länge unseres Campers – und schon ist die hintere Ecke und die Ruhe futsch!

Heute Donnerstag fahren wir weiter Richtung Castro – Hauptstadt und älteste Stadt Chiloés.

 

10 Kilometer vor der Stadt entschliessen wir uns auf einem Campingplatz zu übernachten – der perfekte Platz für die Camper-Reparatur.
Roby stürzt sich in sein neues „Übergwändli“ und schon geht das Basteln mit Glasfaser und Epoxy los!

Mit wieder repariertem Camper besuchen wir das Wahrzeichen Castros – die Kathedrale. Sie wurde 1906 aus Alerce-Holz gebaut, mit dünnem Blech überzogen und lila und knallgelb angestrichen. Man kann sie nicht verfehlen! ;o))

Die zweite Sehenswürdigkeit sind die Palafitos – Pfahlbauten – die zur Strasse hin wie normale Häuser aussehen. Zum Wasser hin stehen sie auf Stelzen, damit die Fischer bei Flut direkt an die Häuser fahren können.

Auf der Fahrt nach Tenaún machen wir einen kurzen Halt in Dalcahue und schauen uns die Feria Artesanal - den Kunsthandwerkermarkt - an.

Die Insel ist bekannt für bunt gestrickte Wollsachen, Holzschnitzarbeiten und aus Gras geflochtenen Figuren und Körbe.

Das kleine Fischerdorf Tenaún besitzt eine stattliche Kirche.
Sie gehört – wie mehrere andere auf Chiloé – zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kirche wurde 1834 erbaut – da standen wahrscheinlich nur eine paar Fischerhütten!


Die Nacht verbringen wir in der Nähe am Strand. 

 

In Aucar spazieren wir über den 560 m langen Holzsteg zu einer kleinen Insel mit einer hölzernen Kirche.

Das Gebiet um die Insel ist übersät mit Muscheln und deshalb überwintern hier sogar Zugvögel aus Alaska.

Zum Schluss der Chiloé-Rundfahrt einige weitere Eindrücke – für Beschreibung einfach Foto anklicken.

 

Valdivia

04.-05.03.2017
Gemütlich sitzen wir am Río Valdivia auf einem zentrumsnahen abgesperrten Parkplatz.
Unsere Musik- und Lesestunden werden ab und zu von vorbeischwimmenden und schnaubenden Seelöwen unterbrochen. Sie sind unterwegs zum Fischmarkt :o))
Da wollen wir jetzt auch hin!

Und tatsächlich, hier sitzen sie, zusammen mit vielen Kormoranen, Möwen und Aasgeiern und schlagen sich mit den Fischabfällen die Bäuche voll.

 

Auch Valdivia umgibt ein Hauch deutscher Kultur. Trotz des verheerenden Erd- und See-Bebens im Jahr 1960 mit der Stärke 9.5, das vier Fünftel der Stadt zerstörte, entdecken wir noch einzelne alte Häuser von ehemals deutschen Besitzern.

Heute Sonntag unternehmen wir einen längeren Spaziergang zur deutschen Brauerei Kunstmann.

Da diese auf der anderen Flussseite liegt, überqueren wir den Fluss in fünf Minuten mit einer etwas überdimensionierten Fähre. ;o)

 

Anschliessend noch ein kleiner Marsch und schon lockt ein kühles Bier.
Wer sich nicht nur für ein Bier entschliessen kann, nimmt am besten eine Degustation mit 12 kleinen ‚Versucherlis‘! ;o)

Vulkan Villarrica

Vor uns erhebt sich stolz der 2840 m hohe Vulkan Villarica. Die letzte Eruption war am 4. März 2015, als er mehrere Tonnen Lava und Asche bis zu drei Kilometer in die Höhe spukte. 

Hinweistafeln zeigen, wie man sich bei einem Ausbruch zu verhalten hat.

In Villarrica bewundert Roby die Fingerfertigkeit eines ‚Kollegen‘. Wir müssen noch etwas üben, bis wir unseren ersten Auftritt wagen können ;o))

Die Fahrt hoch zum Vulkan – auch Skigebiet dieser Region – ist alles andere als ein Zuckerschlecken.
Die Strasse ist in einem desolaten Zustand und Roby ist froh, schon einige Erfahrung von der Carretera Austral mitzubringen. Auch oben mehr oder weniger eine Geröllhalde. Das war beim Vulkan Osorno ganz anders.

 

Für Unterhaltung sorgen die zwei ziemlich zutraulichen Cara-Caras :o))

Zwei Tage Regen und wir sitzen immer noch auf dem Vulkan. Die Strasse scheint viel zu glitschig zum Runterfahren.
Zum Glück gibt es ein offenes Wifi und so können wir uns wieder einmal im Internet tummeln. ;o))

 

09.03.2017

Heute Donnerstagmorgen das böse Erwachen – Schnee und Temperatur um den Gefrierpunkt. Jetzt müssen wir von diesem Vulkan runter auf Teufel komm raus, oder wir verbringen den kommenden Winter eingeschneit hier oben! ;o)) 
Geschafft! Jetzt geht es zum Entspannen in die Therme und am nächsten Tag über den Paso Mamuil Malal nach Argentinien.

Argentinien (10. März - 3. Mai)

Rot - 2017   Gelb 2016

Camino de Los Siete Lagos

11.-16.2.2017
Heute Freitag wechseln wir die Seite und fahren nach Argentinien.
Auf dem Pass Mamuil Malal passieren wir die Grenze und fahren gleichzeitig auch in den Parque National Lanín ein. Majestätisch und in voller Pracht thront der 3768 m hohe Vulkan Lanín vor uns.

 

Eigentlich müsste uns hier irgendwo Mike entgegenfahren, denn sein Reiseziel ist Chile. Doch keine Spur von ihm.

Die Fahrt geht weiter durch Araukarien-Wälder. Aukarien sind Bäume mit einer ganz speziellen Form. Sie können bis zu 2000 Jahre alt und bis zu 50 m hoch werden.

 

Und plötzlich taucht ein Hinweisschild am Strassenrand auf – No Drips – das kann nur Mike sein!  Eine Anspielung auf unsere Abwasserleitung ;o))
Bei einem gemütlichen Nachtessen und  zwei, drei Tropfen Malbec tauschen wir unsere Erlebnisse aus.

Wir verabschieden uns von Mike – mal schauen, wann wir uns wiedersehen –fahren nach San Martin de Los Andes und übernachten auf der Fahrt auf dem Camino Siete Lagos am tiefblauen Lago Lolog

Kurz nach der Abfahrt treffen wir auf Sarah und Arthur – zwei Schweizer Biker. Zum letzten Mal haben wir sie in El Calafate getroffen. Wir sind voller Bewunderung für ihre Leistung! Nach einem kurzen Austausch setzen wir unsere Fahrt fort.

Ein See reiht sich an den andern – eine wunderschöne Gegend – traumhaftes Wetter – wir fühlen uns wie am Vierwaldstättersee.
In Villa la Angostura schalten wir einen längeren Halt ein. Auf dem Camping sind unsere Gäste einmal keine Hunde sondern Raubvögel.

Strahlender Sonnenschein - Wetter für ein ‚Bike-Türli‘!
Unser Ziel der Bosque Arrayanes – der einzige Wald auf der Welt mit Arrayane-Bäumen. Am Parkeingang erhalten wir die Information über den Streckenverlauf – alles kein Problem!
Kaum 200 m weiter stehen wir vor einer nimmer-endenden-wollenden Treppe!?! Und dies soll eine Bike-Route sein? Ein Ranger in der Nähe erklärt uns, dass wir die ersten 1500 m unser Bike tragen müssen. Enttäuscht brechen wir ab, denn auf dem Rückweg hätten wir die Bikes die gleiche Strecke wieder runtertragen müssen. :o(( So fahren wir an den Lago Correntoso. 

So, heute wollen wir es wissen, wenn‘s nicht mit dem Bike geht, dann halt zu Fuss!

Der Weg führt 13 km quer durch die Península Quetrihué und es überholen uns wirklich ein paar junge Bikers, die die Mühe nicht gescheut haben, ihr Gefährt hochzutragen!

Nach dem Besuch des Bosque Arrayanes geht es mit dem Katamaran zurück nach Villa La Angostura.

Heute Dienstag – Bariloche und Colonia Suiza – die Schlusspunkte des Camino Los Siete Lagos.

 

Bariloche - die 'Schweiz Argentiniens' - ein viel zu schnell wachsender Ort, wo sich eine Bausünde an die andere reiht. Hinzu kommt, dass wir von allen Seiten – Touristen-Information, Einheimische, Reisende – wegen Einbrüchen und Raub auf offener Strasse - gewarnt werden. Auch die Wanderungen und Biketouren um Bariloche seien zu gefährlich – da können auch die vielen ‚Schoggi-Lädeli‘ nicht darüber hinweg helfen - also nichts wie weg!

Colonia Suiza, ein kleines historisches Dorf, das 1899 von Schweizer Auswanderern gegründet wurde.

Da man die Gegend möglichst rasch besiedeln wollte, wurde den neuen Siedlern das Land hier geschenkt. Drei der vier Strassen heissen heute noch „Zurich“, „Cantón Valais“ und „Lucerna“. 

Villa Llanquín

16.-18.03.2017

Auf der Fahrt Richtung Neuquén entdecken wir eine kleine Fähre, die alleine durch die Flussströmung angetrieben wird - wie die Rheinfähren in Basel.

Dazu gibt es im Dorf Llanquín zwei Campingplätze – also, nichts wie hin!

Heute Freitagnachmittag starten wir eine Bike-Tour um den Cerro Chacay.

Pancho, der Chef des Campings informiert uns über die Strecke. Es tönt alles sehr einfach und beginnt auch so, ändert sich aber bald. Wunderschöne Landschaft – verlassene Täler – bizarre Felsformationen – wenige, sehr abgelegene kleine Bauernhöfe. Es geht stetig bergauf – kaum ein Hügel erklommen, steht schon der nächste an – ohne Ende!

Als ich kurz vor dem Aufgeben bin – endlich der letzte Hügel. Eine atemberaubende Aussicht ins weit entfernte Tal liegt vor uns.

Die Abfahrt verlangt noch einmal unsere volle Konzentration, denn der Weg ist übersät mit grossen und kleinen Steinen und Löchern.

Total erschöpft, von Kopf bis Fuss voller Staub, geniessen wir nach 40 km Fahrt und 1300 Höhenmeter die heisse Dusche, sowie ein zartes Steak mit Spaghetti.

Es ist Samstag und wir sind wieder fit!

Heute findet das jährliche Dorf-Fest mit Rodeo statt. Zum Mittagessen geniessen wir ein feines ‚Cordero‘ – Schaf vom Grill und etwas später bewundern wir die Reitkünste der Gauchos.

Fahrt nach Neuquén

Neuquén - Zapala

21.-26.03.2017

Der Name Neuquén steht für die kleinste Provinz Patagoniens und deren Hauptstadt. Das Gebiet ist reich an Bodenschätzen wie Erdöl, Erdgas, Kupfer, Blei, Zink, Gold und Silber. Die ländliche Hauptstadt wurde 1904 als Station der Eisenbahn gegründet und zählt heute 300‘000 Einwohner.

 

Wir bleiben zwei Tage und erledigen hier wieder einmal alle nötigen Hausarbeiten.

Zapala eine typische patagonische Wüstenstadt – und da wir Wüste lieben – lassen wir es uns hier gut gehen! Relaxen ist angesagt.

Leider steht aber ein verlängertes Wochenende an und das bedeutet, die Argentinier sind schon am Freitagabend auf dem Camping und beschallen uns mit lauter Musik bis in die frühen Morgenstunden!! Also Ohrstöpsel rein! 

Laguna Blanca – Lago Aluminé

26.-30.03.2017

Von Zapala aus sind es gerade einmal 35 km bis zur Laguna Blanca. So haben wir bei der Ankunft genug Zeit uns an der Ranger-Station zu informieren.
Das saure und Kalziumkarbonat-haltige Wasser ist schlecht für Fische, allerdings bietet der Park unzähligen Wasser- und Zugvögeln Lebensraum. Auch Puma, Fuchs und Meerschweinchen soll es hier geben – aber die einzigen Vierbeiner, die wir sehen, sind Ziegen :o))
Es gibt auch ein paar Höhlen, in denen man durch Ausgrabungen nachweisen kann, dass hier vor tausenden von Jahren schon Menschen gelebt haben.


Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang verziehen wir uns in unser ‚Häuschen‘ und kochen eine ‚Zunderobsi Lasagne‘ in der Bratpfanne – funktioniert und schmeckt hervorragend!

Heute fahren wir über einen Pass zum Lago Aluminé nahe der chilenischen Grenze. Die Strasse bis zur Passhöhe ist asphaltiert und wechselt zu Naturstrasse zum Runterfahren. Wir staunen nicht schlecht, als wir sehen, was da auf uns zukommt – die Tremola Argentiniens! Müde vom Schütteln und Klappern erreichen wir schlussendlich Villa Pehuenia am schönen blauen Lago Aluminé.

Einen Tag ohne Nichtstun gibt‘s bei Roby fast nie, also schwingen wir uns auf‘s Bike und machen ein ‚Türli‘ am See.

Nach einem kühlen Bier geniessen wir die Einsamkeit auf dem Camping, denn die Argentinier sind wieder an der Arbeit :o))
Gesellschaft haben trotzdem immer - meistens sind es streunende Hunde, ab und zu Katzen, Hühner oder Schweine. Heute bewachen uns ein Hund und eine Gans – natürlich immer gegen ein Entgelt! ;o))
Auch die Papageien kommen für ein kaltes Bad vorbei, sind aber schnell wieder weg!   

Fahrt nach Las Lajas

30.03.2017

Das Wetter wird frischer am Lago Aluminé und so entscheiden wir uns für die Weiterfahrt.
Klappernd fahren wir auf Naturstrassen der chilenischen Grenze entlang über einen Pass Richtung Norden. Die Gegend ist sehr sandig, es wachsen viele Araukarien und wir sind fast die Einzigen, die diese Strasse benutzen - ausser ein gelbes ‚Büsli‘.
Zu unserem Erstaunen sind es Meret und Peter aus Zürich!! Die beiden haben gestern einen Ölwechsel machen lassen und stecken nun 50 km von der Garage entfernt fest, da der Mechaniker ein falsches Filter montiert und sie nun all ihr Öl verloren haben – der Motor macht keinen ‚Wank‘ mehr.
Wir leisten ihnen Gesellschaft bis der Abschleppwagen kommt und begleiten sie zur Garage in Las Lajas.

Es stellt sich heraus, dass Lagerschalen und Kurbelwelle beschädigt sind und niemand hier diesen Schaden reparieren kann. Verständlicherweise sind die beiden sehr frustriert.

 

Trotzdem grillieren wir spätabends neben Garage und Hauptstrasse – bei einem guten Schluck Wein lässt sich der Ärger für ein paar Stunden etwas vergessen. 

Chos Malal

31.03.2017

Die Fahrt nach Chos Malal führt 150 km entlang der Cordillera del Salado. Kurz vor Chos Malal passieren wir den Markstein, der die Mitte der Ruta 40 (5‘194 km lang) anzeigt.

 

Es ist Herbst! Die Gauchos treiben ihre Ziegen, Schafe und Kühe zusammen, um sie in tiefer gelegene Ort zum Überwintern zu bringen. Wir campen am Río Neuquén und verfolgen dieses Treiben mit Interesse. Die wenigen historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt schauen wir uns beim morgendlichen Joggen an. 

Los Bolillos

1.-2.04.2017

Heute Samstag fahren wir von Chos Malal aus ins nördliche Tal nach Aguas Calientes, wo man im Bach bei 45° baden kann.
Zuerst heisst es aber zwei Pässe zu erklimmen, was für unseren Camper noch kein Problem darstellt, da die Strasse asphaltiert ist. Kurz nach Varanco geht es dann über Naturstrassen weiter bis zu unserem Übernachtungsplatz in der Nähe der ‚Los Bolillos‘

Nach einer unglaublich stillen Nacht – kein Hund, kein Motor, keine Musik, kein Gockel, kein Wind, absolut nichts – überwinden wir die letzten paar Kilometer zu den Los Bolillos zu Fuss.

Hinter einem Pass sehen wir die ersten rotbraunen ‚Zipfelmützen‘ - vom Wind und Regen geschliffene Sandspitzen in den verschiedensten Formen und Grössen - aus dem Boden hervor schauen. 

 

 

Der örtliche Tourismus-Direktor meint, dass wir mit unserem Camper die Strassen und Brücken nach Aguas Calientes mit grosser Wahrscheinlichkeit passieren können.

Vor Ort winkt der technische Direktor – Röbä – aber ab und meint, das Risiko sei zu gross, dass wir die steilen und sandigen Strassen nicht mehr hoch kommen oder auf der Brücke festklemmen!

Also Abbruch und retour nach Chos Malal. :o(

Ruta 40 von Choas Malal nach Bardas Blancas

03.-04.04.2017

Mit Diesel und Wasser voll betankt nehmen wir die Wüstenstrasse nach Bardas Blancas in Angriff. Noch haben wir Glück, denn der erste Abschnitt der Ruta 40 ist asphaltiert und somit ein ‚Zuckerschlecken‘!
Es geht rauf und runter durch die unterschiedlichsten Gebirgszüge.

 

In Barrancas bleiben wir über Nacht. Im Camping Municipal sind wir bald umringt von zahlreichen Hühnern und Gänsen.
Miguel, der Platzwart, kommt zu einem Bier vorbei und bringt uns gleichzeitig Holz für ein wärmendes Feuer mit.

Schon früh werden wir heute Dienstag vom Piepsen der kleinen ‚Bibeli‘ geweckt.

 

Nach 41/2 Monaten verlassen wir Patagonien und fahre in die Provinz Mendoza ein.
Nun geht es so richtig los! 110 km miserable Naturstrasse, alles fällt von den Regalen. Roby muss zwischendurch Schrauben, die sich durch das Rütteln gelöst haben, wieder anziehen. Mit Höchstgeschwindigkeit 25-30 km/h bewegen wir uns vorwärts.

Nach vier Stunden ist die Tortur überstanden. Trotzdem war diese Strecke ein landschaftliches Highlight! 

Malargüe - Observatorio Pierre Auger

Das Pierre-Auger Observatorium in Malargüe und Umgebung  ist ein internationales physikalisches Grossexperiment zur Untersuchung von hochenergetischer kosmischer Strahlung. Diese stammt aus den Zentren von Galaxien (Schwarze Löcher) und besteht hauptsächlich aus Protonen und schweren Atomkernen (z.B. Eisen). Die Teilchen (Primärstrahlung) erzeugen beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre eine Vielzahl anderer Teilchen (Sekundärstrahlung/Luftschauer). Mit der Messung und Interpretation dieser Teilchen-Strahlungen versuchen über 400 Wissenschaftler weltweit unser Wissen über Galaxien zu erweitern.

 

In der Stadt Malargüe selbst befindet sich nur das Besuchs- und Datenverarbeitungs-Zentrum. Der eigentliche Messaufbau ist gigantisch. Die Strahlungs-Detektoren verteilen sich in der Pampa Amarilla auf 3‘000 km2, was etwa der dreifachen Fläche des Kanton Uri entspricht.  

An vier Standorten wird mittels 27 Teleskopen die Primärstrahlung bzw. das von ihr erzeugte Fluoreszenzlicht registriert.

 

1‘600 Oberflächen-Detektoren, die in einem Dreiecksmuster mit je 1‘500 m Abstand über das riesige Gelände verteilt sind, registrieren die Sekundärstrahlung. Jeder Detektor besteht aus einem mit 12 m3 hoch reinem Wasser gefüllten Tank, in dem die einfallenden Teilchen Lichtblitze erzeugen. Ein einzelner Luftschauer erzeugt dabei Blitze in mehreren Tanks. Die Auswertung dieser Blitze erlaubt es den Wissenschaftlern festzustellen, in welcher Galaxie die kosmische Strahlung ihren Ursprung hatte und mit welcher Energie sie wann ins All rausgeschleudert wurde.

 

 

Nachdem wir in den dunklen Weiten von Tierra del Fuego sehr oft unglaublich beeindruckende Sternenhimmel beobachten konnten, überwältigt uns nun dieses Observatorium mit seiner schieren Grösse.

 

 

 

 

 

Foto aus dem Internet

Cañón de Atuel - Valle Grande

07.-11.04.2017

Es regnet und wir fahren zum Eingang des Cañón de Atuel, wo wir im kleinen Nest El Nihuil auf einem seiner zwei stillgelegten Campingplätze übernachten.

 

Heute  Samstag fahren wir über mehrere Serpentinen in den Canyon ein. Es ist eine beeindruckende 42 km langen Schlucht, die sich der Río Atuel gegraben hat.
Was uns als erstes ins Auge sticht, sind die vielen Kakteen, die hier wachsen. Eigentlich haben wir Kakteen erst weiter im Norden erwartet. Welche Überraschung!

Die Fahrt geht dem Flusslauf entlang weiter durch trockene Felslandschaft. Da das Wasser des Río Atuel in vier aufeinanderfolgenden Stauseen gestaut wird, ist der Fluss zurzeit praktisch ausgetrocknet.

Nach 27 km und zig Fotos entschliessen wir uns, in diesem interessanten Canyon zwei Tage zu verweilen.


Nach dem Mittagessen krakseln wir etwas im Canyon rum und entdecken dabei eine stillgelegte Mine. Mit Handy-Licht laufen wir durch den dunklen ca. 100 m langen Stollen, bis wir vor von einem geschlossenen Tor stehen. An den Wänden und am Boden hat das tropfende Wasser bereits kleine Stalaktiten gebildet. Später erfahren wir, dass hier früher Edelmetalle abgebaut worden sind. 

Heute Sonntagmorgen -  Aussentemperatur 8°, in unserm Häuschen 'gemütliche' 10°  ;o))
Schnell die Heizung andrehen und nochmals ins warme Bett hüpfen. 

 

Später machen wir mit unseren Bikes eine Entdeckungstour bis zum nördlichen Ende des Canyons. Wir sind fasziniert von der Farbenpracht der Felsen – grün, rosa, weiss, schwarz, braun, rost, violett wechseln sich gegenseitig ab.

Der Stausee 'Embalse Valle Grande' - bildet den krönenden Abschluss unserer Tour. Tiefblau umrahmt von Bergen liegt der 300 m lange und 115 m tiefe See vor uns. Und diese Stille – einfach herrlich.....

 

....bis wir wieder zurück bei unserem Camper sind!

Nach typisch argentinischer Sitte parkiert ein Auto sehr nahe bei unserem Fahrzeug – Heckklappe und Fahrzeugtüren offen und aus einem Ghettoblaster dröhnt laute Bum-bum-Musik! :o((

Auf unserer Bike-Tour haben wir Ernesto kennengelernt. Er verkauft direkt an der Strasse geschliffene Achate (Piedras Agata) in allen Farben, die er hier in diesem Canyon findet und anschliessend zuhause schleift und poliert.

Heute Dienstag besuchen wir Ernesto in San Rafael und lassen uns von ihm in die Veredelungs-Prozesse der Achate und seine – zum Teil selber zusammengebauten - Maschinen einführen. Anschliessend fahren wir mit ihm zurück in den Canyon und gehen zusammen auf Achat-Suche.

Doch wir merken schnell, dass es etwas Übung braucht um diese Steine zu erkennen. Wir übersehen sie oft, obwohl sie direkt vor unserer Nase auf dem Boden rumliegen. Ernesto hingegen zaubert einen Achat nach dem anderen hervor.

San Rafael

10.-25.04.2017
In südamerikanischen Hochsommer – Januar, Februar, März -  sind alle Campingplätze überfüllt und man trifft täglich andere Reisende. Jetzt, wo es auf den Winter zugeht, sind die meisten Plätze geschlossen und Touristen trifft man praktisch keine mehr.


So haben wir bei unserer Ankunft in San Rafael unsere liebe Mühe, einen Übernachtungsplatz zu finden.

 

Auch möchten wir hier eine Zahnreinigung machen lassen und einen Spanisch-Kurs besuchen. Also nichts wie hin zur Touristen-Information.

 

Die sehr hilfsbereiten Mitarbeiter – ganz speziell Diana – organisieren uns sofort einen Zahnarzt-Termin. Anschliessend kontaktiert sie ihre Schwester Anna – eine Sprachlehrerin – für einen Sprachkurs. Die restlichen Mitarbeiter versorgen uns mit Karten zu Übernachtungsplätzen, Bodegas, Supermärkten und Restaurants in dieser Region.

 

Innerhalb von wenigen Stunden sind unsere Zähne wieder blitzblank und für den Spanischkurs haben wir einen Stundenplan :o))

 

Nun geht es auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Dies ist schwierig und beim Eindunkeln sind wir immer noch auf der Strasse.

 

Plötzlich werden wir auf ‚Schwyzerdütsch‘ angesprochen. Domenico - ein Schweizer, der mit einer Argentinierin verheiratet ist und seit zehn Jahren hier lebt – hat uns gesehen und will 'Hallo' sagen. Als er von unserem Problem hört, bietet er uns für die zwei Wochen einen Parkplatz auf seinem Anwesen an. 

Ab heute Mittwoch heisst es jeden Tag den Schulranzen packen und los geht‘s zu Anna - unserer Spanischlehrerin.

Roby lernt die ersten Begrüssungs- und Verabschiedungs-Ausdrücke kennen, wird mit den ersten grammatikalischen Zeiten bekannt gemacht und kann schon bald die erste kleine Konversation führen. 

 

Für mich hält sie als 'Einwärmübung' - und damit sie sehen kann, was ich schon kann - eine A4-Seite zum Übersetzen bereit. 'Schwitz', jetzt muss ich mir aber Mühe geben!

Es macht sehr viel Spass mit Anna und die Zeit verfliegt viel zu schnell. Sogar Roby hat richtig Spass am Spanisch! 

In der letzten Lektion heisst es für Roby - Examen bestehen!  Anna und ihr Vater haben ein tolles Znüni für uns vorbereitet, welches natürlich mit viel Konversation verbunden ist ;o))

 

Zum Abschluss der Spanischlektionen laden wir Anna und ihre Schwester Diana zu einem bayrischen 

Nachtessen ins 'Restaurante Alemán' ein.  

Nach den Spanisch-Lektionen erkunden wir jeweils die Stadt oder besuchen mehrere Weingüter. San Rafael liegt am Fusse der Anden und wurde 1805 gegründet. In der grossflächig angelegten Stadt wohnen 180‘000 Menschen, meist in einstöckigen Häusern. 

Kurz vor der Abreise beginnt die Dusch-Garnitur zu tropfen. Nach zwei Tagen Demontage, Ersatzteilsuche, Reparatur und Zusammenbau ist auch dieses Problem gelöst. Nach 15 Tagen verlassen wir das gastfreundliche San Rafael, geben das bequeme Leben wieder auf (seufz....seufz) und fahren weiter Richtung Norden. 

 

 

Querida familia Padilla , querida familia Marchese Falco

 

Muchas gracias por su hospitalidad y por su gran ayuda. No les olvidaremos nunca. 

 

Abrazos

Weinanbaugebiet San Rafael

Wegen dem guten Klima um San Rafael werden 16‘000 Hektaren Land zum Weinanbau genutzt. Von den über 80 Bodegas in San Rafael können 21 besucht werden. Wir  besuchen sechs Weingüter in der näheren Umgebung.

 

Bodega La Abeja


1883 pflanzte der Franzose Rodolfo Iselín die ersten Weinstöcke in San Rafael. Die interessante Tour durch das Weingut informiert über die Familiengeschichte bis hin zum Prozess der Weinherstellung. 

Bodega Jean Rivier

1956 kam Jean Rivier - ein Westschweizer - nach San Rafael und stieg ins Weingeschäft ein.
Das Weingut - in der zweiten Generation - besitzt über 60 Hektaren Rebland in der Umgebung von San Rafael und im nördlich gelegenen Uco-Tal.

 

Die Führung durch den Betrieb ist sehr informativ und man spürt, dass man hier mit Herzblut Wein herstellt. Dieser Wein mundet uns auch entsprechend gut 

Bodega Murville

 

Rafael Salafia kam mit seinem Vater und einem Bruder im Alter von 14 Jahren von Sizilien nach San Rafael. 1937, inzwischen verheiratet und sieben Kinder, kaufte er die ersten 10 Hektaren Land, auf der heute die Bodega steht.

 

Heute besitzt das Weingut 120 Hektaren Rebland, auf denen Cabernet Sauvignon, Malbec, Syrah, Bonarda, Torrontés, Chenín Blanc und Chardonnay angebaut werden. 

 

Leider waren wir für eine Führung zur falschen Zeit da, aber die netten Damen haben uns bei einer Degustation über die Bodega informiert.

 

 

Valentin Bianchi

 

Valentín Bianchi kam 1910 aus Italien nach San Rafael. 1928 erfüllte er sich den Traum einer kleinen Bodega. Heute ist Valentin Bianchi der grösste Weinproduzent in San Rafael mit über 300 Hektaren Rebland und 15'700'000 Liter Wein pro Jahr.


Da gerade keine Führung stattfindet und wir die einzigen Englisch sprechenden Besucher sind, bekommen wir von einer jungen Dame mit argentinisch-kanadischen Wurzeln eine Privat-Tour.

 

Hier kaufen wir die Geburtstagsweine für Robys 60 Geburtstag. 

 

 

Bodega Suter

 

1897 gründete der Schweizer Otto Rudolf Suter zusammen mit seiner Frau Anna die Bodega Suter. Nach vielen erfolgreichen Jahren im Weinbusiness verkaufte die Familie Suter ihre Bodega an die Gruppe Bodegas Peñaflor. 

 

Die Führung durch die Bodega ist kurz und wird herzlos durchgeführt. Die anschliessende Degustation enttäuscht uns etwas, wird uns doch nur Rotwein aus dem Tetrapack serviert! :o( 

 

Leider ist es auch nicht möglich eine gute Flasche Wein zu kaufen, da die guten Tropfen alle nach Nordamerika exportiert werden!

Bodega Familia Camargo

Die Familie Camargo ist die einzige Bodega in San Rafael, die organischen Wein herstellt. Zusätzlich wird bei der Verarbeitung auch kein Schwefel zur Konservierung eingesetzt. Das bedeutet, dass der Wein nicht lange haltbar und deshalb innerhalb eines Jahres getrunken werden muss. 

 

Der Besitzer führt uns durch seine Anlage und erklärt uns den Unterschied zur normalen Weinherstellung. Alles wird von Hand gemacht. Trotzdem, ganz ohne Maschinen geht es aber auch nicht. 

La Vieja Bodega Serra

 

Einmal mehr die falsche Zeit für eine Führung. Uns bleibt nur das Weinregal um einen Überblick zu erhalten. Auf die Frage nach einer Degustation wird uns ein Rotweinglas - zum Teilen - hingestellt. Die junge Dame ist gerade sehr mit dem Handy beschäftigt und hat keine Zeit für uns. 

 

Valle de Uco - Luján de Cuyo - Mendoza

26.-30.04.2017

Nach 15 Tagen gemütlichem und organisiertem Leben in San Rafael heisst es heute Mittwoch wieder - „Hit the Road, Jack!“ 

Wenn wir länger bleiben besteht die Gefahr, dass wir wieder sesshaft werden ;o))

 

Unser heutiges Ziel ist das Valle de Uco - Weingebiet südlich von Mendoza. Auf einer Höhe von 1400 m wachsen hier die Reben bis an die Hänge der verschneiten Anden. 

Die Bodega Salentein ist eine der modernsten Kellereien in der Nähe von Los Arboles.

Das sehr moderne Gebäude beherbergt neben der Bodega auch ein Hotel-Restaurant und ein Kunstmuseum. Die sechs Önologen zeichnen sich verantwortlich für die 12 Mio. Liter jährlich produzierten Spitzenweine. 

Vom Valle de Uco wechseln wir heute Donnerstag über eine Bergkette ins Weingebiet um Luján de Cuyo, ein Vorort von Mendoza.

 

Vom Cristo Rey del Valle haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Anden-Kette mit dem 6570 m hohen Vulkán Tupungato. 

Nach einer kleinen Irrfahrt in Luján finden wir zwar nur den Hintereingang zur Bodega Catena, trotzdem lässt uns die Wache durch.

Leider müssen wir auf eine Führung verzichten, da dies nur mit einer Reservation möglich ist. Die netten Damen lassen uns aber an einer kleinen Degustation teilhaben und die Wein-Pyramide dürfen wir alleine besichtigen.

Die Bodega Ojo de Vino des Schweizers Dieter Meier steht bei uns als nächstes auf der Liste.

Nach mehr als einer Stunde hin und her fahren und Leute befragen, stehen wir endlich vor dessen Einfahrt. Doch die Wache teilt uns mit, dass heute weder das Restaurant für ein Mittagessen noch eine Führung zu haben ist und wir morgen wieder kommen sollen.

Die Frage, ob wir dann wenigstens in der Nähe übernachten könnten, wird auch verneint. Unsere Devise - nicht locker lassen!

 

Nach einigen Minuten und ein paar Telefonaten des Wächters begrüssen uns die Chefin und der Küchenchef persönlich. Wir bekommen ein sehr leckeres Drei-Gang-Mittagessen mit dem dazu passenden Wein serviert, plus eine Führung durch die Bodega. Zu unserer grossen Überraschung dürfen wir auch die Nacht auf dem Rasen direkt vor dem Restaurant verbringen.


Die grosse Gastfreundschaft auf dem Weingut von Dieter Meier war ein ganz spezielles Erlebnis – herzlichen Dank dem ganzen Team.

Heute Freitag in Mendoza müssen wir unsere Gastanks wieder auffüllen, Wäsche in der Lavanderia waschen und eine Bleibe suchen.

Auf einem bewachten Parkplatz neben der Plaza Independencia werden wir fündig. Kein Paradies dafür aber sicher.

Am späteren Nachmittag schlendern wir durch die überfüllten Strassen und beobachten Musikanten und Gaukler. Dann wird es dunkel und laut und die Stadt beginnt zu dröhnen! Bis morgens um 05.00 Uhr gibt es keine Ruhe :o((

Parque Nacional El Leoncito

1.-02.05.2017
Nach der Grossstadt Mendoza ziehen wir uns heute Montag in ruhige Gefilde zurück. Unser Ziel ist der 760 km2 grosse Nationalpark El Leoncito. Er liegt auf einer Höhe von 1950 m - nahe der chilenischen Grenze.

 

Die erste Überraschung erleben wir bereits auf der Hinfahrt – in einer langsamen Auto-Kolonne - unsere erste seit 8 Monaten - geht es Richtung Uspallata. Auch hier ist der 1. Mai ein Feiertag und die Argentinier fahren für ein Picknick ins Gebirge. 

Kurz nach Uspallata kommen wir an einer alten Gold- und Silberschmelze vorbei. Hier wurde das gesammelte Gestein gemahlen und anschliessend in den Öfen aus dem Sand die Edelmetalle herausgeschmolzen. 

An der Grenze zum Nationalpark El Leoncito breitet sich eine grosse hellbeige Fläche vor uns aus – es ist der Barreal Blanco, ein ausgetrockneter See. 

Wir steuern direkt auf die Mitte zu und geniessen die absolute Ruhe und Einsamkeit auf dieser grossen Fläche. Abends um 18 Uhr haben wir immer noch 27.5° C.

Heute Dienstag fahren wir einen kleinen Canyon hoch zur Ranger-Station des Nationalparks El Leoncito.

Auf dem Camping treffen wir auf die Holländer Laila, Kasper, Moos und Boris. Nach einigen kleineren Unterhaltsarbeiten am Camper – alle helfen tatkräftig mit :o)) - geniessen wir zusammen einen gemütlichen Apéro und Grillabend. 

Fahrt zum Paso Agua Negra 4770 m

03.-04.05.2017
Von Layla und Kasper erhalten wir die Information, dass der Paso Agua Negra noch für zwei Tage geöffnet ist, bevor er für das Winterhalbjahr geschlossen wird .

Kurz entschlossen ändern wir unsere Pläne, verzichten auf die Wanderungen im Nationalpark El Leoncito und bereiten uns auf die Anden-Überquerung nach Chile vor.

 

Der Paso Agua Negra ist mit 4‘770 m der höchste befahrbare Grenzpass in Südamerika - Chile/Argentinien - und einer der höchsten weltweit.

Schon die Anfahrt zum argentinischen Grenzposten in Las Flores – 90 km von der Passhöhe entfernt – ist ein Highlight.

Las Flores liegt auf einer Höhe von 1‘670 m. Bis zur Passhöhe muss unser Camper noch 3‘100 Höhenmeter erklimmen und wir sind gespannt, wie unsere Körper auf diese Höhen reagieren.

Als letztes Fahrzeug starten wir um 16.30 Uhr und fahren gemütlich dem Pass entgegen. Stetig steigt der Zähler unseres Höhenmeters. Die Bergwelt zeigt sich in den schönsten Farben des Abendlichtes. Kurz vor der Passhöhe passieren wir einige Eisfelder mit bizarren Spitzen und Türmchen, die aus den Geröllhalden hervorstechen. 

Paso Agua Negra 4‘770 m – Grenze zu Chile – wir haben es geschafft!

Es ist eiskalt und ausser dem Wind nur Stille. Wir spüren etwas Schwindel und Kurzatmigkeit. Die Temperatur sinkt nach dem Sonnenuntergang von +15 auf -7 °C. Trotzdem entschliessen wir uns auf dem Pass zu schlafen - mal sehen, wie wir die Nacht überstehen ;o))

Es war eine lange und nicht sehr erholsame Nacht! 

Chile (3. Mai - 5. Juli)

Rot - 2017   Gelb 2016

Vom Paso Agua Negra ins Valle de Elqui

Mit Kopfschmerzen aber etwas weniger Atemnot verlassen wir heute Donnerstagmorgen den 4770 m hohen Pass und ‚hötterlen‘ mit 20 km/h auf der chilenischen Seite über die Schottertrasse ins Tal.

Rechts und links von uns hohes Gebirge, das hauptsächlich aus losem Gestein besteht. Was zu Beginn eher grau und braun erscheint, wechselt nun zu leuchtenden Farben. Ursi kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und füllt den Memory-Stick mit unzähligen Fotos. Daher brauchen wir auch ziemlich lange, bis wir in etwas tieferen Gefilden ankommen.

 

Nach dem Mittagessen am Stausee La Laguna wird unser Camper am chilenischen Zoll von drei Beamten gründlich durchsucht. Jede Schublade, jede Kiste, jedes Schrankfach wird genauestens unter die Lupe genommen – bis jetzt kannten wir das nur vom Hörensagen. Roby muss sogar sein Akkordeon durchleuchten lassen :o/
Aber ausser getrockneten Linsen und Rosinen finden die Chilenen nichts  Illegales. 

Valle de Elqui

05.-09.05.2017
Nach der Zollabfertigung fahren wir ins Tal des Río Elqui. Inmitten der Wüste, zwischen kahlen Bergen erstreckt sich ein subtropisches Paradies. Hier gedeihen unter anderem Trauben, Feigen, Pfirsiche, Avocados und Guayabas.

Die Talsohle ist bedeckt mit einem grünen Teppich aus Weintrauben und an den steinigen Hängen gedeihen die Fruchtbäume. Mit den Abdeck-Netzen wird der nächtliche Nebel zur Befeuchtung der Pflanzen eingefangen.

Die Trauben werden in diesem Tal hauptsächlich zur Herstellung von Pisco verwendet. Wir besuchen in Pisco Elqui die Destillerie Mistral.

Doch vor der Besichtigung lassen wir uns den Apéro und das feine Mittagessen im Restaurant der Destillerie nicht entgehen.

Chile - Pisco, Destillerie Mistral

Pisco wird wie Cognac oder Weinbrand aus Wein destilliert. Die Destillerie Pisco Mistral verwendet dazu die weissen Traubensorten Pedro Ximenez und Muscat de Alexandria. Nach der zum Teil mehrfachen Destillation wird der Pisco in amerikanischen Eichenfässern - je nach Qualität bis zu sieben Jahren - gelagert.  Der Alkoholgehalt liegt zwischen 35° und 46°. Das Sortiment der Destillerie reicht vom einfachen Pisco (für Cocktails) bis zum delikaten Getränk für Geniesser. Das hauseigene Museum gibt uns einen guten Einblick in die Pisco-Herstellung von früher.

Chile - Planetario Natural Alfa Aldea, Vicuña

Einmal in die Sterne gucken - das ist das Ziel des heutigen Abends. 
Wir werden um 19.30 Uhr im Camping abgeholt und zum Freilicht-Planetarium gefahren. Als Einführung sehen wir einen 3D-Film über das Weltall und geniessen dazu ein Glas Rotwein. 
Mit einer warmen Wolldecke ausgerüstet geht es anschliessend zum 15 Zoll-Teleskop.
Dort erklärt uns Mario die verschiedensten Sternbilder, u.a. das Kreuz des Südens und der Grosse Hund.
Zum Aufwärmen wird uns eine heisse Suppe und Knoblibrot serviert :o))
Die Höhepunkte des Abends - wir schauen uns Sirius, Jupiter und den Mond durchs Teleskop an und können mit dem Handy sogar den Mond durchs Teleskop fotografieren.

Als Abschluss hören wir über das Radioteleskop Töne, die der Jupiter und die Sonne abstrahlen (Mond-Foto, aufgenommen mit Robys Handy).

La Serena – Coquimbo

09.-14.05.2017
Wir verlassen heute Dienstag das sonnige Valle Elqui und fahren an den Pazifik nach La Serena. Hochnebel und Grau erwartet uns.

Es ist eine sehr lebhafte bunte Stadt! Nach einem Spaziergang und einem feinen Mittagessen im Markt fahren wir nach Coquimbo und besuchen das im Jahre 2000 errichtete Millenium-Kreuz.  

 

Heute Mittwochmorgen sind wir bereit zur Abfahrt Richtung Santiago, aber als Roby die Kellertüre am Camper öffnet, riecht er Gas. Er entdeckt ein Leck, das er nicht mehr selber schliessen kann und so entschliessen wir uns zu ‚Aventura Jack‘ zu fahren und es reparieren zu lassen.

Jack ist ein mittlerweile 76 jähriger Kanadier, der hier in La Serena Camper vermietet und repariert. Bis das Ersatzteil hier ist, verwöhnt Jack uns und andere eingeladene Gäste mit einem feinen Mittagessen. Wir lernen Francisca aus Coquimbo kennen, die uns wiederum zu einem Nachtessen zu sich nach Hause einlädt. 

 

In der Nacht beginnt es in Strömen zu regnen und da die Zufahrtstrasse zu Jack nicht asphaltiert ist, sitzen wir mit unserem schweren Camper fest.

Francisca holt uns ab und wir verbringen zusammen mit ihren vier Kindern und Enkeln eine lustigen Abend mit einem typischen ‚Onces‘ – eine Art spätes Zvieri mit Tee, Brot, Butter, Avocado-Mus, Aufschnitt, Käse und Kuchen.

Die Heimfahrt erweist sich als schier unmöglich, sind doch in der Zwischenzeit aus den Strassen reissende Flüsse entstanden. Überall ist Wasser und alles ist überschwemmt. Zum Glück haben die chilenischen Häuser keine Keller!

In uns kriecht aber doch langsam die Angst um unseren Camper hoch - was erwartet uns, wenn wir wieder zuhause sind? Die Zufahrtstrasse zu Jack ist mittlerweile auch für Franciscas Auto eine grosse Herausforderung. Schlussendlich haben wir es geschafft und zu unserer Erleichterung - unser Camper ist in Ordnung.

Da es weiterhin regnet und viele Strassen in der Umgebung gesperrt sind, offeriert uns Jack noch etwas zu bleiben, was wir sehr gerne annehmen.

 

Jack, thank you very much for offering us a save place and for the best hamburger ever!! :o))

Endlich! Mitten in der Nacht hat es aufgehört zu regnen. Wir können uns wieder einmal vor die Türe wagen und einkaufen gehen, obwohl uns Jack mit seiner Kochkunst regelrecht verwöhnt hat. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg in die Stadt, denn für den Camper sind die Naturstrassen alle noch zu weich.

 

Am Abend stellt uns Francisca  ihre Stadt Coquimbo noch etwas besser vor und wir beschliessen unseren Besuch mit ein paar Empanadas im Restaurant.

 

Aus den Nachrichten vernehmen wir, dass während des Unwetters in der Nähe von Ovalle ein Staudamm gebrochen ist und alles überschwemmt hat. Es gab Tote und totale Verwüstung.

 

Ohne unser Gas-Leck wäre Ovalle unser Ziel gewesen . Wer weiss, was uns dort erwartet hätte. Gut, dass auch Campers ein Schutzengel haben!! ;o))

Querida Francisca 

Muchas gracias para el acogedor tiempo con toda la familia. Nos vemos en unos meses.

Tongoy – Ovalle - 60 Jahre Robert

14.-17.05.2017

Endlich sind wir wieder ‚trocken‘ ;o)) und so geht es heute Montag weiter der Pazifikküste entlang nach Tongoy. In einem feinen Fischrestaurant, direkt am Meer, feiern wir schon mal Röbäs Geburtstag vor – wer weiss, wo es uns noch hin verschlägt!

Nach einem ausgedehnten Spaziergang am Pazifikstrand quartieren wir uns zwischen Polizei und Tankstelle für die Nacht ein.

 

 

Heute Dienstag feiert Röbä seinen 60. Geburtstag!

 

Wir fahren durch ein fruchtbares Tal ins Landesinnere nach Ovalle. Es ist ein kleines Städtchen, ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten, welches aber letzte Woche wegen eines Staudammbruchs landesweit in den Schlagzeilen war.

Leider sind auch hier alle Campingplätze geschlossen oder noch nicht geräumt und so bleibt uns nur ein Parkplatz hinter einer Tankstelle :o((

Trotzdem richten wir uns gemütlich ein und ich koche für Röbä das Geburtstagsessen - ein 3-Gang Fisch-Menü. Dazu gibt es einen köstlichen Chardonnay, von Bianchi aus San Rafael.

 

Bei all dem Luxus  sind wir einmal mehr überzeugt das richtige Fahrzeug für unsere Reise gewählt zu haben. Wir denken an die vielen Reisende mit ihren kleinen Gelände-Fahrzeugen, bei Regen und Kälte, in ihrem luftigen und nassen Dachzelt :o((

Ovalle – Combarbala – illapel – San Felipe

18.-21.05.2017

Gegen Donnerstag-Mittag drückt die Sonne langsam durch und wir machen uns auf den Weg nach Combarbala. Die Strassen sind vom Unwetter der letzten Woche vielerorts noch mit Erde, Sand und Steinen überdeckt und es wird noch eine Weile brauchen, bis der Normalzustand wieder hergerichtet ist.

 

In Media Luna biegen wir in eine lehmig-nasse Naturstrasse ein, die – vorbei an Minen - auf einen Pass führt. Bei einem entgegenkommenden Autofahrer erkundigen wir uns über den Strassenzustand. 'Alles ok', meint der Fahrer! Also dann, nichts wie los! Doch schon nach einigen hundert Metern sind wir nicht mehr überzeugt, ob wir weiter fahren oder wieder umdrehen sollen. Der nasse lehmige ‚Pflotsch‘ fühlt sich an wie im Winter in der Schweiz und wir schlenkern hin und her und drohen in den Graben abzurutschen.

Aber ein ‚Overlander‘ gibt nicht auf! So kämpft sich unser Camper im 2. Gang durch die nächsten 22 km. Geschafft – und wir sind schmutzig aber stolz!

Rechts und links der Strasse – soweit das Auge reicht – Kakteenwälder. 

In Combarbala würden wir gerne das Observatorium Cruz del Sur besuchen, doch leider ist dies wegen Wasserschäden nicht möglich – nach dem Unwetter ist noch nicht wieder alles im Schuss!

 

Auf der Fahrt zum Nationalpark Chinchilla überqueren wir zwei Pässe und müssen wiederholt überschwemmte Stellen durchfahren. Auch hier sind noch viele Überschwemmungs-Schäden sichtbar und deshalb haben wir auch im Nationalpark Pech – wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen! :o((


Da auch der Camping in illapel geschlossen ist, parkieren wir für die Nacht an einer Seitenstrasse im Ort.

Eine positive oder negative Sache – je nachdem, wie man es sieht – ist, dass man nie weiss, was der Tag noch bringt. Wir werden immer wieder total überrascht von der Freundlichkeit und vom Einfallsreichtum der Leute!!

 

Beim Morgenessen - vor der Weiterfahrt - streckt Alfredo seinen Kopf durch die Türe und möchte unbedingt unseren Camper von innen sehen - kein Problem! Danach lädt er uns spontan zu sich nach Hause ein. Marjorie, seine Frau und Sohn Max sprechen beide Englisch und so verbringen wir zwei gemütliche Stunden in ihrem Haus. Wir erwähnen, dass wir etwas Pech hatten mit dem Besuch von Nationalpark Chinchilla.

Da Alfredo ein Geschäft für portable WC‘s besitzt und per Zufall heute zwei Toiletten im Nationalpark Chinchilla abgeliefert werden müssen, übernimmt er selbst diese Aufgabe und wir können mit. So bekommen wir diese kleinen ‚Schnuggis‘ – in simulierter Nacht - doch noch zu sehen!! ;o)) 

 

 

Später lässt Alfredo seine Beziehungen nochmals spielen und organisiert für uns im Hotel Casablanca einen sicheren Parkplatz zum Schlafen.

Gloria, die Besitzerin offeriert uns sogar die Cabaña nebenan – wir begnügen uns aber mit einem Parkplatz. 

Am Abend werden wir zur Geburtstagsparty von Marjories Schwester Olga eingeladen. Die ganze Familie – Kinder mit Anhang, Schwestern, Schwäger, Nichten und Neffen – alle sind anwesend und wir feiern mit Asado und Karaoke bis morgens um 04.00 Uhr :o)) 

Alfredo ist ein Huaso (Gaucho) und besitzt zwei Hengste - die er an Rodeos reitet. Nachdem wir alle einigermassen ausgeschlafen sind, fahren wir mit Marjorie und Alfredo zu seinen Pferden. Die beiden Potros/Hengste müssen in verschiedenen Pferchen untergebracht sein, da sie sonst aufeinander losgehen würden. Und tatsächlich, Alfredo führt beide ins Freie und schon geht das Macho-Gehabe los!! ;o))

Wir haben so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft in diesen Tagen erfahren! Wir waren nur Fremde, Durchreisende und wurden aufgenommen wie Familie! Wir hoffen, irgendwann, irgendwo etwas zurückgeben zu können.

 

Marjorie, Alfredo, Olga y Gloria - muchísimas gracias por su gran hospitalidad. Es un placer conocerlos!

Max, sorry that you had to visit the Chinchillas because of us ;o)) 

Ruta Los Cristales – San Felipe - Limache

22.- 25.05.2017

Etwas wehmütig – so nette Menschen zu verlassen – aber auch wieder mit Freude – neue Orte zu entdecken, nehmen wir die Ruta Los Cristales - ehemaliger Inca-Trail und alte Panamericana - in Angriff.

 

Zum Glück hat es in den letzten Tagen nicht mehr geregnet und die Lehmstrasse ist trocken. In  Tilamas besuchen wir einen Kristallverkäufer. Neben grossen Brocken Kristallgesteinen in verschiedenen Farben kann man sich hier auf einem Kristallbett die aufgebrauchte Energie von der langen Reise wieder aufladen! ;o))

 

Durch enge dunkle Lehm-Tunnels schrauben wir uns hoch bis zum Paso Los Cristales, wo wir die Nacht verbringen.

Wieder runter vom Pass fahren wir durch ein fruchtbares Tal Richtung San Felipe. Hier wachsen auf riesigen Plantagen Limonen, Orangen, Oliven, Avocados und Pepinos Dulces.

 

Obwohl der Camping jetzt im Winter geschlossen ist, öffnet die Señora ihn speziell für uns.

 

Bei der Abfahrt heute Morgen deckt sie uns mit Limonen, Trauben, Nüssen und Passionsfrüchten aus ihrem kleinen Paradies ein. 

Obwohl es regnet und trüb ist, freuen wir uns schon sehr auf ein kühles Bier!

Heute Mittwoch fahren wir nach Limache und dort direkt zur Brauerei Taussbräu. Leider ist sie erst morgen offen, aber Laura – die Chefin – offeriert uns einen Platz zum Übernachten direkt bei der Brauerei. Da können wir natürlich nicht nein sagen!

 

Wir geniessen heute Donnerstag ein herrliches, typisch deutsches Mittagessen - Leberkäse, Bockwurst, Sauerkraut und Spätzle - und dazu das beste Weiss- und Bock-Bier seit unserem Reisestart vor neun Monaten. Robert der Besitzer und Braumeister heisst uns herzlich willkommen.

 

Valparaíso

26.-28.05.2017
Wir haben von Mitreisenden gehört, dass in Valparaíso Reisemobile oft ausgeraubt werden oder an Rotlichtern deren Pneus jungen Messerstechern zum Opfer fallen. Auch die Einheimischen raten uns ab – also nehmen wir die Metro und lassen unseren Camper in Limache.

 

Die Fahrt mit der Metro nach Valparaíso ist sehr interessant und unterhaltsam ;o)) Ständig marschieren Verkäufer durch den Zug mit ihren Sandwiches, Süssigkeiten oder Getränken. Bettler gehen von Sitzreihe zu Sitzreihe oder wir werden mit Musik, Gesang oder Gebeten berieselt!!

 

Endstation Valparaíso! Die Stadt erstreckt sich über mehrere sehr steile Hügel. Wie Schwalbennester kleben die Häuser an den Hängen. Viele Gebäude bestehen nur aus Pressspan-Platten, sind mit Wellblech überzogen und bunt bemalt.

Wir spazieren durch das ans Meer grenzende Viertel Concepcion, welches seit 2003 zum UNESCO Welterbe zählt.

An der Plaza Sotomayor und am ehemaligen Sommersitz des chilenischen Präsidenten vorbei – heute Sitz der Marine - geht es über unzählige Treppen rauf und runter. Oder wir nehmen einen der 30 Aufzüge, alle aus dem vorletzten Jahrhundert. Diese rattern auf steilen Schienen die Hügel hoch und unsere müden Knochen können sich etwas ausruhen :o))  

Pablo Neruda – einer der zwei Literatur-Nobelpreisträger von Chile – baute sich hier eines seiner drei Häuser. Heute ist die Villa ein Museum, gefüllt mit seinen persönlichen Gegenständen und wird rege besucht. 

Was uns aber ganz speziell an Valparaiso fasziniert, sind die unzähligen Graffitis, die die Stadt verzieren. Es sind wahre Kunstwerke, welche Mauern, Treppen und Häuser verzieren.

Santiago de Chile

29.05.-01.06.2017
Heute Montag treffen wir in der, am Rande der Anden gelegenen, 6 Millionen Stadt Santiago de Chile ein.

Mehr als ein Drittel der ganzen Bevölkerung Chiles lebt in dieser Gross-Stadt, die sich auf einer Fläche von 641 km2 – siebenmal die Grösse der Stadt Zürich - ausbreitet. 


Wir durchqueren die Stadt und fahren direkt zu Ricardo – ein Schweiz-Chileño -  den wir Ende Februar weiter südlich in Frutillar getroffen haben. Er bietet uns einen Platz zum Campieren in einer seiner Hallen an.

 

Sein Grossvater wanderte nach Chile aus und eröffnete hier eine Drahtweberei. Er selbst – ein Künstler und Tausendsassa – repariert und verkauft Wohnmobile. 

Die nächsten zwei Tage besichtigen wir sowohl mit der Metro wie auch mit dem ‚Turistik-Bus‘ die verschiedenen Stadtteile.

Trotz Smog und Dunst fahren wir mit der Bahn hoch zum Cerro San Cristobal, von wo aus wir einen Blick auf die Stadt mit den dahinter aufragenden Anden werfen können. Etwas geschockt sind wir vom vielen Abfall, der sich am Rande der Stadt anhäuft. 

Valle de Maipo

02.06.2017
Im weltweit bekannten Weingebiet Valle de Maipo südlich von Santiago besuchen wir zwei Viñas.

 

Die erste – Viña Santa Rita – zählt zu den grösseren in Chile und wurde 1880 gegründet. Wir degustieren drei der besten Weine, die uns auch sehr gut munden, sind aber auch überrascht über die stolzen Preise.

Jeder der drei Weine kostet über Fr. 90.00

Die zweite Viña – Pérez Cruz – entdecken wir per Zufall.

Zu ihr haben wir eine spezielle Verbindung, lagen doch in unserem Weinkeller in der Schweiz ein paar gute Tropfen von Pérez Cruz.

Die Viña gehört mit jährlich etwas über einer Million Flaschen zu den eher kleineren Weinproduzenten.

Wir sind am Freitagmorgen die einzigen Besucher und kommen so in den Genuss einer exzellenten und sehr detaillierten Privatführung.  Auch den Unterschied von Wein gelagert in amerikanischen oder französischen Eichenfässern dürfen wir kennenlernen. 

Valle de Colchagua

03.-05.06.2017

Das beste Weinanbaugebiet - mit den international preisgekrönten Tropfen Chiles - befindet sich im Valle de Colchagua, speziell um Santa Cruz.

 

In der Viña Viu Manent werden wir sehr herzlich begrüsst und ohne dass wir fragen, wird uns ein Platz zum Übernachten angeboten.

Warum? Das finden wir etwas später heraus! Im ‚Degu-Klassenzimmer’ erzählt uns ‚Lehrer‘ Freddy alles Wissenswerte über die Viña Viu Manent und wir degustieren sieben Weine! Anschliessend sind wir froh, dass wir keinen Meter mehr fahren müssen ;o)) 

Weiter geht es heute Sonntag zur Viña Lapostolle.

Neben dem hier produzierten Spitzenwein ‚Clos Apalta‘ soll die Bodega ein architektonisches Meisterwerk sein. Das 25 Meter hohe, zylinderförmige Gebäude ist in den Hang gebaut und der Wein wird nur durch Schwerkraft weiter transportiert. Der stolze Eintrittspreis von Fr. 33.00 pro Person lässt unsere Erwartungen steigen.

Leider sind wir vom Gebäude, von der Führung wie auch vom Wein etwas enttäuscht! :o/

Nach Santa Cruz entdecken wir die kleine Viña Laura Hartwig.

Es findet zwar gerade keine Führung statt aber wir können trotzdem die Weine degustieren. Diese munden uns schon besser und so beginnen sich die Weinflaschen auf unseren Betten zu stapeln :o)) 

Diesen Tag beschliessen wir mit einem köstlichen Essen im italienischen Restaurant ‚Vino Bello‘ in Santa Cruz. Da uns die Gastgeberin erlaubt auf ihrem Parkplatz zu übernachten, gibt es zum Essen auch einen feinen lokalen Tropfen!

25 km  westlich von Santa Cruz besuchen wir das letzte Weingut auf unserer Liste – die Viña Santa Cruz.

Da heute Montag ist, werden wir zuerst einmal mehr enttäuscht – alles zu oder erst in ein paar Stunden möglich – heisst es!! Dank unserer Hartnäckigkeit erscheint schon bald Eduardo, der Tourismus-Manager. Er will sein Englisch wieder einmal aufpolieren und so erhalten wir sogar eine VIP-Degustation.

 

Anschliessend begleitet Eduardo uns mit der Luftseilbahn auf den hauseigenen Hügel, wo sich ein kleines Freilichtmuseum für Indianerkultur befindet. Hier erfahren wir, wie die Naturvölker Mapuche, Aymara und Rapa Nui früher gelebt haben.

 

 

Zum Abschluss dieses Tages bestaunen wir im Automobilmuseum der Viña Santa Cruz die zwei- und vierrädrigen Fahrzeuge der vergangenen zwei Jahrhunderte.

Inzwischen hat sich unser Weinkeller auf 25 Flaschen vergrössert.

Es wird somit Zeit, diese interessante Gegend zu verlassen und mit dem Wein-Geniessen zu beginnen ;o))

Pichilemu

06.-09.06.2017
Heute Dienstag fahren wir an die Pazifikküste nach Pichilemu.

In den Sommermonaten ein Surfer-Paradies zeigt sich der Ort im Winter von seiner entspannten Seite. Beim Strandspaziergang werden wir von Jaqueline – einer Hündin aus dem Camping – auf Schritt und Tritt begleitet. Wobei wir bald herausfinden, dass sie uns als Schutz vor den männlichen Verehren für ihren täglichen Ausflug braucht! ;o))
Den Abend verbringen wir zusammen mit Amandine und Valentin – zwei junge Reisende aus Frankreich – und neben uns die einzigen Gäste auf dem Camping.

 

Wieder einmal Regen und unser Dach ist immer noch nicht dicht! :o( 

Da hilft nichts, Röbä muss raus und die undichte Stelle mit Plastik abdecken. Als es dann endlich aufhört zu regnen, beginnt die Reparatur. Dabei entdecken wir, dass uns jemand in die hintere Ecke gefahren ist und wir zusätzlich noch einen Epoxi-Job zu tun haben. :o/

Punta de Lobos – Salinas de Cahuil – Boyeruca

Unsere Fahrt geht weiter, obwohl wir noch gerne ein paar Tage länger in Pichilemu geblieben wären. Aber Eduardo vom Camping warnt uns, dass am Wochenende 40 Studenten den kleinen Platz einnehmen werden - was dann kommt, das kennen wir zu gut!!

Also nichts wie weg! Aber bevor wir ins Inland abbiegen noch einen Abstecher zur Punta de Lobos. Hier trifft sich die Surf-Elite der Welt, um sich in die bis zu zehn Meter hohen Wellen zu stürzen.

An der Laguna de Cahuil sind wir auf der Suche nach den salzweissen Feldern der Salinas. Aber nach 20 km endet die Strasse in einem Fluss und es gibt nur ein kleines Ruderboot, um auf die andere  Seite zu wechseln. Das wäre für Röbä und mich ja kein Problem, aber wie bekommen wir unser Gefährt auf das Boot?! ;o))


Also alles wieder zurück! Bei einem Verkaufs-Stand decken wir uns mit dem Salz der Salinen ein und bekommen auch gleich die Erklärung, weshalb wir keine Salz-Felder finden. ‚Alles überflutet‘, lautet die Antwort. Nur in den fünf Sommer- und Herbst-Monaten kann man hier Salz schöpfen.

In Boyeruca - ein kleines Dorf, das zwischen Klippen und Pazifik klebt – parkieren wir direkt am Meer und geniessen das Toben und Tosen der wilden Wellen.

 

Dieser Landstrich an der Pazifik-Küste wurde 2010 von einem gewaltigen Erdbeben mit anschliessendem Tsunami zerstört. Tausende verloren binnen Minuten alles, zahlreiche Menschen starben.

Ein Einheimischer meint daher ‚man weiss nie, wann der nächste Tsunami kommt‘ und empfiehlt uns den Camper in Flucht-Richtung zu parkieren!

Constitucíon

Eine Kleinstadt direkt am Pazifik gelegen, bietet wenige Sehenswürdigkeiten, da sie auch durch das Erdbeben 2010 schwer getroffen wurde.

Doch dann fahren wir der Uferstrasse entlang und unser Blick bleibt an den spektakulären Felsen dieser Küste hängen. Schwarzer Sandstrand mit grossen weiss-grauen Felsformationen, auf denen Pelikane und Kormorane brüten.  

Valle Maule

13.-17.06.2017
Wir quartieren uns am Lago Colbún bei Maria und Arturo auf dem Camping ein.

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage verheisst Sturm, Regen und Schnee und so entschliessen wir uns, das Wetter hier auszusitzen.
Kleine Vierbeiner scheinen das Unwetter auch zu spüren und suchen eine warme Bleibe! Wir bekommen in der Nacht Besuch von einer Maus!!

Wir haben Glück! Das schlechte Wetter lässt noch etwas auf sich warten und so fahren wir das Tal hoch Richtung Sonne und Paso Pehuenche.

Die Welt ist wirklich klein – wir passieren in der Hälfte des Tals das Dorf La Suiza! Von Arturo erfahren wir später, dass eine Schweizer Firma hier eine Mine betrieben hat. Alles was sich aber ins Heute retten konnte, ist der Name! 

Im Valle Maule liegt eine der geologisch aktivsten Regionen der Welt.

50 Kilometer vor der argentinischen Grenze befinden sich die natürlichen Thermen von Medano. Hier ist das Tal von Vulkanen umringt und warmes Wasser tritt aus dem Erdinneren aus.

Neben dem Río Maule gibt es zwei Becken, wo wir uns von der Kälte/12° aufwärmen wollen. Mit Mützen gegen die kalten Ohren, geniessen wir das warme Wasser und lauschen dem Rauschen des Gebirgsbaches. 

Heftige Stürme reissen in mehreren Regionen Mittelchiles Leitungen um und so bleiben wir für einen Tag und eine Nacht ohne Strom.

Chilenische Frauen ziehen sich bei diesem schlechten Wetter in die Küche zurück und backen Brot und Sopaipilla – Teigfladen mit Kürbis – so auch Maria und Jessy. Zusammen mit einem Gläschen Sekt schmecken sie hervorragend!

 

Wir verbringen zwei gemütliche Abende mit Maria und Arturo. Bei etwas Rotwein lässt sich einfacher Spanisch parlieren! ;o))

Zum Abschluss unseres Besuches im Maule-Tal fahren wir zur Viña Miguel Torres.

1978 kam der Sohn der Bodega Torres aus Spanien nach Chile und eröffnete hier die Viña, die heute 6 Millionen Liter Wein produziert.

Bei 2 Grad Aussentemperatur besichtigen wir die Anlage und freuen uns tierisch an der Wärme im ‚kühlen‘ Weinkeller :o))

Nach der Degustation bei 10 Grad Raumtemperatur – brrrr - lassen wir uns zum Aufwärmen im Restaurant der Viña ein leckeres Mittagessen servieren. 

Rapa Nui – Osterinsel

26.06.-03.07.2017

Von Santiago de Chile fliegen wir in 5 Std auf die Pazifikinsel Rapa Nui. Die Insel ist so gross wie Liechtenstein, gehört zum 4000 km entfernten Chile und bildet zusammen mit Neuseeland und Hawaii das polynesische Dreieck. 

Die rund 9000 Einwohner leben fast ausschliesslich im einzigen Ort Hanga Roa. Die Insel ist vor allem bekannt für die zahlreichen Kultstätten mit den mächtigen Moai.